Kahlschlag in der Krise

45 Millionen haben in Europa keinen Job

24. Jänner 2012, 16:41

Seit der Finanzkrise verloren 27 Millionen Menschen weltweit ihre Stelle, 600 Millionen Arbeitsplätze werden gebraucht

Berlin - Weltweit sind nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in Genf rund 1,1 Milliarden Menschen arbeitslos oder leben unterhalb der Armutsschwelle. Die Zahl der Arbeitslosen sei 2011 mit 197 Millionen unverändert geblieben, teilte die ILO in der Nacht zum Dienstag mit. Es seien damit fast 27 Millionen Personen mehr arbeitslos gewesen als 2007 vor der weltweiten Finanzkrise.

Hinzu kämen vor allem in den Entwicklungsländern rund 900 Millionen Menschen, die mit einem täglichen Einkommen von weniger als zwei US-Dollar (1,5 Euro) trotz Arbeit unter der Armutsgrenze lebten. "Jeder dritte Arbeitnehmer auf der Welt ist arbeitslos oder lebt trotz Arbeit in Armut", erklärte ILO-Generaldirektor Juan Somavia.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) bezeichnete die ILO-Zahlen als Weckruf für die Staats- und Regierungschefs weltweit. "Sie müssen endlich mehr Anstrengungen für Wachstum und Beschäftigung unternehmen", forderte DGB-Chef Michael Sommer. Allein in Europa seien 45 Millionen Menschen arbeitslos. Besorgniserregend sei vor allem die hohe Jugendarbeitslosigkeit in den südeuropäischen Krisenländern. Die Politik müsse mit konjunkturstützenden Maßnahmen gegensteuern.

Österreich steht gut da

Deutschland steht international gut da. Es gehöre zu den wenigen Ländern, in denen die Arbeitslosigkeit unter den Vorkrisenstand gefallen sei, erklärte die ILO. Eine schwache Entwicklung von Löhnen und Gehältern seit der Wiedervereinigung habe die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Exporteure erhöht, zugleich aber zu einer schwachen Binnennachfrage geführt. Auch Österreich kann sich sehen lassen. Das Land freute sich zuletzt mit durchschnittlich 4,0 Prozent über die niedrigste Arbeitslosenquote in der Union.

Weltweit müssen nach den ILO-Berechnungen in den kommenden zehn Jahren 600 Millionen neue Arbeitsplätze entstehen, um die vorhandene Arbeitslosigkeit abzubauen und die etwa 400 Millionen Neuzugänge in den Arbeitsmarkt aufzunehmen. Die ILO empfiehlt dazu unter anderem eine "strikte Regulierung der Finanzmärkte". Diese könne nicht nur zur wirtschaftlichen Stabilisierung einen wichtigen Beitrag leisten, sondern auch direkt zum Beschäftigungswachstum, indem kleine und mittlere Unternehmen besseren Zugang zu Krediten bekämen und durch eine "gleichmäßigere Einkommensverteilung" die Nachfrage positiv beeinflusst würde. (APA/red)

Hier geht es zur ILO-Studie Global Employment Trends 2012

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Grünling
00
28.1.2012, 02:22

Wie war das eigentlich um 1928-30?
wir haben gleiche Vorzeichen!
Und die internationalen Rechten scharren in den Startlöchern! Beängstigend!

sonicht!
00
25.1.2012, 14:41
wie durchsichtig sich 0,0 mit seinen inhaltlichen Aussagen auseinanderzusetzen

da gäbe es durchaus diskussionsbedarf - aber billig zu wh.en, wovon F.H. sich abgegrenzt hat, wie am 17.01. in diesem interview mit wienTV: https://www.youtube.com/watch?v=SQIp_fl8E0g oder bei den VAen bereits vor der demo vom 14.01.: https://www.facebook.com/permalink... 9650424436 (die 2. antwort).
noch einmal: es wäre !höchste Zeit für inhaltliche Diskussionen - für extreme Ideen wird es auf Basis konsensualer Entscheidungen mMn keine Mehrheit in einer kritischen Gesellschaft geben! (gerade diese Kritikfähigkeit ist aber durch Druck von Außen wie Krieg bedroht, siehe Säbelrasseln im Nahen Osten)

http://www.nachdenkseiten.de/

Gobi Todic
00
25.1.2012, 22:27

danke für die antwort beim hörmann thema. unglaublich, diese meinungsmache.

sonicht!
00
25.1.2012, 14:57
Perfekte Meinungsmache-Strategie zur Vorbereitung der Stimmung im neuen Jahr

das bezieht sich eigentlich auf http://derstandard.at/132650361... etaetigung

hierzu passend:
"Wie erwartet: Die perfekte Gleichschaltung funktioniert – aktuell zu Beschäftigung und Konsum" http://www.nachdenkseiten.de/?p=11774
"Zweifel an der Weisheit der heutigen Wirtschafts- und Finanzpolitik werden damit weggewischt. Dass die ungelösten Fragen der Auseinanderentwicklung der Volkswirtschaften des Euroraums uns hart auf die Füße fallen können, wird überlagert.

Die Millionen Menschen, die wirtschaftliche Sorgen haben, die arbeitslos sind (..): Versager sozusagen.

Kapitalismus Luege
00
24.1.2012, 22:48
Wachstum

erzeugt Arbeitslosigkeit;

oder sind die Kapitalmärkte nicht enorm gewachsen und haben nicht einige wenige enorm verdient?

Management Quatscher
05
24.1.2012, 20:33
Aber bitte wieso ?

Es wurde doch vor 4 Jahren von hochqualifizierten Experten der Eintritt des größten Arbeitskräftemangels aller Zeiten vorhergesagt.

Die boomenden Unternehmen würden händeringend nach Personal suchen aber keines mehr bekommen, weil der Arbeitsmarkt (spätestens) ab dem Jahr 2012 völlig leergefegt sein wird.

Na gut, die hochqualifzierten Experten haben sich halt (wieder mal) geirrt. Eintritt des Arbeitskräftemangels aber jetzt sicher im Jahr 2015. Allerspätestens.

Säure- und hitzebeständiges Archaebakterium
00
24.1.2012, 17:25
Zusammenhang?

VHS bietet Kurse für verstehendes Lesen...

Waran
00
24.1.2012, 20:45
VHS wurde von der DVD abgelöst :-)

Mostbluzza
01
24.1.2012, 17:18
liebe gewerkschafter, ihr schnarchnasen

soetwas wäre eure aufgabe. kontrolle der (leiharbeiter) löhne, kampf dem missbrauch und aufklärung der mitarbeiter und mitglieder. in welcher pendeluhr schläft ihr, wenn schon die wettbewerbsbehörden und kartellämter pennen. sowas hat auch nix mit dem markt und freier marktwirtschaft zu tun, liebe kammern gelle.

da macht jeder konsumentenschutzverein oder tv-sender mehr für die leute.

http://www.handelsblatt.com/unternehm... 05936.html

danke für die mitarbeit, aber wachsen hilft da auch nicht viel. auch dir nicht, centgeiler konsument. ich weiss schon, aber das ist eine spirale (preise-löhne).
wer nix verdient muss billig kaufen. ausgeschleckert.

nussknacker8
00
24.1.2012, 20:05

daher gehört von bezieher hoher einkommen (ca 5000 brutto pro monat) ein solidarbeitrag eingehoben, ebenso für alle beschäftigten in geschützten bereichen (magistrat, beamte, sozialversicherungen, e-wirtschaft, öbbler, kammern, etc). Dieses Geld sollte zur unterstützung von niedrigen einkommen verwendet werden. Leider schaut die gewerkschaft auch nur darauf das es den geschützten arbeitnehmern (zb beamten,öbbler etc) noch besser geht!

ProEvo84
01
24.1.2012, 17:11

Das 21. Jahrhundert - wer da keinen Weltschmerz
empfindet ...

Recht ist Auslegungssache
00
24.1.2012, 17:00
Die Welt geht zugrunde...

...weil die meisten Politiker entweder dumm oder korrupt sind und bereitwillig die Marionetten für die Bosse im Hintergrund spielen.

Die Mafia ist überall.
Und sind wir doch ehrlich: steckt nicht in jedem von uns ein kleiner potentieller Verbrecher oder Opportunist?

The world is simple to understand: be an asshole or be a victim! There is not much in between...

Mostbluzza
00
24.1.2012, 17:27
jo, ich fürchte

irgendwann kocht die suppe über. bei uns dauert das sicher noch länger, als in vielen nachbarländern.

aber dann sollte man wissen, wer so denkt und wer daran schuld ist. wen es nicht interessierte und wer dafür arbeitete und wer davon profitierte. wer mit mithalf, wer es wusste und wer es, wenn auch spät erst bemerkte. wer dagegen arbeitete und sich bemühte, wer steuern zahlte und bestraft wurde oder nicht belohnt wurde vom system. wer falsch wählte all die jahre und wer auch getäuscht wurde.

es wird wohl leider egal sein, man wird sich nicht erkennen müssen, ist wohl schicksal, wenns den deckel hebt. vielleicht wirds mal verfilmt.
aber vielleicht hilfts für nachher weiter, wenn sich die richtigen finden.

Johannes Benn
00
24.1.2012, 16:36
.

grund genug ausgenommen von einigen hochqualifizierten oder gaststudenten aus befreundeten laendern wie china einen totalen einwanderungsstop zu beschließen

warp.faktor
03
24.1.2012, 16:29
... und hier werden die prekären Jobs ...

... noch mit gerechnet, die sich dank freiem Markt wie die Pest verbreiten, von denen aber niemand leben kann.

In Deutschland und Österreich heißt das Kombilohn (= Sozialhilfe + Job)

higgs - wozu?
04
24.1.2012, 16:51

früher nannte man es sklaverei - mit dem vorteil: die sklaven wußten, daß sie sklaven waren, und neben freier kost und logie niemals auf einen grünen zweig kommen werden - heute betäubt man die sklaven mittels fernseher und alkohol, und redet ihnen dann ein, sie wären frei und hätten eine perpektive.

marginaler unterschied, mmn.

Ivan Bukov
00
24.1.2012, 18:35

Ob sie es glaiben oder nicht. Schulen und Lehren sind nach wie vor fuer alle zugaenglich...

QUANTUM
00
24.1.2012, 19:09

schon, wobei aber jeder andere chancenungleichheit aufweist und das ist die krux. auch weiss nicht jeder was zu ihm passt.

fprands
01
24.1.2012, 16:04
Und wohin sollen wir wachsen?

DGB: "Sie müssen endlich mehr Anstrengungen für Wachstum und Beschäftigung unternehmen"

Unfähig über die eigene Generation hinauszudenken.

Mostbluzza
02
24.1.2012, 16:31
geht doch am leichtesten,

man stecke oben milliarden steuergelder hinein, verwurschte es dreimal in den konzernen und vereinigungen, vergebe es als subventionen und förderungen an politische handlanger und unten kommen immer weniger arbeitslose raus.

so stellt sich die konzernwirtschaft und die gewerkschaft, die gemeinsam in den puf* gehen, das leben halt vor. wachstum in der hose.

dass wir ein strukturproblem haben (weniger in öst/brd) aber sonst massivst, ist auch klar. wir haben ein bewusstseinsproblem der konsumenten, ein geiz ist geil problem, ein konsum problem.

dank sozialismus ist arbeitslosigkeit gering - verschuldung enorm - nicht weil die wirtschaft so gut läuft. in brd sind die meisten "aufstocker", geringverdiener.

(geld) wachstum ist das problem.

Karl Krammer
20
24.1.2012, 16:13
Wachstum ist nach oben hin grenzenlos

die 45 Millionen könnten sofort Arbeit haben. Zu tun gibt es mehr als genug. Es fehlt der politische Wille. Wir werden von Krämerseelen regiert.

QUANTUM
00
24.1.2012, 19:12

der politische wille fehlt nicht, es fehlt an personen die für arbeit zahlen wollen. auch wenn sie immer wieder betonen, es gäbe soooooo viel arbeit.

politik setzt die falschen rahmenbedingungen.

VotefromtheRooftop
07
24.1.2012, 15:43

Leeres Wort: des Armen Rechte,
Leeres Wort: des Reichen Pflicht!

salvator911
01
24.1.2012, 15:17
Auch wenn es die Zensur nicht wahrhaben will

es ist so: http://de.toonpool.com/user/4319... 458395.jpg

warp.faktor
02
24.1.2012, 16:31
Wirklich ein gutes Beispiel ...

... wie der freie Markt aus Menschen Asoziale gemacht hat.

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