Atomkatastrophe

Japan hat nach Tsunami keine IAEA-Protokolle erhalten

23. Jänner 2012, 13:18
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    foto: reuters

    Von den entscheidenden Sitzungen des Krisenstabs nach dem Unglück von Fukushima sind keine Protokolle erhalten.

Regierung wünscht permanente IAEA-Präsenz am Unglücksreaktor

Tokyo - Die japanische Regierung wünscht eine permanente Präsenz der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) am Unglücksreaktor von Fukushima. "Wir sind mit der IAEA im Kontakt, um zu sehen, was gemacht werden kann", sagte ein japanischer Diplomat am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Außenminister Koichiro Gemba, der selbst Abgeordneter des Wahlkreises Fukushima ist, sagte am Sonntag laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Jiji, er wolle mit IAEA-Generaldirektor Yukiya Amano über eine solche Vertretung in der Präfektur Fukushima sprechen.

Mit der IAEA-Präsenz soll nach dem Unglück vom 11. März 2011 das Vertrauen der Bevölkerung in die Atomkraft wieder gestärkt werden. Ein Tsunami hatte das Atomkraftwerk von Fukushima so stark beschädigt, dass das Kühlsystem ausfiel. Die dadurch verursachte Kernschmelze in einigen Reaktoren führte zu einer weiträumigen Verstrahlung. Derzeit halten sich zehn IAEA-Experten in Japan auf, um die Ergebnisse sogenannter Stresstests an den japanischen Reaktoren zu überprüfen. Von den 54 Reaktoren in Japan sind nur fünf in Betrieb. Der Widerstand gegen den Betrieb von Atomkraftwerken nahm nach der Katastrophe von Fukushima stark zu.

Von den entscheidenden Sitzungen des Krisenstabs nach dem Unglück von Fukushima sind keine Protokolle erhalten. "Ja, das stimmt", sagte ein Sprecher der Agentur für Atomsicherheit zu einem entsprechenden Bericht des Fernsehsenders NHK. Unter der Leitung des damaligen Regierungschefs Naoto Kan hatte der Krisenstab die Rettung zehntausender Menschen aus der Umgebung des Reaktors beschlossen. Die Regierung in Tokio teilte mit, sie habe die Agentur zur nachträglichen Rekonstruktion der Debatten des Krisenstabs aufgefordert. (APA)

Gerhard Ingolf
01
24.1.2012, 07:14
Tatsachen und Überschriften

Warum laufen die sinngemäße Bedeutung der Überschriften mit der Bedeutung der entsprechenden Berichte bei Fukushima immer auseinander? Sind die tatsächlichen Folgen der Kernschmelzen so gering, dass man negativ klingende Überschriften erfinden muss?
Zugehörige Info. lt. NHK: "Chief Cabinet Secretary Osamu Fujimura says ….. Fujimura made the comment on Monday after it was found that the government's taskforce failed to keep any records of its responses to the accident on March 11th."
Es geht bei den nicht gemachten Protokollen also um die Japanische Regierung, nicht um die IAEO! Und ich kann mir gut vorstellen, dass es in den Tagen nach dem Tsunami wichtigeres zu tun gab als Protokolle zu verfassen!

FFluXXuSS
20
23.1.2012, 18:54
Fukoshima droht zu einem F-Wort zu verkommen...

Lichtfreak
01
23.1.2012, 15:18
permanente Präsenz der Internationalen Atomenergiebehörde

Die haben doch niemanden, der das freiwillig macht....

sepperl gorge
36
23.1.2012, 14:54

Es sind nur 5 in Betrieb, von 54. Und trotzdem gehts irgendwie. Komisch.

Dass Keine Protokolle vorhanden sind, wundert mich eigentlich nicht. Je mehr Protokolle und Unterlagen, desto mehr muss gefälscht werden um den Schein zu wahren, dass der Unfall gar nicht so schlimm war und die in wenigen Jahren steigenden Krebsraten und Todesfälle nichts damit zu tun haben.

Starsucker
12
23.1.2012, 16:11

Irgendwie gehts auch mit den 5 Reaktoren. Die Frage ist halt, wie lange man die Stromsparmassnahmen durchziehen kann. Japaner sind geduldig bis zu einem gewissen Grad....

Schichtarbeit an Wochenenden in produktionsfernen Dienstleitungssparten, um Verbrauchsspitzen zu vermeiden, ungeheizte Büros, weniger Service werden die Unzufriedenheit rasch ansteigen lassen. Und wenn dann einmal der Sommer kommt und die Klimaanlagen keinen Saft haben....

nix fir unguad
01
24.1.2012, 13:23
Die Japaner waren ja nicht ganz blöd gewesen

Die Kern-Kernkraftwerke die damals gebaut wurden ersetzten ÖL-Kraftwerke. Diese wurden eingemottet statt abgerissen. Nach dem Tsunami hat man alle wieder eins nach dem anderen in Betrieb genommen. Das erste was TEPCO nach der Katastrophe brauchte war einen Kredit um die Öllieferungen zu bezahlen. TEPCO's Stromverkäufe gingen nur geringfügig zurück. Nur machen die halt keinen Gewinn weil die Stromproduktion mit Öl so teuer ist. Nebenbei steigt natürlich der CO2-Ausstoss und die üblichen Umweltbelastungen. Aber Japan hat zur Zeit andere und grössere Sorgen.
Erst wenn die Bebenschäden bei den AKWs behoben sind und die Genehmigung des Hochfahrens erteilt sind können Japans Stromproduzenten wieder Gewinne schreiben.

WBR
00
24.1.2012, 08:55
Kohle, Gas und Öl

Ich frage mich, inwieweit überhaupt noch Stromsparmaßnahmen nötig sind.
Kernenergie machte immer nur einen eher kleinen Teil (ca. ein Viertel) der Stromerzeugung aus, der Großteil kam aus fossil befeuerten Kraftwerken.

Durchaus denkbar, dass die vorhandenen Kohle-, Gas- und Ölkraftwerke ausreichen, den Beinahe-Totalausfall der Kernenergie zu kompensieren.

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