72-Seiten-Anklage

Megaupload: "Wir sind der Versandservice für Piraten"

23. Jänner 2012, 17:47
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    foto: archiv

    Kim Schmitz wollte angeblich sämtliche YouTube-Inhalte auf Megaupload kopieren.

Aus Anklageschrift geht hervor: Mitarbeiter sollen Upload geschützter Inhalte gefördert haben

Nach der Razzia bei der Datei-Hosting-Plattform Megaupload herrscht Aufregung unter Nutzern und Anbietern ähnlicher Dienste. FileSonic hat die Dateitausch-Funktion deaktiviert. RapidShare musste aufgebrachte User beruhigen und versichert, dass man in Copyright-Fragen richtig handle. Die Frage, die Anbieter und User am meisten beschäftigt, lautet: Was unterscheidet Megaupload von ihren Diensten? TorrentFreak hat die 72-seitige Anklageschrift durchgeackert und etwas Licht in die Sache gebracht.

DMCA gegen Urheberrechtsverletzungen

Grundsätzlich müssen sich Website-Betreiber in den USA an den Digital Millennium Copyright Act (DMCA) halten. Wird ein urheberrechtlich geschützter Inhalt gefunden, kann der Rechteinhaber die Löschung beim Anbieter veranlassen. Auf diese Praxis berufen sich auch die sieben mutmaßlichen Betreiber von Megaupload, darunter der angebliche Gründer Kim Schmitz. Doch laut der Anklageschrift sollen sich die Beteiligten an der von der Anklage filmreif betitelten "Mega Conspiracy" zumindest in einigen Fällen nicht daran gehalten haben.

Links auf Dateien

Vorweg eine Erklärung zum Upload-System von Megaupload: Bei dem Upload-System der Plattform konnten Nutzer Dateien hochladen und erhielten daraufhin einen Link zur entsprechenden Datei. Sofern die Datei schon von einem oder mehreren anderen Nutzern hochgeladen wurde, haben die User nur unterschiedliche Links auf ein- und dieselbe Datei erhalten. Nach dem Prinzip funktionieren auch andere Online-Speicherdienste.

Dateien nicht gelöscht

Laut der Anklageschrift hat Megaupload Rechteinhabern zwar Zugriff auf ein "Abuse Tool" zur Entfernung urheberrechtlich geschützter Inhalte gegeben. Dieses soll jedoch nur die einzelnen Links, nicht aber die eigentlich Datei entfernt haben. Diese sei weiterhin auf dem Server vorhanden gewesen. Die Anklage soll in Besitz eines Teils der E-Mail-Kommunikation der Megaupload-Betreiber aus den vergangenen Jahren sein, aus der hervorgehe, dass die Betreiber davon wussten.

Schmitz wollte YouTube kopieren

Aus einigen E-Mails zwischen Megaupload-Mitarbeitern gehe hervor, dass sie vom Upload urheberrechtlich geschützter Inhalte nicht nur gewusst haben, sondern selbst Links getauscht hätten. In einer Korrespondenz von 2006 sei nachzulesen, dass Kim Schmitz auch sämtliche Inhalte von YouTube herunterladen und auf Megaupload kopieren wollte. 2007 sei das zu 30 Prozent bereits erfolgt gewesen.

"Versandservice für Piraten"

In einem Chat-Log hätten sich zwei Mitarbeiter über das Geschäftsmodell unterhalten. Einer habe festgestellt, dass sie moderne Piraten seien. Der andere habe darauf geantwortet, dass Megaupload einen Versandservice für Piraten biete. Bereits 2010 sollen Behörden das Portal zudem darauf aufmerksam gemacht haben, dass sich 39 geschützte Filme auf ihren Servern befänden. Mitarbeiter hätten das in E-Mails zwar erwähnt, 2011 seien die Filme jedoch noch immer vorhanden gewesen.

Informant?

Die E-Mails sollen jedenfalls unter Beweis stellen, dass die Betreiber der Plattform von der illegalen Verbreitung geschützter Inhalte Kenntnis hatten. Fraglich ist nur, wie die Behörden in Besitz der Korrespondenzen kamen. Aus der Anklageschrift sei herauszulesen, dass es zumindest in einigen Fällen einen Informanten gegeben haben soll. Diesem könnte eventuell Immunität vor Strafverfolgung angeboten worden sein.

Wegweisend für Cloud-Dienste

TorrentFreak merkt an, dass Megaupload von vielen Usern auch für den legalen Upload eigener Dateien genutzt worden sei. Auch deren Daten würden sich nun in den Händen der Behörden befinden. Der Verlauf des Prozesses dürfte vor allem von den derzeit so boomenden Cloud-Services mit großem Interesse verfolgt werden. (red)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 172
1 2 3 4
Karli Marxi
00
25.1.2012, 07:07
Schmitz wollte YouTube kopieren (...) 2007 sei das zu 30 Prozent bereits erfolgt gewesen.

Ich kopiere mir das Internet. Also bitte die nächsten Tage nicht ausschalten!

opryde
21
24.1.2012, 15:06

... und während ihr noch über den verlust von megaupload jammert, hab ich mir die neue von "die antwoord" als lp vorbestellt. etwas, auf das man sich freuen kann :)

M L3
01
25.1.2012, 21:00
LP? Das sind doch die PVC Dinger aus dem vorigen Jahrhundert, groß und schwarz wie eine verbrannte Pizza, nicht wahr?

Nein danke! Sowas bringe ich in kein Laufwerk.

Palatin22
 
01
24.1.2012, 14:11
Grundsätzliche Probleme

es ist doch bloss ein eifaches Ursachen-Wirkungsprinzip...

Es wir wie meistens in der Menschheitsgeschichte nur das Symdom behandelt und nicht die Ursache.

Die Freiheit des Internets trifft die Abgrenzungen des Kapitalismus.

Was wir anscheinend alle noch nicht so ganz begriffen haben ist das wenn wir etwas neues schaffen (Internet) dan brauchen wir auch einheitliche regelungen um damit umzugehen. Anstat sich zusammen zu setzten und eine gemeinsame Regelung fürs WWW zu finden kocht wieder mal jeder sein eigenes Süppchen und dann beschweren wir uns wenns nicht funktioniert.

noch ein kleiner Tipp für die Musikintustrie: Vielleicht gibts ja auch anere Möglichkeiten für euren Aufwand entschädigt zu werden ;-)

h 90
13
24.1.2012, 15:10

nein eben nicht.
Wir brauchen keine Regelung. Das Internet hat jahrelang ohne Regelung funktioniert.

Taschenkalender
11
24.1.2012, 18:47
selten so gelacht

coxin
00
24.1.2012, 13:18
Pro Gamer

Er war auch mal #1 bei CoD WaW3

http://www.youtube.com/watch?fea... -ltcCF_cAQ

12345 ... weiter weiss ich nicht!
03
24.1.2012, 11:14
wer kann sich noch an Napster erinnern??

brack ... und wieviel Angebot gibts jetzt?
Wie wird Megaupload in 2 Monaten heissen??
Fileshare? Solche "Angebote" wird´s immer wieder geben!

M_L
00
24.1.2012, 16:16

ein möglicher grund weswegen megaupload hochgenommen wurde wird hier geliefert -> http://tcrn.ch/yxyCum

chrilly donninger1
00
24.1.2012, 12:19
Ja, das Geschäft ist attraktiv.

Wo schnell viel Geld zu verdienen ist wird sich immer wer finden der das Risiko eingeht.

Funk1
51
24.1.2012, 10:40
Kim dotcom

ist ein vorbild für zuküngtige internet widerstandskämpfer gegen das etablissement

galiontariaho
01
24.1.2012, 15:13
ähm.

jemand der millionen damit verdient, in ner art schloss lebt, einen millionen-schweren fuhrpark besitzt und dabei gerne mti waffen, scharfen mietzen vor den autos posiert, der ist wahrlich nicht geeignet als widerstandskämpfer gegen das establishment...

chrilly donninger1
01
24.1.2012, 12:53
Wahrscheinlich ist er auch ein Vorkämpfer

gegen das sinnlose Wegschmeissen von Nahrungsmittel.
Kim die Biotonne.

1
07
24.1.2012, 11:00

Was haben Sie gegen Freudenhäuser?

opryde
04
24.1.2012, 10:58

welches etablissement? jenes, welches ihm das "all you can eat" verweigern wollte?

sinope
03
24.1.2012, 09:37
Wenn die Leute wieder gut verdienen würden ...

,würden sie auch mehr für Unterhaltung (Videos, Musik, etc..) ausgeben.
Wenn ich so höre was manche verdienen, da wären nicht einmal meine monatlichen Grundausgaben gedeckt.
Ich selbst musste feststellen das diese Kosten in den letzten 5 Jahren um 30% gestiegen sind.
Außerdem fehlt bei Musik das Angebot wofür ich bereit bin mehr zu zahlen z.B. für Aufnahmen in FLAC und im 5.1 Kanal Ton (Habe einige Aufnahmen, sehr zu empfehlen).
Auf MP3 Alben um € 15,- kann ich verzichten. Irgendwie hat sich die ganze Musikindustrie in eine "Junk-Food für Ohren" Industrie verwandelt.
Wobei die Hits eh 5x täglich zwischen Werbung aus dem ÖBrei Kanal dudeln.
Da lege ich mir liebe eine meiner alten Schallplatten auf und geniese den Klang.

Standardabweichung
00
25.1.2012, 10:42

Schonmal www.hdtracks.com probiert?

h 90
00
24.1.2012, 15:13

Das gleiche ist bei EBooks.
teurer als auf Papier und mit diversen Kopierschutz der dazu fuehrt, dass ich es auf meinem naechsten bis uebernaechsten Rechner nicht mehr lesen kann ist kein Konzept.

Rainer M.
00
24.1.2012, 19:17

Ebooks sind nur hierzulande teurer, das liegt am Buchmindestpreis... In den USA sinds erheblich billiger. und ich muss sagen nachdem meine Mutter ein Kindle hat bin ich sehr überzeugt von Ebooks.

h 90
00
25.1.2012, 03:34

Auch in USA tw. sehr teuer.
Tw. auch guenstig....

bingoX
00
24.1.2012, 11:57
bei apple sieht man

dass die leute sehr wohl bereit sind geld auszugeben. allerdings nur wenn ein iphone app 20 oder 30 cent kostet.

Bin mir sicher wenn zB ein mp3 Song 10 Cent kostet und eine ganze CD 1 Euro würden sich die meisten Leute das auch leisten bzw. auch kaufen! Und die Musikindustrie würde höchstwahrscheinlich 100 mal soviel umsatz machen wie jetzt.

chrilly donninger1
00
24.1.2012, 12:15
Nur kann als Programmierer bei diesen

billigen Apps nix mehr verdienen.
Ich habe bei einer App mitgearbeitet. Die war bei den Spielen durchaus im vorderen Bereich.
Ich habe mir meine Rechte mit einer Flasche guten Whiskey ablösen lassen. Damit habe ich noch das beste Geschäft gemacht.
Diese alles darf (fast-) nix Kosten Mentalität bringt jede Qualitätsarbeit um. Das Ergebnis ist massenweiser Scheiss.

12345 ... weiter weiss ich nicht!
01
24.1.2012, 11:08
sehe ich auch so ...

für diesen Schrott bin ich nicht bereit Geld auszugeben! Wirkliche Künstler gibts im Musik Bizz ohnehin kaum mehr! Es wird ein Einheitsbrei produziert und David Guette druckt seinen Namen drauf ... fertig ist der "Erfolgstrack" ...

Gleiches bei Filmen, früher hats die noch im TV gespielt, heute gibts nur noch billigst produzierte "Dokus" und Realtiy TV was im Grunde privater Camcorderqualität entspricht! Äusserst schlecht! Und für alles andere fest zahlen?
Nein Danke! Da verzichte ich lieber drauf!

opryde
00
24.1.2012, 12:05

musst halt aufhören ö3 zu hören.

Laughing Magician
00
24.1.2012, 13:00

oder ö3 wieder analog auf band speichern... das waren noch zeiten...

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