Einserkastl Rau

Vergleichstexte

Kolumne | Hans Rauscher, 23. Jänner 2012, 19:07

Britischer Verlag will Hitlers Wahnschrift "Mein Kampf" in Deutschland an die Kioske bringen

Ein britischer Verlag will Hitlers (bisher verbotene) Wahnschrift Mein Kampf in Deutschland an die Zeitungskioske bringen. Allerdings: Um etwa der Jugend zu zeigen, dass Extremisten ihre Wahnsinnstaten gerne ankündigen, genügte ein Zitat: "Hätte man zu Kriegsbeginn und während des Krieges (Weltkrieg I, Anm.) einmal zwölf- oder fünfzehntausend dieser hebräischen Volksverderber so unter Giftgas gehalten, wie Hunderttausende unserer allerbesten deutschen Arbeiter es im Felde erdulden mussten, dann wäre das Millionenopfer nicht umsonst gewesen"; 1924 geschrieben.

Und zum Beweis, dass man vorsichtshalber glauben soll, was radikale Rhetoriker so daherreden: "Wenn es dem internationalen Finanzjudentum in und außerhalb Europas gelingen sollte, die Völker noch einmal in einen Weltkrieg zu stürzen, dann wird das Ergebnis nicht der Sieg des Judentums sein, sondern die Vernichtung der jüdischen Rasse in Euro-pa!" (Reichstagsrede, 30. Jänner 1939). Und zum Vergleich mit mancher aktueller Rhetorik im Zeichen der Finanzkrise: "Ich habe aber auch keinen Zweifel darüber gelassen, dass, wenn die Völker Europas wieder nur als Aktienpakete dieser internationalen Geld- und Finanzverschwörer angesehen werden, dann auch jenes Volk mit zur Verantwortung gezogen werden wird, das der eigentliche Schuldige ist: Das Judentum!" ("Politisches Testament", 1945). (DER STANDARD, Printausgabe, 24.01.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 140
1 2 3 4
josefstalin
00
31.1.2012, 15:29
Ich hab auch ein Buch geschrieben,

aber keine Sau will es lesen.
Bitte verbietet mein Buch ! Ich brauch die Werbung.

AlexArnauld
 
00
24.1.2012, 20:51

Diese bösartige Hetzschrift beinhaltet in ihrer Zusammensetzung die letzten Ausflüchte einer Kulurepoche, welche schon vor dem Ersten WK im Niedergang begriffen war.
Die Saat wurde schon sehr viel früher gesät; und der verrohte Fabriksarbeiter aus dem Lande, als auch der feingeschliffene Intellektuelle aus der Stadt sind Teil dersselben Kultur. -egal welcher politischen couleur.
Was heute mit gutem Willen hierzu medial erklärt werden möchte, arbeitet dem Hetzer posthum in die Arme...denn auch die Kulturindustrie arbeitet totalitär, weil sie gehört werden MUSS - koste es, was es wolle!!!

mikromalist
 
10
24.1.2012, 20:18
Ein toller Thread, IMO.

Ich entschuldige mich für bloede Textfehler, falsche Antwortknopfclicks, vor allem aber voreilige haudraufundschlus Antworten.

Viel gelernt und einige Anregung zum Grübeln erhalten.

Nik M
00
27.1.2012, 09:07

Vielleicht koennen sie ja in Hinkunft auf die Beschimpfung "Retrolinke" verzichten

mikromalist
 
00
27.1.2012, 13:12
Werter Nik M, ich befürchte nein.

Es gibt für mich 3 Begriffe, die alternativlos und kurz das Wesen des Abschwunges und der Abgründe tragen.

* Die Strachioten - selsbsterklärend?

* mafiöse ÖVP - das Kapital kapert die Politik mittels Bestechung.

* Retrolinke - Akkumulation von Kapital mit Steuergeld.

Das letztere ist für einen Linken schreckliche Folter.

99 Gerechte
01
24.1.2012, 17:53

der Herr -rau-

beginnt schon mit der Verbreitung der Wahnschrift. (kleiner Scherz)

Die Engländer sind auch nicht mehr geistig so hoch zu Ross.

ich nicht
04
24.1.2012, 17:37
bücherverbote sind mehr was für nordkorea...

nach der entlarvenden "mein kampf" lesung vom qualtinger ist heute doch jedes verbot mit der antifaschissmuskeule überflüssig

Vera Rschung
 
02
24.1.2012, 15:38
Besser man bringt kommentierte Fassungen

ans Kiosk, als man überlässt das Feld dem illegalen Vertrieb übers Internet durch Neonazi.

Fanny B
30
24.1.2012, 17:26

am Kiosk braucht man das Machwerk gar nicht, es gibt auch keine Kinderpornos am Kiosk

Vera Rschung
 
01
24.1.2012, 19:04

Haben Sie schon einmal versucht "Mein Kampf" übers Internet herunterzuladen. Das geht ruckzuck. Und die Quellen sind tief braun.

Da lobe ich mir kritisch kommentierte Ausgaben aus seriöser Quelle, weil dass die Leute an diese Literatur nicht (spielerisch leicht) herankommen, darüber sollte man sich in unseren Zeiten keine naiven Illusionen machen.

Fanny B
10
25.1.2012, 11:19

lächerlich so eine Geschäftemacherei überhaupt nur zu diskutieren

papst benedikt
414
24.1.2012, 13:51

jetzt müssen schon die juden herhalten, um die finanzwirtschaft vor kritik zu schützen.
was kommt als nächstes?
eine kampagne, die all jene, die die krise anderswo orten als in der parole "wir haben über unsere verhältnisse gelebt" zu antisemiten eklärt?

hier geschieht nichts anderes, als dass ein journalist den antisemitismus zum schutz der globalen finanzwirtschaft instrumentalisiert, indem er induziert: kritiker globaler finanzeliten stehen auf der selben stufe wie hi.ler.

Papst Maledict der DCLXVI
11
24.1.2012, 16:23
Du falscher Gegenpapst!

Anathema!!

mikromalist
 
56
24.1.2012, 15:42
Sie sind der Prototyp eines

Strohmann-Argumenterers.

http://de.wikipedia.org/wiki/Stro... n-Argument

Dazu gehört Logikumkehr - der Leser soll zu logischen Fehlschlüssen geführt werden, um vom Problem abzulenken

Die Analogie heisst nicht: jeder Kritiker der FI sei ein Antisemit.
Und schon gar nicht liegt ein Missbrauch der Opfer vor, eventuelle Täter vor Kritik zu schützen.

Sondern ich verstehe das als Aufruf: propagandaartige, kategorische Verteufelung der FI (als verbrecherische Weltverschwörung) fällt in ein bekanntes Muster (und ist deshalb gefährlich).

papst benedikt
11
24.1.2012, 19:38

propagandaartige, kategorische verteufelung der FI ist nichts weiter als eine reaktion vieler individuen an der basis auf die propagandaartige, kategorische heiligsprechung der FI durch propagandisten wie rauscher, die, wenn es nach unseren profitmedien geht (die allesamt von dieser FI abhängen), keinerlei verantwortung für die von ihr mitverursachten krisen zeigen muss, während jeder normalbürger (auch die nicht wohlhabenden) ihren beitrag leisten müssen.
nehmen Sie Ihren strohhut vom kopf und machen Sie die augen auf.

Dr. Lari and Mr. Fari
 
01
24.1.2012, 13:39
Das Zitat von den hebräischen Volksverderbern unter Gas

soll ursprünglich von Wilhelm II. stammen und 1914 oder 1915 gefallen sein - schrieb der Spiegel seinerzeit in seiner Serie über die "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts", also den 1. Weltkrieg.

Peter Hammer 06
00
25.1.2012, 22:46
Der "Spiegel", die Quelle der reinen Wahrheit! ....

...Nicht A.H. - Willi zwo war der Übertäter.
Was wären wir ohne das Larifari des "Spiegel"?

byron sully
18
24.1.2012, 13:34

"Und zum Vergleich mit mancher aktueller Rhetorik im Zeichen der Finanzkrise"

ich frag mich, was rauscher mit diesem satz bezweckt. denn er erinnert mich (nur in harmloserer form) an das skandalöse fekter-zitat. im unterschied zu fekter hat rauscher genug intelligenz, daß er weiß, was o.k. ist und was nicht. aber er suggeriert hier etwas, was weitergedacht als vergleich wirklich bedenklich wäre.

mikromalist
 
30
24.1.2012, 13:12
Es geht hier um mindestens einen Psychopathen

und Kategorisierung und ich bin ein pointierter Kritiker der Kategorisierung und der FI, der Feindbildung.

Deshalb finde ich es fair auch diese Sichtweise frei zu legen:

http://www.moneyscience.com/pg/blog/A... Science%29

Der Artikel gefällt mir
06
24.1.2012, 11:58
Ich empfehle: ''Mein Kampf'', gelesen vom genialen Helmut Qualtinger!

(Beim Original bin ich eingeschlafen vor Langeweile. Das Buch ist dermassen altbacken, schwerfällig im Stil und auch einfältig im Denken geschrieben, dass es schwerfällt die zentralen Stellen nicht zu überlesen.

Ich will nichts entschuldigen, aber es wundert nicht, dass dieses Buch zwar seinerzeit bei sehr vielen Leuten im Regal stand, aber nur von wenigen gelesen wurde.

Wieso dieses sprachliche Gewulst sich so gut verkaufen soll ist mir ein Rätsel. Soviele Hardcorefans gibt es ja auch wieder nicht, und für die Forschung war dieses Buch immer frei zugänglich.)

Marc Antony
00
24.1.2012, 15:42
Eine gelungene, lesenswerte Interpretation von "Mein Kampf"

Ich empfehle, besser noch: Barbara Zehnpfennigs Habilitationsschrift "Hitlers Mein Kampf: Eine Interpretation" (3. A. 2006 – auch gegenüber ihrem kürzeren UTB-"Studienkommentar" von 2011 vorzuziehen). Zehnpfennig gelingt nicht nur eine plausible, hermeneutisch angeleitete Deutung von Hitlers programmatischer Schrift. Sie beweist auch en passant, dass Habilitationen nicht zwangsläufig schwer lesbare 800-seitige Fleißarbeiten mit 60 Seiten Literatur sein müssen. Zehnpfennigs Habil: 350 Seiten, weniger als zehn Seiten Literatur. Dabei ebenso originell wie anspruchsvoll, gleichzeitig gut lesbar. Liebe Professores in spe: geht doch!

Ausgeflippter Lodenfreak
00
24.1.2012, 15:26

Ich bin ein Qualtinger-Fan und habe die Mein Kampf-Lesung auf Doppel-CD, aber um sich einen Eindruck vom Buch zu machen ist das viel zu wenig. Die Stärke dieser Lesung war, dass sie in einer Zeit stattgefunden hat, als erstens über die NS-Zeit wenig gesprochen wurde und als über Hitler noch nicht gelacht wurde. Heute ist Hitler längst entmystifiziert und die Verbrecher sind verstorben.

Truth is a Troll
00
24.1.2012, 14:40

Die sache mit dem Sprachlichen Gewülst ist ein Propaganda Instrument geworden das sich durch viele Reden dieser Zeit durchzieht. Die Aussagen werden in so langen Schachtelsätzen Versteckt das eh keiner mehr weiß was es heißen soll.

mikromalist
 
10
24.1.2012, 13:36
Sorry, nicht

"... Kategorisierung und der FI ...", sondern ".. Kategorisierung DER FI ..."

Und ist hier semantik-zerstörerisch.

Nik M
00
24.1.2012, 13:48

ich hab mich auch schon gewundert ...

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 140
1 2 3 4

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.