Gingrich deklassiert Romney und siegt in South Carolina

22. Jänner 2012, 08:13

Das Rennen um die Kandidatur der Republikaner ist damit wieder offen

Columbia - Der Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner ist wieder offen: Der Ex-Chef des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich, hat die Vorwahlen im US-Staat South Carolina am Samstag (Ortszeit) ersten Ergebnissen zufolge klar gewonnen. Der bisher favorisierte Ex-Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney, gratulierte seinem Rivalen zu dem Erfolg.

Nach Ergebnissen aus rund zwei Dritteln der Stimmbezirke lag Gingrich mit rund 41 Prozent klar in Führung, wie CNN meldete. Romney erhielt demnach nur rund 26 Prozent. Der christlich-konservative Ex-Senator Rick Santorum kam auf 18 Prozent, der texanische Abgeordnete Ron Paul erreichte 13 Prozent.

"Danke, South Carolina"

Im Hauptquartier von Gingrich skandierten seine Anhänger "Newt, Newt", als die TV-Sender ihn zum Sieger erklärten. "Danke, South Carolina", erklärte Gingrich über den Online-Kurznachrichtendienst Twitter und bat um Spenden, um gegen den finanzkräftigen Romney weiter bestehen zu können. "Helft mir, in Florida den K.O.-Schlag zu setzen." In dem Staat gehen die Vorwahlen am 31. Jänner in die nächste Runde.

"Wir haben nicht das Geld, das mindestens einer der anderen Kandidaten hat", betonte Gingrich vor seinen Anhängern im Hinblick auf den Multimillionär. "Aber wir haben Ideen und wir haben Menschen." Gingrich warnte vor einer Wiederwahl von Präsident Barack Obama. Obamas erste Amtszeit sei ein "Desaster" gewesen, sagte Gingrich am Samstagabend (Ortszeit) in seinem Hauptquartier in Columbia. "Denkt nur daran, wie radikal er in einer zweiten Amtszeit sein würde." Der Ex-Chef des Repräsentantenhauses wetterte auch gegen die "Eliten in Washington und New York", die "Amerikaner am Amerikanisch-Sein hindern" wollten.

Selbst seine Ex-Frau konnte ihm nicht schaden

Gingrich hatte den favorisierten Romney in den vergangenen Tagen in der Gunst der Wähler in South Carolina eingeholt. Der aus dem Nachbarstaat Georgia stammende Polit-Veteran überzeugte mit starken Auftritten in zwei TV-Debatten und erhielt die Unterstützung des Gouverneurs von Texas, Rick Perry, als dieser sich aus dem Präsidentschaftsrennen zurückzog. Ein pikantes Interview einer der beiden Ex-Frauen von Gingrich über das Scheitern ihrer Ehe, das am Donnerstabend ausgestrahlt worden war, schien die als besonders konservativ geltenden Wähler in South Carolina nicht beeindruckt zu haben.

Romney räumte seine Niederlage schon kurz nach Schließung der Wahllokale ein: "Dies ist ein harter Kampf. Wir müssen noch einen weiten Weg gehen", sagte er. Der Ex-Gouverneur steht mittlerweile wegen seines zögerlichen Umgangs mit seinen Steuerunterlagen in der Kritik. Der Multimillionär hatte einräumen müssen, nur rund 15 Prozent Steuern zu zahlen, und damit deutlich weniger als die meisten Normalverdiener in den USA. Er will Einzelheiten aber erst im April öffentlich machen.

Gingrich war Favorit

Der Wirtschaftsfachmann aus Boston war vor Beginn der Vorwahlen als klarer Anführer der Umfragen ins Rennen gegangen. Allerdings konnte er bisher nur einen Staat für sich entscheiden. Beim Auftakt am 3. Jänner in Iowa hatte der 64-Jährige zunächst als Gewinner gegolten, musste den Sieg aber nach einer Neuauszählung der Stimmen an den christlich-konservativen Ex-Sentator Santorum abgeben. Bei der zweiten Vorwahl in New Hampshire eine Woche danach ging er dagegen mit haushohem Vorsprung als erster ins Ziel. In seiner Rede richtete er die gewohnt scharfen Attacken gegen Präsident Obama, den er für die schlechte Lage am Arbeitsmarkt verantwortlich machte.

Bei den so genannten Primaries waren in South Carolina am Samstag alle registrierten Wähler zur Stimmabgabe aufgerufen, unabhängig davon, ob sie Mitglied bei den Republikanern sind. Gingrich kam in South Carolina offenbar zugute, dass viele konservative Wähler Romney seine relativ moderaten Ansichten sowie dessen Positionswechsel übelnehmen. Der von hoher Arbeitslosigkeit gezeichnete Bundesstaat im Süden der USA ist eine Hochburg der religiösen Rechten. Aus South Carolina kommen lediglich 25 von insgesamt 2286 Delegiertenstimmen für die offizielle Kandidatenkür beim Parteitag der Republikaner im August.

Die nächste Vorwahl wird am 31. Jänner in Florida abgehalten. Die Republikaner nominieren ihren Präsidentschaftskandidaten offiziell Ende August auf einem nationalen Parteitag, die eigentliche Präsidentenwahl findet Anfang November statt. In Florida liegt Romney in den Umfragen deutlich in Führung. Außerdem dürfte in dem großen Staat Romneys straffer organisiertes und finanziell besser ausgestattetes Wahlkampfteam im Vorteil sein. (APA/Reuters)

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tierischer durchfall
00
22.1.2012, 20:47
Wenigstens wird damit eindrucksvoll gezeigt, dass es nicht um die Schönheit der Kandidaten geht.

Franz Klug
10
22.1.2012, 19:11
DAs Schlimme ist, die unterscheiden sich programmatisch fast gar nicht:(

Das Hauptprogramm aller Rep. Kandidaten ist:

1.) Die Reichen weniger zu besteuern

2.) Obamas Gesundheitsreform rückgangig zu machen, also die Armen wieder mehr zu schröpfen

3.) Militärisch oder zumindest mit gezielten Gewalteinsätzen gegen den Iran vrozugehen.

4.) Zu verhindern dass es gleichgeschlechtliche Ehen gibt.

Programmtisch ist es daher gleich wer hier nach oben gespült wird.
Gekämpft wird daher nur an Nebenschauplätzen, wer sein Einkommen verschweigt ( Rom), oder wer trotz konservativen Scheins wieviele Frauen schon gehabt hat (Ging).
Eigentlich grauslich, dieser programmatische Einheitsbrei, bei den Republikanern.
Und ein Argument dafür, dieses Oligarchische Zweiparteiensystem der USA endlich aufzubrechen.

General Cornwell
01
23.1.2012, 21:13

1) Die pöhsen "Reichen" schaffen Arbeitsplätze
--> denke diese braucht jeder von uns, insbesondere die Ärmsten

2) Romney, der voraussichtliche Kandidat hat das Modell für Obamas Gesundheitsreform geliefert und diese schon vor Jahren in Mass. umgesetzt

3) Die Military-Option darf nicht vom Tisch. Warum sollte sie das? Seien wir doch lieber froh, dass es eine westliche, demokratische Macht gibt, die die notwendigen militärischen Mittel hat um den Willen des Westens umsetzen zu können. Eine globale militärische Vormachtsstellung bspweise Chinas wird sich ja niemand ernsthaft wünschen.

4) Das ist nun wirklich kein Hauptpunkt. Romney ist das genau wurscht und in Mass. gibt es das schon längst.

Obamas Programm: Schulden ad infinitum

David Seppi
 
00
24.1.2012, 13:54

Wieso sollten wir hier daran interessiert sein, daß "der Westen" (also USA + Anhängsel) seine Vormachtsstellung sichert? Und was spricht gegen eine vormachtsstellung Chinas?

Karl Krammer
00
22.1.2012, 18:52
wieviele Demokraten haben für Gingrich gestimmt?

der Typ muß der Wunschgegner Obamas sein. Gingrich/Santorum wäre das Traumticket schlechthin - Obama müsste nicht mal aus dem Haus um im November zu gewinnen.

MichaelMoore
00
22.1.2012, 18:29
Newt heisst Molch zu deutsch!

Mit dem Namen musste er sich durchsetzen lernen.

Wie Jonny Cash's "A bos named Sue"

a grinch in the matrix
00
22.1.2012, 18:20
den konservativen amerikanern ist nicht mehr zu helfen -

romney oder gingrich - was für eine auswahl!

der eine ist ein sozialtrottel und der andere ein verlogener heuchler.

more more
71
22.1.2012, 18:16

Gingrich und sein Vertrag mit Amerika waren ein Musterbeispiel für seriöse Politik, er wäre sicher der beste Präsident.

galiontariaho
10
23.1.2012, 11:22
ich finds immer interessant..

in europa jemanden zu entdecken der sich für die skurrilen rechtsaußen-politiker der republikaner begeistern kann.

dort wäre ja selbst ein hc stracher ein linkslinker kommunist.

Zuckerlilly Zuckerlilly
00
24.1.2012, 08:43
"Strache ein links-linker Kommunist"

Da liegen Sie gar nicht mal so falsch, schließlich waren Kommunismus und NationalSOZIALISMUS nur die beiden Seiten ein und derselben Medaille.

Andreas Schneider
01
22.1.2012, 18:48

der war gut... eine mischung aus blocher, susanne winter, andreas laun und martin humer in freier ehe: wahrlich ein musterbeispiel, fragt sich nur für was.

Wieviel Demokratie ist es bitte?
32
22.1.2012, 18:12
Bizarr genug

- diese Figuren -, aber das big picture ist jedenfalls, daß "Republikaner" *und* "Demokraten" zwei sehr ähnliche kriminelle Organisationen darstellen, die einen Gestapo-Staat errichten, bzw. fertiggestellt haben und beide das so weiter betreiben wollen.

Wird aber in den Medien kaum thematisert.

Stattdessen werden nun wochenlang diese gekauften Hampelmänner und ihre Marotten bestaunt, als ob nicht - egal wer und welche Partei "gewinnt" - hernach sowieso sklavisch (welche Ironie, im Falle Obama), von wem auch immer, die totalitären Routinen weitergeführt werden, die nun schon länger festgeschraubte Politik der USA sind.

Nach innen und nach außen.

peter droppil
00
22.1.2012, 18:11
da wär mir der Arnold Schwarzenegger als Präse viel lieber

der würde das Böse in der Welt ausnuken, ein paar Atomraketerln und Ruhe wäre auf Erden.

John Malkovich
00
22.1.2012, 17:54
Roadmap 4 Political Dynasties in the US

... im Web gibt´s eine köstliche Persiflage des Dynastien-Kults in den USA bis zum Jahr 2057
(first... female, first brother, first daughter, first hispanic, first adopted, first granddaughter ... to be elected president), allerdings mit einem kleinen Schönheitsfehler in Bezug auf die Realität ;)

Ich finde man könnte diese Zeittafel zwecks Vollständigkeit ruhig um die künftige Obama/Kennedy Dynastie erweitern.

https://sites.google.com/site/bush... onforever/

...and miles to go before I scream
22
22.1.2012, 17:31

Dieses Kandidatenfeld ist die reinste Geisterbahn. In Europa wären Typen wie Gingrich oder Santorum unter Beobachtung von bekannt linkslinken Verfassungsschutz.

Kassandra1980
02
22.1.2012, 17:28

Heute hat Olli gegen Stan also ausgeglichen und Stan einen Hammer über den Schädl gezogen, nachdem Stan in New Hampshire Olli einen Tritt gegen das Schienbein verpasst hat.

Weitere Auswirkungen auf das Weltgeschehen hat dieser Gaudifilm aber nicht - ich wiederhole mich zum x-ten Mal: Obama gewinnt die Wahlen haushoch (mit mind. 150 Wahlmännerstimmen Vorsprung) - egal ob gegen Stan oder gegen Olli.

Nee-Chee
00
22.1.2012, 18:37
Gefühlsmäßig

würd ich das auch sagen...allerdings hat Nate Silver auf Basis von Beliebtheitswerten, Wirtschaftsdaten etc. berechnet, dass es knapp wird. Interessant zu lesen.
http://www.nytimes.com/2011/11/0... wanted=all

a grinch in the matrix
00
22.1.2012, 18:25

ich neige inzwischen auch zu dieser ansicht.

was hierzulande übersehen und worüber kaum berichtet wird: die demokraten haben mit den recalls gegen konservative gouverneure und state senators in ohio und wisconsin bereits eine riesige mobilisierungswelle in den fly over states in gang gesetzt, auf die jetzt auch schon gemäßigte reoublikaner mit aufspringen.

die republikaner müssten sowohl für gingrich als auch für romney ungeheure summen für die wählermobilisierung ausgeben - und das müsste hard money sein.

es ist fraglich, ob einer der beiden so viel offizielles geld einsammeln kann, dass die republikaner ausreichende wahl-organsisationen vor ort aufstellen können.

Gsi Berger
01
22.1.2012, 18:13
Dein Wort in Gottes Ohr!

Gegen einen Extremen wie Gingrich hätte Obama immerhin leichteres Spiel, aber ich fürchte, dieses Match ist noch nicht gewonnen.

Radox
95
22.1.2012, 17:21
Ob die Amis überhaupt wissen wo Österreich liegt?

Und wir müssen uns diese servile Hofberichterstattung über die VORWAHLEN monatelang gefallen lassen als ob wir eine Kolonie dieser Grenzdeppen wären!?

insertnamehere
 
00
23.1.2012, 19:10
Ich erlöse Sie jetzt:

Sie müssen die Vorwahlen der Amis NICHT verfolgen.

galiontariaho
00
23.1.2012, 11:22
hmm.

du meine güte... wer ist denn da so brutal und zwingt sie sich für internationale nachrichten im standard-bereich "international" zu interessieren.

the honourable obi wan sinan
00
22.1.2012, 18:40

man nennt das "internationale nachrichten". wenn es ihnen nicht passt, lesen sie einfach den chronikteil ...

Hari Ka
14
22.1.2012, 17:46

Die andere Frage ist: Wissen sie wo South Carolina auf der Karte ist? (Hinweis: Vermutlich sogar flächenmässig größer als Österreich)

...and miles to go before I scream
11
22.1.2012, 17:33

So große Worte, so absolut nichts dahinter.

MICH interessiert das zum Beispiel. Und offensichtlich sehr viele andere.

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