Finanztransaktionssteuer

Rückzugsgefecht

Kommentar | Andreas Schnauder, 19. Jänner 2012, 18:01

Merkel liebäugelt mit einer Börsenumsatzsteuer à la London. Das Original wird aber der Bezeichnung Deppensteuer durchaus gerecht

Die Finanztransaktionssteuer als Allheilmittel gegen Exzesse an den Märkten zu verkaufen war von jeher etwas kurz gedacht. Doch sollte mit der Abgabe nebst einer gewissen Eindämmung von Spekulation auch noch die Geldnot der Regierungen gemindert werden, sollte das Instrument durchaus in Erwägung gezogen werden. Was sich aber gerade abzeichnet, wird weder große Einnahmen bringen noch einen Lenkungseffekt erzielen - höchstens einen unerwünschten.

Konkret geht es um die von der FDP vorgeschlagene Börsenumsatzsteuer. Weil Großbritannien eine vergleichbare Abgabe bereits habe, könne das Königreich eine EU-weite Steuer gar nicht ablehnen, meint Parteichef Philipp Rösler. Damit könne man die Gefahr, dass ein Alleingang der Eurozone Schaden zufügen werde, bannen. Angela Merkel ließ prompt ihre Freude über den Vorschlag ausrichten.

Berlin scheint dabei zu vergessen, dass London über eine leicht zu umgehende "Stamp Tax" verfügt, die der Bezeichnung Deppensteuer durchaus gerecht wird. Zudem gilt sie nur für Aktien, nicht aber für Derivate. Sollte der Vorstoß Zuspruch erhalten, würde Europa seine eklatante Schwäche bei der Eigenkapitalaufbringung zusätzlich vergrößern und gleichzeitig echte Spekulation mit außerbörslich gehandelten Produkten begünstigen. Unter diesen Umständen sollte man lieber das Scheitern eingestehen und die Finger von Finanztransaktions- wie Börsensteuer lassen. (DER STANDARD, Printausgabe, 23.1.2012)

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Mister Magister
 
03
23.1.2012, 17:43

Was für ein unheimlich dämlicher Artikel.

Ich fasse zusammen: Ein Land möchte Finanztransaktionssteuern einführen. In einem anderen Land gibt es solche Steuern, aber sie sind schlecht gemacht, und daher leicht zu umgehen. Logische Schlussfolgerung des Autoren: "Finanztransaktionssteuer = Blöd"

Es ist natürlich vollkommen ausgeschlossen, solche Abgaben mit einem besseren Konzept zu implementieren. Zumindest wenn man wie offensichtlich der Herr Schnauder über die Fantasiebegabung einer durchschnittlichen Wellhornschnecke verfügt.

The mudshark in your mythology
00
23.1.2012, 15:19
Mein Gott

ist dieser Rösler clever!!!
Also den wenn sie nicht hätten die Deutschen - gar nicht auszudenken....

santa fe
 
42
23.1.2012, 15:06
das ist die verstärkung des drucks der FI (finanzindustrie) auf die von deutschland geführte EU, die noch nicht so vollständig unterworfen ist wie die USA, sonst würde das projekt FTS (finanztransaktionssteuer) gar nicht gewagt werden.

die EU-kommission hat sie ja bereits beschlossen. die FTS bedeutet echte besteuerung der FI, die bisher praktisch keine steuern zahlt sondern die restlichen 99% unbeschränkt ausbeutet.

wir bleiben der FI ausgeliefert, wenn wir nicht unsere emanzipation von ihrem lohn-und geldterror erkämpfen, der uns alle zu ihren erpressten und bestochenen subjekten macht, mit den politiker an der spitze.

BEDINGUNGSLOSES GRUNDEINKOMMEN für alle.

gesundung der wirtschaft durch stabliiserung einer moderaten allgemeinen kaufkraft, erneuerung der demokratie durch persönliche souveränität.

sozialer und internationaler friede statt massenverarmung und wahnsinns-kriegsprojekt der FI.

LGM
01
23.1.2012, 17:47

Das ist eher ein leises Sich-Rühren der Vernunft, spät, aber doch. Selbst Politiker müssen nicht jeden Schwachsinn umsetzen!

Stahl_____666
00
23.1.2012, 14:41
.

Völlig unverständlich, warum Deutschland überhaupt noch Rücksicht auf UK nimmt.

Frankreich ist schon länger für diese Steuer, Resteuropa soll froh sein, wenn die Kosten für die Bail-Outs nicht von den nationalen Budgets beglichen werden müssen und der FDP sollte Merkel klipp und klar sagen, dass sie froh sein kann noch eine Galgenfrist bis zu den nächsten Wahlen zu bekommen.

fanta
02
23.1.2012, 11:57

ob man das gut oder schlecht findet - UK wird einer allgemeinen Transaktionssteuer niemals zustimmen, damit würden sie die letzte britische Industrie, die noch kompetitiv ist, verlieren. Und man sollte hier auch nicht zu hochmütig sein, in Deutschland gäbe es einen Aufschrei, wenn man grössere Autos stärker beteuern würde - jedes Land versucht, "seine" Industrie zu schützen.

noldman
02
23.1.2012, 13:27
Aktuell geht aber kein Land mit ihren Gesetzen

und Bestimmungen so stark gegen Autofahrer und damit die Autoindustrie vor wie Deutschland!

Kurt Bayer
03
23.1.2012, 10:28
verstehe nicht.....

warum eine zu kurz gefaßte Börsenumsatzsteuer in London nicht kopiert werden soll, ist ja noch verständlich: warum das aber gleich als Argument gegen die Einführung einer sinnoll konzipierten Finanztransaktionssteuer gelten soll, ist unverständlich. Vielleicht sollte der Schreiber doch ein bißchen tiefer in die Argumentationskiste greifen, bevor er seinen Vorurteilen unter dem Deckmantel einer Argumentation freien Lauf läßt.

JosyH1
01
23.1.2012, 11:53
Wenn nur die börslichen Papiere besteuert werden nimmt einfach der unkontrollierte auserbörsliche Handel zu - das kann in niemandes Interesse sein (außer den Spekulanten)

Kurt Bayer
00
23.1.2012, 12:14
stimmt, steht auch nichts Gegenteiliges in meinem

Kommentar

ravenna
00
23.1.2012, 11:38

Lesen Sie den Artikel nochmals. Dass der Autor gegen die Einführung einer Finanztransaktionssteuer ist, steht da nämlich nirgends.

Kurt Bayer
00
23.1.2012, 12:13
si tacuissses

Bevor man jemanden auffordert, den Artikel (nochmals) zu lesen, den man kritisiert, sollte man dies selbst tun, besonders die letzte Zeile, oder?

FrühpensionsTschuschnLesbenHausfrau
00
23.1.2012, 19:00

naja er schreibt ja auch 'unter diesen umständen', schliesst die sinnhaftigkeit also ned ganz aus...
was er damit sagen will: eine wasserdichte fts ist ein ganzes stück gesetzes- und überzeugungsarbeit.

Silvio Lackner
01
23.1.2012, 09:47
A geh, so lang die Lohnsteuerzahler keine Hungersymptome zeigen,

braucht niemand über eine Finanztransaktionssteuer reden. Bringt nur Ärger und ist schlecht ür die Parteienfinanzierung.

Käpt`n Blaubär
01
23.1.2012, 09:35
Sollte diese Börsenumsatzsteuer à la GB kommen, ist die Bezeichnung "Deppensteuer" gerechtfertigt.

Weil sie dann von Deppen eingeführt wurde.

Kurt Bayer
00
23.1.2012, 12:15
??

warum Deppensteuer? inwieweit leicht umgehbar? wäre schon hilfreich, wenn der Autor den Lesern ein bißchen was erklärte

4311503
01
23.1.2012, 16:00

Weil sie recht formal ist und durch Derivate und außerbörslichen Handel umgangen werden kann.

Nicht umsonst wurden CFDs in UK erfunden und bilden in ihrer Urform nur 1:1 den Kurs der zugrunde liegenden Aktie ab. Nur ist dafür keine Steuer fällig.

Dem "bösen Spekulanten" ist es wurscht ob er die Aktie oder das Derivat kauft, den "braven kleinen Investor" der direkt die Aktie kauft, weil er auch auf der HV mitreden will, den bestraft man.

1116er
10
23.1.2012, 09:24
wag the dog

europa soll sich also an seinem wurmfortsatz (GB) orientieren?
merkel soll sich an ihrem wurmfortsatz (fipsi) orientieren?

wenn dieser juckt, dann ist eine operative entfernung der geeignete routineeingriff.
um eine reservierung eines op-termins wird gebeten.

Sissi Bussi
00
23.1.2012, 08:54
hallo!

"Unter diesen Umständen sollte man lieber das Scheitern eingestehen und die Finger von Finanztransaktions- wie Börsensteuer lassen." Was wird hier propagiert? Etwas ist gescheitert, bevor es überhaupt eingeführt ist??

Erzpiefke
 
22
23.1.2012, 11:57

Selbst Linke, die neben Ideologie auch ein bißchen Hirn haben, wissen ganz genau, daß eine Finanztransaktionssteuer summa summarum ziemlich schädlich ist, aber man braucht einen Sündenbock für die gegenwärtige Krise und Sündenböcke muß man bestrafen. An der Überschuldungskrise 2010-? haben die Banken keinerlei Schuld sondern sind deren Opfer, denn durch Bilanz- und Kreditrecht werden sie geradzu gezwungen, in Staatsanleihen zu investieren.

Thomas Geißler
00
23.1.2012, 19:30

Überschuldungskrise 2010?

Das ist immer noch die selbe Bankenkrise, Finanzkrise und Wirtschaftskrise die 2007 ihren Ausgang mit der Subprimekrise in den USA genommen hat. Man hat die Symptome der US-Immobilienkrise gemildert und sich neue in Form der „Staatsschuldenkrise“ eingehandelt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Staa... e.E2.80.9C

Sissi Bussi
00
23.1.2012, 12:10
was

ist denn so schädlich an dieser kleinen steuer?

peace & love
00
23.1.2012, 10:11
das passiert eben, wenn man einen blick über den populistischen tellerrand wagt..

eine derartige steuer würde mehr verluste verursachen, als sie je einbringen könnte.

sind ja doch keine 'deppen'.

Sissi Bussi
00
23.1.2012, 12:09
beweise, argumente?

"eine derartige steuer würde mehr verluste verursachen, als sie je einbringen könnte."
können sie das auch nur irgendwie belegen oder argumentieren?

peace & love
00
23.1.2012, 12:19
schweden ...

... hat eine derartige steuer eingeführt und bald wieder abgeschafft, war zu teuer.

ein artikel dazu:
http://www.telegraph.co.uk/finance/f... warns.html

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