Konflikt um Berg-Karabach in nächster Runde

23. Jänner 2012, 15:51

Bereits zehntes Präsidententreffen unter Vermittlung Russlands

Moskau - Die Präsidenten von Armenien und Aserbaidschan haben sich im Konflikt um die Region Berg-Karabach nach einem Treffen in Russland erneut ohne greifbares Ergebnis getrennt. Beide Seiten seien jedoch weiter an einer zügigen Lösung des Konflikts um die von Aserbaidschan abtrünnige Region interessiert, hieß es in einer Erklärung nach dem Gipfel unter Vermittlung des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew. Bei dem Gespräch mit seinen Amtskollegen Serge Sarkissian (Sersch Sarskjan) aus Armenien und Ilham Aliyev aus Aserbaidschan sagte Medwedew am Montag, es gebe teils Probleme bei den Gesprächen.

Es war bereits das zehnte Treffen dieser Art unter Medwedew seit Ende 2008, dieses Mal in der Schwarzmeer-Metropole Sotschi. Nach Angaben aus dem Kreml sind Aliyev und Sarksjan bereit, den gesellschaftlichen Dialog sowie die humanitären Kontakte auszubauen. Aliyev sagte nach Angaben der Agentur Interfax, dass es bei den Verhandlungen immer wieder Anlass zu Pessimismus gegeben habe. Optimistisch aber stimme die dauerhafte Vermittlerrolle Russlands in dem Konflikt, sagte Aliyev.

Gewalt angedroht

Das öl- und gasreiche Aserbaidschan hatte zuletzt wiederholt gedroht, notfalls mit Militärgewalt sein "Territorium zu befreien". Trotz eines 1994 vereinbarten Waffenstillstands kommt es zwischen Berg-Karabach und Aserbaidschan immer wieder zu Gefechten mit Toten und Verletzten. Russland gilt in dem Konflikt als Schutzmacht Armeniens und hat in dem Land Soldaten und Militärstützpunkte. Russland gehört mit den USA und Frankreich auch der Minsk-Gruppe an, die im Rahmen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) bisher erfolglos versucht hat, eine Lösung herbeizuführen.

Die Präsidenten von Armenien und Aserbaidschan hätten sich bereiterklärt, den Prozess zur Findung einer Einigung für Berg-Karabach zu beschleunigen, hießt es nach dem Treffen in Sotschi. Der russische Außenminister Sergej Lawrow wurde von Itar-Tass mit den Worten zitiert, die beiden Konfliktparteien "verstehen, dass sie auf Maximalpositionen verzichten müssen". Russland werde weiter vermitteln.

Das mehrheitlich von (christlichen) Armeniern bewohnte Berg-Karabach, das geografisch von Aserbaidschan eingeschlossen ist und völkerrechtlich auch zu Aserbaidschan gehört, sagte sich Anfang der 90er Jahre von Aserbaidschan los, nachdem es den Autonomiestatus, den es innerhalb der Aserbaidschanischen Sowjet-Republik noch innehatte, verloren hatte. Es wird seit dem darauffolgenden Krieg (1992-94) mit etwa 30.000 Toten von Armenien kontrolliert. Hunderttausende muslimische Aserbaidschaner (Aseris) wurden durch den Krieg zu Flüchtlingen. Das öl- und gasreiche Aserbaidschan hat inzwischen aufgerüstet. Der Konfliktherd befindet sich im für die lokalen Großmächte Russland, Türkei und Iran strategisch wichtigen Südkaukasus. Die USA und die EU haben dort Energieinteressen. (APA)

F S 3
04
29.2.2012, 13:30
FS3-VERSTECKT (weil "unterberichtet" wäre eine Untertreibung): Aserbaidschan soll eine wichtige Rolle im Konflikt um den geplanten neuerlichen Putsch (mindestens der dritte) im Iran spielen…

…Wie das FS3 bereits berichtete…
http://derstandard.at/plink/132... 7/24942064
…soll GEORGIEN bei einem möglichen Angriff des isrealen Regimes gegen Iran eine tragende Rolle spielen. Was läge strategisch also näher, die kleine Enklave am Schwarzen Meer zw.Georgien u.Iran auch für die Aggressionsweltmeister einzukassieren.

Nun hören wir, daß Isreal "Waffen im Wert v.1,6 Mrd.$" in dieses neue Aufmarschgebiet rund um den Iran verkauft hat:
http://tinyurl.com/7ejbgct

Woher erhielt Aserbaidschan dieses Geld?

Interessant ist auch, daß sich Russland intensiv um Baku bemüht (was geopolitisch Sinn ergibt), wie auch gemeinsame "Militär-"Übungen" mit den USA bisher an der Tagesordnung waren:
http://www.eurasianet.org/node/63360

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.