Muslimbruder ist neuer Parlamentspräsident

23. Jänner 2012, 19:45
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    foto: apa/epa/elfiqui pool

    Das ägyptische Parlament hält 508 Sitze.

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    Vor Sitzungsbeginn wurde noch gebetet.

Neues Parlament konstituiert - 70 Prozent der Abgeordneten stammen aus den Reihen der islamistischen Parteien

Kairo - In Ägypten ist erstmals ein Mitglied der früher verbotenen Muslimbruderschaft Parlamentspräsident. "Wir verkünden dem ägyptischen Volk und der ganzen Welt, dass die Revolution weitergeht", sagte Saad al-Katatni (59) am Montag in Kairo auf der konstituierenden Sitzung des ersten frei und demokratisch gewählten Parlaments in der Geschichte des Landes. Mit 399 von 496 abgegebenen Stimmen wurde der unter dem autoritären Regime eingekerkerte Generalsekretär der Partei für Freiheit und Gerechtigkeit zum Vorsitzenden des Abgeordnetenhauses gewählt.

Rund 70 Prozent der 508 Abgeordneten gehören islamistischen Parteien an, die erst nach dem Sturz von Langzeitmachthaber Hosni Mubarak im Februar 2011 gegründet worden waren. Dagegen bekamen Frauen, Christen und die sogenannte Revolutionsjugend nur wenige Mandate. Die konstituierende Sitzung verlief turbulent. Wichtigste Aufgabe des Parlaments ist es, ein Komitee zu bilden, das die neue Verfassung ausarbeiten soll.

Streit um Eid

Die Abgeordneten stritten sich zunächst über die Form ihrer Vereidigung. Mehrere Volksvertreter wollten den Eid auf die Verfassung nicht mit der vorgeschriebenen Formel ablegen, die sie durch Zusätze ergänzten. Ein Islamist fügte einen Hinweis auf das islamische Recht (Scharia) ein. Ein anderer Abgeordneter schwor auf die "Märtyrer der Revolution des 25. Jänner". Viele Abgeordnete trugen gelbe Schärpen mit der Aufschrift "Keine Militärgerichtsverfahren gegen Zivilisten". Damit protestierten sie dagegen, dass seit der Machtübernahme des Militärs mindestens 12.000 Zivilisten vor Militärgerichte gestellt wurden.

Geleitet wurde die konstituierende Sitzung vom Alterspräsidenten Mahmoud al-Saqa von der liberalen Wafd-Partei. Er rief die Abgeordneten auf, der "Märtyrer der Revolution" zu gedenken, die im vergangenen Jahr während der Massenproteste gegen Mubarak getötet worden waren. Gleichzeitig lobte er die Rolle der Militärführung unter Feldmarschall Mohammed Hussein Tantawi, die nach Mubaraks erzwungenem Rücktritt die Macht übernommen und eine Übergangsregierung eingesetzt hatte.

Stärkste politische Kraft ist mit 47 Prozent die von der Muslimbruderschaft gegründete Partei für Freiheit und Gerechtigkeit. 24 Prozent entfallen auf die radikalen Islamisten der Partei des Lichts. Nur rund zwei Prozent der Abgeordneten sind Frauen. Zehn Abgeordnete gehören der christlichen Minderheit an, die etwa zehn Prozent der mehr als 83 Millionen Ägypter ausmacht.

Ein großes Aufgebot von Sicherheitskräften sicherte die Straßen rund um das Parlament. Das Parlamentsgebäude liegt in der Nähe des zentralen Tahrir-Platzes in Kairo, wo die Gegner Mubaraks im vergangenen Jahr so lange demonstriert hatten, bis dieser seinen Rücktritt erklärte.

Vor dem Parlamentsgebäude versammelten sich tausende Menschen und forderten ein Ende der Militärherrschaft unter Feldmarschall Tantawi. "Nieder, nieder mit der Militärherrschaft", riefen Demonstranten, sowie "Kein Militär und keine Bruderschaft". Zugleich versammelten sich am gleichen Ort hunderte Anhänger von Islamisten, die ihre Abgeordneten unter Jubel begleiteten. (APA)

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notsostandard
00
24.1.2012, 15:47
Vor Sitzungsbeginn wurde noch gebetet.....

ich weiss zwar nicht was man unter "muslimbruder" in amerika versteht ? Aber die haben anscheinend wahlen , also demokratisch, und natuerlich "beten"das ist auch sehr wichtig ! Wie ich mich erinnere war der letzte president der usa ,Bush genannt,mit allesamt familie sehr guter "beter", wir wussten das ,es war ja immer in den zeitungen. Diese heuchler waren am morden von tausenden schuldig .Also bitte , wie diese kasperl auch die mengen fuer dumm halten ein's moechte ich gerne wissen :"wie ist es jetzt mit dem frueling da unten, den betenden brueder und fuer was stehen diese banditen ueberhaupt?" Ist da einer im standard der uns ueber diese lage ohne zu luegen aufklaeren
koennte? Die darauffolgenden blogs ,"just emagine...."

tramtatam
00
24.1.2012, 13:53
Muslimbruder ist neuer Parlamentspräsident

phuu noch ein mal Glück gehabt!
nicht auszudenken, wenn Muslimschwiegermutter gewählt wäre.

diamant
50
24.1.2012, 10:27
Meine Gratulation an die Aegypter!

Die Wahl hat den Umstaenden entprechend gut funktioniert, das Parlament ist vereidigt, jetzt hoffe ich das es so arbeitet das die Aegypter auch etwas mit den neuen Rechten und Freiheiten anfangen koennen!
Vorrangig ist natuerlich die konsolidierung der Wirtschaft, denn sonst kann dieses Experiment mit der Demokratie wohl nicht echt weitergefuehrt werden!

hcl3
07
24.1.2012, 10:01
welcome scharia

analphabetische
gläubige

dieses experiment kostet wahrscheinlich mehr menschen die freiheit und letztlich das leben als unter der militärdiktatur

gestern waren es die gut ausgebildeten jungen die es wagten unrecht zu bekämpgen
morgen werden dieselben menschen von den massen aus den koranschulen entsprungenen gemeuchelt.
frustrierend !

Feuergeist
 
02
24.1.2012, 11:18
Das Problem liegt (wie auch in einigen westlichen Staaten) darin,

das es keine strikte Trennung von Kirche und Staat gibt.

chistyle .at
10
24.1.2012, 07:20

Hast du den Artikel gelesen? Oder willst du das Ergebnis nicht anerkennen, nur weil es dir nicht passt?
Das ist das Ergebnis einer Demokratie...

chistyle .at
10
24.1.2012, 07:15

Auch wenn es hier einigen nicht passt----> so ist Demokratie!
Wobei, wenn bei uns die falschen gewählt werden, bekommen wir ja auch Sanktionen!!

Allmächtiger Satan
40
24.1.2012, 05:20

Wieviele Parteien sitzen in Ö im Parlament, die sich auf christliche Werte berufen und hat das Parlament am Geburtstag des Heiland Jesus geöffnet oder dient man da dem religiösen Feiertag und hängt im Weihnachtsgottesdienst rum?

Sire de Vienne
24
23.1.2012, 23:51
man soll halt nicht wählen lassen....

... das hat mir mal ein Neffe des Emirs von Abu Dhabi gesagt. Der Knabe hatte recht!

thecrystalship
10
24.1.2012, 09:35

hitler mochte die demokratie auch nicht. und hatte der jetzt auch recht?

docw
20
24.1.2012, 13:10

lee kwan yew mochte die demokratie, wie wir sie kennen, auch nicht. und schauen sie sich bitte das prosperierende singapore an.

prusiner
02
24.1.2012, 09:57
hat sich aber

unter Ausnutzung demokratischer Mittel an die Macht gebracht ..

Hermine Berg
 
04
23.1.2012, 23:35
Muslimbruder ist neuer Parlamentspräsident

na wenigstens ist's nur der bruder...

Cyber Motzer
01
23.1.2012, 22:58
arabische Nacht vor 1001 Jahren

nun werden diese Parteien die Verfassung so umbauen, dass jedem Bürger vorgeschrieben wird wie er auf die Toilette gehen darf. Wie in Ungarn, der Türkei - die Mehrheit siegt und die Intellektuellen sollen sagen was sie wollen. Kein Wunder, dass das Militär als Verfassungsschützer gegen solche Taten ist ?

Gerald12
21
23.1.2012, 22:55
DANKE !!!

Danke Herr Sarkozy, danke Herr Obama, danke Herr Cameron, danke Herr Medvedev, danke Herr Hu, danke Frau Merkel und
DANKE HERR SPINDELEGGER
(der aufgerufen hat die demonstrationen der politisch missbrauchten jugend als ausdruck der demokratie zuzulassen und dass am selben tag an dem die demonstrationen gegen den wkr ball in wien verboten wurden!!! und herr spindelegger, das unrecht wird zwar oft nicht verfolgt und geahndet aber vergessen wird es nie!!!)
dass ihr alle aktiv mitgeholfen habt, dass unser Ägypten jetzt die chance nutzen kann das land von den unglaübigen zu säubern!!!

odrr
21
23.1.2012, 22:30

http://derstandard.at/plink/129... id19874175

viele sahen es kommen, auch @silentium,

doch da muss aegypten "durch".

prusiner
00
23.1.2012, 23:16
wenn es sich ausgeht

bevor die Mittel für Treibstoff- und Nahrungssubventionen "aus" sind

ich könnte mir vorstellen, dass die Leute im WorldFoodProgramm der UN schon darüber nachdenken, wann die Getreidefrachter mit Ziel Ägypten beladen werden müssen

mejer al kebir
06
23.1.2012, 22:13
Arabischer Frühling.

Das Ergebnis der ersten freien Wahlen in Ägypten dürfte
eigentlich keine Überraschung für Menschen, welche
viele Kontakte mit Arabern hatten,gewesen sein.Das Ergebnis ist zu respektieren,obwohl es nicht den
Vorstellungen der Tag-Träumer entsprechen wird.Wer nun glaubt, dass es in Zukunft Demokratie und Menschenrechte geben wird der ist wirklich ein Hoffnungsloser Fall.Allerdings 10 Frauen gibt es ja schon in diesen Parlament.Wenn das kein gutes Zeichen ist?

hallo tschüss
00
24.1.2012, 09:33

Unter Mubarak gab es mehr als 10 Frauen..

anders and
 
30
23.1.2012, 23:30
damit Mubarak vom Westen unterstützt wurde

musste er die Frauenrechte stärken - das sehen die in den USA gern.

Die Folge davon war, dass Frauenrechte als etwas von außen aufgezwungenes gesehen und massiv abgelehnt wurden.

Ähnliches gilt für Afghanistan, wo die Sowjets ihren Einfluss ebenfalls mit der Frauenbefreiung legitimieren wollten.

Ich denke diese Beispiele zeigen, dass es kontraproduktiv ist in einer Diktatur von außen Frauen- oder Minderheitenrechte einzuführen.

tramtatam
01
24.1.2012, 13:57

Sie müssen mal in Burka verkleidet nach Afghanisten geschickt werden, wo Sie über Ihren letzten Satz noch ein mal nachdenken können.

anders and
 
40
24.1.2012, 14:00
wo war jetzt bloß Ihr Argument?

Roter Faden
10
23.1.2012, 22:12

Die werden sich gegenseitig bekämpfen, nehme ich mal an.

Liberaler Atheist
114
23.1.2012, 21:45
"Arabischer Frühling"

...in Ägypten hat er sich in einen klirrend kalten islamischen Winter verwandelt, der vielen Menschen das Leben kosten wird.

Es läuft genauso ab wie im Iran. Aus westlicher Sicht wird man sich bald das kleinere Übel Mubarak zurückwünschen, so wie damals den Schah.

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