Gingrich in Umfragen auch in Florida in Führung

23. Jänner 2012, 21:10

Frühe Briefwähler könnten am Ende allerdings Romney helfen

Tampa - Nach seinem Sieg bei der Vorwahl in South Carolina sehen Meinungsforscher den republikanischen Präsidentschaftskandidatur-Bewerber Newt Gingrich auch in Florida vor dem bisherigen Favoriten Mitt Romney. In dem US-Staat, der am 31. Jänner die nächste Vorwahl abhält, lag Gingrich in zwei am Montag veröffentlichten Umfragen vor Romney. Vor einer weiteren TV-Debatte am Montagabend gingen die beiden Rivalen einander hart an.

Für Gingrich sprachen sich dem Institut Rasmussen zufolge 41 Prozent der befragten Wähler aus, Romney erhielt dagegen nur 32 Prozent. Eine Erhebung für Insider Advantage sah den früheren Vorsitzenden des Repräsentantenhauses bei 34 Prozent, der Ex-Gouverneur von Massachusetts kam auf 26 Prozent. Noch in der vergangenen Woche war Romney in Florida in Umfragen im Schnitt rund 20 Prozent vorne gelegen.

Republikanische Schmutzwäsche

Nachdem der Ex-Gouverneur in den vergangenen Wochen seine Attacken vor allem gegen Präsident Barack Obama gerichtet hatte, feuerte er am Montag nun eine Breitseite gegen Gingrich ab. Romney warf Gingrich vor, nach seinem Ausscheiden aus dem Repräsentantenhaus Ende der 90er Jahre als Lobbyist tätig gewesen zu sein. Dabei forderte er seinen Rivalen auf, einen mit rund 1,6 Millionen Dollar dotierten Vertrag mit Freddie Mac öffentlich zu machen. Gingrich hatte den halbstaatlichen Immobilienfinanzierer, der während der Finanzkrise von der Regierung gerettet werden musste, nach eigenen Angaben "strategisch beraten".

Gingrich erklärte, er habe kein Problem mit der Veröffentlichung des Vertrages. Die Entscheidung, die vertraulichen Dokumente offenzulegen, liege allerdings bei Freddie Mac. Der Ex-Speaker des Repräsentantenhauses bekräftigte im TV-Sender ABC, dass er kein Lobbying betrieben habe. Außerdem sei der Vorwurf mangelnder Transparenz "bigott", da Romney selbst die Veröffentlichung seiner Steuerunterlagen hinauszögere.

Bei den Vorwahlen am Dienstag kommender Woche stimmt erstmals ein bevölkerungsreicher Staat über die republikanischen Bewerber ab. Neben Gingrich und Romney sind noch der christlich-konservative Ex-Senator Rick Santorum und der texanische Abgeordnete Ron Paul im Rennen. An dem Urnengang in Florida dürfen nur Parteimitglieder der Republikaner teilnehmen.

Per Briefwahl haben bereits mehr als 220.000 Wahlberechtigte in Florida ihre Stimme abgegeben. Wie ein Parteisprecher am Sonntag (Ortszeit) mitteilte, forderten bisher knapp 476.000 Menschen Briefwahlunterlagen an. Fast 192.000 Zettel seien zurückgeschickt worden und in den Wahlbüros hätten noch einmal gut 35.000 Menschen im Vorfeld ihre Stimme abgegeben. Die frühe Entscheidung vieler Wähler könnte am Ende Romney helfen: Nach Schätzungen des Umfrageinstituts Rasmussen lag der Ex-Gouverneur bei der Briefwahl elf Prozent vorne. (APA)

Glasperlenspieler
00
24.1.2012, 05:19
"Die frühe Entscheidung vieler Wähler könnte am Ende Romney helfen: Nach Schätzungen des Umfrageinstituts Rasmussen lag der Ex-Gouverneur bei der Briefwahl elf Prozent vorne."

Nicht weiter wichtig, da am Ende ca. 2 bis 2,5 Millionen republikanische Wähler an den Florida-Vorwahlen teilnehmen werden.

Und da bisher nur 200000 als Briefwähler abgestimmt haben, also ca. 10% der gesamten Wähler, hat das keinen Einfluss auf das Endergebnis.

Die Rasmussen-Umfrage basiert nämlich auf 750 Befragten, wobei 10% Briefwähler nur 75 Personen im Sample wären. Da liegt die Schwankungsbreite bei ca. +/- 20% ! Also könnte bei den ersten Briefwählern auch Gingrich vorne liegen.

Glasperlenspieler
00
24.1.2012, 10:25
Die neue PPP-Umfrage für Florida:

38% Gingrich
33% Romney
13% Santorum
10% Paul
6% Unentschlossen

...

16% der Befragten geben an, das sie schon per Briefwahl oder "early" abgestimmt haben. Davon entfallen auf:

Romney 43%
Gingrich 40%
Paul 9%
Santorum 7%
Andere 1%

http://www.publicpolicypolling.com/pdf/2011/... FL_123.pdf

Romney hat also nur einen geringen Vorsprung bei den Briefwählern, was ja damit zu erklären ist, dass diese Wähler noch vor Gingrich's Sieg in South Carolina abgestimmt haben.

xEurocent
00
24.1.2012, 15:12

Na ob das hält bis nächste Woche? Mittlerweile ist es ja üblich, dass sich innerhalb von wenigen Tagen Umfragen um 10-15 Punkte verschieben können.

Außerdem wundert es mich, dass Ron Paul bei den Briefwählern unterrepräsentiert ist. Normalerweise werden die ja tendenziell von jüngeren und mobileren Menschen genutzt, bei denen Paul überdurchschnittlich abschneiden sollte.

Glasperlenspieler
00
24.1.2012, 15:29
Ron Paul hat Florida quasi aufgegeben

Er sagte, dass es sich nicht lohne in Florida großartig Wahlkampf zu machen, da es sich um einen Winner-Takes-All Staat handelt. Daher schaltet er auch keine Werbung in Florida.

http://tinyurl.com/72lghwl

Der Gewinner bekommt also alle Delegierten und da hätte Paul mit seinen maximal 20% nie und nimmer eine Chance.

Da auch nur Republikaner teilnehmen können, wird Paul wohl bei etwa 8-12% landen. Das ist ungefähr der Prozentsatz den Paul auch in den anderen Staaten bisher laut Exit Polls erhalten hat, den Rest bekam er nämlich von den Unabhängigen und Demokraten die an diesen Vorwahlen teilnehmen durften.

Deshalb konzentriert sich Paul schon auf die kommenden Caucus-Staaten wie Nevada, Colorado, Minnesota und Washington.

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