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Die Charité koordiniert mit einem jetzt gestarteten EU-Projekt die weltweit größte Studie zum Kampf gegen die häufigste Krebserkrankung bei Kindern, die akute lymphoblastische Leukämie (ALL). Im Rahmen des Projekts IntReALL (Study for Children with Relapsed ALL) werden Rückfälle (Rezidive) bei bereits behandelter ALL erforscht, damit mehr junge Patienten dauerhaft geheilt werden können, heißt es in einer Aussendung. Das ALL-Rezidiv sei die häufigste Todesursache bei krebskranken Kindern. Während die Überlebenschancen bei einer Ersterkrankung an dieser Leukämieform in den vergangenen drei Jahrzehnten deutlich gestiegen sind, haben die jungen Patienten bei einem Rückfall wesentlich schlechtere Aussichten.
Ziel des Projekts ist es, eine optimierte und international gültige Standardtherapie für Kinder mit ALL-Rezidiv zu entwickeln. Auf Basis dieser bestmöglichen Standardtherapie wollen die Forscherinnen und Forscher eine Reihe neuer Substanzen auf ihre Wirksamkeit in dieser Patientengruppe testen. "Wir sind überzeugt, mit diesem Vorgehen auch bei Kindern mit Rezidiv die Sterblichkeitsrate deutlich senken zu können", so Studienkoordinator Arend von Stackelberg, der am Campus Virchow-Klinikum die pädiatrische Onkologie / Hämatologie leitet. Die große Anzahl der beteiligten Kliniken biete erstmals die Chance, den Therapiefortschritt mit evidenzbasierten Methoden belegen zu können.
Österreichische Beteiligung
Die akute lymphoblastische Leukämie trifft in Deutschland jährlich rund 500 Kinder und Jugendliche, von denen im Schnitt rund 70 einen Rückfall erleiden. Dass ALL so selten ist, erschwert umfassende Studien. Hier setzt das internationale Großprojekt an: Insgesamt 23 überwiegend europäische Partner - darunter Kliniken ebenso wie Unternehmen - werden unter Koordination der Charité an der Entwicklung der optimierten Standardtherapie mitwirken. Dazu gehören unter anderen die Medizinische Hochschule Hannover, die Universität Zürich und die österreichische St. Anna Kinderkrebsforschung, aber auch das Stockholmer Karolinska Institutet und die Oxford University. Die EU-Kommission fördert das auf fünf Jahre angelegte Projekt im Zuge des 7. Forschungsrahmenprogramms mit rund sechs Millionen Euro. (red, derStandard.at)
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