Koordinierungskomitees sehen Initiative als unzureichend an
Nikosia - Die syrische Opposition hat den neuen Plan der Arabischen Liga für ein Ende der Gewalt in Syrien als unzureichend zurückgewiesen. Dieser gebe der Regierung lediglich eine "weitere Frist, um die Unterdrückung fortzusetzen und die Revolte des Volkes niederzuschlagen", erklärten die örtlichen Koordinierungskomitees am Montag. Die Komitees organisieren seit Monaten landesweit den Aufstand gegen Staatschef Bashar al-Assad. Die am Sonntag vereinbarte neue Initiative der Arabischen Liga entspreche nicht den Erwartungen des syrischen Volkes, erklärten die Gruppen.
Die Außenminister der Arabischen Liga hatten am Sonntag bei ihrem Treffen in Kairo Assad zu einem teilweisen Machtverzicht aufgefordert. Der Staatschef müsse einige Befugnisse an seinen Stellvertreter abgeben und so die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit ermöglichen, erklärte das Staatenbündnis nach seinem Treffen. Die Arabische Liga weitete zudem ihren Beobachtereinsatz in Syrien aus.
Die örtlichen Koordinierungskomitees forderten die Liga hingegen auf, "ihr Scheitern anzuerkennen und die UNO um Hilfe zu bitten". Das syrische Volk werde keine Lösung für die Lage im Land akzeptieren, die keinen "radikalen Wechsel des repressiven und korrupten syrischen Regimes" vorsehe. Gegen Assad gibt es seit zehn Monaten heftige Proteste, die blutig niedergeschlagen werden. Seit Dezember läuft zudem die Beobachtermission der Arabischen Liga, die jedoch in der Kritik steht, weil das Blutvergießen weiter anhält. (APA)