Ton wird rauer: Romney offensiv gegen Gingrich

24. Jänner 2012, 06:45

Gegenseitige Vorwürfe bei Debatte in der republikanischen US-Präsidentschaftvorwahl

Washington - Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner wird der Ton immer rauer: Eine gute Woche vor der wichtigen Vorwahl in Florida lieferten sich die beiden Spitzenreiter Mitt Romney und Newt Gingrich bei einer Fernsehdebatte am Montagabend (Ortszeit) einen heftigen Schlagabtausch. Multimillionär Romney ging gegen den früheren Parlamentspräsidenten massiv in die Offensive und warf ihm vor, er habe sein Amt "in Schande" aufgeben müssen und jahrelang als Lobbyist in Washington die Fäden gezogen.

Gingrich hielt seinem Rivalen im Gegenzug vor, mit seinen Angriffen "die schlimmste Art von trivialer Politik" zu betreiben. "Ich werde den Abend nicht damit verbringen, hinter Romneys Falschinformationen herzurennen", sagte Gingrich bei der TV-Diskussion in Tampa.

Romney will Steuererklärung veröffentlichen

Seit einem Überraschungssieg des Ex-Parlamentspräsidenten bei den vorangegangen Vorwahlen in South Carolina am Samstag ist wieder völlig offen, wer im November gegen Präsident Barack Obama antritt. Zuvor galt Romney als klarer Favorit. Ein von der Polit-Webseite realclearpolitics.com ermittelter Durchschnitt jüngster Umfragen sieht den Ex-Gouverneur von Massachusetts bei knapp 30 Prozent, Gingrich bei 23 Prozent. Bei der Wahl in Florida liegen beide praktisch gleichauf.

Romney warf seinem schärfsten Konkurrenten in Tampa zudem vor, vom inzwischen verstaatlichten Hypothekenfinanzierer Freddie Mac als Lobbyist 1,6 Millionen Dollar an Honoraren eingestrichen zu haben. Freddie Mac spielte bei Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes eine zentrale Rolle. Gingrich wies den Anwurf zurück und bestand darauf, er sei für Beratungstätigkeit als Historiker bezahlt worden sei.

Der Ex-Gouverneur hatte angekündigt, an diesem Dienstag seine Steuererklärung veröffentlichen zu wollen. Romney hatte sich zunächst dagegen gesträubt und dafür scharfe Kritik einstecken müssen. Gingrich legte am Montag seinen Beratervertrag mit Freddie Mac vor. (APA)

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13 Postings
Enrico Knaak
00
26.1.2012, 13:04
Die Umfragen kippen zurück.

Der Vorsprung für Gingrich in Florida ist weg, die meisten Umfragen sehen Mitt Romney leicht vorn, eine deutlicher.

Abwarten.

Enrico Knaak
00
24.1.2012, 12:27
Romney muss angreifen.

Das ist seine letzte Chance.

Gingrich bietet wahrlich genug Angriffspunkte. Allerdings sind die meisten lang bekannt. Daher lösen sie wohl kaum eine mit der Steuerquote zu vergleichende Pressewelle aus.

Gleichwohl hat Iowa gezeigt, dass die Attacken Gingrich schaden können.

Die Veröffentlichung der Steuerdaten und die Steuerquote von fast 14% bei zweistelligen Millionenbeträgen ist aber immer noch ein Thema, das Romney schaden wird.

Die Frage bleibt, wie sich das alles auswirken wird. Florida wird zum Do or Don't für Mitt.

Odo
00
24.1.2012, 16:41
"Florida wird zum Do or Don't für Mitt."

FL wird noch keine Entscheidung bringen. Ich hatte ja hier schon geschrieben, dass bis Ende Februar nur etwal 10 % aller Parteitagsdelegierten in den Vorwahlen vergeben werden. Die "winner-takes-all"-Vorwahlen in bevölkerungsreichen Bundesstaaten wie CA, NY, PA oder NJ finden erst ab April statt. Bis dahin hat Romney immer noch die Möglichkeit, das Blatt zu wenden. Außerdem steht Gingrich in mindestens zwei Bundesstaaten (MO und VA) gar nicht erst auf dem Wahlzettel.
Und wenn es bislang eine Konstante im Vorwahlkampf der Republikaner gab, dann die, dass kein Kandidat sonderlich lange die Position als "Frontrunner" halten konnte.

Walter KURTZ
 
00
24.1.2012, 20:35

Was aber gemunkelt wird: daß man einen bekannten Konservativen "zwangsverpflichtet". Etwa Jeb Bush.
So soll Gingrich nur ein Werkzeug sein, um Romney soweit das Wasser abzugraben, daß dieses Szenario eintritt.

Enrico Knaak
00
24.1.2012, 19:16
Florida

Die Primary ist Winner-takes-all.

Als Malus für den frühen Termin gibts aber nur 50 statt 99 Delegierte. Trotzdem: 50 ist eine ganze Menge.

Von der Dynamik eines weiteren Sieges bzw. Niederlage für die jeweilige Kampagne gar nicht zu reden. Nichts haftet mehr als die Aura der Niederlage.

Aber Sie haben recht: Der Kalender ist diesmal extrem lang gestreckt. Da alle Kandidaten angreifbar scheinen, kann es durchaus noch weitere Wendungen geben.

Walter KURTZ
 
20
24.1.2012, 13:13

Wieso soll Romney seine Steuerquote schaden?
Romney zahlt soviel wie er muß. Sonst wäre er blöd. Wollen die Amerikaner einen dummen Präsidenten?
Außerdem: effektiv zahlt Romney über 40% Steuern, wenn man bedenkt, daß sein Einkommen schon einmal versteuert wurde.
Das Problem ist nur, daß Romney zu feig ist, das so klar darzustellen...

Enrico Knaak
10
25.1.2012, 16:11
Wieso Romney die Steuerquote schadet.

Man betrachte mal die Wählerkoalition der Republikaner:

Reiche und Superreiche (sehr wenige Wähler). Dazu kommt die Mehrheit der weißen männlichen Mittelschicht.

Und die weiße männliche Unterschicht. Von der man sagt, dass sie gegen ihre ökonomischen Interessen stimmt. Aber eben bei den Rep. ihre Wut gegen Minderheiten, Einwanderer, Schwule und Kommunisten ausleben darf.

Bei denen wird die Neiddebatte fruchten. Sehr sogar.

Dr. Freidank
00
24.1.2012, 11:48
Jetzt bekämpfen sich

die Gangster gegenseitig. Nur zu, ihr Sch...kerle! Macht euch fertig! Greift zu den Waffen! Rottet euch gegenseitig aus!
Nur so können wir auf eine bessere Welt hoffen!!!

Katrinchen
01
24.1.2012, 10:38
ich will auch

für meine beratungstätigkeit als historikerin 1,6 millionen dollar von einer bank kriegen.

PostIt
00
24.1.2012, 13:49
erinnert an franz vranitzky

der damals für ein paar stunden angebliche telefonberatung zum thema € eine million schilling bekommen hat...

(.) (.)
00
24.1.2012, 16:54
Insider-Wissen ist nunmal viel Geld wert

Vranitzky ist damals gerade aus der Politik ausgeschieden und war noch bestens vernetzt.

Ob und in welchem Ausmass der Euro (z.b. inkl Griechenland) kommen würde - eine gute Einschätzung zu dieser Frage kann viel Profit bedeuten.

Genau wie heute jemand mit Insider-Wissen bezgl. Euro-Rettung viel Geld machen kann.

Wenn Sie z.B wissen, ob der Schuldenschnitt Griechenlands erst im April unter Dach und Fach sein wird, dann können sie mit der berühmten im März fälligen Griechenland-Anleihe reich werden.

Waran
01
24.1.2012, 07:18
Republikaner

Zwei Millionäre, die sich genau diesen Umstand jetzt wechselseitig vorwerfen und am liebsten ein Armutsgelübde ablegen würden.

rr772
12
24.1.2012, 11:11
Beide werden Millionär bleiben.

Und nicht Präsident werden...

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