Lehramtsstudierende sollen E-Teaching-Erfahrungen für naturwissenschaftlichen Unterricht sammeln
Graz - Der Einsatz neuer Medien im Unterricht
ermöglicht vielfältige Lernerfahrungen, benötigt aber auch
entsprechende Fertigkeiten der Lehrenden. Damit künftige Lehrer in
der Steiermark den Herausforderungen des E-Teaching begegnen können, haben die Pädagogische Hochschule (PH) Steiermark
und die Universität Graz ein gemeinsames Lernatelier speziell für den
naturwissenschaftlichen Unterricht eingerichtet.
Große weiße Schultafeln, auf denen man mit interaktiven Stiften
digital schreiben, surfen, Videos projizieren und 3D-Grafiken von
Organismen hochladen kann, ersetzen sukzessive die traditionellen
Klassenzimmerausstattungen. Wie die Neuen Medien im Bereich der
Naturwissenschaften optimal eingesetzt werden können, lernen
Studierende der beiden steirischen Hochschulen PH und Uni Graz seit
Herbst 2011 in dem von beiden Institutionen gemeinsam konzipierten
"Science LAB" im Gebäude der PH Steiermark.
"Dieser Raum wurde nach den modernsten Erkenntnissen der
Lernforschung eingerichtet", sagte Regina Weitlaner, Vizerektorin für
die Ausbildung an der PH Steiermark, am Montag bei der Präsentation
des Saales, der um rund 100.000 Euro eingerichtet wurde. Das
"Science LAB" soll vor allem die Lehreraus-, aber auch -weiterbildung
in den Unterrichtsfächern Biologie, Chemie, Geografie, Mathematik und
Physik unterstützen. "Und zwar auf höchstem Niveau", betonte Martin
Polaschek, Vizerektor für Studium und Lehre an der Uni Graz.
Lehrveranstaltungen
wechselweise an Uni und PH
Seit Herbst 2007 besuchen Studierende der Uni Graz und der PH
Steiermark, die Physiklehrer werden wollen, Lehrveranstaltungen
wechselweise an beiden Institutionen. Teilweise wurden die
Lehrveranstaltungen gemeinsam konzipiert. Im Vorjahr wurde das
österreichweite Pilotprojekt auch auf andere naturwissenschaftliche
Fächer ausgedehnt. Die infrastrukturelle Hülle dazu bietet nun der
neue, rund 70 Quadratmeter große Experimentierraum. An der Uni Graz
sind derzeit rund 3.500 Lehramtsstudierende inskribiert, die PH
Steiermark hat rund 1.500 Studierende in Erstbetreuung.
Im Raum spielen auch Lichteffekte eine Rolle: Es könne zwischen aktiven und ruhigen Lichteffekten, weißem, gelbem und rotem
Licht nuanciert werden, hieß es. "Dieser Raum wurde auch zum Erkunden
des eigenen Lernverhaltens eingerichtet. Die Studierenden sollen
erleben, wie sich unterschiedliche Lichteffekte, Medien und
Interaktionen auf ihr eigenes Lernen auswirken", schilderte Erika
Rottensteiner von der PH. Gemeinsam mit dem Psychologie-Institut der
Uni Graz soll die Wirkung der Lichteffekte auch wissenschaftlich
erhoben werden. (APA)