Kurzer Prozess

Djokovic und Kvitova haben's eilig

21. Jänner 2012, 12:19
  • Artikelbild
    foto: epa/castro

    Novak Djokovic unter der australischen Sonne.

Von 6 Franzosen kamen nur Tsonga, Gasquet ins Achtelfinale von Melbourne - Murray überzeugte - Paszek kassierte Doppel-Null

Melbourne - Die Top Sieben im Herrenfeld der Tennis-Australian-Open sind problemlos ins Achtelfinale eingezogen. Nach Rafael Nadal (ESP-2), Roger Federer (SUI-3) und Tomas Berdych (CZE-7) am Vortag kamen am Samstag Novak Djokovic (SRB-1), Andy Murray (GBR-4), David Ferrer (ESP-5) und Jo-Wilfried Tsonga (FRA-6) ohne Satzverlust weiter. Bei den Damen waren Petra Kvitova (CZE-2) und Maria Scharapowa (RUS-4) souverän.

Djokovic verpatzte Nicolas Mahut mit einem 6:0,6:1,6:1 dessen 30. Geburtstag gründlich. Lediglich 74 Minuten benötigte der Weltranglisten-Erste, um sich sozusagen des Franzosen zu entledigen. Der bedauernswerte Weltranglisten-81. war jedoch durch eine Knieverletzung gehandicapt. "Viele dachten, dass er aufgeben würde", anerkannte Djokovic. "Doch er hat zu Ende gespielt. So alle Achtung und alles Gute zum Geburtstag."

Endlich Murray?

Während der mit seinem Spiel sehr zufriedene Titelverteidiger in seinen drei bisherigen Partien nur insgesamt zehn Games und in seinen jüngsten acht Melbourne-Matches keinen Satz abgegeben hat, tritt Murray immer stärker auf. Mit 6:4,6:2,6:0 siegte der Brite in einem unterhaltsamen Spiel ebenso gegen einen Franzosen, nämlich Michael Llodra. Murray liegen Spieler aus Frankreich, 25 von bisher 26 Partien gegen sie hat er gewonnen.

Programmgemäß wäre mit Gael Monfils (14) ein weiterer der "Grande Nation" sein nächster Gegner gewesen, doch der unterlag überraschend Michail Kukuschkin 2:6,5:7,7:5,6:1,4:6. Der kasachische Außenseiter hatte in Satz drei schon auf das Match serviert, sah sich dann im fünften Durchgang aber sogar mit einem Break in Rückstand. Schließlich fixierte der Weltranglisten-92. doch noch seinen absolut größten Karriere-Erfolg.

Julien Benneteau wurde durch ein 6:4,6:7(3),6:7(4),3:6 gegen den Japaner Kei Nishikori (24) zum vierten französischen Drittrunden-Verlierer des Tages. Tsonga hielt seine Nationalfarben allerdings mit einem 6:2,6:2,6:2 gegen den Portugiesen Frederico Gil ebenso hoch wie Richard Gasquet (17) mit einem überraschenden 6:3,6:3,6:1 gegen den als Nummer neun gesetzt gewesenen Serben Janko Tipsarevic.

Tsonga gibt Gas

Tsonga ist heuer - abgesehen vom Einladungsturnier in Kooyong - noch unbesiegt, nachdem er sich Anfang Jänner den Doha-Titel geholt hatte. "Es ist bei mir meistens so, dass ich von Match zu Match besser spiele", wurde der Melbourne-Finalist 2008 auf der ATP-Homepage zitiert. Für den 26-Jährigen geht es am Montag gegen Nishikori um sein viertes Australian-Open-Viertelfinale in fünf Jahren.

Gasquet trifft nun auf Ferrer. Der Auckland-Sieger ist 2012 auch noch unbesiegt, da fügte sich das 7:5,6:2,6:1 gegen Juan Ignacio Chela (27) gut ein. Der Argentinier war einer von acht Spielern in Runde drei mit 30 Jahren oder älter. So viele waren es seit Einführung des 128er-Rasters 1972 noch nie. Lokalmatador Lleyton Hewitt als einer von ihnen spielte spätabends gegen den Kanadier Milos Raonic (23) um ein Duell mit Djokovic.

Liebesdoppel

Im Damen-Feld stehen immerhin die ersten fünf der Setzliste im Achtelfinale. Caroline Wozniackie (DEN-1), Wictoria Asarenka (BLR-3) und Li Na (CHN-5) hatte es am Freitag geschafft, Petra Kvitova (CZE-2) und Maria Scharapowa (RUS-4) zogen nach. Jede aus dem Quintett hat die Chance, Melbourne als Weltranglisten-Erste zu verlassen. Lokalmatadorin Samantha Stosur (6) hatte dies mit einen Erstrunden-Out früh verpasst.

Zwei Top-Ten-Spielerinnen mussten am Samstag die Segel streichen. Die Russin Wera Swonarewa (7) zog gegen ihre Landsfrau Jekaterina Makarowa 6:7(7),1:6 den Kürzeren, die bekommt es nun mit Serena Williams (12) zu tun. Die Ungarin Greta Arn hatte beim 1:6,1:6 gegen das US-Ass keinen Auftrag. Mit Marion Bartoli (9) folgte eine Französin durch ein 3:6,3:6 gegen die Chinesein Zheng Jie ihren Landsleuten aus dem Turnier.

Die Serbin Ana Ivanovic (21) besiegte die US-Amerikanerin Vania King 6:3,6:4 und bekommt nun Kvitova vorgesetzt. Sie hat alle bisherigen drei Duelle mit der Wimbledon-Siegerin gewonnen. Kvitova ist dennoch Favoritin, gegen Maria Kirilenko (27) profitierte sie bei 6:1,1:0 von der Aufgabe der Russin wegen einer Bein-Muskelblessur. Scharapowa machte beim 6:1,6:2 gegen die deutsche Angelique Kerber (30) einen starken Eindruck. "Vom ersten Punkt an habe ich wirklich aggressiv gespielt", sagte sie.

In der 2. Runde des Damen-Doppels erwischte es die Vorarlbergerin Tamira Paszek mit ihrer deutschen Partnerin Jasmin Wöhr mit 0:6,0:6 gegen Daniela Hantuchova/Agnieszka Radwanska (SVK/POL-8) böse, das Match dauerte aber doch 62 Minuten. Am Sonntag kommt es in der 1. Mixed-Runde zum Österreicher-Duell. Iveta Benesova/Jürgen Melzer (CZE/AUT) spielen gegen Nuria Llagostera Vives/Oliver Marach (ESP/AUT). (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 33
1 2
Mathieu de Clermont
00
22.1.2012, 11:26

Warum hört man eigentlich nichts von unseren österreichischen Superstars - sind die alle wieder einmal schon in der ersten Runde ausgeschieden ?

MarcoMadre
00
22.1.2012, 12:45

guten morgen.

niki123
10
22.1.2012, 02:03

gleich kommt der rafa. die freundin vom melzer passt eh besser zu ihm. die jukic war einfach zu erfolgreich.

vamos rafa! hoffentlich marschiert er bis ins finale. wenn dann wieder so ein spiel wie beim us open final rauskommt, wär sogar eine niederlage vom djoker verkraftbar. obwohl er bärenstark wirkt xD.

Roland Garros
00
22.1.2012, 11:23

geh hörts mal auf mit der jukic.
wer weiß wie die privat ist...und mit wem melzer liiert ist, ist seine sache und völlig uninteressant.

was hingegen rafa betrifft! 100 d'accord! ;-)

Arnold Strong
01
22.1.2012, 12:56

"...wie die wohl privat ist..." Wahrscheinlich wie jede Frau:
-eifersüchtig
-schwierig
-lieb

MarcoMadre
00
22.1.2012, 12:46

federer biegt rafa, ist ja schließlich nicht das finale :-)

Roland Garros
00
22.1.2012, 13:31

sie spielten schon mal ein major-halbfinale gegeneinander...und wer hat's gewonnen?! ;) aber ok, das war in paris auf sand.

MarcoMadre
02
22.1.2012, 16:16

gewonnen ok....aber wer hats erfunden?

Roland Garros
00
23.1.2012, 09:01

roger??? ;)

Roland Garros
00
21.1.2012, 17:05
für spannung ist gesorgt!

djokovic, murray, tsonga, del potro, federer und nadal sind im moment allesamt ganz gut drauf.

im viertelfinale kommt's zu den ersten großen schlagerpaarungen:
murray - tsonga
ich tippe auf murray, weil ihm tsongas angriffstennis gut liegt!
federer - del potro
delpo hingegen liegt federer ganz gut! roger wird auf del potros geschosse mit variablem tennis (viele stopps, slice, winkelbälle) antworten und gewinnen. nur delpo in bestform wäre eine gefahr, aber da fehlt wahrscheinlich noch ein klize kleines stück.

Makro 24/7
00
22.1.2012, 11:01

Del Potro ist LEIDER immer noch nicht ganz der Alte.

Hoffentlich ist er bald wieder in alter Frische auf der Tour anzutreffen!

Roland Garros
00
22.1.2012, 11:23

da wäre ich mir nicht so sicher - so wie er die letzten drei runden gespielt hat...

Makro 24/7
00
22.1.2012, 11:49

Eine Steigerung gegenüber der letzten Saison (und den mehr als müden US11) ist sichtlich erkennbar.

Aber da fehlt noch viel auf US09-Niveau (und somit GS-Sieg-Level).

leo_nardo
00
21.1.2012, 21:03
3-klassen-gesellschaft ?

ich sehe niemanden, der die top-4 am weg in HF stoppen könnte. am ehesten sehe ich noch kleine chancen für delpo.
innerhalb der top-4 steht djoker nochmals in einer eigenen liga - zumindest auf hartplatz. vielleicht könnte ihn ein gut aufgelegter fed etwas herausfordern.
bei murray und nadal seh ich schwarz - spielerisch vielleicht nicht (viel) schwächer, mental schon - bei nadal kommt der grössere physische verschleiss hinzu.

super Typ
00
22.1.2012, 02:47
Nur falls jemanden interessiert, was Mats Wilander meint:

Eigentlich hält er Federer derzeit für den stärksten Spieler. Allerdings scheinen ihm die Verhältnisse in Melbourne recht langsam (der Belag, die Bälle). Deshalb ist Djokovic für ihn Favorit.

niki123
00
22.1.2012, 10:43

gegen tomic lebt er ja hauptsächlich von tomics fehlern.

Roland Garros
00
22.1.2012, 10:53
tomic

würd mich wundern, wenn aus dem was wird. (top5)
komisch geschobene vorhand, gelöffelte rückhand, immerhin ein ganz guter slice, aber nichts zwingendes. beeindruckt mich gar nicht.

ein zwischendurchhappen für federer.

nächste runde wird's aber ernst für den maestro! delpo ist gut drauf! vielleicht schon wieder so stark wie vor der verletzung.

super Typ
00
22.1.2012, 11:48
Tomic spielt einen eigenartigen Stil, das ist klar. Es stimmt, dass er nicht viel zwingendes produziert, aber die Gegner tun sich schwer damit.

Darin ähnelt er dem frühen Murray. Wilander hat das heute so kommentiert: Es liegt ihm nicht, wenn er ein Ziel für einen Winner hat, er arbeitet sich lieber durch die Ballwechsel. Murray hat sich davon weiter entwickelt, hat gelernt auch aggressiv auf den direkten Punkt zu gehen. Tomic ist 19 und kann das auch noch lernen.

Für Wilander spielt er jetzt schon Top-10-Niveau. (Natürlich unter dem Gesichtspunkt, dass zwischen den besten vier und dem Rest der Top 10 ein deutlicher Niveauunterschied besteht.) Er hat auch schon gegen Top-10-Spieler gewonnen. Wenn er noch weiter kommen will, muss er natürlich noch viel dazulernen. (Auch Aufschlag!) Ob er dazulernen kann, wird man sehen. Als 19-jährigem ist ihm das aber jedenfalls möglich.

niki123
00
22.1.2012, 10:55

seh ich genauso. heute wäre federer zu ärgern gewesen, bei einem stärkeren gegner. oder er hat sich einfach an tomics spielweise angepasst und kaum fehler gemacht.

delpo ist echt ziemlich stark. so chancenlos hätte ich kohlschreiber nicht erwartet.

R.Kipling
00
22.1.2012, 11:32

So 1:1 kann man die Spiele nicht aufeinander umlegen. Gerade Federer passt sein Spiel auch sehr dem Gegner an. Heute hat er tlw weniger aggressiv gespielt und auf den Fehler des Gegners gewartet.

Gegen DelPo muss und wird das ganz anders aussehen, bisher meist mit einem kurzen Slice das Tempo rausnehmen um dann mit der eigenen Vorhand Druck zu machen.

Viel wird aber auch von DelPo, seinem Aufschlag und Federer's Return abhängen. Bis jetzt hat Federer sehr gut returniert und konnte damit seine Gegner gleich unter Druck setzen.

Roland Garros
00
22.1.2012, 11:09
del potro

alle reden über djokovic, federer, nadal und murray.

aber vielleicht ist er ja der lachende fünfte.

bisher präsentiert er sich in hervorragender verfassung. sollte er roger packen, dann geb' ich ihm auch gegen nadal gute chancen, der ihm eigentlich besser liegt.

delpo im finale wäre für mich nicht die ganz große überraschung.

niki123
00
22.1.2012, 11:23

lassen wir uns überraschen wie er sich gegen federer tut. auf alle fälle darf er nicht so viele unforced errors wie tomic machen.

R.Kipling
00
22.1.2012, 11:23

DelPo ist für mich der stärkste hinter den Top4 (Tsonga ist auch knapp dran, aber nicht ganz so gut). Auf seinem Level von vor der Verletzung ist er mMn noch nicht. Da spielte er extrem aggressiv, trotzdem sicher und bewegte sich für seine Größe sensationell!!

Auch Federer meinte eben, dass er damals auf dem Weg zur Nr.1 war und das zu einer Zeit als die Beiden da oben einzementiert schienen (sofern Nadal verletzungsfrei war).

Ich glaube, dass wir in diesem Jahr endlich wieder einen "neuen" Kandidaten sehen werden, der wirklich GS gegen jeden gewinnen kann!!

Allerdings muss er das nicht unbedingt schon in der nächsten Runde beweisen ;)

MarcoMadre
00
21.1.2012, 13:38
wenn da dschoka so weiterspielt

wird er auch heuer in melburne nicht zu stoppen sein.

byronlord
01
21.1.2012, 18:42

ich tippe auf murray. er hat mit dem dschoker noch eine rechnung offen und müsste sich ihm diesmal nicht erst im finale stellen. d.h. kein finaldruck (seit fred perry bla bla...).

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 33
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.