Die erste Saurier-Krabbelstube

  • Riesige Mutter, winzige Baby-Dinos: Die neuen Funde legen nahe, dass die 
Aufzucht der Jungsaurier hochorganisiert war.
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    illu.: julius csotonyi

    Riesige Mutter, winzige Baby-Dinos: Die neuen Funde legen nahe, dass die Aufzucht der Jungsaurier hochorganisiert war.

  • In einigen der 
Massospondylus-Eier konnten die Paläontologen die Skelette von Dinosaurier-Embryos freilegen.
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    foto: d. scott

    In einigen der Massospondylus-Eier konnten die Paläontologen die Skelette von Dinosaurier-Embryos freilegen.

190 Millionen Jahre alte Nester in Südafrika geben neue Aufschlüsse über Sozialverhalten früher Dinosaurier-Arten

Washington/Wien - Das Eierlegen dürfte die weiblichen Sauriern der Gattung Massospondylus keine allzu großen Mühen gekostet haben: Die Muttertiere waren nämlich mehr als fünf Meter groß, und die bis zu 36 Eier in ihrem Gelege maßen gerade einmal sechs oder sieben Zentimeter.

Eine internationale Forschergruppe hat in Südafrika zehn Nester dieser Dinosaurierart entdeckt und damit einen echten Rekordfund gemacht: Die Gelege sind nämlich fast doppelt so alt wie das bisher älteste bekannte Nest und lassen erstaunliche Rückschlüsse auf das Sozialverhalten früher Saurier zu, berichtet ein Internationales Team von Paläontologen in den US-amerikanischen Proceedings of the National Academy of Sciences, kurz: PNAS.

Die etwa zehn Nester, die im Golden-Gate-Highlands-Nationalpark gefunden wurden, enthielten bis zu 36 runde Eier, viele davon mit Embryos. Auch winzige Saurierfußabdrücke waren zu sehen, aus denen die Forscher schließen, dass die Tiere erst das Nest verließen, wenn sie die doppelte Schlupfgröße erreicht hatten.

Die Wissenschafter vermuten außerdem, dass die Tiere, die vor rund 200 Millionen Jahren auftauchten und 25 Millionen Jahre später wieder ausstarben, in Kolonien gebrütet haben. Auch die sorgfältige Anordnung der Eier spreche dafür, dass das Brutverhalten hochorganisiert war. Stimmt die Annahme, dann wäre das der früheste Zeitpunkt, für den so ein Verhalten nachgewiesen werden konnte. (APA, tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 24.01.2012)


Link
PNAS

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19 Postings

Einen kleinen photostream dazu gibt's auf "nationalgeographic":
http://news.nationalgeographic.com/news/2012... 00x450.jpg
Wer mehr ins paläontologische Detail gehen möchte wird u. a. hier
http://grizzlie.erin.utoronto.ca/~w3reisz/... nce761.pdf
und hier
http://www.vertpaleo.org/userfiles... eprint.pdf
fündig.

kleines Bildrätsel

Auf der bunten Saurier-Grafik hat sich rechts unten im Eck ein kleines, mysteriöses Wesen eingeschlichen - wer weiß was das ist? Gepardenmaus? Photoshop-Unfall? Babysaurier-Kuscheltier?

Lassen Sie sich nicht täuschen. Das ist wahrscheinlich der Übeltäter der die Saurier zum aussterben gebracht hat.

garfield

Eine vom Sauriertierpräperator auf's Vorzüglichste hergerichtete Jagdtrophäe, welche der abgebildeten Dinosippe gehörte. Dazu muß man wissen, dass es zu dieser Zeit gerade voll im Trend war, eine solche am Rande seiner Wohnkuhle stehen zu haben. Es handelt sich also um ein modisches Statussymbol dieser Zeit.

Das ist ein Säbelzahn-Lemming

Das ist eine Land-Robbe! Oder der gefürchtete Leoparden-Maulwurf!

Sieht nach irgendeinem Säuger aus. Die gab's damals jedenfalls schon.

Ich vermute fast eine Andeutung.

Julius Csotony hat augenscheinlich eine dezente Vorliebe zum Werk des leider fast in Vergessenheit geratenen Kurd Laßwitz.

Sein Werk aus dem ganz frühen 20. Jahrhundert "Homchen – Ein Tiermärchen aus der oberen Kreide" ist ein wahrer Geheimtipp.

Lesen! Es lohnt sich ...

Geht doch! Endlich mal ein wenig bekannter, beinahe schon obskurer, Science-Fiction-Autor, von den ich sogar schon mal was gelesen habe. Soweit ich mich dunkel erinnere, hielt er noch auf Ordnung im All. Diese Geschichte kenne ich aber nicht.

Hallo Tameer, vielleicht war 's "Auf zwei Planeten"?
I
st sicher nicht ein Werk, das ich einen Einsteiger in die Welt der Science-Fiction als erstes nennen würde, aber auch dieses lässt sich mit Gewinn - wie es so schön merkantil heißt - auch heute noch lesen. Dieser Roman ist einer der wirklich guten Beiträge zur phantastischen, deutschsprachigen Literatur.

Klingt vertraut, aber es ist schon lange her und wenn ich das Werk je besessen haben sollte, muss es sich es sich aus meinem Besitz verabschiedet haben. Vielleicht sollte ich einen Neuerwerb erwägen.

Es war übrigens "Die Univeralbibliothek". Von den Planeten kenne ich vermutlich nur den Titel und habe vielleicht ein Inhaltsangabe gelesen.

Apropos phantastische deutsche SF. Es gibt eine wunderschöne Geschichte namens "Horribel", im Kern eher phantastisch, aber doch irgendwie genial SF-abgerundet und mit Realitätsebenen spielend. Auch lange nicht mehr gelesen. Den Namen des Autors habe ich vergessen. Gesagt hat er mir seinerzeit nichts. Wenn ihr mal draufstoßt - reinziehen und mich eventuell auf andere Werke des Autors hinweisen.

Manfred Wirth
Horribel (1975)

in:
Zondergeld, Rein A. (Herausgeber) / Phaicon 2
1975, Insel bei Suhrkamp, ISBN 3458018549

http://www.scifinet.org/scifinetb... literatur/

?

Yep. Daher kenne ich sie. Manfred Wirth sagt mir auch heute noch nichts. Ein One-Hit-Wonder?

Aus der gleichen Reihe ist mir auch Laßnitz bekannt.

Wart's nur ab; wir konvertieren auch Dich noch zum nerdig-nostalgischen SF-Fan...
;)

Danke für den Tipp!
Hab' grade eine kurze Rezension davon gegoogelt (vom "Homchen - Ein Tiermärchen aus...") und werd' mir das ganze Original bei erst bester Gelegenheit mal reinziehen.
:)

P.S.:
Es ärgert mich ein klein wenig, dass ich nicht d'rauf gekommen bin, was Csotonyi tatsächlich mit dem kleinen Tierchen rechts unten in der Illustration gemeint hat. Auf seiner Homepage hüllt er sich in nobles Schweigen...

Gute Idee! Ich glaube nicht, dass es Dich enttäuschen wird.
Eigenartig, dass die Erzählung während des Saurier-Hypes (vor paar Jahren) unbeachtet blieb.

Andererseits: glücklicherweise. Damals hätte man sogar alte Telefonbücher mit einem Saurier als Titelillustration verlegen können ...

;-)

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