Mitfavorit eiskalt erwischt - Gastgeber Äquatorialguniea besiegt Libyen durch spätes Tor mit 1:0
In Äquatorialguinea wurden am Samstag die 28. Afrikameisterschaften eröffnet. In der ersten Begegnung des Turniers besiegte die Mannschaft des Co-Gastgeberlandes die Mannschaft aus Libyen mit 1:0 und versetzte 35.000 Zuseher in Bata in Jubelstimmung.
Das Spiel zwischen den beiden Außenseitern der Gruppe A gestaltete sich nicht als der erhoffte Auftakthit, bot allerdings eine spannende Schlussphase. Das entscheidende Tor in einer mäßigen Partie erzielte der in Portugal engagierte Starspieler Balboa erst in der 87. Minute. Es war der erste Sieg überhaupt bei einem Afrika Cup für die "Nzalang
Nacional", die sich noch nie für das Kontinentalturnier qualifizieren
konnte.
Für Libyen, das 2011
durch den Sturz von Diktator Muammar al-Gaddafi ein schicksalhaftes Jahr
durchschritt, ist die Auftaktniederlage eine herbe Enttäuschung. Äquatorialguinea hat sich hingegen eine gute Ausgangsposition für das Erreichen des
Viertelfinales erspielt. Das Team des
brasilianischen Trainers Gilson Paulo, der erst vor drei Wochen das
Traineramt übernommen hatte, hätte
zwei Minuten nach der Führung im Estadio de Bata nach einem Konter sogar noch
erhöhen könnnen, der eingewechselte Narcisse Ekanga traf aber nur die Latte. Schon in der ersten Hälfte war Äquatorialguniea ein Tor wegen einer umstrittenen Abseitsentscheidung aberkannt worden
Sensation im zweiten Spiel
Titelanwärter Senegal musste im ersten Spiel gegen das als gefährlichen Außenseiter gehandelte Sambia eine Schock-Niederlage hinnehmen.
Sambia erwischte durch frühe Tore von Mayuka (12.) und Kalaba (20.) den Turnier-Mitfavoriten eiskalt. In der gesamten Qualifikation hatte der Senegal nur zwei Treffer erhalten, hier war dieser Stand schon nach 20 Minuten eingestellt. Trotz Stars wie Moussa Sow (bisher Lille, derzeit bei Fenerbahce und Liverpool im Gespräch) und Demba Ba (Newcastle) in der Startaufstellung sah das Team vor allem vor der Pause extrem schlecht aus. Trainer Armara Traore tauschte nach einer halben Stunde und zur Pause je einen Mittelfeldspieler aus. Seine Mannschaft kam dadurch deutlich besser ins Spiel. Währenddessen machte das Team von Herve Renard nicht das Maximum aus der Überlegenheit vor der Pause.
Nach dem Seitenwechsel übernahm der Favorit zunehmend das Kommando und warf alles nach vorne. Sow (52.) und Ba (65.) vergaben aber Chancen zum Anschlusstreffer. Mit Papiss Demba Cisse (gerade von Freiburg zu Newcastle gewechselt) kam ein weiterer Starstürmer für Sow (66.). Unmittelbar danach köpfelte Ba nach dessen Vorlage aus kurzer Distanz an die Latte. Sambia konnte sich kaum noch befreien, wirkte auch körperlich am Ende. In der 73. Minute gelang dem auffällig spielenden Dame N'Doye (FC Kopenhagen) dann auch der verdiente Anschlusstreffer.
Die Schlussoffensive Senegals brachte allerdings nicht mehr den erhofften Ausgleich. Auch weil Reklamationen von N'Doye in der 84. Minute wegen eines angeblichen Fouls im Strafraums vergeblich blieben. Die Löwen von Teranga brauchen damit im nächsten Spiel (Mittwoch) gegen Gastgeber Äquatorialguniea bereits dringend einen Sieg. Sambia kann gegen Libyen die Weichen endgültig auf Gruppensieg stellen.
Der Afrika Cup wird vom 21. Januar bis
zum 12. Februar in Äquatorialguinea und Gabun ausgetragen. (tsc)
Gruppe A in Bata:
Äquatorialguinea - Libyen 1:0 (0:0)
Tor: Balboa (87.)
Senegal - Sambia 1:2 (0:2)
Tore: N'Doye (73.) bzw. Mayuka (12.), Kalaba (20.)