Stephansdom

Schönborn zelebrierte Seelenmesse für Leopold Hawelka

21. Jänner 2012, 14:08

Letzter Abschied vom "Inbegriff des Wiener Kaffeehauses" - Cafetier bereits im engsten Familienkreis beigesetzt

Wien - Ein letzter Abschied: Kardinal Christoph Schönborn hat am Samstag eine rund einstündige Seelenmesse für den Ende Dezember verstorbenen Wiener Cafetier Leopold Hawelka zelebriert. Schönborn sprach von einem "vorbildlichen Menschen, der viele beeindruckt hat" und der als "Inbegriff des Wiener Kaffeehauses" gelte. Statt des Sarges war lediglich ein Bild Hawelkas im Dom zu sehen, da die Beisetzung bereits Tage zuvor im engsten Familienkreis stattgefunden hatte.

"Ich war stolz, als Student in den 1960er Jahren ins Hawelka zu gehen und man war natürlich auch stolz, wenn Herr und Frau Hawelka einen schon kannten", erinnerte sich der Kardinal an seine früheren Aufenthalte im berühmten Kaffeehaus in der innerstädtischen Dorotheergasse. Das Ehepaar Hawelka - Frau Josefine war im Jahr 2005 verstorben - seien durch ihren Fleiß und ihre Gastfreundschaft Vorbilder gewesen: "Das Besondere dieses Cafes war es, dass man dort keine Nummer war."

"Lied vom alten Ober"

Ein weiteres Erfolgsgeheimnis des kleinen Lokals bestehe darin, dass es nie modernisiert worden sei. "In einer Zeit, in der alles gestylt sein muss, wie wohltuend ist es, dass es Dinge und Orte gibt, die einfach bleiben, wie sie sind", so Schönborn. Am Ende der Seelenmesse wurde zu Ehren Hawelkas das bekannte, u.a. bereits von Hans Moser interpretierte Wienerlied "Lied vom alten Ober", besser bekannt unter dem Titel "Sperrstund is'", gesungen.

Leopold Hawelka war am 29. Dezember im Alter von 100 Jahren verstorben. Der am 11. April 1911 geborene Hawelka gründete gemeinsam mit seiner Frau Josefine im Jahr 1939 das gleichnamige Cafe. Ab den 1960er Jahren etablierte sich dieses als Künstlertreff der heimischen Avantgarde. Es diente Protagonisten wie Helmut Qualtinger, Oskar Werner oder Friedensreich Hundertwasser als Arbeits- und Wohnzimmerersatz. Das heute vorrangig von Touristen frequentierte Kaffeehaus wird bereits seit einiger Zeit von Hawelkas Enkeln Amir und Michael geführt. (APA)

Kommentar posten
15 Postings
Evelyne R.
11
23.1.2012, 11:30
Das Ende in vielerlei Hinsicht

Ich war gerne im Cafe Hawelka, während meiner Uni-Zeit und auch noch danach. Ich hatte sehr gute Begegnungen auch mit Frau und Herrn Hawelka. Ich war nicht dort wegen der Berühmtheit oder den Touristen, sondern weil es ein positiver Teil von Wien war. Deshalb ging ich auch am Samstag in die Seelenmesse. Es war mir ein Anliegen. Davor ins Cafe. Dort war ein Tag wie immer - ich werde nicht mehr hingehen. Im Dom wurde ich zunächst gefragt was ich will - auch dort werde ich nicht mehr hingehen. Es war das erste Mal, dass ich Standard Poster, die zu religiösen Themen posten, verstanden habe (der Ton gefällt mir noch immer nicht). Die Menschen - fanatisch, die Priester - dumm, der Kardinal - schade! Hawelka hätte besseres verdient!

kater bruno
00
22.1.2012, 15:30

Oh Schreck, die Kirche verschont niemanden

Schihaserl
14
21.1.2012, 22:29
cafe übernahme 1938

hat das schon wer aufgearbeitet?

Erwin Wolfram
10
21.1.2012, 22:09
...

endlich einer der vorgezoegt hat wie man korrution zum existenzzweck erheben kann und dabei nicht schuld sein... da muss ein nachruf her!

F.S.K
256
21.1.2012, 19:44
mit dem rauch im cafe hat der zum tod von 1000 menschen beigetragen

und so was wird von kirche geehrt?

als stammgast war schönporn natürlich keine nummer, die anderen aber schon.

Cielito Lindo
04
22.1.2012, 14:20

Keiner hat sie gezwungen dieses Cafe aufzusuchen.

F.S.K
10
23.1.2012, 19:50

oh doch!

R., der Hundefreund
00
21.1.2012, 19:22
Das hat er sich nicht verdient, ..... der Hawelka!

living reef
71
21.1.2012, 17:33
ist der standard jetzt schon zur kathpress verkommen?

apostata1
 
63
21.1.2012, 16:33
RIP

hawelka war ein ehrenwerter mann wie tausende andere, die täglich begraben werden in österr. warum marschiert bei ihm der kardinal auf ? war er etwas besseres ?

grauslich
14
21.1.2012, 20:42
Die Familie

wird ja wohl aus guten Gründen nicht die www.atheistische-religionsgesellschaft.at mit einem öffentlichen Ritual beauftragt haben, sondern eben Kardinal Christoph Schönborn, der, wie dem Artikel zu entnehmen ist, ein "alter Stammkunde" von Leopold Hawelka war. Es gab also eine persönliche Beziehung zwischen den beiden. Das ist doch (wenn schon anderes nicht zählt) ein ausreichender Grund für eine Seelenmesse im Stephansdom!

oas
00
21.1.2012, 16:17
Im "Haff"

war ich in meiner Jugend deshalb gerne, weil die hatten "Dagens Nyheter" und "Sydsvenska Dagbladet" ausgelegt, eines der ganz wenigen Lokale, die sich das leisten konnten. Gegessen habe ich aber lieber nebenan, Beim "Rainauer", denn "Der Rainauer Wirt hat sein Lokal nicht vergrössert, deshalb ist auch sein Wein nicht verwässert".

a o e
01
21.1.2012, 18:19

das war das Gasthaus Reinthaler, als es noch daneben war.

oas
00
22.1.2012, 01:59
Aha

Danke! Ist halt schon a bissel lang her ;-(

R., der Hundefreund
00
21.1.2012, 19:23
Und wieder ist.

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