Stiftungsvermögen

AVZ dürfte nach UniCredit-Kapitalspritze schrumpfen

22. Jänner 2012, 11:15

Wiener Stiftung hält Anteile an Bank-Austria-Mutter und speist Forschungsfonds WWTF

Wien - Erneut Spekulationen um den Vermögensschwund bei der Stadt-Wien-nahen AVZ Stiftung, in der die Anteile an der italienischen Bank-Austria-Mutter UniCredit geparkt sind: Die Stiftung halte heute nur mehr 0,44 Prozent an der UniCredit, was aktuell einem Wert von 27,6 Millionen Euro (Börsenkurs) entspreche, schreibt der "Kurier" am Sonntag unter Berufung auf Insider. Bei ihrer Gründung im Jahr 2001 hatte die AVZ Stiftung als drittgrößte Aktionärin 5,39 Prozent an der bayrischen HypoVereinsbank (HVB), die kurz davor mit der Bank Austria fusioniert hatte. Das Aktienpaket wurde damals auf 1,7 Milliarden Euro geschätzt.

Die Mailänder Großbank UniCredit geriet im Vorjahr in den Strudel der italienischen Schuldenkrise und versucht derzeit, via Kapitalerhöhung 7,5 Milliarden Euro aufzutreiben. Die Stiftung soll im Ausmaß ihrer Bezugsrechte mitgezogen haben, so die Zeitung. Da aber wesentlich mehr Aktien ausgegeben werden müssen als geplant, verwässere sich der AVZ-Anteil. Die UniCredit-Aktie legte am ersten Tag der Kapitalerhöhung einen beispiellosen Absturz hin. Die Stiftung hat die Anteilsscheine laut "Kurier" zwar nie zum Kurswert bilanziert, könnte nun aber Abschreibungsbedarf haben.

Die AVZ (früher "Anteilsverwaltung Zentralsparkasse", jetzt "Privatstiftung zur Verwaltung von Anteilsrechten") muss mit zwei Dritteln ihres Gewinns jährlich den Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF) dotieren. Bis zum Vorjahr flossen insgesamt 67,18 Mio. Euro in den Fonds. Die UniCredit schüttet für 2011 keine Dividende aus, doch die AVZ hat der Stadt für heuer dem Bericht zufolge acht Millionen Euro zugesagt. Diese Summe werde vermutlich von den anderen Beteiligungen - u. a. Verkehrsbüro, card complete, Bank Austria Real Invest - kommen müssen. (APA)

Snoopy47
01
23.1.2012, 10:51
Gratulation

schon eine reife Leistung die da abgeliefert wurde (ich hätte in der Zeit nie soviel ausgeben können).

CEEIT
02
23.1.2012, 10:29
Hätten Sie vor 10 Jahren mit dem ganzen geld einfach nur Bier gekauft,

und in Wien für 10 Jahre Freibier ausgerufen; wäre das Flaschenpfand heute wesentlich mehr wert und das somit die bessere Anlage gewesen.
Aus 1,7 Mrd. 28 Mio. zu machen ist schon eine Kunst.

MiFi
14
22.1.2012, 20:30
Und wieder ein Höhepunkt in der langen Liste der Erfolge

von sozialistischen Unternehmertumsversuchen ;-)

Heinz Anderle
 
10
22.1.2012, 21:48
Was wurde eigentlich aus den Z-Aktien,...

... die die braven Genossen auf's Aug' gedrückt bekommen hatten?

Oder war's schon Z/LB-Bank Austria?

Auch nicht uninteressant, daß die Stadt Wien mit 120 Milliarden (Euro?) haftete, als Bank Austria und CA in den 1990ern ordentlich ins Schwimmen gekommen waren.

Dr. Heinz Anderle, Freigeist

wer wenn nicht er
01
23.1.2012, 09:39
Wann in den 1990ern hatte die BA-CA Probleme?

Die haben doch binnen weniger Jahre aus zwei Regionalbanken eine internationale Großbank gebaut! Und das mit satten Gewinnen!

Zugegeben wurde auch auf Beteiligungen außerhalb des Bankenwesesn verzichtet (Steyer Daimler Puch, Wienerberger etc.), um die Expansion zu finanzieren.

Der große Fehler war nur, dass die HVB die BA schlucken durfte.

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