EU-Votum als "Signal an Südosteuropa"

23. Jänner 2012, 17:40
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Gegner zweifeln Legitimität des kroatischen Referendums an - Wahlbeteiligung lag bei unter 50 Prozent

Zwei Drittel der Kroaten stimmten am Sonntag für den EU-Beitritt im Juli 2013. Kommission und Rat betonten die Vorbildwirkung für die Region. Allerdings lag die Beteiligung bei nicht einmal 44 Prozent.

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Zagreb - Trotz der Freude über den positiven Ausgang des Referendums zeigten sich Kroatiens Politiker enttäuscht über die geringe Beteiligung am Sonntag. EU-Gegner zweifeln sogar die Legitimität Volksabstimmung an, weil nicht mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten zur Abstimmung gingen. 66,25 Prozent waren für den Beitritt, 33,15 Prozent dagegen. Die Wahlbeteiligung betrug 43,67 Prozent. 4,5 Millionen Kroaten, inklusive der Diaspora, sind wahlberechtigt, jedoch sind die Wahllisten nicht aktuell und listen die Bürger teilweise doppelt auf oder registrieren Verstorbene. Kroatien hat 4,4 Millionen Einwohner.

Kommentatoren versuchten die niedrige Wahlbeteiligung mit der schlechten wirtschaftlichen Situation in Kroatien und der EU zu erklären, aber auch mit einer Übersättigung am Wählen. Erst vor eineinhalb Monaten hatten Parlamentswahlen stattgefunden.

Der neue kroatische Premier Zoran Milanović sprach von einem "historischen Moment" : "Denn diese Entscheidung haben wir allein getroffen. Für Erfolg und Misserfolg sind wir selbst verantwortlich." Außenministerin Vesna Pusić sprach von einer guten Nachricht an Europa.

Auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy begrüßten das Ergebnis. Sie betonten, dass der künftige EU-Beitritt Kroatiens ein "klares Signal an die gesamte Region Südosteuropas" sende. "Es zeigt, dass durch politische Courage und entschiedene Reformen die EU-Mitgliedschaft greifbar ist."

Der Kroatienberichterstatter des Europäischen Parlaments, Hannes Swoboda, freute sich darüber, dass die EU"nach wie vor als Voraussetzung für die positive Entwicklung der europäischen Staaten gesehen wird" . Die gegenwärtigen Probleme der EU hätten aber die niedrige Teilnahme mitverursacht. Die Regierung in Zagreb müsse nun den Kampf gegen die Korruption und die Justizreform umsetzen. Der Beobachtungsprozess durch die EU-Kommission werde dabei helfen.

"Weitblick der Kroaten"

Außenminister Michael Spindelegger lobte die "Reife und den Weitblick" des kroatischen Volkes. "Mit Kroatien heißen wir enge Freunde und Nachbarn in der europäischen Familie willkommen." Spindelegger versprach, dass Österreich als einer der ersten EU-Staaten den EU-Vertrag ratifizieren werde.

Kroatien begann die Beitrittsverhandlungen im Oktober 2005, sie wurden im Juni 2011 abgeschlossen. Es waren die bisher längsten, die ein EU-Kandidat führte. Der Beitritt soll am 1. Juli 2013 erfolgen, Kroatien nimmt aber als Beobachter schon an Treffen teil. (APA/DER STANDARD, Printausgabe, 24.1.2012)

Kommentar posten
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dacko
00
27.1.2012, 14:37

Es wird Zeit für einen EU Pass. Ehrlich, es sollte nur noch die Nationalität Europäer geben! Und wir sollten eine überall gültige Amtssprache als Zweitsprache einführen. Das sollte helfen um die alten Barrikaden abzubauen.

kroate061
00
26.1.2012, 11:48
ob das gut geht?

Zoran und wir Kroaten können vieles aber dieses bankrotte in sich zerfallende Gebilde (EU) aus dem Dreck zu ziehen das wird verdammt schwer.

lala
00
28.1.2012, 08:23

wie jetzt? mal ist der zoran ein roter kommunist und mal der helfer von 0815kroate, sie sollten sich entscheiden und sich nicht im 14 tägigen rythmus wiedersprechen!

Heinrich Löffler
00
25.1.2012, 11:12
Korrekte Wählerlisten - Auslandskroaten

Ich denke, dass einige Prozent bei der Wahlbeteiligung verloren gegegangen sind, da die Wählerlisten nicht auf dem aktuellen Stand sind. Scheinbar ist die Gruppe der Auslandskroaten recht groß. Und hier ist auch ein Problem: Kaum einer meiner kroatischen Bekannten wußte wie oder auch wann abstimmen ist. Hier haben die Verantwortlichen für die Wahl einen lausigen Job gemacht und Ihre Leute schlecht bis gar nicht informiert. Wir mussten uns aktiv im Konsulat informieren, sonst wär das nicht geworden.

sunny ...
02
24.1.2012, 12:45
Viel Spass den Kroaten!!!!

Sie zahlen ab 2013 5€ für Zigaretten, 1,4 € für Benzin 80€ für ne vignette......... und wir zahlen weil sie es bald nicht mehr zahlen können!!!!

kroate061
101
24.1.2012, 08:18
Hurra, um 19:30 war der EU-Beitritt Kroatiens amtlich

Die kroatische nation wird ab 19:30 offiziell Bestandteil der EU sein und das ist auch gut so. Osmanen Ungaren Habsburger und zuletzt die Jugos konnten das nach freiheit und demokratie strebende kroatische volk nicht unterkriegen.Am ende hat wie immer das gute über das böse gesiegt.es ist fast wie im märchen.Ich würde zugern einigen postern hier taschentücher zureichen das sie sich den schaum vorm mund abwischen können.

sunny ...
12
24.1.2012, 12:32
Jugos konnten das nach freiheit und demokratie strebende kroatische volk nicht unterkriegen????

Tito war ein Kroate!!!!!

Heinrich Löffler
00
25.1.2012, 10:58
Die Nachfolger Titos waren das Problem

Tito war eine Integrationsfigur für alle Nationalitäten in Ex-YU. Wengleich auch er ein Menge Dreck am Stecken hatte.
Das Problem enstand aber erst nach seinem Tod, als großserbische Begehrlichkeiten nicht mehr übertüncht werden konnten. Das Streben Serbiens nach Vorherschaft in YU öffnete alte Wunden und forcierte die Unabhängigkeitsbestrebungen der einzelnen Republiken.

(.) (.)
01
26.1.2012, 12:00

Tudjman wurde bereits 1967 aus der jugoslawischen KP wegen seiner gross-Kroatien Agitation ausgeschlossen.

1971 wurde er zum ersten Mal aus diesem Grund zu einer Gefängnisstrafe verurteilt

1981 wurde er wieder zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

Tito starb 1980.

Tudjmans Hass auf die Serben war nicht wegen irgendwelcher "grosserbischer Pläne", sondern aufgrund seiner eigenen radikalen nationalistischen Einstellung.

Leider konnte er viele Kroaten für seine Ideen begeistern.

ninebail
00
24.1.2012, 17:42
du kannst doch nicht von einem kroaten auf alle schliessen

das zählt für tito und auch bitte für "kroate061"

EU-Austretter
24
24.1.2012, 10:23
Kasperl und das Krokodil oder die gute EU - Moralverstaendnisse von Hollywood-Schauern und kleinen Kindern

Sie sollten lieber weniger Hollywoodfilme anschauen, wo auch immer die "Guten" gewinnen. Auch wenn die "Guten" bloss menschenrechtsferne Geheimdienstler sind, die wieder einmal die Welt vor den gar schroecklichen Terroristen (ohnehin auch nur Geheimdienstler in anderer Uniform) retten.

Die europaeischen Filme sind oft realistischer.

Fuer ein freies und friedliches Europa und deswegen gegen die EU!

Aca Rankovic
34
24.1.2012, 02:45

Griechenland lässt grüssen, und das ist erst der Anfang...

ninebail
00
26.1.2012, 06:25
also, allein wenn ich mir schon deinen account ansehe, ist doch schon alles klar

aber wie kanns sein das gerade sie sich immer beschweren wenn den serben der kandidatenstatus verwehrt wird. "merkel so und so..."
"sarkozy hier und da...blabla"
und jetzt wird der spiess umgedreht?
ihr würdert doch selber gern in die EU....dürft aber nicht.
und wenn sie der meinung sein sollten das kroatien nicht gut für die EU ist...wieso sollte serbien nur einen deut besser sein?
und morgen gibts beim handball aufs maul...

Rudolfo Karellowitsch
40
24.1.2012, 09:22
du host valuan,

wia nua ana valian kau, ...

abrakadabra3
04
23.1.2012, 22:34

Der Grund an der niedrigen Wahlbeteiligung liegt einfach darin, dass es wurscht ist, wie das Referendum ausgefallen wär.
Kroatien wäre auch bei mehrheitlich Negativ-Stimmen in die EU gekommen. Wir haben sowas ähnliches ja schon bei Irland gesehen.

Dieses Referendum ist mehr als lächerlich, es würde sooft wiederholt werden, bis ein positives Ergebnis erzielt wird.

Wieso sollte ich meine kostbare Zeit, auch wenns nur 30 Minuten sind, dafür aufwenden, etwas zu wählen, was sowieso schon feststeht?

abrakadabra3
00
23.1.2012, 22:32
Ich weiß nicht, was hier so viel diskutiert wird...

Jefimija
13
23.1.2012, 20:31

Kroatien wird im Juli 2013 das 28. Mitgliedsland der Europäischen Union werden.
Gratulation! Nur wofür?
Das Land erfüllt also mittlerweile alle Bedingungen für einen Beitritt: umso interessanter ist aber, dass die "kroatischen Tatsachen": hohe Staatsverschuldung, viele Arbeitslose, gut florierende Korruption und ein mangelhaft für Menschenrechte von HRW bei der EU überhaupt nicht angeprangert wurden.

Heinrich Löffler
00
25.1.2012, 11:05
Das ist falsch

- Im Gegensatz zu z.B. Italien gibt es Prozesse gegen korrupte Politiker. Sanader sitzt - und Belusconi macht weiter Bunga Bunga, Haider kann nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden.
- Kroatien hat letzendendes voll mit DenHaag kooperiert. Verantwortliche für Kriegsverbrechen habe hohe Haftstrafen erhalten.
- Arbeitslosenrate ist auch nicht höher als in anderen, viel größeren Mittelmeerländern der EU
- Die Verschuldungsrate liegt im EU-Durchschnitt

Kroatien wurde 7 Jahre lang durchleutet und auch unter Druck gesetzt. kroatien hat harte Reformen durchgeführt, die RUM oder BUL nie machen mussten. Slowenien hat 2 Jahre lang mit fadenscheinigen Argumenten einen Beitritt verhindert.

ALLES WIRD GUT!

being me
 
11
23.1.2012, 18:56
weg mit der "demokratie"

ich finde, jeder sollte gezwungen sein zu wählen.
ja.... nein... neutral
aber nicht hinzugehn ist "demokratiefeindlich"
meine eltern stimmten mit ja und ich kann wenigstens meinen "danke für die eu" blick auf sie niederprasseln lassen ;(
woha ich bin so froh , dass wir in der eu sind , weil sich jetzt menschen mit viel geld VIEL leichter den rest aneignen können... gott sei dank verdiene ich genauso viel geld wie vor der eu und bezahle für alles immer mehr.... ist echt toll milliarden da und dort hin zu senden und alle zu retten... ich fühle mich aber irgendwie nicht wie ein held.... eher veräppelt
.... jaja ich weiss eh , dass ich ein depperl bin und die eu so gscheid.... ja, mama ich hab doch eh keine ahnung wie super die eu is..paastscho

politint
13
23.1.2012, 17:53
Hrvatska/Referendum

HURRA !!!! Noch ein Staat für den wir zahlen dürfen.

Raptor Jesus
01
23.1.2012, 16:41
Freut euch, Kroaten.

Andere Länder wie Serbien und Mazedonien haben es nicht so leicht und werden es vorraussichtlich niemals schaffen.
(Mazedonien vielleicht, wenn Griechenland aus der Landkarte "verschwindet")

John Malkovich
01
23.1.2012, 18:33

ja, der Namensstreit um Mazedonien/Makedonien mit Griechenland ist so eine Geschicht... aber Slowenien und Kroatien haben ihre kleinen Grenzstreitigkeiten ebenfalls rasch beigelegt. Natürlich wird auch Serbien eines Tages EU Mitglied sein - auch wenn es noch bis dahin einen weiten Weg zu gehen hat. Um das arme Albanien schaut es erheblich schlechter bestellt aus.

Einmaliges Kommentar
 
33
23.1.2012, 16:21
Ich bin stolz darauf, dass die Mehrheit der Kroaten für den EU-Beitritt sind

Der Grund, warum realtiv wenige Kroaten gewählt haben, ist meiner Meinung nach, genau die Tatsache, dass alle "wussten", dass beim Referendum eine große Mehrheit der Bevölkerung ein deutliches, klares "JA" sagen werden. Ergebnisse der Meinungsforschungen haben das immer nur bestätigt. Das hat sehr viele Menschen faul gemacht: "Na ja, es wird sowieso "JA" gewählt, warum muss ich auch noch dazu wählen", war die Einstellung von 4 Verwandten von mir. Weiters, z.B. in Österreich, konnte man nur in Wien wählen, also es war schon relativ teuer für einige Kroaten in Ö, die in Graz, Klagenfurt, Salzburg usw. wohnen, zu wählen. Ich bin selbst von Graz nach Wien gegangen, konnte aber leider nicht wählen, weil ich unerwartet zu spät gekommen bin:(

Prof. Wolf
54
23.1.2012, 16:15
Von den Wahlberechtigten waren knapp 29% für den Betritt, 14,5% dagegen, dem Rest war es egal!

Also waren defacto 85,5% pro Eu beziehungsweise es macht ihnen nichts aus.
Für mich zeigen die diversen Threads heute folgendes: die Eu-Gegner sind schlechte Verlierer, die die Demokratie nur begrüßen wenn in ihren Sinne entschieden wird und bevor mir jetzt jemand mit "ja aber Irland" oder so kommt, da wurde beim zweiten Mal über einen neuen, veränderten Vertrag abgestimmt.
Ich persönlich freue mich, dass etwas was schon lange Überfällig war beschlossen wurde und heiße die Kroaten in der Eu willkommen.

John Malkovich
00
23.1.2012, 18:56

das Argument der schleppenden Wahlbeteiligung hinkt tatsächlich etwas. In den USA gehen traditionell auch nur rund 40% aller US Wähler zu den Kongresswahlen (midterm election). Das Wahlergebnis und die Verteilung der Sitze im Kongress ist deshalb jedoch nicht weniger gültig! Man kann und darf natürlich Mutmaßungen darüber anstellen warum die Menschen nicht Wählen gehen (sei es das Wetter oder schlicht 'die da in Brüssel'!? - what ever) ... Nichtwähler nehmen sich im politischen Prozess nun mal selbst aus dem Spiel und finden d.h. mangels selbsternannten gesetzlichen Vertreter auch kein Gehör! btw... welcome to the club ;)

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