Weitere Forderungen

Journalisten wollen ORF reformieren und veröffentlichen "Sündenregister" der Räte

23. Jänner 2012, 14:07
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    foto: derstandard.at
  • "Änderungen jetzt!", wünschen sich die ORF-Redakteure beim ORF-Gesetz. Alle Forderungen im Überblick.

  • Das "Sündenregister" der Stiftungsräte.

Eine Änderung des ORF-Gesetzes wird in einem Schreiben an die Klubobleute der Parlamentsparteien gefordert

Wien - Post von den ORF-Redakteurssprechern haben am Montag die Klubobleute der fünf Parlamentsparteien bekommen. Inhalt sind Forderungen zur Änderung des ORF-Gesetzes und ein "Sündenregister" der Stiftungsräte, das dokumentieren soll, wie problematisch sowohl Zusammensetzung als auch Verhalten des Stiftungsrates seien. Denn neben umstrittenen Personalvorhaben, die von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz mittlerweile zurückgenommen wurden, wollen die ORF-Journalisten einen Schritt weitergehen. Was nun folgen müsse, sei eine öffentliche Debatte über neue gesetzliche Rahmenbedingungen.

Aufsichtsrat statt Stiftungsrat

Die Redakteure erinnern an ihren Vorschlag, den Stiftungsrat nach dem Vorbild von Aufsichtsräten anderer Großunternehmen zu gestalten. Dieser Aufsichtsrat solle maximal zwölf bis 15 Mitglieder umfassen und zu einem Drittel aus Belegschaftsvertretern und Redakteursvertretung zusammengesetzt sein.

Darüber hinaus müsse dafür gesorgt werden, dass das ORF-Aufsichtsgremium "nicht bei jeder Veränderung politischer Mehrheitsverhältnisse diese sofort spiegelt und das dann auch (meist recht rasch) in der Besetzung von ORF-Chefpositionen seine Fortsetzung findet", heißt es. Etwa durch ein sich selbst erneuerndes Aufsichtsgremium. Die Nominierungen für die Erstbeschickung könnten vom Hauptausschuss des Nationalrats mit Zweidrittelmehrheit oder vom Bundespräsidenten als Auswahl aus - veröffentlichten - Vorschlägen gesellschaftlich relevanter Einrichtungen/Gruppierungen vorgenommen werden.

Redakteursstatut entstauben

Weiters sei eine Verbesserung des ORF-Redakteursstatuts notwendig, das mittlerweile 35 Jahre alt sei. So sollen journalistische Mitarbeiter, die die Freiheit ihrer journalistischen Arbeit beeinträchtigt sehen, "das explizite Recht haben, die Redakteursversammlung anzurufen". Auch die Möglichkeit zur Ablehnung der Besetzung von Leitungsfunktionen durch die Geschäftsführung wünschen sich die ORF-Redakteure, genauso wie die Möglichkeit der Abberufung aus journalistischen Leitungsfunktionen - jeweils mit Zweidrittelmehrheit der Redakteursversammlung.

Ökonomische Basis soll gesichert werden

Ebenso wie die Unabhängigkeit des ORF sei dessen ökonomische Basis zu sichern. Zu streichen sei daher die Koppelung der teilweisen befristeten Gebührenbefreiungsrefundierung an eine weitere "strukturelle Reduktion der Personalkosten" und eine "Reduktion der Pro-Kopf-Kosten". Auch das Anhörungsrecht der Landeshauptleute bei der Bestellung der ORF-Landesdirektoren sei obsolet.

Weiters wollen die Redakteure die Beschränkungen im Onlinebereich aufgehoben sehen, dies sei eine "mit zeitgemäßem Medienverständnis unvereinbare Amputation des ORF-Online-Angebots" in puncto Umfang der Berichterstattung und Social-Media-Aktivitäten.

"Sündenregister" der Stiftungsräte

Angehängt an das Schreiben ist eine von den ORF-Redakteuren zusammengetragene Liste von Verfehlungen einzelner ORF-Stiftungsräte. Quer durch die "Freundeskreise" aller Parteien im obersten ORF-Gremium werden Verhaltensweisen aufgelistet, die nach Ansicht der Journalisten gegen den gesetzlichen Auftrag verstoßen.

Genannt werden neben Robert Ziegler und Siggi Neuschitzer auch der FPÖ-Stiftungsrat Norbert Steger, der laut Parteipressedienst erklärte, wichtige ORF-Belange in Hinkunft immer direkt mit dem Partei- und Klubobmann Heinz-Christian Strache zu besprechen. Das sei unvereinbar mit der Verschwiegenheits- und Vertraulichkeitsverpflichtung des Stiftungsrats, so die Redakteure.

Im "Sündenregister" angeführt ist auch die Wahl der Landesdirektoren. Die Stiftungsräte "wussten bloß, wie viele Bewerbungen es für den jeweiligen Posten gab, aber nicht, wer sich überhaupt beworben hatte". 30 der 31 Stiftungsräte, die dem Vorarlberger Landesdirektor ihre Stimme gaben, "hatten bis zur Wahl wohl noch nie von diesem gehört", wollen die ORF-Redakteure wissen. Deutlicher könne die "Sorgfaltspflicht nicht missachtet werden", heißt es. (sb/APA)

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Posting 1 bis 25 von 42
1 2
Montoro
00
25.1.2012, 14:04
Die Damen und Herren Redakteure

strapazieren aber schon extrem das Argument, ihnen darf man nix tun, weil sonst wäre es ein Angriff auf die journalistische Unabhängigkeit .......

Michael Aires
00
24.1.2012, 13:23
ORF wird der neue Vatikan.

Mark my words.
Wer ohne Fehl und Tadel sei, ist ORF Redakteur.

franzauer
14
24.1.2012, 11:00
Vorsicht

Es ist höchste Vorsicht geboten!! Zwei Drittel der ORF Journalisten sind Rot Grün Saympathisanten. So schaut es auch in den Nachrichten, Magazinen etc und vor allem im gesellschaftlichen Teil des ORF Programmes aus. Es stimmt, dass die derzeitige Situation mit dem Kuratorium eine Zumutung ist. Eine gleiche Zumutung wäre es aber, den ORF seinen Journalisten zu überantworten. Ein von den Staatsbürgern finanzierter ORF bedarf auch einer von den Staatsbürgern demokratisch legitimierten Kontrolle. Es kann und darf keine politisch-journalistische Narrenfreiheit geben. Schon jetzt versteckt man zu viel hinter der "Pressefreiheit"

estewe
00
24.1.2012, 12:07
Drei Drittel der ORF Journalisten...

...haben wohl einen höheren IQ als Sie!

Was schließen Sie daraus?

medien
00
24.1.2012, 11:58
Vorsicht!

Sie meinen wohl, dass es besser wäre den ORF dem Strache/Vilimsky/Kickl/Petzner etc. zu überantworten? Ich bin für die journalistische und keine politische Narrenfreicheit!

Noesis Humanus
01
24.1.2012, 11:48
Vorsicht

... ist auch gegenüber voreiligen "Rück"Schlüssen geboten.
Selbst wenn die von Ihnen aufgestellte Zahl von "66% sind rot/grün Sympathisanten" stimmen sollte, so müssen sie deren parteiunabhängiges Vorgehen der letzten Wochen erkennen und respektieren.
Und ich würde mir wünschen, dass jetzt, solange noch nicht eine menschenverachtende Partei etwas zu sagen hat, die Weichen dahingehend gestellt werden, dass künftig die politische Einflussnahme weitestgehend eingeschränkt ist - am besten im Verfassungsrang!
By the way: die überwiegende Zahl der Landesstudios sind farblich wahrlich anders besetzt!

Marquis de Sade
 
01
24.1.2012, 10:41

dann müssen sie diese Verstöße gegen das ORF-Gesetz (Gesetz!!!) halt auch anzeigen, wenn sonst nix hilft. Das hat nichts mit Denunziantentum zu tun sondern ist die letzte Konsequenz gegen diese Klientelpolitik.

Fidler
00
23.1.2012, 23:21
liebe Journalisten

erklärt mir bitte mal eines: warum schießt ihr Niko ab und lässt Michi im Amt. .. ? Das versteh ich einfach nicht. ..

Arbeit für die Zensur
01
23.1.2012, 23:01
veröffentlichen "Sündenregister" der Räte

Das ist doch nicht geheim, den ORF Müll kennt doch jeder Bürger.

Utrillitn
00
24.1.2012, 02:10

Wie meinen ?

ferdo
00
23.1.2012, 23:41

den müss ma sogar zahlen !

1116er
01
23.1.2012, 22:39
mal angenommen

ich werde stiftungsrat. und ich vererbe meinen sitz an meinen sohn: muss dieser dann evtl erbschaftssteuer dafür zahlen?

ein sich selbst erneuerndes gremium...!
hm, da fällt mir spontan das politbüro in moskau ein: wenn einer gestorben ist, wurde er durch seinen stellvertreter ersetzt.

Besserwisser
05
23.1.2012, 21:07
Wann treten die Stiftungsräte, die im Sündenregister genannt sind, zurück?

Arbeit für die Zensur
03
23.1.2012, 23:02

Die Gier dieser Räte lässt dies nicht zu.

happyhour1
 
19
23.1.2012, 17:51
Habe ich richtig gelesen?

30 der 31 Stiftungsräte, die dem Vorarlberger Landesdirektor ihre Stimme gaben, "hatten bis zur Wahl wohl noch nie von diesem gehört", wollen die ORF-Redakteure wissen. Deutlicher könne die "Sorgfaltspflicht nicht missachtet werden", heißt es.

DAS SCHREIT JA GERADEZU NACH EINEM SCHADENERSATZVERFAHREN, WENN NICHT GAR NACH STRAFRECHTLICHEN KONSEQUENZEN!

1116er
10
23.1.2012, 22:35
hallo, hier ist die realität!!

welcher aufsichtsrat einer großen ag kennt die leitenden mitarbeiter, deren einstellung/beförderung er abnickt?

kimbas
10
23.1.2012, 20:27

wo ist der schaden?

ravenna
32
23.1.2012, 18:09

Können Sie Ihr Schreien auch irgendwie argumentieren?

Moneymaker
05
23.1.2012, 18:53
Die ORF Stiftungsräte haben ihr Amt nicht als käufliches Stimmvieh sondern gemäß ORF-Gesetz §20 (2) auszuüben.

"Die Mitglieder des Stiftungsrates haben dieselbe Sorgfaltspflicht und Verantwortlichkeit wie Aufsichtsratsmitglieder einer Aktiengesellschaft".

Dieser Sorgfaltspflicht und Verantwortlichkeit wird nicht entsprochen, wenn man den parteipolitisch akkordierten Postenschacher habituell abnickt.

1116er
10
23.1.2012, 22:36
WAS hat ein stiftungsrat gemacht,

was ein aufsichtsrat nicht macht?
sie vertreten die interessen jenes/r eigentümer, der/die sie in den aufsichtsrat entsandt hat.

ravenna
10
23.1.2012, 19:29

Und? Was soll jetzt die rechtliche Grundlage für den "Schrei" sein?

Moneymaker
01
24.1.2012, 10:18
Der OGH hat die Sorgfaltspflichten von AR-Mitgliedern mehrfach konkretisiert.

Von ihnen ist objektiv zu erwarten, dass sie ihre Tätigkeit SELBSTÄNDIG, UNABHÄNGIG, unter persönlichem Einsatz mit größter SORGFALT, entsprechender MORAL und frei von sachwidrigen Beschränkungen oder Interessenskollisionen ausführen (6Ob 174/97z).

"Es muss jedoch bei jedem Aufsichtsratsmitglied eine das Durchschnittsniveau übersteigende, besondere "intelligenzmäßige Kapazität" vorausgesetzt werden, ... Dafür haben AR-Mitglieder ebenso einzustehen wie für den beim Einsatz ihrer Kenntnisse, Erfahrungen und Fähigkeiten notwendigen Fleiß."
Nach den Vorgaben der Freundeskreis-Leiter abzustimmen, qualifiziert nicht als selbständig, unabhängig und sorgfältig. Aber vielleicht liegt es an der fehlenden intelligenzmäßigen Kapazität der ORF-Räte.

mikeyman
21
23.1.2012, 17:42
der orf online wird von einem fpömann verunstaltet und zeugt von einem kurzsichtigen medienverständnis unter dem alle zu leiden haben. in zeiten wo alles online sein sollte, eine vorsätzliche beschädigung des "öffentlichen dienstes".

THE MGT.
12
23.1.2012, 20:03

ORF-online, insbesondere die Futurezone, wurden 2010 per Gesetz verstümmelt bzw. abgedreht - auf Betreiben der (Print-)Medien, die sich damit eines Konkurrenten entledigten. Die Futurezone etwa, die Marke, gehört denn auch mittlerweile dem Kurier.

Ist übrigens kein österreichisches Phänomen. In Deutschland wurden die öffentl.-rechtl. Sender ebenfalls, auch auf Betreiben der Zeitungsverlage, gezwungen, dem Publikum die durch deren Gebühren finanzierten u. produzierten Inhalte online weitgehend vorzuenthalten.

die exfrau vom rathausmann
 
00
23.1.2012, 19:15

worauf spielen Sie da an?

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