Hohe Schulden, Rezession

Portugal könnte zum Pleitekandidaten werden

22. Jänner 2012, 13:42

Dem Land läuft trotz Reformen die Zeit davon - Bondrenditen und CDS steigen kräftig

Frankfurt - Griechenland gilt nach Einschätzung von Investoren nicht als einziger möglicher Pleitekandidat der Eurozone. "Portugal gerät als nächstes in die Schusslinie", warnt Michael Cirami, Portfolio-Manager beim Vermögensverwalter Eaton Vance. Dabei sei unerheblich, ob sich Griechenland mit seinen privaten Gläubigern über einen Schuldenschnitt einigen könne oder nicht.

Ähnlich sieht es Volkswirt Gilles Moec von der Deutschen Bank. Die jüngste Welle von Herabstufungen durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) habe allein bei Portugal für Kursturbulenzen gesorgt, weil hier mehrere Risikofaktoren zusammenkämen. "Die Überschuldung des Privatsektors liegt auf dem Niveau von Spanien und die öffentliche Hand ist ähnlich hoch verschuldet wie in Italien. Dazu kommt die Rezession."

Das Misstrauen der Anleger in die Zahlungsfähigkeit Portugals lässt sich unter anderem an den Anleihe-Renditen ablesen. Seit dem S&P-Rundumschlag vor einigen Tagen stiegen jene der richtungsweisenden zehnjährigen Papiere zeitweise um mehr als drei volle Punkte auf ein Rekordhoch von 15,781 Prozent. Die Renditen für die vergleichbaren Bonds aus Frankreich und Italien, die von S&P ebenfalls herabgestuft worden waren, blieben weitgehend stabil oder gingen sogar zurück. Die Preise für Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps, CDS) implizieren, dass der Markt die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls Portugals auf 66,8 Prozent taxiert.

Für den Rentenexperten Filipe Silva von der Banco Carregosa signalisieren die Anleihekurse, dass die Anleger langfristig mit einem Schuldenschnitt rechnen. "Ob es dazu kommt oder nicht, lässt sich aber noch nicht sagen. Denn Portugal hatte nicht genügend Zeit, um zu beurteilen, ob die Sparmaßnahmen den erhofften Erfolg haben." Analystin Elisabeth Afseth von Investec Capital Markets zweifelt an der Geduld der Investoren. "Die Finanzmärkte werden Portugal diese Zeit nicht geben. Die Frage ist nun: Wird Europa Portugal diese Zeit geben?"

Carregosa-Experte Silva geht daher davon aus, dass die Regierung in Lissabon zusätzliche Hilfen beantragen wird. Bislang sieht Regierungschef Pedro Passos Coelho hierfür keine Veranlassung. Auch Deutsche Bank-Volkswirt Moec plädiert dafür, Portugal über 2013 hinaus finanziell unter die Arme zu greifen, "damit die Haushaltskonsolidierung und die Strukturreformen Früchte tragen können." Bei derzeitigem Stand müsste sich das Land ab der zweiten Hälfte 2013 wieder über langfristige Anleihen eigenständig am Bondmarkt refinanzieren. (APA/Reuters)

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Posting 1 bis 25 von 28
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Waran
11
23.1.2012, 01:05
Portugal, Griechenland und überhaupt die PIGS

Wann endlich werden die Ökonomen und besonders die Top-Ökonomen begreifen, dass Sparen in einer Krise geradewegs in die Rezession führt.
Diese Rezession frisst die Sparmaßnahmen einfach auf - im günstigsten Fall - im schlechteren Fall erhöhen sich die Schulden im Verhältnis zum BIP.
Dazu braucht man nicht einmal ein Semester BWL!
Das System ist falsch!

computermaster
00
29.1.2012, 10:51
Wissen ist Gut, nur es nützt nichts. (Sven Regener)

Carlos Alberto Valderrama Palacio
00
27.1.2012, 20:04
für solche milchmädchenrechnungen

benötigt man sehr wohl ein (oder mehrere) semester bwl. für eine differenziertere und realistischere betrachtung bräuchte man einige, wenn nicht sogar ganz viele, semester vwl. da gibt´s einen artikel auf dieser home-page mit roland berger. ich finde mit dem könnten sie mithalten.

José Atento
00
23.1.2012, 09:53
Wenn man zu spät mit dem Sparen beginnt,

dann ist das so.

Eine Rezession ist grundsätzlich ein bereinigender Prozess.
Nur die enormen Schulden werden nicht mehr über eine normale Rezession bereinigt werden können.
Da hilft nur mehr eine Insolvenz, also ein Verzicht der Gläubiger. Doch die kommen dann auch in Schwierigkeiten - eine Kettenreaktion beginnt.

Wir stecke in einem Teufelskreis fest, aus dem es anscheinend kein Entrinnen mehr gibt.

Ökonomix
00
23.1.2012, 09:47
Und Sie zählen sich wohl zu den Top-Ökonomen

Dass Sparen nicht gut für die Konjunktur ist, weiß jeder BWL-Student. Ein Top-Ökonom sollte allerdings auch wissen, dass Ausgaben, die nicht genügend Wachstum bringen um die Zinsen für die Schulden zu zahlen, letztlich zur Rezession führen müssen. Genauso verhält es sich mit dem Sparen. Wird an der falschen Stelle gespart kann der Effekt für die Konjunktur so negativ sein, dass die Einkommensverluste den Spareffekt übersteigen. Deshalb ist es wichtig an richtiger Stelle zu Sparen und und richtiger Stelle zu investieren.

Leider fehlt uns momentan der finanzielle Spielraum zum Investieren. Unsinnige Ausgaben wie die Verschrottungsprämie haben uns diesen geraubt.

Waran
00
23.1.2012, 12:48
Sparen - Rezession - Investition

Alle Nationen (weltweit) sind verschuldet - das legt den Schluss nahe, dass alle falsch sparen und alle falsch investieren.
Derzeit gibt es noch weltweit 16 Nationen, die das begehrte Triple A der großen Drei aufweisen. Von diesen 16 Nationen, kann man 8 Nationen guten Gewissens als sog. Finanzplätze od. Finanzoasen betrachten.
Für Italien wird schon von namhaften Ökonomen prognostiziert, dass die Verschuldung (120 %) nach dem rigorosen Sparkurs, da das BIP praktisch im Verhältnis zu den Schulden sinkt, kein Erfolg im relativen Schuldenstand erzielbar sein wird.
Bei diesen Betrachtungen sind die Sparmaßnahmen der Euro-Länder noch nicht einkalkuliert - es sieht düster aus.
Monti ist angebl. ein Top-Mann - es passt was nicht!

computermaster
00
29.1.2012, 10:48
Wenn alle von der Brücke springen

springen sie dann mit?
Finden sie, dass diejenigen die Lemminghaft von der Brücke springen im Recht sind.
Und überhaupt wtf. Schuldenmachen ist der einfachste Weg, den alle gegangen sind. Punkt. Jetzt kommt die Aufräumarbeit. Sie kostet natürlich Geld (Wohlstand). Punkt!

Epikouros
00
23.1.2012, 14:00
"Alle Nationen (weltweit) sind verschuldet"

Nicht alle. Norwegen einige arabische Staaten Singapur und China haben so große Überschüsse, dass sie diese investieren müssen. Außerdem bedeutet Verschuldung nicht automatisch, dass der Staat sein Geld verschleudert hat.

Aber ich gebe ihnen Recht, dass in den Ländern die uns nahe stehen (Europa), die Rentabilität von Staatsausgaben kein Thema ist.

Ökonomix
00
22.1.2012, 23:50
"Griechenland wird ein Einzelfall bleiben"

tönte Merkel noch vor kurzem. Und nun folgt Portugal den Griechen auf den Fuß. Die süße Frucht des Schuldenschnitts wird auch für die Portugiesen zu verlockend sein, als dass sie sich länger mit Sparpaketen quälen.

Walter Bimini
00
22.1.2012, 22:47
portugal ist doch längst schon pleite.

deshalb ist barosso dann wohl nach brüssel weitergezogen.

Kapitalfehlallokation
00
22.1.2012, 20:36
Was heisst könnte?

Portug ist im alten System pleite und wird im neuen System mit den vorhandenen Goldreserven Anfangs zu den Gewinnern gehören.

Walter Bimini
01
22.1.2012, 22:48
so die angaben über ihre goldreserven überhaupt stimmen

MUNDI BURLI
00
23.1.2012, 09:41
Zu wenig, selbst wenn sie stimmen.

Die Goldreserven Portugals sind ca. 16 Milliarden € wert und damit 90% der portugiesischen Devisenreserven.Damit werdens net weit hupfen.

Walter Bimini
01
23.1.2012, 22:36
etwas das keinem papiertiger je einleuchtet

es gibt zuviel fiat money und zu wenig gold.

linksrechts
00
22.1.2012, 20:17
ohne die angeführten Fachleute

die ich nicht kenne und die meine laienhafte Blickweise auf die Finanzwelt widerspiegelt zu beleidigen, aber dieses aus dem Bauch heraus " was könnte vielleicht eventuell passieren" erinnert sehr an die auguren der Antike - vielleicht sollte der Vogelflug oder das Eingeweide lesen als weitere Einschätzungshilfe herangezogen werden!

Keyser
02
22.1.2012, 18:24

Dafür hat Coelho für den Bau von Autobahnen kreuz und quer durch Portugal gesorgt. Natürlich mit Geldern der EU. Dafür ist dort die Bahn eine Katastrophe, und etliche hundert Bahnkilometer wurden gestrichen.

[Ironie:An]Wie kann also jemand auf die absurde Idee kommen, Portugal wäre ein Pleitekandidat - bei solch effizientem Einsatz von Geldmitteln! Das kann ja nie und nimmer stimmen! [/Ironie:Aus]

José Atento
00
23.1.2012, 09:56

Das erinnert mich an Spanien.
Da lief es ähnlich.

ganzsichernicht
 
00
22.1.2012, 18:06
...so. am besten es geben alle eu länder zu, dass sie kohle brauchen...

..entspräche nur der wahrheit. aber dieses szenario wird einfach nicht einkalkuliert, zumindest ned offiziell. weil im endeffekt stehen wir und der euro schon lääängst mit dem rücken zur wand! die unfähigkeit von merkozy wird uns erst ende des jahres präsentiert: mehr als die hälfte der länder in der eu sind de facto bereits pleite und mit "kopf in den sand" kann und will man das ned einsehen..alleine die arroganz, welche merkozy an den tag legen, sich n i c h t dem eu parlament und folglich unseren volksvertretern rede und antwort zu stellen, zeugt vom "neuen faschistischem europa" - aber: wir (die 99%) sind europa...meine meinung.

Das Kapital ist die wahre Macht
03
22.1.2012, 17:35
Und die Bibel hat doch recht!

Nicht in religiösen Fragen sondern in wirtschaftlichen!

So steht schon seit Jahrtausenden: Nach dem 7. Jahr sollen dem Schuldner die Schulden erlassen werden!
Hat ja eh schon genug Zinsen inzwischen geblecht......

Es zeigt sich somit, dass schon seit ewigen Zeiten nie davon ausgegangen wurde, dass Schuldner alles zurückzahlen können und werden. Noch dazu mit den Zinsbelastungen, die unterschiedlich hoch sein konnten!

Also nicht nur für Griechenland, sondern auch für Portugal: 100%iger Schuldennachlass jetzt !!!

José Atento
00
23.1.2012, 09:58

Den Schuldnern ihre Schuld zu erlassen war früher auch eine Art des sozialen Ausgleiches.

Doch heute übernimmt das der Staat und die Privaten bezahlen dafür nicht wenig.

peter droppil
00
23.1.2012, 01:20
steht alles bei Ezechiel und Habakuk

die Ökonomen sollten die Bibel für ihre Entscheidungen heranziehen. Das sagt übrigens auch Gingrich.

José Atento
00
23.1.2012, 09:59
Und was tun die Moslems in Ö?

Schauen die in den Koran oder in das Buch der Sharia?

Da Gschupfte
00
22.1.2012, 20:00
aber nicht vergessen

ein paar kapitel weiter heißt es auch, dass nach 7 mal 7 Jahren alles Vermögen wieder auf alle gleich verteilt werden soll!!

diese regel wurde jedoch noch nie angewendet!!

Nicolas Castillo
00
27.1.2012, 13:13
doch ...

in den ehemaligen Ostblockstaaten. Geholfen hat's auch nicht.

Da Gschupfte
00
29.1.2012, 11:22
ok

der war gut :-))

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