U-Ausschuss

Telekom Austria zahlte Hochegger fünf Mio. für politisches Lobbying

Bericht | 22. Jänner 2012, 12:47

Laut "profil" von 2002 bis 2008 - FPÖ fordert "Machtwort" Fekters an Telekom

Die FPÖ hat die Telekom am Wochenende aufgefordert, ihren internen Kontrollbericht über die diversen Schmiergeld-Vorwürfe ans Parlament zu übermitteln. Zuvor hatte das Nachrichtenmagazin "profil" via Vorabmeldung neuerlich Details aus internen Unterlagen des Konzerns zitiert. Sollte sich die Telekom weigern, dann fordert der Fraktionsführer der FPÖ im Korruptions-Untersuchungsausschuss, Walter Rosenkranz, ein "Machtwort" von Finanzministerin Maria Fekter an den teilstaatlichen (28,42 Prozent) Konzern.

Kontrollbericht soll schon vorliegen

Die Telekom hat im Oktober die Wirtschaftsprüfungskanzlei BDO Deutschland mit der Erstellung eines Kontrollberichts über die Korruptionsvorwürfe gegen den Konzern beauftragt. Rosenkranz zufolge liegt der eigentlich für Mai erwartete Bericht mittlerweile vor. Der FP-Abgeordnete forderte am Samstag in einer Aussendung die umgehende Übermittlung an den Untersuchungsausschuss. Sollte die Telekom dies ablehnen, weil die Eigentümer des Konzerns den Bericht noch nicht kennen, sieht Rosenkranz Fekter gefordert: Die Finanzministerin müsse ein "Machtwort" sprechen und eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, damit der Bericht nach Kenntnisnahme durch die Gesellschafter ans Parlament übermittelt werden kann.

TA: Bericht noch nicht fertig

Von der Telekom war dazu am Wochenende lediglich eine knappe Stellungnahme zu erhalten. "Der Bericht ist noch nicht fertig. Ziel ist es, den Bericht bis zur Hauptversammlung am 23. Mai vorlegen zu können", sagte ein Telekom-Sprecher der APA. Keine Antwort gab es auf die Frage, ob bereits ein Entwurf des Berichts oder Teile des Berichts vorliegen.

Fünf Millionen Euri für politischey Lobbying

Aus internen Unterlagen der Telekom geht laut einer Vorabmeldung des Nachrichtenmagazins "profil" hervor, dass der Lobbyist Peter Hochegger zwischen 2002 und 2008 fünf Mio. Euro für politisches Lobbying erhalten hat. Demnach kassierte Hochegger u.a. für die "ständige Kommunikation mit Telekom-Sprechern der politischen Parteien", die "Identifizierung von Verbündeten in den parlamentarischen Klubs", den "Aufbau eines Netzwerks zu den entsprechenden Personen der politischen Parteien" und für "permanentes Lobbying zu maßgeblichen politischen Entscheidungsträgern der Gemeinde Wien". Insgesamt haben die Firmen Hocheggers nach Medienberichten vom Vorjahr von 2000 bis 2010 rund 38 Mio. Euro von Telekom und Mobilkom erhalten.

Widersprüche

Für Hochegger tätig war u.a. SP-Technologiesprecher Kurt Gartlehner, der ab Mitte 2007 für eineinhalb Jahre monatlich 3.000 Euro bezog. Gartlehner selbst gibt zwar an, er habe Hochegger ausschließlich über "Windparks in Osteuropa" und nicht in Telekom-Fragen beraten. Hochegger selbst berichtete der Telekom aber offenbar sehr wohl von einschlägiger Lobbying-Tätigkeit des SP-Politikers. Laut "profil" informierte Hochegger den damaligen TA-Festnetzvorstand und nunmehrigen Konzernchef Hannes Ametsreiter am 12. Februar 2009 per Email darüber, dass Gartlehner der Telekom "bei Kontakten und Meinungsbildung innerhalb der SPÖ behilflich sein" werde. Allerdings bitte der Abgeordnete, "die ÖVP-Kreise in der Telekom über seine Tätigkeiten nicht zu informieren". Laut Telekom sei Hocheggers E-Mail dessen Eigeninitiative ohne vorherigen Auftrag und Folgen gewesen. (APA)

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13 Postings
p1000wisch
00
24.1.2012, 09:32
Euri

als Plural von Euro - Nett!!!

bewerter
00
23.1.2012, 14:05
:(

ich hoffe die verantwortlichen werden gefunden und abgestrafft!

die telekom sollte angezeigt werden!
die vorteile die sie seit jahren durch ihre korruptons zahlen am markt haben sind überhaupt nicht mehr abzusehen!

das wir österreicher das vertrauen an unsere Politiker nun zu 100% verliehren ... um so mehr von der ganzen kacke bekannt wird, ist doch klar!

grasser und co sind meiner persnöichen meinung nach Wirtschaftsverbrecher!

wenn wer von uns kein geld hat und sich zum essen eine wurstsemmel klaut... bekommt eine vorstraffe...

auf höherer ebene werden riessige summen untertisch herumgeschoben...
und passieren tut garnichts!

Ich hoffe das die Politiker und A1 straffen für so ein handeln bekommt!

spoc
00
22.1.2012, 22:45
unerträglich...!

es ist nur mehr eine frage der zeit bis es auch in A selbstverbrennungen geben wird....

s'Kipferl
03
22.1.2012, 21:43
ned fad 38 mio

und keiner hat's g'merkt

neeeed
02
22.1.2012, 21:08
haha

das ist richtig professionelle (und relativ sichere) korruption, das muss man schon sagen - a la hollywood ;)

ikepod
03
22.1.2012, 20:03
wo sind die 38 milionen hingekommen?

etwa parteienförderung?
mein telefon ist nicht mehr bei einem korrupten provider angemeldet.
ich hoffe ich kann mich auch bald von einer korrupten regierung verabschieden.

jeder der noch ein "parteibuch" besitzt unterstützt ein korruptes system!

Alfons Heuwirt
00
23.1.2012, 08:29

korrupt nicht unbedingt

schwer kaputt trifft es eher

Hellex
04
22.1.2012, 19:59
Frommer Wunsch:

könnte man nicht endlich diese Berichterstattung über die übliche Vorgehensweise in (zumindest) Ö nicht abstellen. Ich denke, Leute bei klarem Verstand sollten inzwischen gemerkt haben, wie es in der Chefetage abläuft.
Stattdessen hätte ich gerne eine Berichterstattung, wie man gedenkt diese Dinge abzustellen, die Justiz endlich dagegen vorgeht, wie Lücken geschlossen werden oder Ähnliches in dieser Richtung.
Aber nein: neuestes Thema: Sparkurs - bei den Kleinen!
Felix Austria!

Michaela Gabriel
02
22.1.2012, 19:07
ganoven, wie es schlimmere keine geben könnte!

seit neuesten nennt man krimminelle handlungen einfach lobbying!

das unwort des letzten jahrzehntes: lobbying!

Andreas W
03
22.1.2012, 18:50
38 Millionen fuer Lobbying, dass ich nicht lache!

Das meiste davon war wohl eher fuer Bestechungen (Grasserle hat ja sicher von Anfang an beide Handerl aufgehalten).

Da diese Gelder sohin zum ueberwiegenden Teil missbraeuchlich verwendet wurden (in den Vertraegen steht ja sicher nichts von Bestechung von Amtstraegern), sollten diese Millionen sofort zurueckgefordert werden!!!

Avatar
03
22.1.2012, 18:04

Und mir verrechnen sie über 500 Euro für überschrittenes Datenvolumen, das ich nachweislich nicht verbraucht habe...

PepiOnkel
00
22.1.2012, 17:35
wer war damaliger A1 Chef?

pardon!
01
22.1.2012, 16:15
Fünf Millionen Euri für politischey Lobbying

ist das jetzt schon die Währung ohne Griechenland?

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