Heftige Kämpfe mit der Armee
Damaskus - Rebellen haben einen Vorort der syrischen Hauptstadt Damaskus angegriffen. Nach Angaben von Aktivisten lieferten sie sich heftige Kämpfe mit der Armee, die bis spät in die Nacht auf Sonntag anhielten. Die Arabische Liga beriet in Kairo unterdessen, wie sie nach dem Einsatz ihrer Beobachter weiter vorgehen will. Beobachter erwarteten, dass sie einer Empfehlung ihres Syrien-Komitees folgen und die Beobachtermission für einen Monat verlängern könnte.
Die in London ansässige Organisation Syrian Observatory for Human Rights teilte mit, die Aufständischen kämpften an den Eingängen des Vororts Duma gegen die Regierungstruppen. Duma ist das Zentrum des Protests in der seit zehn Monaten anhaltenden Revolte gegen den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad.
Der oppositionelle Syrische Nationalrat appellierte an die Arabische Liga, sich wegen der Gewaltaktionen an den UN-Sicherheitsrat zu wenden. Diese formelle Bitte sei der Liga übergeben worden, sagte eine Sprecherin der wichtigsten Oppositionsgruppe am Samstag. Entsprechende Forderungen waren in jüngster Zeit bereits von syrischen Oppositionellen erhoben worden. Bislang gab es aber keinen formellen Appell an die Arabische Liga.
Kein Ende der Gewalt
Die Entsendung von Beobachtern der Liga hatte nicht zu einem Rückgang der Gewaltaktionen von Armee und Polizei gegen Oppositionskräfte in Syrien geführt. Auch ein von der Liga mit der syrischen Führung vereinbarter Friedensplan blieb Makulatur. Kritiker des Einsatzes argumentieren, die Mission gebe dem syrischen Machthaber Assad mehr Zeit, seine Gegner zu töten. Laut UN sind in dem Konflikt mehr als 5000 Menschen ums Leben gekommen, überwiegend Zivilisten. (Reuters, red/DER STANDARD, Printausgabe, 23.1.2012)