Britischer Verlag will Hitlers Wahnschrift "Mein Kampf" in Deutschland an die Kioske bringen
Ein britischer Verlag will Hitlers (bisher verbotene) Wahnschrift Mein
Kampf in Deutschland an die Zeitungskioske bringen. Allerdings: Um etwa der
Jugend zu zeigen, dass Extremisten ihre Wahnsinnstaten gerne ankündigen, genügte
ein Zitat: "Hätte man zu Kriegsbeginn und während des Krieges (Weltkrieg I,
Anm.) einmal zwölf- oder fünfzehntausend dieser hebräischen Volksverderber
so unter Giftgas gehalten, wie Hunderttausende unserer allerbesten deutschen
Arbeiter es im Felde erdulden mussten, dann wäre das Millionenopfer nicht
umsonst gewesen"; 1924 geschrieben.
Und zum Beweis, dass man vorsichtshalber glauben soll, was radikale
Rhetoriker so daherreden: "Wenn es dem internationalen Finanzjudentum in und
außerhalb Europas gelingen sollte, die Völker noch einmal in einen Weltkrieg zu
stürzen, dann wird das Ergebnis nicht der Sieg des Judentums sein, sondern die
Vernichtung der jüdischen Rasse in Euro-pa!" (Reichstagsrede, 30. Jänner 1939).
Und zum Vergleich mit mancher aktueller Rhetorik im Zeichen der Finanzkrise:
"Ich habe aber auch keinen Zweifel darüber gelassen, dass, wenn die Völker
Europas wieder nur als Aktienpakete dieser internationalen Geld- und
Finanzverschwörer angesehen werden, dann auch jenes Volk mit zur Verantwortung
gezogen werden wird, das der eigentliche Schuldige ist: Das Judentum!"
("Politisches Testament", 1945). (DER STANDARD, Printausgabe, 24.01.2012)