Vom Gurkenglas zum VR6

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  • Horex VR6 Roadster
Motor: VR6-MotorHubraum: 1218 ccmLeistung: 118 kW (161 PS) bei 9.000 U/minDrehmoment: 135 Nm bei 7.000 U/minKraftübertragung: KetteRadaufhängung vorne: 48 mm USD-Gabel (WP)Radaufhängung hinten: Schwinge mit Zentralfederbein (WP)Bremse vorne: Doppelscheibenbremse, Ø 320 mm, 4-Kolben, ABS (Brembo)Bremse hinten: Scheibenbremse, Ø 264 mm, 2-Kolben, ABS (Brembo)Reifen vorne: 120/70 ZR17Reifen hinten: 190/55 ZR17Gewicht fahrfertig: 250 kgSitzhöhe: 820 mm
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    Horex VR6 Roadster

    Motor: VR6-Motor
    Hubraum: 1218 ccm
    Leistung: 118 kW (161 PS) bei 9.000 U/min
    Drehmoment: 135 Nm bei 7.000 U/min
    Kraftübertragung: Kette
    Radaufhängung vorne: 48 mm USD-Gabel (WP)
    Radaufhängung hinten: Schwinge mit Zentralfederbein (WP)
    Bremse vorne: Doppelscheibenbremse, Ø 320 mm, 4-Kolben, ABS (Brembo)
    Bremse hinten: Scheibenbremse, Ø 264 mm, 2-Kolben, ABS (Brembo)
    Reifen vorne: 120/70 ZR17
    Reifen hinten: 190/55 ZR17
    Gewicht fahrfertig: 250 kg
    Sitzhöhe: 820 mm

Der Sohn des Einmachriesen gründete 1920 in Bad Homburg Horex. Jetzt ersteht die Marke neu auf

Wer Horex sagt, der denkt auch oft an Regina. Sie war das Erfolgsmotorrad des deutschen Motorrad-Bauers, dessen Geschichte bis ins Jahr 1920 zurückgeht. 18.600 Exemplare wurden von der 350er-Regina bis 1953 gebaut. Eine davon fand vor gut dreißig Jahren der Steirer Manfred Harz, der sie in liebevoller Kleinarbeit wieder aufbaute. Bei einem echten Horex-Enthusiasten musste natürlich bis zur letzten Schraube alles original sein. Doch gerade bei den Schrauben gab es einen Engpaß, erzählt der einstige Werkstätten- und Fuhrparkleiter. Weil Manfred Harz aber keine halben Sachen macht, begab er sich auf die Suche nach einem Mitarbeiter, der einst bei Horex in Bad Homburg arbeitete und ihm die paar fehlenden Schrauben nachdrehen konnte. Klar hätte er das auch selbst machen können, aber das zählte für ihn nicht.

Diese Geschichte von Manfred Harz kommt als Beispiel gerade recht, um zu verdeutlichen, was Horex war und was es denn wohl Besitzern einer alten Horex bedeutet, diesen Schatz zu hegen.

1956 wurde das Motorrad-Kapitel von Horex geschlossen. Nach Absatzschwierigkeiten und einem Bauchfleck in den USA läuft die Motorradproduktion aus, und Daimler-Benz übernimmt die Produktionsstätten. Warum Daimler-Benz einspringt, ist klar, weil Horex schon seit Jahren Teile für das Unternehmen liefert. Die Namensrechte gingen an Friedel Münch, der noch in Einzelanfertigung einen 1400er baut.

Die Namensrechte machen eine kleine Welttour und reisen bis zu Bajaj, bevor sie wieder in Deutschland landen, wo die Firma Hörmann-Rawema historische Horex-Motorräder wiederbelebt. 2010 wird die Marke revitalisiert, und heuer im Frühjahr wird in Augsburg die Manufaktur hochgefahren. Inzwischen beschäftigt sich Clemens Neese schon seit fast zehn Jahren mit der Idee eines Motorrades mit einem VR-Motor.

VR - das Motorenkonzept kennen wir schon aus dem VW-Konzern. Der Motor ist eine Promenadenmischung aus einem Reihen- und einem V-Motor. Dabei ist der Winkel zwischen den beiden Zylinderbänken mit 15 Grad so klein, dass der Motor fast so schmal wie ein Reihenmotor ist. Gleichzeitig ist das VR6-Aggregat mit 429 Millimeter kaum breiter als ein Reihen-Vierzylinder. Im Horex-Motor sind die Zylinder geschränkt, „das heißt, dass die Achsen der Zylinder im Verhältnis zur Mittelachse der Kurbelwelle versetzt sind. Dieser technische Kniff hat gleich mehrere Vorteile: An erster Stelle steht das Plus in Sachen Kompaktheit. So ließe sich etwa ohne Schränkung der enge Zylinderwinkel des HOREX VR6 nicht umsetzen, da der Abstand der einzelnen Zylinderbuchsen zueinander im Bereich des unteren Totpunktes zu eng werden würde. Durch die Reduktion des V-Winkels auf nur 15 Grad können durch den Einsatz von Schrägkolben alle Verbrennungsräume unter einem gemeinsamen Zylinderkopf in eine Ebene gelegt werden", erklärt Horex.

Die neue Horex wird einen Hubraum von 1200 Kubikzentimeter haben, 161 PS leisten und wartet mit einem Drehmoment von 135 Newtonmeter auf. Das Motorrad: Klassisch schön, mit herrlichen Designzitaten aus der Firmengeschichte. Doch braucht die Welt noch eine weitere Motorradmarke? „Wahrscheinlich nicht zwingend", sagt Clemens Neese, CEO der Horex GmbH, „Aber, Motorradfahren ist eben auch Emotion und Faszination für Technik, für Neues und Spannendes! Ich bin selbst begeisterter Motorradfahrer und konnte in den letzten Jahren nur wenig davon auf dem Markt entdecken, das mich emotional berührt."

Also sammelte Neese langgediente Experten und frisch g‘fangte Studierte mit jeder Menge Enthusiasmus und baut mit ihnen nun dieses Premium-Motorrad. Was die neue Horex kosten wird, verrät der Hersteller noch nicht. Aber Interessierte können sicher schon einmal zu sparen anfangen.

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