Google erlaubt Pseudonyme für Google+ - mit Einschränkungen

Andreas Proschofsky, 24. Jänner 2012, 09:12
  • Bei berühmten Persönlichkeiten erlaubte Google+ schon jetzt Pseudonyme - nun will man das Ganze zumindest ein stückweit öffnen.
    foto: andreas proschofsky

    Bei berühmten Persönlichkeiten erlaubte Google+ schon jetzt Pseudonyme - nun will man das Ganze zumindest ein stückweit öffnen.

Vorerst nur "etablierte" Identitäten gestattet - Google verspricht weitere Verbesserungen

Nach intensiver Kritik sowohl aus der eigenen Community als auch von Bürgerrechtsorganisationen wie der Electronic Frontier Foundation (EFF) hatte Google bereits vergangenen Oktober angekündigt, dass man Wege finden will, um die Nutzung von Pseudonymen beim eigenen sozialen Netzwerk Google+ zu erlauben. Nun ist es soweit: Wie Google-Vizepräsident Bradley Horowitz in einem Eintrag bei Google+ verkündet, soll in den nächsten Tagen ein Update folgen, mit dem erstmals Pseudonyme offiziell erlaubt werden - wenn auch mit signifikanten Einschränkungen.

Ablauf

So spricht Horowitz in diesem Zusammenhang von "etablierten Identitäten", also von Pseudonymen, die schon in anderen Online-Zusammenhängen bekannt sind. Geht Google in seinem Prüfprozess künftig davon aus, dass ein Name nicht "echt" ist, soll dessen Authentizität künftig über mehrere Wege nachgewiesen werden können. Neben der schon bekannten Vorlage eines Ausweises und dem Nachweis der Pseudonym-Verwendung für Beiträge in Zeitungen oder Büchern kann dies dann auch der Verweis auf eine bereits vorhandene Online-Identität mit einer "signifikanten" Verbreitung sein.

Offene Fragen

Der Beitrag von Horowitz lässt allerdings mindestens so viele Fragen offen, wie er beantwortet. Wird doch nicht näher definiert, was man als "signifikant" bezeichnet, also ob hier beispielsweise ein länger bestehender, aktiv genutzter Twitter-Account ausreichend ist, oder ob man auf diesem nur eine offizielle Absegnung der eigenen, bereits bestehenden Akzeptanz von - bekannten - KünstlerInnennamen vornimmt. Die von vielen KritikerInnen vorgebrachten, wirklich kritischen Fälle wie jene von politischen AktivistInnen, die mit ihrem echten Namen Verfolgung fürchten müssten, werden durch die aktuelle Anpassung der Google+-Policy also weiterhin nicht abgedeckt. Dem ist man sich bei Google offenbar durchaus bewusst, betont Horowitz in seinem Beitrag doch gleich, dass die aktuellen Änderungen nur ein erster Schritt seien, weiter Verbesserungen folgen sollen.

Alternativen

Jenseits der Pseudonyme gibt es noch eine zweite Änderung in dieser Hinsicht zu berichten: Künftig unterstützt Google+ ganz offizielle alternative Namen, dies können Spitznamen sein oder auch die Darstellung des eigenen Namens in einer anderen Schrift. Diese können zusätzlich zum offiziellen Namen angegeben werden, wie die Kombination der beiden nach außen vorgenommen wird, können die NutzerInnen über eine neue Einstellungsoption festlegen. (apo, derStandard.at, 24.01.12)

Kommentar posten
24 Postings
Wer einen Nickname verwendet wird schon wissen warum!

Da erlahmt dann bei mir auch das allerletzte Fünkchen Interesse an diesen Fang-Netzwerken...
Und der Datenschutz-Kult der Frau Reding gibt dem Ganzen noch den Rest!
...hat bloß populistischen Charakter!

Allerdings muss man einfach auch den Fact sehen dass G+ derzeit hauptsächlich von Nerds (sorry) genutzt wird.

stimmt, das Niveau ist im allgemeinen höher

Als z.b im Standardforum. Aber "nur Nerds" ist natürlich Unsinn...

Wieso "sorry"?

Seltsam

Irgendwie ist dieses ewige nachplappern von aufgeschnappten Floskeln schon anstrengend beim lesen.

das ist ja das angenehme

keine "Bin jetzt wurstsemmel holen" oder "lackier mir grad die nägel" posts mit 4356 "gefällt mir" sondern mehrheitlich diskussionen mit tatsächlichem inhalt.

YEP!

Jedes Mal wenn meine Frau ihren FacebookAccount öffnet, könnte ich schreiend davon laufen.

Das ist zu 100% vergeudete Zeit. Lauter Schwachsinnige die Belanglosigkeiten in die Welt hinaus posauen.

Die "5 Minuten Ruhm für jeden" sind heute durch "Dauerberieselung via Facebook" ersetzt worden.

Jede Sau kann lesen, was NIEMAND interessiert und alle sind ganz geil drauf.

Das ist zu 100% vergeudete Zeit. Lauter Schwachsinnige die Belanglosigkeiten in die Welt hinaus posauen.

Wir können froh sein, daß diese Doofis jetzt nicht mehr die vernünftigen und interessanten Foren zu-spamen ;-)

welche freunde habt den ihr auf fb ?

die nur solch einen blödsinn rein schreiben
das zeigt von viel von euren sozialen umfeld

Scheinbar macht sich Angst breit, dass das Prestigeprojekt G+ scheitert

Sonst wäre Google niemals bereit derartige Zugeständnisse zu machen.

Der Klarnamenzwang diente nur dazu Werbeeinnahmen zu lukrieren. Sollte dieser endgültig fallen, wird Google das spüren. Ja, Google muss verzweifelt sein!

Also ich weiß nicht,

ich habe drei Google+ Accounts.

Da ich mich nicht erinnern könnte, drei verschiedene Namen zu besitzen, müssen wohl mindestens 2 Accounts ein Fake sein.

Oder sinds gar alle 3??? Wie heiße ich jetzt eigentlich? Ziemlich verwirrend das ganze.

Mit diesem Aktivierungszwang per Telefonnummer haben sie sich sowieso ein Eigentor geschossen.
In den letzten 2 Jahren hab ich bei MM 7 Handys gekauft (große Familie und so, nur um blöden Kommentaren vorzubeugen) und da gabs doch glatt jedes Mal so ne Wegwerftelefonnummer gratis dazu.

Sim ins Telefon, Account aktivieren, Sim wegschmeißen.
Keine Werbung, keine Belästigung - 100% Freude mit FakeAccount.

Dieser Klarnamenzwang ist für DAUs. Völlig witzlos der ganze Aufwand. Aber bitte, wer's braucht...

genau,

so in etwa könnte das posting von einem meiner accounts kommen.
(bis auf die familiengrösse)

Angst! Die gehen schon auf die 100 Millionen zu.

Und da sind andere Accounts von Google gar nicht mitgerechnet. (z.B. youtube). Klarnamenzwang besteht bei Facebook. siehe AGB,s

Ahhh es ist so wunderbar ...

Ob Facebook oder Google+, niemals würde ich das eine oder das andere verwenden.

dafür

kannst du das mitteilen von dingen die keinen interessieren aber recht gut

Stattdessen nutzen sie das ganze Internet als Blog.

danke für dieses statusupdate

Meiner Meinung nach...

...hat jeder das Recht sich selbst so zu nennen, wie er/sie will... Dass man aus Geburtsgründen irgendwie heißt und irgendeine Nummer zugewiesen bekommt, nunja - rein computertechnisch wär ne Sozialversicherungsnummer und Herkunftsland praktischer als n Name - existiert ja nur 1x pro Land.

ich mag google+ echt gerne, aber dass sie da so kleinlich sind wundert mich schon etwas...ich verstehe schon dass man eine "gscheite" atmosphäre schaffen will, damit man nicht nur lauter "sexiestmanalive1337" begegnet, aber man könnte es doch so regeln dass alle die in meinen kreisen sind meinen echten namen sehen können und die "draußen" sehen halt den spitznamen (als option und nicht als default einstellung gedacht)

ich schätze

dass könnte auch mit ihrer Gogle+-suchintegration in Google zu tun haben weils ein Unterschied macht ob man dann bei den Ergebnissen ein Namensniveau hat, welches eher irgendeiner torrent-spam-piraterie seite zuzuordnen ist, oder eben eher *schöne* ergebnisse.
Ich finde es auf jeden Fall nicht so schlecht so und offenbar funktioniert's, immerhin bewegt sich G+ auf die 100Mio zu.

da haben Sie natürlich auch wieder recht, es wird wohl immer eine gradwanderung bleiben (und wie's google macht, wirds kritisiert werden ^^)

"immerhin bewegt sich G+ auf die 100Mio zu."

Die Schafherde wird immer größer...

Wenn der einzige Kritikpunkt eines Produkt ist, dass es von vielen Menschen konsumiert wird, wird der Hersteller wohl gut damit leben können - und vor allem auch die Menschen.

und die menschheit?

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.