Das Theater Garage X bringt den Roman "Schmutz der Zeit" von Michaela Wolf und Durmus Dogan auf die Bühne
Eigentlich sind sie ja ein Autoren-Duo: Michaela Wolf und Partner Durmus
Dogan. Gemeinsam haben sie 2009 den Roman Schmutz der Zeit geschrieben.
Am 25. Jänner bringt ihn das Theater Garage X innerhalb der Reihe "Pimp my
Integration" auf die Bühne. Der Anatolier Dogan kramte in seiner
Lebenserfahrungskiste, angereichert mit dem Know-how, ein Ausländer in
Österreich zu sein. Wolf, aus Bayern, brachte die Geschichte in Guss und
ergänzte sie um ihre Perspektive. Entstanden ist ein multikultureller Text, der
wenig mit üblicher Migrationsliteratur gemein hat. Wien dient als
Projektionsfläche für Verrücktes und Fremdes in scheinbar vertrautem Setting. Es
geht um konstruierte Ehen und Beziehungen, Ausländer, Kultur und Profanes. Die
Verstrickungen der Protagonisten Gül, Servet und Silvia werfen Schlaglichter auf
Themen wie Heimatlosigkeit oder Stigmatisierung. Auffallend am Roman ist seine
musikalische Sprache. Regisseur Dogan hat bereits zwei Regiearbeiten daraus
gemacht. Die dritte stammt nun von Wolf: entschleunigtes Kontemplationstheater
mit Hirn, wie sie meint. Stand bei Dogan die gesellschaftliche Relevanz des
Themas im Vordergrund, so gehe es diesmal um den geschärften Blick auf
Individuen und das humorvolle Spiel mit Klischees. (bf, DER STANDARD - Printausgabe, 24. Jänner 2012)
25. 1., Garage X, Petersplatz, 20.00