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vergrößern 510x382Von den Aufstandsbewegungen im arabischen Raum ist die syrische diejenige, die auf die größten Schwierigkeiten gestoßen ist: Ein Regime, das vor Gewalt nicht zurückschreckt, hat das ganze Land in einen Ausnahmezustand versetzt, was umso prekärer ist, als der jahrzehntelange Ausnahmezustand offiziell vor fast einem Jahr aufgehoben wurde bzw. diese Aufhebung versprochen wurde. Eine der Folgen der Repression in Syrien ist Bilderarmut. Es ist schwierig, im Land zu drehen, und noch schwieriger, verlässliche Informationen zu Bildern zu bekommen.
Auch vor diesem Hintergrund ist das an vielen Orten wachsende Interesse an der syrischen Filmgeschichte zu sehen. Vor allem der im Februar 2011 verstorbene Dokumentarist Omar Amiralay wird derzeit vielfach wiederentdeckt - es lohnt sich in jedem Fall, ein wenig seinen Spuren im Netz zu folgen. Er galt als Kritiker des Assad-Regimes, man bekommt in seinen Arbeiten aber auch noch viel von der Aufbruchsstimmung mit, auf die so viele heute autoritäre Regimes im arabischen Raum zurückgehen: eine Atmosphäre der Modernisierung in den fünfziger und sechziger Jahren, die allerdings von oben verordnet wurde und in der Regel schnell durch Korruption zerstört wurde.
Der 1977 entstandene und sofort verbotene Dokumentarfilm The Chickens ist in dieser Hinsicht sehr aufschlussreich. Hier verbinden sich Motive von Landreform mit technokratischen Verbesserungen, die nur einer kleinen Gruppe wirklich dienlich sind.
In Ein Teller Sardinen nahm Amiralay die Stadt Quneytra zum Anlass einer Betrachtung des Konflikts mit Israel, der dem Assad-Regime immer als zentraler Legitimationsfaktor gedient hatte.
Besonders interessant ist schließlich A Flood in Baath Country. Hier nahm Amiralay einen Staudamm am Euphrat zum Anlass, sein Verhältnis zur Baath-Partei zu überdenken. Das Dorf el-Machi am Assadsee wird für ihn zum Symbol einer vierzigjährigen Herrschaft, die sich gegen das Volk gekehrt hat. Auf der Seite des IDFA International Documentary Filmfestivals Amsterdam 2011 finden sich insgesamt drei Filme von Amiralay mit englischer Untertitelung, darunter auch der bedeutende Life in a Syrian Village.
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