FM4 feierte Geburtstag

Die Brandzeichen der Jugend

22. Jänner 2012, 18:03
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    foto: fischer

    FM4-Geburtstagsfest mit Pelerinen vom Raiffeisen Club. Bankenrettung ist cool!

Amtliche Partymusik im Schneeregen - Der ORF-Radiosender FM4 feierte in der Wiener Arena seinen 17. Geburtstag - Ein Ritual

Wien - Zu winterlichen Ritualen wie Weihnachten, Schneemannbauen, Glühweinschwips oder Lichtkur gehört das FM4-Geburtstagsfest. Dieses rechtfertigt allein schon die jährliche Grippeimpfung, wird es doch weitgehend open air abgehalten.

Am Samstag ging diese Sonderprüfung für Leib, Leber und Toleranz wie immer in der Arena über die Bühne. Erwartungsgemäß regnete es wie aus Kübeln, nach Wärmestubenaufenthalten suchte man zwischen knöcheltiefen Pfützen einen Platz, um Zeuge eines Programms zu werden, dessen Qualität mit jener des Wetters konvenierte.

Zum 17-jährigen Bestehen des führenden Die-Jugend-sind-wir-Senders gab dieser Geld für Auftritte von Bands wie Kettcar (der Headliner), Nada Surf, Kaizers Orchestra oder die Mediengruppe Telekommander aus.

Würde man Bands wie Fußballteams in Ligen kategorisieren, ginge dieses Programm als ein Aufeinandertreffen von ein paar mäßig begabten Wirtshausmannschaften durch, die davon träumen, einmal in ihrem Leben eine Saison in der Bezirksliga zu spielen.

Das untergräbt freilich nicht den Mythos des Senders, der sich selbst als "Greatest Radio Show On Earth" bewirbt, was natürlich voll suprige Ironie ist - zwinker, zwinker. Also war das Geburtstagshallo auch heuer schon Wochen vor seiner Austragung ausverkauft. Gegen den strömenden Schneeregen verteilten Nachwuchshäuslbauer gelbe Plastikpelerinen des voll kuhlen Raiffeisen Clubs. Motto: "Da ist was los."

Über dieses Branding der alternativen Weltjugend Österreichs könnte man einen ganzen Schulaufsatz schreiben, andererseits spielten die - wie soll man sie nennen - Techno-Punks der Mediengruppe Telekommander gerade ihren Abschiedsauftritt, und da wollte man sichergehen, dass sie es sich nicht anders überlegen.

Es folgte das Konzert der norwegischen Band Kaizers Orchestra - Partymusik nach Vorschrift, Applaus nach Verhaltenskodex. So sind Rituale. Sie funktionieren nach Plan, Überraschungen sind darin nicht vorgesehen. Nächstes Jahr hat der Sender seine Jugend endgültig verwirkt, erreicht er seine Volljährigkeit. Vielleicht wird er dann rebellischer. (Karl Fluch, DER STANDARD/Printausgabe 23.1.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 64
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thaelmann-ernstl
00
26.1.2012, 17:18

sollte wer eine gute, alternative, independent Radiostation suchen, dann hier, öffentlich-rechtlich und keine peinlichen junggebliebene Moderatoren:
http://minnesota.publicradio.org/radio/ser... e_current/

Kabathaba
 
00
24.1.2012, 20:05
Ich hatte eine Überraschung:

Beim Zusammengequetscht werden um in die große Halle zu kommen, eine coole Truppe kennen gelernt und mit ihnen die Nacht zum Tag gemacht!

TRockenmilch
00
24.1.2012, 11:50

ich hör ja selbst auch kaum noch fm4, aber wie muss man drauf sein um so eine grantiges pamphlet zu verbrechen?

site:°~+*-||!#.\>
13
24.1.2012, 00:49

Traurig aber wahr, in Österreich gibt es nicht mal ein einziges Qualitätsradio – alles was der ORF anfasst, wird zum Desaster, wie FM4.

FM4 war nie ein Jugend oder Qualitätsradio, sondern nur das Ausgedinge für gescheiterte ORF-Radiomacher.

Dort dilettieren nur mehr verhaltensauffällige Mitt-Vierziger bis Mitt-Fünfziger, wie Blumenau, Chez Hermes, Natalie Brunner, Edlinger, Projekt X, Eva Umbauer und Konsorten.

>> schmeißt die verhaltensgestörten, überaltenden ORF-Mitarbeiter rund um Blumenau raus, fördert die englischsprachigen Mitarbeiter, und privatisiert den ganzen Verein, dann wird daraus sicher ein englischsprachiges Qualitätsradio in Österreich.

Atheist von Gottes Gnaden
00
26.1.2012, 14:39

sollte der verein privatisiert werden, geht es als allererstes der qualität an den kragen. Ö1 ist dann zum beispiel weg. FM4 ist dann auch weg. was bleiben wird ist ein sender fuer die breite masse mit viel werbung. was anderes kann ein privater gar nicht machen. wo soll er denn das geld sonst herkriegen? vom privatisieren wird die welt nicht besser, da kann die neoliberale propaganda noch so lange drauf rumreiten.

sakreplo
00
24.1.2012, 15:57
...privatisiert den ganzen Verein...

ja, eh.

ein duddelsender mit den hits der 80 und siebziger und sonstnochwas mehr stört uns eh nicht

Long Dong Kong
10
23.1.2012, 21:02

Ob FM4 oder Oe3 und Co .....die Zukunft gehört den
Internetradios,da kann man sich seine Musik nach dem eigenen Geschmack zusammenzimmern.

Atheist von Gottes Gnaden
00
26.1.2012, 14:41

eh. und die nachrichten braucht eh keiner, oder wie?

InformierenStattSchwätzen
30
23.1.2012, 17:46
langweiliger Verriss

Nada Surf eine mäßig begabte Wirtshausmannschaft? Offenbar ist Opa Fluch schon nach Kaizers Orchestra geschlaucht ins Bett gefallen...

gumpshrimps1
17
23.1.2012, 16:32
the same procedure as every year

gilt für das fest genauso wie für die berichterstattung

distroia
21
23.1.2012, 15:26

jetzt versucht er es schon so lange und schafft immer noch keinen verriss mit anspruch. irgendwie traurig

A Wilhelm Scream
42
23.1.2012, 14:34
Auf diesem "Festival" spielen minder talentierte Musiker wie Mediengruppe Telekommander und Frittenbude,

aber über das sensationelle Konzert einer wirklich talentierten Gruppe, wie "La Dispute", im B72 wird natürlich kein Wort verloren. Aber besser kein Bericht, als einer Schachinger oder Fluch.

safeasmilk
36
23.1.2012, 13:58

es wäre mehr als wünschenswert, wenn dieser sender endlich einsparungs-massnahmen zum opfer fiele. eine schande auch, dass an sich profilierte journalisten dort weit unter ihrem niveau arbeiten müssen/wollen.

bitte nicht
13
23.1.2012, 15:24
nennen sie mir einen profilierten journalisten, der bei fm4 arbeitet ...

safeasmilk
03
24.1.2012, 16:45

fritz ostermayer.

Napalm Death
19
23.1.2012, 14:43
ja genau... tolle idee...

dann haben wir nur mehr die wahl zwischen lady gaga, schlager/volkstümliche musik und ö1 die zwar keine schlechte musik spielen aber trotzdem nur eine randgruppe bedienen und ausserdem mit ihren moderatoren regelmäßig für depression und akkute schläfrigkeit sorgen "sie... hörten... das kammersymphonieorchester... prag... bei ihrem konzert.... im radiokulturhaus... mozart... sonate in e-moll... köchel verzeichniss...."

mir missfällt an fm4 wirklich mehr als genug aber in sachen bildungsauftrag/musik müsste man die regionalsender + ö3 wohl viel eher wegrationalisieren.

anglophon
03
23.1.2012, 15:34
schließ mich an und

wo im ORF - Radio oder Fernsehen kann man gepflegtes
und alltägliches Englisch hören? Am Reality Check kann jemand der des Englischen mächtig ist kaum vorbei.

Mathias Steinlaus
 
00
24.1.2012, 15:40
... bring back ...

... Blue Danube Radio!!

Dr Albert S. Meinheimer aka. Earl Hacker
00
24.1.2012, 18:32

BDR hat damals von R.Williams-Spice Girls gespielt,
naja.

anglophon
00
24.1.2012, 16:01
those were the days

a_kep
 
00
23.1.2012, 13:45
Fotos und mehr

Bilder und ein bisschen mehr infos zum Abend gibts unter

http://www.subtext.at/2012/01/f... fest-2012/

Dr Don Tango
06
23.1.2012, 12:06

gott sei dank gibts mittlerweile halbwegs anständige internet-radio-stationen.

rodriquez brother radfahrer
00
23.1.2012, 15:18

Word. Bin schon längst zu BBC 6 gewechselt.

cannery row
17
23.1.2012, 11:39
fm4 und alles, was so unter diesem motto transportiert wird..

ist so ziemlich das zwanghafteste, was man sich vorstellen kann. wie das jemand cool finden kann, ist mir schleierhaft.

jimmydean
32
23.1.2012, 15:24
natürlich hat coolness auch was mit zwanghaftigkeit zu tun

eine der zwanghaftesten gruppe aller zeiten waren ja joy division... und das gegenteil von zwanghaftigkeit ist ja wohl beliebigkeit...

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