Auftaktquartal

Bei Siemens knickt der Gewinn ein

24. Jänner 2012, 09:20

Der Gewinn des Industrieflaggschiffs ist im vergangenen Quartal vor allem wegen hausgemachter Probleme geschrumpft, auch China lässt aus

München - Der Gewinn des deutschen Industrieflaggschiffs Siemens ist im vergangenen Quartal vor allem wegen hausgemachter Probleme geschrumpft. Das Ergebnis nach Steuern des ersten Geschäftsquartals 2011/12 schrumpfte im Jahresvergleich um ein Sechstel auf 1,46 Milliarden Euro, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Vor allem hohe Sonderlasten von gut 200 Millionen Euro aus einem missratenen Projekt zur Anbindung eines Windparks auf See verhagelten den Münchnern den Jahresauftakt. Der Umsatz legte um zwei Prozent auf 17,9 Milliarden Euro zu. Im Auftragseingang bekommt Siemens die Abkühlung der Weltkonjunktur zu spüren: Das Volumen neuer Aufträge sank um fünf Prozent auf 19,8 Milliarden Euro.

Siemens-Chef Peter Löscher bekräftigte trotz der Sorgen die Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr. Demnach peilt sein Haus einen Gewinn aus fortgeführten Geschäft von sechs Milliarden Euro an. "Die Unsicherheiten der anhaltenden Schuldenkrise haben auch in der Realwirtschaft Spuren hinterlassen", erklärte er. "Auch wenn in der zweiten Jahreshälfte eine Erholung erwartet wird, müssen wir hart arbeiten, um unsere Ziele zu erreichen."

Auftragseinbruch in China

In Asien sind die Aufträge für Siemens im ersten Quartal des Geschäftsjahres noch stärker weggebrochen als in Europa. Allein in China sank der Bestelleingang um 17 Prozent auf unter 1,4 Mrd. Euro. Finanzvorstand Joe Kaeser sagte am Dienstag, es gebe in China "gerade im kurzzyklischen Geschäft eine deutliche Beruhigung". Vor allem Automatisierungstechnik für Fabriken zählt dazu. In Deutschland ging der Auftragseingang lediglich um zwei Prozent zurück auf 2,6 Mrd. Euro, und in den USA stieg er sogar um sechs Prozent auf 4,6 Mrd. Euro.

Peter Löscher rechnet damit, "dass Europa in eine milde Rezession gleiten wird. Wir erwarten in den USA ein stabiles Umfeld, und die Entwicklungsländer sind weiter der Wachstumsmotor". Kaeser sagte, in China werde sich die Nachfrage in den nächsten Quartalen wieder verbessern.

Im ersten Quartal sank der Umsatz in China um vier Prozent, aber in den Schwellenländern insgesamt stieg er um acht Prozent und stand bereits für ein Drittel des gesamten Konzernumsatzes. Der Auftragseingang sank in Asien und Australien um neun Prozent und in Europa, Russland und Afrika um acht Prozent, während er in Nord- und Südamerika um fünf Prozent zulegte. (APA)

Kommentar posten
16 Postings
Herbert Novak1
21
25.1.2012, 08:48
Siemens auf dem Weg zu eine amerikanische Firma

Nach 8 Jahre konsequenter Amerkanisierung -Kleinfeld und nun Löscher, beide lebten sehr lange in USA, sie lieben USA und schwörte/schwört Siemens von Grund auf zu amerikanisieren, ist es kein Wunder, alle was nicht sofort renntable ist, abzustoßen. Alle werden in China produziert, kein 'Made in Germany' mehr. Die Ergebnisse sind sichtbar, ICE-Züge funktioniert nicht mehr, hauptsächlich stimmen die Margen, (natürlich auch CEO-Boni) die Rest nicht.

the hag o'hags (aka Esme Weatherwax)
01
25.1.2012, 14:17

Wenn der Betreiber seine 10 Jahre alten Züge nicht entsprechend wartet, dann kann man das wohl nicht mehr dem Hersteller anlasten!

Einfach nur der Rant eines Unwissenden, wie der Rest des Postings.

OttotheBusdriver
20
24.1.2012, 16:46
Dann wird gleich weiter an den Mitarbeitern gespart werden

Inzwischen bekommen die Mitarbeiter dort keine Telefone mehr auf den Schreibtisch gestellt sondern nur mehr 1EUR China Headsets an den PC angeschlossen.
Läuft der PC nicht -> auch kein tel mehr

Was als nächstes? Doppelseitig zu benutzendes Klopapier?
Münzeinwurf an der Bürotür?
In der Mitarbeiterschikane sind die eh führend, denen fällt schon noch was ein um die Analysten zu beeindrucken.

Franko Pizza
00
24.1.2012, 23:28

ich vermute, sie können über PC mit Instant Messaging software nur im internen Siemens Netzwerk arbeiten, wenn sie aber einen externen Kunden haben dann müssen Sie die altmodische Telephone oder Handy benutzen.
VOIP Siemens Telephone sollen gar nicht so schlecht sein

the hag o'hags (aka Esme Weatherwax)
01
24.1.2012, 18:03

Sie sollten nicht jeden Schmäh glauben, den ihnen ihre Fahrgäste erzählen.

OttotheBusdriver
20
24.1.2012, 23:23

Scherzkeks, ich war dort!
ich hab die Räume gesehen, ich hab die headsets gesehen, ich hab dort mit den Leuten gesprochen.

Noch was:
die planen pro 10 Mitarbeitern nur mehr 8 Schreibtische zur Verfügung zu stellen, denn "20% fehlen eh immer".

captainkirk
00
24.1.2012, 12:45
Als Anteilseigner.....

....würde ich mir jetzt durchaus ein wenig Straffung und Kostenbewusstsein bzw Kosteneinsparungen wuenschen.
Es gibt sicher genug Bereiche, wo man noch verbessern kann, um das Ergebnis wieder zu steigern. Wer es jetzt nicht tut, wird in ein paar Quartalen mit einem sehr schlechten Ergebnis dastehen.

ela vie
20
24.1.2012, 12:41

mir kommen die tränen. so einen lohneinbruch hätt ich auch gern...

Michael B
00
24.1.2012, 11:33
Siemens hat sich in den vergangenen Jahren auf ein paar "Zukunftssparten" konzentriert.

Medizintechnik, Kraftwerksbau, Kernenergie, Eisenbahntechnik...
Und die "altmodischen" Gebiete wie Haushaltsgeräte, Telefonie, Computer,.. abgestoßen.
Denn im öffentlichen Sektor waren die Gewinnmargen viel höher.
Wenn dann allerdings bei der öffentlichen Hand das Geld knapp ist, dann trifft es einen halt besonders heftig.

Spare in der Not, dann hast du im Beutel
00
24.1.2012, 11:56
Stimmt nicht

Siemens hat alle Aktivitäten im Kernenergiebereich eingestellt und für den Ausstieg einen hohen Betrag an den ehemaligen französischen Partner AREVA bezahlt (650 Mio EURO).
Siemens produziert mit BOSCH in einem Gemeinschaftsunternehmen weiterhin Haushaltsgeräte.
Zu den Gewinnmargen: Leider sind diese beim privaten Medizintechnik-, Kraftwerks- und Eisenbahnbau null. Weil halt die Privaten so etwas kaum kaufen.

Franko Pizza
10
24.1.2012, 22:48

Haushalt Geräte von siemens Waschmaschine oder Staubsauger zu Teuer, kaufe lieber made in Korea.

viele machen das

Enrico Dal Vero
00
24.1.2012, 14:01
Dabei lässt man zumindest Teile der Medizintechnik schon in China erzeugen.

War unlängst beim Herzkatheter und siehe Typenschild = Siemens Made in China.
Erhöht doch die Gewinne, oder wird dann weniger gekauft, weil nicht mehr Made in Germany, das ist die Frage???

Andreas W
21
24.1.2012, 10:02
Meiiiiii, nur 1,5 Milliarden Gewinn - die Armut tut ja sooooo weh!

Enrico Dal Vero
01
24.1.2012, 11:10
Ja Herr Löscher, da hilft nur eines:

eine andere Sparte schliessen und ein paar tausende Arbeiter freisetzen.
Also das, was Siemens seit Jahren tut. Am Besten könnt ihr ja Geld mit Geld machen.

K. K. Lacke
02
24.1.2012, 12:41
und ich dachte dass die tollen Gewinne die Konsequenz

der vielen Frauenförderung im Aufsichtsrat (Gitti Ederer) sind.

Zumindest hat doch vorige Woche die "Heute" so getitelt...

Enrico Dal Vero
00
24.1.2012, 13:57
Danke - das war ein Guter.

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