Gucken und Mitwirken

"Gottschalk Live": "Happy Hour" mit Social Media

Blog | Sabine Bürger, 24. Jänner 2012, 15:50
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    foto: apa/clemens bilan

    Presseandrang zur Premiere: Onkel Gottschalk im sozialen Netz.

Der frühere "Wetten, dass..?"-Moderator will das ARD-Publikum vernetzen - Quoten über Senderschnitt am Vorabend: 14,6 Prozent Marktanteil

Kaum weg, ist er auch schon wieder da. Thomas Gottschalk will die "Todeszone" im ARD-Programm zwischen 19.20 Uhr und der Primetime zur "Happy Hour" machen. "Gottschalk Live" heißt der neue Talk im Vorabendprogramm, der Medienjournalisten erst einmal innehalten lässt. Der Kollege von meedia.de vertagt die TV-Kritik, zu sehr sei die erste Ausgabe eine durch Werbung und Wetter unterbrochene "Gebrauchsanweisung" gewesen.

Sympathisch macht "Gottschalk Live", das kann man nach der ersten Sendung schon sagen, die Öffnung gegenüber Interaktivität und Internet. Jener Mann, den sich das deutschsprachige TV-Publikum mit "Wetten, dass..?" jahrelang ins Wohnzimmer holte, will nun auch das ältere ARD-Publikum langsam ans Thema Social Media heranführen. "Da kann man tolle Sachen machen", lockt der TV-Entertainer ins Netz.

Was ein Hashtag sei, will Gottschalk erst später erklären. Er beginnt ganz vorne: "Wenn Sie nur in den Fernseher gucken zu Hause, haben Sie damit nix zu tun. Wenn Sie aber am Laptop sitzen, dann können Sie gleichzeitig gucken und mitwirken." Zum Beispiel, "indem Sie mir sagen, was ich in der Sendung falsch mache". Was die Twitteria, die mit Hashtags wie #GottschalkLive schon etwas anfangen kann, gerne annahm.

"Schlauch von Jauch"

Oder warum man den "Schlauch von Günther Jauch" will. Die karierte ARD-Krawatte geht an einen Zuschauer, der via Twitter oder Facebook am besten begründet, warum er den Schlips braucht.

Dass es sich dabei um keine Einbahnstraße handeln darf, stellt er auch klar. "Die halbe Stunde, die ich früher überzogen habe", will er mit dem Publikum interagieren.

"Ich muss da geschickter die Kurven kriegen, dann wirkt das flüssiger. Unrecht hast du nicht", gibt sich Gottschalk selbstkritisch auf eine Frage im Chat, ob die Sendung nicht zu zerhackt gewesen sei.

"Mehr Klicks als Zuschauer"

Ob sich "Gottschalk Live" im Vorabend hält, entscheidet aber nicht die Online-Aktivität, sondern die TV-Quote. "Wir haben jetzt schon mehr Klicks als Zuschauer", sagte der Entertainer zwischendurch. Zum Schluss kniete er auf dem Flokati und bat darum, morgen wieder einzuschalten. "Und wenn es nicht meinetwegen ist, wir haben ein Eisbärenbaby, den Halbbruder von Knut."

PS: Gut, dann war da noch Gast Michael "Bully" Herbig. Kam der Schauspieler tatsächlich zum Elvis-Song "A Little Less Conversation" ins Studio?

Update zu Quoten: 4,34 Millionen Zuschauer wollten die Sendung Montagabend sehen. Der Marktanteil in Deutschland lag bei sehr guten 14,6 Prozent, also deutlich über dem Senderschnitt am Vorabend. Im vergangenen Jahr hatte "das Erste" in der Zeit zwischen 18 und 20 Uhr durchschnittlich gerade einmal 8,4 Prozent Marktanteil.

Update Werbepausen: Ein ARD-Sprecher kündigt ein besseres Timing der Werbepausen an. Man arbeite daran, dass das flexibler gehandhabt werde, weiß der Branchendienst horizont.net.

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Posting 1 bis 25 von 33
1 2
goope
00
24.1.2012, 20:01

Gestern hab ich gedacht die Wetter Unterbrechung war eine Ausnahme, weil Gottschalk überzogen hat. Es war keine Ausnahme sondern geplant. Drei mal Werbung in einer 30 Minuten Sendung eines öffentlich-rechtlichen Senders gehört auch zum Konzept.

Der Aufbau der Sendung ist so schlecht, dass es schon wieder lustig ist.

Villariba
00
24.1.2012, 21:24
Es waren heute

aber nur zwei Werbeunterbrechungen...Einer weniger als gestern.Man lernt scheinbar dazu.
Die ganze Sendung war heute flüssiger und unterhaltsamer als bei der Erstsendung.
Evtl.sollte man T.Gottschalk doch einige Sendungen zugestehen,bevor man seine Sendung pauschal als "schlecht" bezeichnet.Nach seiner ersten Wetten dass...?-Ausgabe gab es damals auch viel Kritik.

ManDi77
02
24.1.2012, 17:01

Ich finde es immer lustig, wenn sich die Sender / Programmverantwortlichen immer über die Einschaltquoten und Marktanteile am 1. Tag freuen.

Da gibt es noch nichts zum Freuen und Feiern - wartet einmal 1 Monat ab und dann kommt der große Katzenjammer (z.B.: ORF: Mitten im Achten, Extrazimmer, usw.).

tell the truth
00
24.1.2012, 13:00
Danke öffentlich rechtl. Fernsehen

, danke dafür, dass der Blondine auf Steuerzahlerkosten das Gnadenbrot gewährt wird und dafür, dass ihr die letzen Formate des Bildungsfernsehen gegen Boulevard eingetauscht habt. GEZ Büttel und Musikandenstadel-Industrie werden euch ewig dankbar sein.

Gary Grantscherbn
610
24.1.2012, 10:59

"gucken"? Bitte reißt's euch z'samm, lieber "Standard". Wir gucken nicht, wir schauen.

Sabine Bürger
01
24.1.2012, 15:25

Lieber Gary Grantscherbn, Gottschalk sagte es so. Deshalb steht hier "gucken".

Quintus Beckloeffel
11
24.1.2012, 13:59

Drum ist ein Wiener Wahrzeichen bekanntlich auch der "Fensterschauer" im Stephansdom und in der Wiener Oper bedient man sich eines "Opernschauers" um das geschehen auf der Bühne besser verfolgen zu können.

Jürgen Rembremerding
01
24.1.2012, 14:38
Nur der Peter Rosegger weiß es nicht:

"»Sie wird ihrem jungen Mann halt Sachen zutragen«, meinte der Plessenhuber, dieweil er seinen Löffel senkrecht auf den Tisch stemmte und auch zu gucken anhub"

"Der Markus lachte über meinen Schreck, und ich wendete mein Auge von der Mondscheibe ab. »Ja, ja, magst schon gucken«, sagte der alte Knecht"

"Die Burschen umringen ihn, die vorwitzigen Dirndln gucken ihnen unter den Schultern durch und möchten auch was sehen und hören"

"Der hübschen Mägdlein und jungen Witwen gab es genug im Lande; mancher Bauer sagte, er gebe auch eine gute Aussteuer mit, bevor man noch wußte, daß er eine heiratsfähige Tochter habe. Aber mein Großvater war einer von denen, die nach etwas anderem gucken."

z.B.: http://gutenberg.spiegel.de/buch/1310/1

Quintus Beckloeffel
02
24.1.2012, 18:02
Das kommt auch in der ganz anderen Theatertradition zum Ausdruck.

Man vergleiche etwa das barocke Wiener "Schaukastentheater" mit der "Berliner Guckbühne":

http://books.google.at/books/abo... edir_esc=y

http://www.schaubuehne.de/de_DE/home

Jürgen Rembremerding
01
24.1.2012, 19:49
Man nennt ja auch ein kleines Fenster oder den Fernseher "Schauerl"

http://www.ostarrichi.org/wort-7373... ckerl.html

Quintus Beckloeffel
00
24.1.2012, 22:11

Sogar bis ins vom einschlägigen Soziolekt der Praterstrizzis geprägte Wiener Rotlichtmilieu mit seinen "Schaulöchern" lässt sich das urösterreichische Idiom zurückverfolgen.

www.guckloch.at

Jürgen Rembremerding
00
24.1.2012, 23:31
Im selben Kontext singen

deutsche Musiker dann über denselben Kontext konsequenterweise "ich guck Dich an":

http://www.youtube.com/watch?v=UCAXI0oDeWM

Quintus Beckloeffel
00
25.1.2012, 10:39
Legendär auch der Beckenbauer-Ausspruch

"Guckmermal, dann sehn mer schon!"

senfspender
11
24.1.2012, 13:53
Haste eigentlich außer...

...deiner Germanophobie keinen Lebensinhalt ?

Jürgen Rembremerding
00
24.1.2012, 12:17
"mancher Bauer sagte, er gebe auch eine gute Aussteuer mit, bevor man noch wußte, daß er eine heiratsfähige Tochter habe.

Aber mein Großvater war einer von denen, die nach etwas anderem gucken."

Peter Rosegger, aus der Erzählung "Als Großvater feiern ging"

http://www.ebooks.at/smp_ros.pdf

Sorenard
03
24.1.2012, 12:13

So sehr es mich beim lesen von "gucken" auch reisst, in dem Fall ist es ein Zitat und daher durchaus in Ordnung.

Jürgen Rembremerding
04
24.1.2012, 11:40
Hallo Sprachpolizist:

Ich habe mal im Grimm nachgeschlagen.

"Gucken" ist lateinischen und nicht "deutschen" Ursprungs und für Kärnten und Tirol belegt!

"gucken, vb., cuculare, guggen, schreien wie der gugger oder guggauch Maaler 197d, heute noch obd. gebräuchlich, s. Fischer schwäb. 3, 895; Ch. Schmidt elsäss. 158; Staub-Tobler 2, 182; mit der nebenform gucketzen Schmeller-Fr. 1, 886; Schöpf tirol. 222; Lexer kärnt. 126:"

http://woerterbuchnetz.de/DWB/?sigl... id=GG31769

Jürgen Rembremerding
22
24.1.2012, 11:34
Die Sprachpolizei warnt!

muppetbasher
03
24.1.2012, 10:16
Seine belehrende und erklärende Attitüde wird bei den Jungen nicht ankommen!

Geben wir ihm 3 Monate!

gab86
00
24.1.2012, 14:06

Muss er bei den Jungen ankommen?

Stahl_____666
02
24.1.2012, 10:13
.

Was da geboten wurde, war der Superlativ zum absoluten Nichts.

Genausogut hätte man 40 Minuten lang einen Pflasterstein von unten filmen können.

gefürstete grafschaft tirol
04
24.1.2012, 07:04
Gottschalk sollte seine Pension geniessen.

Das war nix. Ein Sammelsurium aus verscheidenen Formaten und herausgekommen ist eine Werbesendung, unterbrochen von Gottschalk. Damit ist er mit Sicherheit nicht lange auf Sendung!

tera nova
00
24.1.2012, 13:48
Gottschalk Live fand

ich persönlich auch sehr schwach, bemüht aber schwach. wird meines erachtens auch nicht überleben.

derStandard.at/Community
 
03
24.1.2012, 10:20
Kontaktaufnahme

Sehr geehrte/r gefürstete grafschaft tirol,

wir bitten um Kontaktaufnahme unter foren@derStandard.at

Besten Dank!

Boarding
02
24.1.2012, 12:51

War das leicht ein codiertes Bewerbungsschreiben?

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