Rekordverdächtig

Virenverseuchung von Uni-System blieb zwölf Jahre unentdeckt

Bericht | 23. Jänner 2012, 11:19

Mindestens sieben Viren-Varianten trieben jahrelang ihr Unwesen - Waren nur zu Nachtzeiten aktiv

Geradezu Rekordverdächtiges ist am City College von San Francisco "gelungen": Eine massive Vireninfektion der eigenen Systeme blieb nicht weniger als zwölf Jahre lang unentdeckt, wie nun "ITWorld" berichtet.

Umfangreich

Aufgeflogen ist die gesamte Angelegenheit letztes Thanksgiving, als der mittlerweile zuständige IT-Chef David Hotchkiss ein Rootkit samt Keylogger auf einer Workstation entdeckte. Die weiteren Nachforschungen förderten Verblüffendes zutage: In den Computersystemen des City College fanden sich insgesamt sieben verschiedene Viren-Varianten, die seit 1999 in aller Ruhe die privaten Daten der NutzerInnen ausspionieren konnten.

Mechanismus

Dass sie nicht entdeckt wurden, lag offenbar an einer recht simplen Eigenart der betreffenden Viren: Sie wurden erst nach 22.00 Uhr richtig aktiv, also jenseits der Arbeitszeiten der AdministratorInnen, dafür dann aber umso nachhaltiger: Die erbeuteten Informationen wurden an insgesamt 723 IP-Adressen in zehn verschiedenen Ländern verschickt. Einige davon dürften mit dem "Russian Business Network" in Verbindung stehen, das sich auf Diebstahl und Weiterverkauf sensibler Daten spezialisiert hat.

Stellvertretend

Hotchkiss sieht in dem Vorfall ein besonders drastisches Beispiel für den allgemein schlechten Zustand der IT in vielen Uni-Netzwerken, der vor allem durch notorisch knappe finanzielle Mittel und überbordende Richtlinien, die konkrete Sicherheitsverbesserungen erschweren, verursacht werde. Der aktuelle IT-Chef hatte seinen Job erst im Sommer 2010 angetreten, sieht sich also zumindest nicht für alle historischen Missstände verantwortlich. (red, derStandard.at, 23.1.12)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 41
1 2
Wennso Weitergeht...
03
24.1.2012, 09:35
Dachte

um 22:00 fangen Administratoren erst zu arbeiten an.
:)

meineMeinung1969
20
23.1.2012, 22:13
Oder aber ...

... er will nur seinen Posten rechtfertigen? Wer kann ihm das Gegenteil seiner Angaben beweisen?

mM

Mr. Bubbles
02
23.1.2012, 21:02

"nach 22.00 Uhr richtig aktiv, also jenseits der Arbeitszeiten der AdministratorInnen"

was sind das für admins, die nicht um 03:30 aus dem bett geholt werden? lachhaft :)

dementalist
01
23.1.2012, 20:07
Viren?

Das auf dem Bild sieht mir aber eher nach einem [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Stra... chen[/url] aus...
;-)

dementalist
01
23.1.2012, 20:13
Links setzten...

...will gelernt sein

Woodpecker
08
23.1.2012, 19:24
Ich sehe da

... "eingemauerte" Novell-Server von 1995, still up&crawling
... den einen oder anderen NT3.5.1-Terminalserver, sehr sicher und stabil weil sich keiner mehr die Dinger anzugreifen traut (und Office97 rennt immer noch pfeilschnell, bis auf die kleinen Verzögerungen wegen der Keylogger)
... ein paar Xenix-Kisten, mit toor als root-Passwort aus den alten Zeiten
... Microsoft Virenscanner von 199X, total "up-to-date"
(kann mir mal wer sagen, wie hieß das Ding damals noch?)
.... natürlich alle die Gurken mit öffentlicher IP, weil es einer UNI würdig ist
... wozu Firewall, wir warten eh schon drauf daß das Zeug abbrennt - oder die Dinger soviel Antiqitätenwert kriegen, daß sich Museen drum reißen und noch ein paar Smartföns übrigbleiben ;--)

oas
02
24.1.2012, 02:04
Koennten

Sie mit diesen Whistle-blowing bitte noch 2 Jahre warten? Ich bin erst 1 Jahre retired und hätte gerne die buergerliche Verjaehrungsfrist…

Danke!

Kurbelinduktor
00
23.1.2012, 18:11
Klar, der Bootsektorvirus hat sich als Windows 98 ausgegeben.. :)

edurkheim
152
23.1.2012, 15:04
Für eine Uni oder andere Staatsgesponserte Institutation ist das ja das beste was ihnen passieren kann

Da können sie wieder unter dem Vorwadn "uns fehlt einfach das Geld" ein paar Millionen Subventionen herausquetschen.

Weil dass es einfach unfähigkeit ist, an das getraut man sich in diesem Bereich gar nicht denken.

CC79
00
24.1.2012, 00:51

Unterstellen Sie den hiesigen Unis etwa, dass diese das "uns fehlt das Geld" als VORWAND nehmen?

meineMeinung1969
01
23.1.2012, 22:15
Da geht´s ...

... nicht um österreichische Unis ... :)

mM

Wowbagger
00
23.1.2012, 13:53

"When I found out they hadn't changed passwords in over 10 years, I hit the roof,"

another_stranger_me
08
23.1.2012, 13:50

moskau und san francisco haben 13 stunden zeitverschiebung - da muss man dem überwacher praktischerweise nicht mal eine nachtschichtzulage zahlen

RevX
12
23.1.2012, 13:31

Virenscan, anyone?

MartinS27
10
25.1.2012, 01:06

ein rootkit findest net mit einem "virenscan"

RevX
00
25.1.2012, 09:45

Aber Viren.

meineMeinung1969
00
23.1.2012, 22:16
What for?

:)

mM

cygnusxone
03
23.1.2012, 13:10

bei uns ist das ned anders.

virus heißt halt: plus online.

Strammer Max
02
23.1.2012, 15:54

Das ist kein Virus sondern Krebs.

Hustler
00
23.1.2012, 12:46
Nachzeiten?

"War nur zu Nachzeiten aktiv"

Countblue
00
23.1.2012, 12:13
Toll

Wieviele Security Audits hatten die in der Zeit?
Keinen einzigen?

CB

Graph Bobby
08
23.1.2012, 13:34
Schonmal einen Security Audit erlebt?

Solche Audits dienen in Firmen ueblicherweise dazu, moeglichst viele gruene Felder auf ein Blatt Papier zu machen.

Abseits dessen, was da gefragt ist, um gruene Felder zu produzieren, hinterfragt da niemand die _wirkliche_ Sicherheit der Systeme, denn die Managementetage will gut dastehen, und das geht eben nicht mit Diagnosemeldungen ueber entdeckte potentielle Sicherheitsprobleme, die unnoetig Arbeit machen und Geld kosten, sondern mit gruenen Feldern im Auditreport.

chelene chirsch
01
23.1.2012, 20:58
ist auch eine frage der logik dahinter.

beim audit wird bspw. gerne ein augenschein der firewallregeln vorgenommen.

einerseits ist da ein "verschlüsseltes" protokoll gemeinhin ausreichend, egal ob das rdp, ssh oder netcat mit ssl ist. fragen nach schlüssellängen hätte ich noch nicht erlebt...
zum anderen hat eine firewall eine reihe an regeln, mit einer letzten catchall-drop-all regel an unterster/hinterster stelle. klassischer problempunkt, die meisten auditoren wünschen bspw. die regel für smtp immer als nr. 38 vorzufinden, egal ob sinnvoll oder nicht... dabei kann eine andere sortierung durchaus sinn machen.

im endeffekt kommt ein dokument mit vielen hakerln raus, über die reale sicherheit sagt das nichts aus.

Def_izit
02
23.1.2012, 12:39
naja gelegentlich hat jemand die harddisk leds beobachtet

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