Paris gibt mumifizierte Maori-Köpfe zurück

23. Jänner 2012, 19:48

Rückkehr beendet jahrzehntelangen Streit

Paris - Nach jahrelangem Streit hat Frankreich am Montag 20 mumifizierte und reich tätowierte Maori-Köpfe offiziell an Neuseeland zurückgegeben. Eine Maori-Delegation in Stammestracht nahm die Köpfe, die Entdecker und Seeleute im 19. Jahrhundert nach Frankreich gebracht hatten, im Pariser Museum für außereuropäische Kunst mit Gesängen und Tänzen in Empfang.

Die Köpfe ihrer Vorfahren würden nun nach Aotearoa zurückkehren, in das "Land der langen weißen Wolke", verkündete der Leiter der Delegation, Derek Lardelli. Aotearoa ist der Maori-Name Neuseelands.

Frankreichs Kulturminister Frederic Mitterrand sagte, die Köpfe würden in der neuseeländischen Stadt Wellington einen Platz im Te-Papa-Museum für Maori-Kultur finden. "Sie werden keine Tauschobjekte mehr sein, sondern an einem heiligen Ort aufbewahrt." In dem Museum ist für die Ankunft der Köpfe am Donnerstag eine große Feier geplant.

Wie viele Urvölker bewahrten die Maori die mumifizierten Köpfe ihrer Vorfahren auf und verehrten sie. Auch die Köpfe von getöteten Feinden wurden als Trophäen aufgehoben. Die Art und Weise, wie die Köpfe mumifiziert und vor allem kunstvoll tätowiert wurden, machten sie im 19. Jahrhundert zu begehrten Sammelobjekten für Entdecker oder Seeleute.

Von knapp 500 mumifizierten Maori-Köpfen, die in aller Welt verstreut waren, erhielt Neuseeland seit Anfang der 90er Jahre etwa 300 zurück. Das französische Parlament stimmte im Jahr 2010 dafür, die in Frankreich ausgestellten Maori-Köpfe an Neuseeland zurückzugeben. (APA)

Stef Hoche
00
24.1.2012, 14:07
im Gegenzug

sollte Neuseeland die gestohlene Webb Ellis Trophy aushändigen...

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.