Vor Kanzleramt in Berlin

Tausende demonstrierten gegen Agrarpolitik

21. Jänner 2012, 15:44

Ministergipfel am Rande der Grünen Woche - Forderung nach Neuausrichtung der Landwirtschaft

Berlin - Mehrere tausend Menschen haben am Samstag in Berlin am Rande der Grünen Woche (Messe für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau) gegen die deutsche und internationale Agrarpolitik demonstriert. Nach Veranstalterangaben zogen 23.000 Bauern, Umwelt- und Tierschützer sowie Verbraucher unter dem Motto "Wir haben es satt - Bauernhöfe statt Agrarindustrie!" vor das deutsche Kanzleramt. Sie forderten von Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Neuausrichtung der Landwirtschaftspolitik.

Parallel zu dem Agrarministergipfel in Berlin hatte ein Bündnis aus mehr als 90 Organisationen zu der Großdemonstration aufgerufen. Die Aktivisten werfen der deutschen Regierung vor, bei der Reform der EU-Agrarpolitik "Steigbügelhalter für die Agrarindustrie" zu sein, statt die Forderungen der Zivilgesellschaft durchzusetzen. Die Agrarzahlungen müssten an ökologische, soziale und Tierschutzkriterien gekoppelt und für Großbetriebe gedeckelt werden, lautet die Forderung. Sämtliche Subventionen für den Agrarexport seien zu stoppen.

Agrarministergipfel

Landwirtschaftminister aus mehr als 70 Ländern trafen sich am Samstag am Rande der Grünen Woche in Berlin. Im Mittelpunkt des Agrarministergipfels, an dem auch viele Vertreter aus Entwicklungs- und Schwellenländern teilnehmen, standen die weltweite Ernährungssicherung und der Kampf gegen den Hunger. Die Ergebnisse des Treffens sollen nach Angaben von der deutschen Fachministerin Ilse Aigner unter anderem auf der UNO-Konferenz für nachhaltige Entwicklung im Juni 2012 diskutiert werden.

Anlässlich der Ministertagung richtete Petra Bayr, SPÖ-Bereichssprecherin für Globale Entwicklung, den Teilnehmern per Aussendung aus, dass "diese Gespräche rund 7 Milliarden Menschen betreffen" und sich die Minister daher "unbedingt ihrer großen Verantwortung" bewusst sein müssen. "Fruchtbarer Boden, die Grundlage für Nahrung wird - bedingt durch die Klimaerwärmung, Verwüstung und Erosion - immer mehr zu einem knappen Gut. Darum sind die Landwirtschaftsminister dieser Welt gefordert Maßnahmen dafür zu setzen, dass diese Böden intelligent, nachhaltig und menschenrechtlich verantwortungsvoll genutzt werden", so Bayr am Samstag. Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich (V) hatte der Grünen Woche bereits am gestrigen Freitag einen Besuch abgestattet. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 27
1 2
m0nk
00
22.1.2012, 10:47
Freihandel macht hungrig

"Die Dumping- und Freihandelspolitik der Europäischen Union ist nicht nur moralisch, sondern auch völkerrechtlich problematisch. So fördert sie etwa den Export subventionierter Landwirtschaftsprodukte. Gerade in Entwicklungsländer gefährdet dies das Menschenrecht auf Nahrung – und schädigt zudem ganze Volkswirtschaften. Von Armin Paasch"

http://www.woz.ch/lmd/lmd.php

Jo H
06
22.1.2012, 09:27

die viel zu hohen landwirtschaftsförderungen sind in wirklichkeit versteckte förderungen für die riesige kunstdünger, saatgut, die landmaschinen und die pharmaindustrie.
und denen ist eine gesunde erde egal.
im gegenteil. umso kranker das system, umso mehr verdienen sie.

www.stattnetz.de
04
22.1.2012, 10:11

Da haben Sie vollkommen Recht.
Durch industrielle Landwirtschaft ist der Humusgehalt in Ackerböden meist auf Werte zwischen 1-2% gesunken, unterhalb von 1% redet man von Wüste.
Die Böden sind durch schwere Landmaschinen meist bis in 1,7 Meter Tiefe verdichtet.
Es wird Jahrzehnte wenn nicht Jahrhunderte dauern, diese Böden wieder in fruchtbares Land zu wandeln.
Nur wegen der noch spottbilligen Erdölpreise ist die industrielle Landwirtschaft überhaupt noch so grenzrentabel, daß ihre Finanzierung über Subventionen einigermaßen möglich ist.
Mit dem Ende des Erdölzeitalters wird auch unausweichlich das Ende dieser Form der Landwirtschaft kommen. Mit jedem Nutzungsjahr bis dahin werden die Schäden am Boden furchtbarer.

eknaDNovember
01
21.1.2012, 20:04
Alles Ist Windhauch
 
15
21.1.2012, 19:28
Endlich wird gegen die Agrarpolitik und Agrarbürokratie protestiert...denn kein Landwirtschaftsminister dieser Welt ist so lange Minister wie ein Landwirt Landwirt ist

Es ist daher anzunehmen, daß der Bauer viel bessr Bescheid weiß was, wann wo , wie angebaut werden kann, als der Minister und sein Agrarbürokratenstab zusammen.Kein Betrieb einer anderen Branche würde es hinnehmen, wenn sich eine immer penetrantere Bürokratie in seine Angelegenheiten einmischen würde, Das geht nur bei den Bauern, die man sich mit Subventionen gefügig gemacht hat.Diese Agrarförderung ist an sich eine Frechheit,weil sie durch nichts gerechtfertigt ist und nur die Agrarbürokratie begründet.Kein LM dieser Welt und auch kein Agrarbürokrat ist in der Lage die Ernährung der Menschen dieser Welt zu gewährleisten, das können nur die Bauiern und daher müssen wir alles tun um den Bauernstand frei und unabhängig zu machen. Revolution!

lekmido amars
12
22.1.2012, 08:17
Da bin ich anderer Meinung.

Die Alternative zur Subventionspolitik kann nur heißen höhere Preise. Und da Lebensmittel für alle leistbar sein sollten, ist das derzeitige System - obwohl anscheinend alle damit unzufrieden sind - eigentlich alternativlos. Wenn auch verbesserungsfähig, was Verteilung und Bürokratie anbelangt. Was die Verteilung von Lebensmittel global betrachtet anbelangt, herrscht absolut Handlungsbedarf. Es kann nicht sein, dass Länder, in denen massenweise Menschen verhungern, Lebensmittel exportieren, weil ausländische Investoren riesige Ländereien kaufen, in denen die Einheimischen für einen Hungerlohn arbeiten.

Grammelschmalzbrot
10
22.1.2012, 10:41
Die Alternative zur Subventionspolitik kann nur heißen höhere Preise.

Die bezahlen wir ja ohnehin, nur eben nicht am Ladentisch. Die Subventionen kommen ja auch über die Steuern aus unserer Geldbörse.
Dieses Subventionssystem allerdings nimmt uns die Macht durch unsere Kaufentscheidung über die Produkte zu entscheiden - gefördert wird nach Tabellen in Brüssel- Dies ist Marktverzerrend und wohl schuld an die jahrzehnten andauerne Landbaukriese.

lekmido amars
00
24.1.2012, 09:32
Natürlich,

aber nicht jeder sein eigenes Essen. Jener, der mehr verdient, bezahlt so indirekt mehr und jemand, der wenig verdient und viel braucht, wie alleinverdienende Mütter beispielsweise, im Verhältnis weniger. Mit seiner Kaufentscheidung kann man auch so den Markt etwas regulieren, wenn auch nicht zu 100 %. Wichtig ist eine Ökologisierung, dass der größte Milchviehbetrieb der Welt in der Wüste steht mit wassergekühlten Kühen ist nicht einzusehen, ebenso der Raubbau an der Natur, der Einsatz von umweltschädlichen Stoffen, usw. Es geht hier nicht nur um billige Lebensmittel, es geht um den Planeten insgesamt und hier ist politischer Einfluss unabdingbar. Sofern er höheren Zielen dient.

Salz Burger
11
21.1.2012, 23:28

Bauern im Sinne von Ureinwohner auf dem Land, waren nie selbständig und unabhängig. Früher mussten sie halt dem Adeligen dienen und dem Kaiser als Zwangsrekruten für die vielen Kriege dienen, heute glauben viele Bauern, die Politiker würden ihnen helfen. Die hohe Politik-Gläubigkeit und -Abhängigkeit vieler Bauern ist erschreckend.
Glücklicherweise werden auch bei uns immer mehr Bauern zu landwirtschaftlichen Unternehmern, die betriebswirtschaftlich denken. Denen ist die Politik ziemlich wurscht, die würden auch ohne Förderungen schöne Gewinne machen und die Betriebe weiter ausbauen.

chezgarando
01
22.1.2012, 01:37
jetzt hakts aber ordentlich

jeder bauer ist schon lange selbständig...aber das ist ja nichtmal das thema hier
hier geht es um agrarindustrie vs. landwirtschaft

soll das essen in der fabrik oder am bauernhof hergestellt werden?

Fritz094
 
82
21.1.2012, 21:22

Unabhängiger und freier Bauernstand? Durch Subventionen gefügig gemacht?

Das meinen sie doch nicht ernst.
Wie lange denken sie, könnte das Kleinbauerntum gegen die Agrarindustrie konkurrieren? Eine Woche, zwei vielleicht?

Nein, diese Bauernschaft existiert allein aus dem Grund, dass sie mit Subventionen gefüttert wird. Es mag sich teils lohnen, gewisse Produkte aufgrund ihrer Qualität zu subventionieren, aber letztlich muss man anerkennen dass der Fortschritt auch vor der Landwirtschaft nicht halt macht.

Bernhard Marold
02
21.1.2012, 22:29
Wenn Sie sich da mal nicht irren.

Bauern können durchaus von dem leben, was sie produzieren, was man von einem Rechtsanwalt oder IT-Techniker nicht unbedingt behaupten kann. Die Subventionen sind nötig, solange Agrarprodukte aus Ländern mit niedrigeren Lebenshaltungskosten, unbesteuert importiert werden können, und das wiederum geschieht, damit die Lebensmittelpreise schön niedrig bleiben. Agrarindustrie ist keine Lösung. Abgesehen davon, dass diese Betriebe zu den grössten "Arbeitsplatz-Vernichtern" gehören, sind sie viel besser in der Lage, sich um Umwelt- und Gesundheitsauflagen herumzudrücken.

Salz Burger
01
21.1.2012, 23:30

Die Bauern können schon davon leben. Das konnten auch die selbstversorgenden Ureinwohner schon, die so gerne als idyllische Bauernhöfe dargestellt werden.
Wir Konsumenten hätten ein Problem, wenn die wenigen Prozent Bauern nur für sich selber sorgen würden. Da sind mir die heutigen Unternehmer, die möglichst viel erzeugen, schon lieber.

chezgarando
02
22.1.2012, 01:41
auch die

die ungenießbares fleisch in chemikalien waschen ums noch verkaufen zu können und so mehr fleisch für uns herzustellen?

und was ist mit denen die tiere quälen um mehr profit zu erwirtschaften?

Salz Burger
00
22.1.2012, 22:45

Sollte es ungenießbares Fleisch geben, kommt es nicht in den Handel. Es würde niemand kaufen.

Tierquälerei ist verboten. Gerade in den letzten Jahren hat sich die Lebensqualität von Nutztieren stark verbessert. Ich komme öfters an modernen Rinderställen vorbei. Die Kühe leben dort fast wie in der freien Natur, aber doch geschützt im Stall.
Von den finsteren Ställen, die noch vor 40 Jahren ganz normal waren, gibt es kaum mehr welche.

chezgarando
00
23.1.2012, 04:56
omg...sie naivling

genausogut könnten sie behaupten dass menschen in den neuen gefängnissen genauso gut leben wie draussen...ja dass sie fast neidisch sind nicht im gefängnis zu sein :-))

bei ihrem kommentar muss man sich ja fast fremdschämen

davon dass man hackfleisch heutzutage gern ammoniak zusetzt haben sie wahrscheinlich auch noch nie gehört

Salz Burger
00
24.1.2012, 00:18

Sie fallen auf einen alten Trick der sogenannten Tierschützer herein: Sie vergleichen Nutztiere, die es gar nicht gäbe, würden wir sie nicht zu diesem einen Zweck der Nutzung züchten und halten, mit Menschen.

chezgarando
00
31.1.2012, 05:49
ja und weil es

sie sonst nicht geben würde, darf man die jetzt quälen??? :]]]

Salz Burger
00
31.1.2012, 10:56

Natürlich nicht. Das ist auch nicht der Normalfall.

Leider finden Sie Tierquäler halt überall, im Nutztierbereich genauso wie bei Heimtieren.

Liebe Österreicher und Österreicher
09
21.1.2012, 22:09
?

Wo sehen Sie in der industriellen Landwirtschaft einen Fortschritt?
Zuviel Kraftfutter genascht?

Salz Burger
22
21.1.2012, 23:31

Vielleicht deshalb, weil wir mit der alten Landwirtschaft, wie sie heute so gerne dargestellt und von Biobauern häufig noch immer betrieben wird, alle zusammen hungern müssten.

chezgarando
25
22.1.2012, 01:44
das stimmt so aber nicht

wir wären nicht so fett und verfressen

wir würden fast vegetarisch leben

aber da verziehts ihnen die burgerfett-getränkten mundwinkel nach unten wenn sie das hören, oder? :-)

Salz Burger
00
22.1.2012, 22:42

Da wären wir vor allem krank. Eiweißmangel äußert sich in vielen Dingen.

Am Burger ist das ungesündeste übrigens das Brötchen, wegen der Kohlenhydrate. Fett braucht der Körper unbedingt und ohne Kohlenhydrate ist es viel gesünder.

Burger, wie sie in den großen Fastfood-Restaurants gemacht werden, sind übrigens recht fettarm. Im Vergleich zu dem Fleischlaiberl, das man so als traditionelles Gericht bekommt.

chezgarando
00
23.1.2012, 05:08
hat man ihnen als kind

einen marketing chip ins hirn...ähm...ins rückenmark gepflanzt???????

Salz Burger
00
24.1.2012, 00:19

Als ich Kind war, gab es noch gar keine chips.

Haben Sie zum Thema auch was zu schreiben? Oder zucken Sie nur aus, weil jemand nicht Ihrer Meinung ist.

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