190 Millionen Jahre alte Nester in Südafrika geben neue Aufschlüsse über Sozialverhalten früher Dinosaurier-Arten
Washington/Wien - Das Eierlegen dürfte die weiblichen Sauriern der Gattung
Massospondylus keine allzu großen Mühen gekostet haben: Die Muttertiere waren
nämlich mehr als fünf Meter groß, und die bis zu 36 Eier in ihrem Gelege maßen
gerade einmal sechs oder sieben Zentimeter.
Eine internationale Forschergruppe hat in Südafrika zehn Nester dieser
Dinosaurierart entdeckt und damit einen echten Rekordfund gemacht: Die Gelege
sind nämlich fast doppelt so alt wie das bisher älteste bekannte Nest und lassen
erstaunliche Rückschlüsse auf das Sozialverhalten früher Saurier zu, berichtet
ein Internationales Team von Paläontologen in den US-amerikanischen
Proceedings of the National Academy of Sciences, kurz: PNAS.
Die etwa zehn Nester, die im Golden-Gate-Highlands-Nationalpark gefunden
wurden, enthielten bis zu 36 runde Eier, viele davon mit Embryos. Auch winzige
Saurierfußabdrücke waren zu sehen, aus denen die Forscher schließen, dass die
Tiere erst das Nest verließen, wenn sie die doppelte Schlupfgröße erreicht
hatten.
Die Wissenschafter vermuten außerdem, dass die Tiere, die vor rund 200
Millionen Jahren auftauchten und 25 Millionen Jahre später wieder ausstarben, in
Kolonien gebrütet haben. Auch die sorgfältige Anordnung der Eier spreche dafür,
dass das Brutverhalten hochorganisiert war. Stimmt die Annahme, dann wäre das
der früheste Zeitpunkt, für den so ein Verhalten nachgewiesen werden konnte.
(APA, tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 24.01.2012)