79-jähriger Regierungschef der "Transicion" leidet an Demenz
Madrid - Der Gesundheitszustand des demenzkranken
spanischen Ex-Ministerpräsidenten Adolfo Suarez (79) hat sich rapide
verschlechtert. Der konservative Politiker, der als "Vater der
Demokratie" in die Geschichte seines Landes einging, leidet an einer
degenerativen Hirnkrankheit und hat sein Gedächtnis verloren.
Das Demenzleiden habe sich in den vergangnen Monaten deutlich
verschlimmert, berichtete die Zeitung "El Mundo" am Sonntag unter
Berufung auf Angehörige. "Er ist 79 Jahre alt, aber er wirkt, als
wäre er 100 oder 110", berichtete ein Vertrauter der Familie dem
Blatt.
Suarez hatte Spanien nach dem Tod des Diktators Francisco Franco
(1939-1975) zu einem friedlichen Übergang zur Demokratie verholfen.
Diese Phase wird in Spanien "Transicion" genannt. Er war von König
Juan Carlos im Juli 1976 überraschend zum Ministerpräsidenten ernannt
worden. Suarez gewann die Wahlen 1977 und 1979 und stand bis zu
seinem Rücktritt 1981 an der Spitze der Regierung.
Der Sohn Adolfo Suarez Illana gab 2005 bekannt, dass sein Vater an
Demenz leide und sich aus der Öffentlichkeit ganz zurückgezogen habe. (APA)