Die Tücke der steirischen Reformpolitik

23. Jänner 2012, 18:54
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    foto: apa/leodolter

    Was die zwei im Geheimen paktieren, wird umgesetzt: Franz Voves (r.) und sein Stellvertreter Hermann Schützenhöfer.

"Durchziehen" von Reformen schafft demokratiepolitisches Dilemma

Graz - Den beiden dürfte in den letzten Wochen wohl öfters jenes Geständnis Bruno Kreiskys von dessen Lust an Streicheleinheiten in den Sinn gekommen sein: "Sie glauben gar nicht, wie viel Lob ich ertragen kann." Seit sie in der Steiermark als rot-schwarzes Reform-Duo das Land umkrempeln, genießen auch Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) und Hermann Schützenhöfer (ÖVP) ein für Politiker ohnehin seltenes, wohltuendes Schulterklopfen.

Anders als im Bund hat bei beiden die Einsicht in die Notwendigkeit tatsächlich dazu geführt, längst anstehende Reformen anzupacken: in der Verwaltung, im Schul- und Sozialsystem, in der Politik selbst. So vorbildhaft ihr Wirken - auch über die Landesgrenzen hinweg - scheinen mag: es hat eine Schattenseite. Die steirische Reformpolitik ist ein demokratiepolitischer Problemfall, der die Frage aufwirft: Sind tiefgreifende Reformen im System, wie nun von der steirischer Regierungspolitik erprobt, tatsächlich nur diktatorisch von oben verorden- und durchsetzbar?

Tatsache ist: Die steirische Reformpolitik wird derzeit nur von zwei Politikern bestimmt und vorgegeben: Voves und Schützenhöfer. Die Reformschritte werden vom rot-schwarzen Duo im Geheimen paktiert, die Büros exekutieren, was die beiden ausbaldowern. Die Entscheidungen der Landeshauptleute werden von ihren Parteien ohne kritische Debatte bis in den Landtag hinunterdekliniert und durchgewunken.

Interessenvertreter und Betroffene werden im Sinne der normativen Kraft des Faktischen vor vollendete Tatsachen gestellt. Der steirische Wirtschaftswissenschafter Michael Steiner hat kürzlich schon vor einer schleichenden "Autokratisierung" der Steiermark gewarnt. Der Politologe Peter Filzmaier beurteilt die steirische Reformpolitik zwar grundsätzlich positiv und notwendig, ortet hier aber ebenfalls ein demokratiepolitsches Dilemma. Filzmaier ist überzeugt, dass die Politik unbedingt Regulativa wird einbauen müssen. Vordringlich "sorgsam ausgearbeitete", direkte Demokratiemodelle, mit verpflichtenden Abstimmungen, damit Betroffene die Möglichkeit der Mitwirkung hätten. Notwendig sei auch eine Stärkung der Minderheitenrechte in den Landtagen.

Eines dürfe bei allem Reformeifer aber auch nicht vergessen werden: "Es waren die Politiker selbst, die die verkrusteten Strukturen geschaffen haben - die sie jetzt aufbrechen müssen." (Walter Müller, DER STANDARD, Printausgabe, 24.1.2012)

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Posting 1 bis 25 von 71
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Beamter
00
30.1.2012, 15:06
ENDLICH reagiert ein BUNDESLAND Weiter soooo!!!

Nach dem Berechnungssystem der Europäischen Gesamtrechnung haben wir
487.000 öffentlich Bedienstete.
Die Gehälter machen für Bedienstete von Bund, Ländern und Gemeinden im Jahr rund 18 Milliarden Euro aus. Die Pensionen kosten noch einmal 7,7 Milliarden Gesamtkosten daher 25 Milliarden/ Jahr.
133.000 Bundesbeamte
141.000 Landesbeamte
213.000 Firmenbeamte
???.??? Gemeinde, Krankenkassen u.s.w. Summe: 487.000 Beamte + 50.000 Politiker (!)
8.993.464 Einwohner
4.361.000 Erwerbstätige
2.703.700 NICHT Erwerbstätige
2.073.000 Pensionisten
188.000 Arbeitslose
davon: 667 TOP Politiker 4000 – 8000 Euro = 1/10.000 Verhältnis Politiker/Einwohner 2357 Bürgermeister
41.500 Gemeinderäte = 1/200( in Summe) VerhältnisP/E

Robert Alexander
01
26.1.2012, 11:26
Die Reformpartner.....

...haben vor den letzten Walhlen kaum ein Wort miteinander gesprochen, sind kanpp an der Wahlniederlage vorbeigeschrammt, hätte eine solche eingefahren, wenn man nicht das "Zukunftsbudget" (zur Erinnerung: Belastungspaket Loiperstdorf) via Verfassungsbruch verschoben hätte und haben nun eine steirisches Sozialrundumkahlschlagspaket geschnürt, das sie unter dem Titel Reformpartnerschaft marketingmäßig aufgemacht "verkaufen" wollen. Idioten, die das alles beklatschen gibt es mehr als genug, die werden ihnen aus sicher wieder die nächste Mehrheit bescheren....

AT2301
01
25.1.2012, 17:26
Voves und die Sozialpolitik

ein konkretes Beispiel: bis dato wurden in einem Pflegeheim 2 Schwestern für 20 Pfleglinge eingesetzt. Dazu ein mir bekannter soz. Politiker: "viel zu viel, so viele brauch ma net"
Die Quintessenz, heute "betreut eine Person 20 Heimbewohner. Ausschließlich pflegebedürftige die rund um die Uhr versorgt werden müssen. Dazu gehören: Körperpflege, anziehen, füttern, Betten machen, für saubere Wäsche sorgen, Toilettengänge erledigen, Mittag wieder die Hilfe usw. Da bleibt keine Zeit mehr für die Betreuung. In Wien kommt eine Betreuerin auf 7 Pfleglinge........
Dafür will Voves von den Angehörigen einen Anteil für die Pflege einheben, damit er mehr woanders verschleudern kann. Politgehälter, Dienstautos, teure Wohnngen, Werbebudget usw.

trink joghurt
00
25.1.2012, 10:24

ich halte voves für einen der hinterfotzigsten, verlogensten und sozio-populistischten politiker der sogar jörg haider in den schatten stellt, ein wolf im schafspelz der eine neue dimension im verrat der sozis an der arbeiterklasse und den sozial schlecht gestellten eröffnet. bei all den massnahmen die er bereits gesetzt hat haben die schwächsten draufgezahlt, sparen am rücken der behinderten, sozialfälle und dann protzig in die kamera grinsen und laut poltern.......

Henry44
00
25.1.2012, 12:52
Ihre Meinung über Herrn Voves sei Ihnen unbenommen

aber wissen Sie auch, dass das Sozialbudget trotz der sicher schmerzlichen Einsparungen immer noch stark gestiegen ist und die Steiermark weitere Schulden machen muss?

Glauben Sie, dass das auf die Dauer möglich ist, jedes Jahr höhere Schulden zu machen? Welche konkreten Vorschläge haben Sie, wie das alles finanziert werden kann?

Die Erfahrung zeigt, dass eine Sozialleistung, einmal neu eingeführt, nicht mehr angegriffen werden darf, ohne untergriffige Qualifikationen wie die Ihren zu bekommen.

Ich habe noch nie Herrn Voves gewählt, jetzt werde ich ihm meine Stimme geben.

trink joghurt
01
26.1.2012, 08:18

nun, zwischen "keine schulden machen" und bei den sozial bedürftigen sparen wird es ja wohl alternativen geben, etwa ......tralala: verwaltungsreform, steuerreform......dann müssten net leute die durch krankheit, arbeistlosigikeit etc. in die armut gerutscht sind verschämt in sozialmärkten einkaufen gehen.

und bitte ja wählen sie voves, diesen parvenue, ich hoff eine seiner grauslichkeiten trifft sie.

Henry44
01
25.1.2012, 09:27
Die Steirer haben das begriffen, was in Wien noch fehlt,

nämlich, dass der lang genug geübte parteipolitisch motivierte Kampf gegeneinander nur Verlierer kennt, die Politiker selbst, aber auch das ganze Land.

Jetzt wird auch schmerzhaft fühlbar, dass das feige Verschieben der als notwendig erkannten Maßnahmen spätestens dann zu groben Ungerechtigkeiten führt, wenn sie unter dem Zwang der Verhältnisse endlich doch ergriffen werden.

Ein schönes Beispiel dafür ist die Hacklerpension oder das jetzt schlagartig erhöhte ÖBB Pensionsalter. Die einen genießen, die anderen zahlen.

Kein Wunder, dass der Politfrust so gestiegen ist und die Unzufriedenheit auch jene Kreise erfasst hat, denen es ihnen immer noch gut bis sehr gut geht.

Gedankenmulde
01
24.1.2012, 19:36
Ähmm...

... immerhin handelt es sich bei der steirischen Landesregierung um eine gewählte Vertretung, da ist schon mal jede Menge politische Legitimation vorhanden.
Demokratie und Mitbestimmung sollte man nicht mit einem universellen Vetorecht gleichsetzen.

Sun Zi der II
00
24.1.2012, 18:42
Warum nicht so?...

....die schärfsten Kanten und Ecken kann man im Nachhinein immer noch abschleifen. Wenn man aber mit einem butterweichen Kompromiss startet kommt nix heraus. Mir würden jetzt als Steirer nicht mal wirklich schlimme Graußlichkeiten einfallen...aber ich bin gerne bereit mir welche darlegen zu lassen!

WEITER SO Herr VOVES
01
24.1.2012, 16:02
DREI Mal so viele Abgeordnete wie Deutschland, dafür Platz1 bei Korruption

Ein Abgeordneter kostet 16.000 Euro

Woll wir uns das wirklich leisten?

Quelle:
http://derstandard.at/132650346... ro-bringen

Geldverschwender
02
24.1.2012, 15:55
Herr Voves, lassen Sie sich bitte vom Politgelabber nicht abhalten

weitere Reformen durchzuziehen

Östererich hat DREI MAL SO VIELE Nationalrtasabgeordnete wie Deutschland und jeder einzelne kostet mit allem drum und dran

16.000 Euro

DAFÜR STEHEN WIR IM KORRUPTIONS RANKING AM ERSTEN PLATZ

Die Rechnung lautet also: je mehr Abgeordnete, umso mehr Korruption

Abbau von Abgeordneten bedeutet also Steigerung der DEMOKRATIE !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Quelle: http://derstandard.at/132650357... geordneten

quoband
00
26.1.2012, 16:03

Super "Rechnung": Am besten keine Abgeordneten mehr und damit keine Korruption mehr!

chrigu
01
24.1.2012, 15:37

Erstens scheint mir das Ganze eine Flucht nach vorne und damit aus urpolitischem Kalkül zu sein und zweitens überwiegt zumindest bis dato der show act.
Die beiden scheinen eine geradezu diebische Freude zu empfinden, Bund und übrige Länder unter (Reform-)Druck zu setzen - und das ist gut so !

österreicher ist, wer es trotzdem ist
03
24.1.2012, 15:25
Das Gerede von einer "Gefahr der Autokratisierung" ist nur ein Vorwand

Das Grundprinzip der Politik lautet: es gibt immer viele gute Gründe, nichts zu tun. Zu erkennen, dass der Status Quo nicht mehr tragfähig ist, bedarf schon eines Maßes an Einsicht, das in der Politik selten ist. Voves und Schützenhöfer sind demokratisch gewählt, also haben sie das Recht und die Pflicht, Leadership zu zeigen. Und diese besteht eben darin, Unpopuläres anzupacken.

Die Gegner der Veränderung sind zahlreich - all diejenigen, deren wohl erworbene Rechte jetzt in Mitleidenschaft gezogen werden; von den Sozialbürokraten (Plattform 25 und Konsorten) bis hin zu den selbstherrlichen Pleite-Bürgermeistern. "Lasst Voves und Schützenhöfer arbeiten", sollte die Devise lauten. Wer 2015 immer noch jammert, kann das ja bei der Wahl zeigen

byron sully
00
24.1.2012, 13:23

ein paar gute/sinnvolle dinge waren auch dabei, aber die meisten von voves' "reformen" empfinde ich als falsch und unsozial. so sozial kalt sind nicht mal övp-landeshauptleute.

rosebud2
00
24.1.2012, 15:57
es kriegt niemand eine reform hin, die 100% gutes bringt

da muss man durch, speater, wenn das land wieder besser dasteht, kann man einzelne dinge wieder forcieren

bei jeder firma ist das so, entweder sie geht unter oder es wird etwas reformiert und sie bleibt wettweberbsfaehig

Sonata
00
24.1.2012, 12:44
Was die beiden da im Hintergrund zusammenbasteln ist weitestgehend unbekannt...

Da wird jetzt probiert wieviel bei den Steirern hineingeht. Die anderen Landeshauptleute und die Bundesregierung warten schon gespannt auf die Ergebnisse.

Maria Leitner1
00
24.1.2012, 12:00
das dilema der demokratie ist, dass die nörgler und zweifler am lautesten schreien

abschaffung von bürokratie und verwaltung geht auch immer hart an den stolz der lokalen politiker, weil sie quasi für nutzlos hingestellt werden. sich selber wegzuregieren ist einfach schwierig.

es gibt projekte wo die politiker vor den wahlen die karten auf den tisch legen müssen und nach der wahl ausführen müssen, was sie versprochen haben. Leider auch gegen eine Minderheit, sonst steht alles still in Ö., allerdings muss auch die sinnhaftigkeit der unterfangen jederzeit durch die bürger hinterfragbar sein.

demokratiepolitisch echt schwierig – siehe hainburg, denn dort hatte die minderheit recht.

es bleibt immer ein schmaler grad zwischen politschem agieren auch gegen widerstände und drüberfahren

http://www.zpa.at
01
24.1.2012, 10:38
beide agieren unter einer falschen Prämisse, und die lautet: Länderverwaltungen sind unverzichtbar.

- wenn die Grundannahme falsch ist, dann werden die Einsparungsbemühungen nichts bringen !

franz poglonik
 
00
24.1.2012, 10:02
reformen in der steiermark

was hier voses als vorzeigeprojekt hinausjubelt, wird sich am ende nur als reförmchen bezeichnen dürfen. voves meint in der pressestunde, dass schon viel geschehen sei. in wirklichkeit ist nichts geschehen, außer, dass sich rot und schwarz am liebsten küssen. zusammenlegung von judenburg und knittelfeld ist doch nur ein kabarettakt, ohne wirkliche einsparung. mit der abschaffung des proporzes hatt man doch noch lange keine sinnvolle reform durchgeführt. tatsache ist, dass die zwei netten steirer, schützenhöfer und voves, die steirerinnen und steirer nur verarschen. bezirks- und landesschulräte werden weiterhin bleiben. gemeindezusammenlegungen werden nicht einmal halbherzing durchgeführt. nur scheinreformen durchzuführen, ist schäbig.

eltor09
00
24.1.2012, 12:10

... und dabei die Bedürftigen auszuhungern - Streichung von dringend notwendigen Hilfen - ist besonders schäbig. Besonders für einen Sozialdemokraten.

zkk
 
03
24.1.2012, 09:58
"Interessenvertreter und Betroffene werden im Sinne der normativen Kraft des Faktischen vor vollendete Tatsachen gestellt."

und das ist gut so, denn ansonsten wird die reform nach ganz typischer ö art bis zum st. nimmerleinstag aufgeschoben. solche politiker heben sich wohltuend von denen ab, die nur auf meinungsumfragen schielen und angst vor entscheidungen haben.

"Der Politologe Peter Filzmaier beurteilt die steirische Reformpolitik zwar grundsätzlich positiv und notwendig, ortet hier aber ebenfalls ein demokratiepolitsches Dilemma."

in einer repräsentativen demokratie werden politker für diese entscheidungen gewählt ... oder eben am nächsten wahltag abgewählt.

btw: eine vereinheitlichung der wahltermine wäre gut (alle 2,5 jahre eine wahl, alle landtagswahlen + bp-wahl an einem tag, 2,5 jahre später nr- und gr-wahl an einem tag und wieder von vorne).

Shanajio
00
24.1.2012, 13:31

Aber das demokratiepolitische Problem ist ja, dass die gewählten Vertreter (und das sind die Abgeordneten zum Landtag, und zwar alle!) sich offensichtlich alles von Voves&Schützenhöfer vorgeben lassen ...

blueeyes82
00
25.1.2012, 04:08

Der Landtag hat absolut keine politische Entscheidungskraft. Die Landesregierung hat die alleinige Macht.

rosebud2
00
24.1.2012, 09:58
wildes regierungsbashing, weil die keine reform zustandebringt..

....und dann die steirische reform kritisieren!!! geh bitte.

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