Deville zaubert am Ganslernhang

22. Jänner 2012, 15:40
  • Der frühe Vogel fängt den Wurm, der späte Deville siegt dafür in Kitzbühel
    foto: reuter

    Der frühe Vogel fängt den Wurm, der späte Deville siegt dafür in Kitzbühel

Premierensieg für 31-jährigen Italiener vor Matt und Kostelic - Hirscher hat (diesmal wirklich) eingefädelt und wurde als Zweiter disqualifiziert

Kitzbühel - Im reifen Sportler-Alter von 31 Jahren hat Cristian Deville am Sonntag in Kitzbühel seinen ersten Weltcup-Sieg gefeiert. Der Italiener gewann den Slalom auf dem legendären Ganslernhang vor allem dank eines starken zweiten Durchgangs überlegen 0,72 Sekunden vor dem Tiroler Mario Matt. Der Kroate Ivica Kostelic wurde Dritter und übernahm die Führung im Gesamt-Weltcup.

Der bisherige Leader Marcel Hirscher fädelte im zweiten Durchgang ein und schied damit wie vor einer Woche in Wengen aus. Die Kitzbühel-Rennen gingen bereits zum dritten Mal in Serie ohne ÖSV-Sieg zu Ende, für den bis dato letzten hat Klaus Kröll im Super-G 2009 gesorgt.

Kostelic gewann die klassische Kombination von Kitzbühel vor den beiden Schweizern Beat Feuz und Silvan Zurbriggen und sammelte damit am Sonntag gleich 160 Punkte. Der Titelverteidiger ist wie vor einem Jahr voll auf Kurs Richtung Große Kristallkugel, sein Guthaben auf Hirscher beträgt nach dem Hahnenkamm-Wochenende 130 Zähler. Auch in der Slalom-Wertung hat Kostelic klar die Nase vorne, er führt 175 Punkte vor Deville und 185 vor Hirscher. Im Herren-Weltcup geht es schon am Dienstag mit dem nächsten Slalom-Höhepunkt in Schladming weiter.

Fehlerfrei

"Der zweite Durchgang war wahnsinnig gut", frohlockte Premieren-Sieger Deville. "Ich bin vom ersten Tor weg richtig in Schwung gekommen. Ich habe volles Risiko genommen, aber keine Fehler gemacht", meinte Deville, der erste italienische Kitzbühel-Sieger seit Kristian Ghedina (Abfahrt 1998). Warum erst jetzt der Knoten so richtig geplatzt ist, konnte Deville nicht wirklich erklären. "Ich habe eigentlich trainiert wie immer. Wahrscheinlich hilft mir aber die Erfahrung entscheidend weiter."

Matt war nach der Führung nach dem ersten Durchgang auf dem Weg zu seinem zweiten Sieg in Kitzbühel nach 2000. Im Finale war aber dann gegen Deville kein Kraut gewachsen. "Deville hat einen Wahnsinnslauf gehabt. Er hat voll riskiert und es ist alles aufgegangen", wusste Matt. Für den Sieg fehlte dem Tiroler die allerletzte Entschlossenheit. "Wenn man gewinnen will, muss man auch einen Ausfall riskieren. Das habe ich nicht gemacht. Aber jetzt habe ich wichtige Punkte gemacht und im nächsten Rennen in Schladming werde ich voll attackieren", versprach Matt.

Selbsterfüllende Prophezeihung Einfädler

Einen alles andere als leichten Sonntag hatte Hirscher. Zunächst die Diskussionen um seinen Einfädler beim Sieg am 5. Jänner in Zagreb, dann ein Fast-Einfädler gleich beim allerersten Tor im ersten Lauf und dann ein echter, glasklarer Einfädler im zweiten Durchgang. "Wenn jeder übers Einfädeln redet, dann tu' ich mir dann auch schwer, von den Toren wegzubleiben", sagte Hirscher.

"Die Umstände der letzten Tage waren schon sehr kurios. Ich habe mich riesig auf dieses Rennen gefreut und dann kommt so eine Schlagzeile", ärgerte sich Hirscher über einen Artikel der "Kronen Zeitung". Vor allem deshalb, weil am Sonntag auch FIS-Renndirektor Günter Hujara nach Studium der Zagreb-Bilder des ORF bestätigte, dass Hirscher nicht eingefädelt habe. Hirscher sieht damit das Thema Zagreb vom Tisch gewischt: "Das war eindeutig korrekt."

Kostelic brummig

Kostelic, sein größter Rivale im Slalom, sieht das anscheinend ganz anders. Der Kroate ließ Hirscher und Felix Neureuther, der aber laut Hujara ebenfalls nicht eingefädelt hat, wissen: "Es ist nur ein Rennen, aber die Schande währt ewig." Kostelic, in Zagreb hinter Hirscher und Neureuther Dritter, sieht sich anscheinend um seinen heiß ersehnten Heimsieg betrogen. Sportlich hat sich Kostelic voll auf den Slalom konzentriert, die Kombi will er nicht im Hinterkopf gehabt haben. "Der Weg Richtung Gesamt-Weltcup stimmt", zeigte sich der Titelverteidiger zuversichtlich.

Vedran Pavlek vom kroatischen Verband nahm Hirscher nicht ab, dass der Salzburger einen Einfädler nicht spüre: "Ich war selbst Rennläufer. Ich denke, dass ein Athlet das spürt und danach nicht weiterfahren sollte." Pavlek will in naher Zukunft die Zagreb-Bilder noch einmal genau studieren und danach über weitere Maßnahmen nachdenken. Das Klima zwischen den Teams aus Österreich und Kroatien war auf jeden Fall schon einmal besser.

Zweitbester Österreicher im Slalom war überraschend Wolfgang Hörl als Achter, der Salzburger setzte mit Laufbestzeit im zweiten Durchgang endlich seine teilweise sensationellen Trainingsleistungen ins Rennen um. Benjamin Raich wurde Zehnter, Manfred Pranger Elfter und Reinfried Herbst sammelte als 13. zumindest Selbstvertrauen. Bester Österreicher in der Kombi-Wertung war Romed Baumann als Sechster. (APA)

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Wenn Vedran Pavlek meint, dass man einen Einfädler immer spürt, warum ist dann sein "Superstar" z.B. letzte Saison in Kranjska Gora noch ins Ziel gefahren (im übrigen mit vermeintlicher Bestzeit)?

War das..

..."Seitenblicke" mit Ski-Untermalung? War der eigentliche Zweck der Übertragung, so viele Promis und Adabeis wie möglich zu zeigen?

Das wird immer ärger.

bin schon gespannt, wann der erste wegen nichteinhaltung des rauchverbots der kitzbüheler adabeis anzeigt :D ist ja im moment in, leute, die man im fernsehen sieht, anzuzeigen. sagt mmn. auch viel über unseren zeitgeist aus, btw.

sehr netter bursche

dieser deville. konnte auch überraschenderweise sehr gut deutsch. und sein 2. lauf war einfach unkaputtbar. der beste hat heute gewonnen.

Wie gestern auch

da hat auch der Beste verdient gewonnen.

Glanzleistung vom ORF

Polzer wirkt, als würde er am Stammtisch sitzen und dabei eine TV-Übertragung für seine Tischnachbarn kommentieren.

Statt vom sportlichen Event zu berichten, opfert man die Hälfte des zweiten Laufs für sinnlose, fade Berichterstattung.

Immer wenn man denkt, schlimmer kann es mit dem ORF-Sport nicht mehr werden, beweisen sie, dass es doch geht.

breaking news: der maulwurf kommt aus den eigenen reihen!

Ich liebe...

...Oliver Polzer. Ich liebe seine Sprüche, seine Schmähs mitm Sykora und Anekdoten.
Wenn ich einen Sportkommentator hören will, der nur das erzählt, was eh am TV JEDER sieht, dann schalt ich zu den Deutschen um.

Polzer beim Skifahren, Polzer beim Fußball - ein Traum!

Wer sich über die ORF-Reporter aufregt, der sollte mal bei ARD oder ZDF vorbeischauen. Die dortigen Reporter "glänzen" durch ihr absolutes Desinteresse am alpinen Skisport und sind nur in der Lage, nichtssagende Phrasen abzusondern.

Beim ORF gehts lustiger zu - meistl auch kompetenter.

Danke dir oliver und prost!

der herr pavlek musste es ja wissen, nachdem er so eine glorreiche slalomkarriere hinter sich gebracht hatte ...

http://tinyurl.com/6mw5yvj

naja, sein's nicht so streng mit ihm

einen 80. platz als bestes karriereergebnis hat auch nicht jeder...

http://tinyurl.com/7haf55p

Kostelic ist ein Heuchler

und sie ein Quacker mit Hirnschwund!

ihr solltet einmal einen blick ins kroneforum zu diesem thema wagen, wahrlich haarsträubend...

krone weder auf Papier noch online (inkl. foren) ansehen!

Au ja,

das ist eigentlich beschämend.

Verständnisfrage

Warum werden eigentlich in Printmedien ständig Fernsehinterviews Wort für Wort nachgedruckt?
Also mich nervt das irgendwie...

Loriot forever!

War ein Scheisstag, oder?

Ich wollte eigentlich zu Gary Grantscherbns Post antworten... da bin ich wohl verrutscht! ;)

Scheiß-Tag nicht, aber ein langweiliger Sonntag!

diese Rotweißkarierten gehen mir echt auf den Geist. Egal ob die Akteure selbst oder ihre nationalistischen Freunde. Und wenn ich noch oft seine Schwester mit ihren Zopferln und eingepackt ins karierte Tischtücherl anschauen muss, werd' ich noch wahnsinnig. Ich weiß nicht, was da so spannend sein soll.

die mieseste Übertragung eines Weltcup-Slaloms. Aber Gott sei Dank durften wir alle 3 Minuten eine ORF-Tussi in Zipfelmütze bewundern. Den Verein am Küniglberg sollte man wirklich auflösen und diese Idioten an die frische Luft setzen. Unpackbar.

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