Ursula Poznanskis "Fünf" erscheint im Februar
"Thanks for the hunt - TFTH", so unterzeichnet
der Täter seine Botschaften an das Salzburger Ermittlerduo Kaspary
und Wenninger. Sie entdecken eine tote Frau auf einer Kuhweide, in
deren Fußsohlen Koordinaten eintätowiert wurden. Durch Geocaching,
eine Art moderner Schnitzeljagd mit GPS-Geräten, stoßen die
Kommissare an der bezeichneten Stelle auf eine abgetrennte Hand,
sowie ein Rätsel, dessen Lösung sie zu weiteren Stationen führt, bis
Beatrice Kaspary selbst ins Visier des Täters gerät. Eine blutige
Jagd durch Salzburg beginnt. Der neue Thriller "Fünf" der Wiener
Autorin Ursula Poznanski erscheint am 16. Februar, der Verlag hat
große Erwartungen.
Moderne Schatzsuche
Bei Geocaching handelt es sich um eine moderne Schatzsuche.
Sogenannte Geocacher verstecken einen Cache, meist sind das
verschiedene Arten von Dosen oder Behältern, in denen sich ein
Notizbuch, das Logbuch, befindet. Im Internet veröffentlichen sie die
Koordinaten ihres Verstecks. Anhand dieser können andere Geocacher
mit GPS-Geräten und den Koordinaten nach dem Cache suchen. Vor Ort
tragen sich die Finder mit Nickname und Funddatum im Logbuch ein. Die
Dose wird wieder an der gleichen Stelle hinterlassen, an der sie
gefunden wurde.
Durch Sohne auf Geocaching gekommen
"Auf Geocaching bin ich gekommen, weil ich etwas gesucht habe,
womit ich meinen Sohn, der jetzt zwölf ist und damals zehn Jahre alt
war, mehr an die frische Luft bekomme. Kinder in diesem Alter gehen
nicht gern wandern, das jedoch mit einer Schatzsuche zu kombinieren,
mit einem GPS-Gerät, wo man was zu tun und ein Erfolgserlebnis hat,
war im Prinzip ideal. Aber es macht natürlich auch mir selbst großen
Spaß, es hat sich als richtig lustig erwiesen", erzählte die Autorin
im Gespräch mit der APA. Dieses Hobby betreibe sie regelmäßig, bei
Schönwetter sei sie mit ihrem Sohn ein- bis zweimal pro Monat auf der
Suche nach Caches.
Frische Idee
"Die Idee, das Geocaching in meinen Thriller einzubauen, kam mir
privat, als ich so einen Cache in der Hand hatte und mir überlegt
habe, was ich wohl machen würde, wenn da jetzt ein Finger drinnen
wäre, da im Grunde alles drinnen sein kann. Außerdem sah ich viele
Möglichkeiten, auch mal eine frische Idee bis zum Ende bringen zu
können, ohne sich fürchten zu müssen, dass wer anderer sie schon
verbraten hat. Aber das Thema war wirklich bloß eine plötzliche Idee,
die ich umsetzte, es war nicht so dass ich von Anfang an unbedingt
etwas über Geocaching schreiben wollte", so die 44-Jährige.
Rätsel lösen
In "Fünf" beschreibt die Autorin einen sogenannten Multi-Cache.
Diese bestehen aus mehreren Stationen, an denen es gilt, verschiedene
Rätsel zu lösen, wie zum Beispiel die Quersumme der Jahreszahlen
eines Bildstocks zu berechnen. Die Lösung ergibt Koordinaten, anhand
welcher die Ermittler zum nächsten Cache geführt werden. "Der
Fantasie sind beim Geocaching keine Grenzen gesetzt, die
Schwierigkeitsgrade sind auf den Websites angegeben. Speziellere
Formen sind Kletter-Caches, wo man sich an Felswänden abseilen muss.
Klassische Verstecke sind zum Beispiel Baumhöhlen", erklärte
Geocacher Heinz Hechenberger.
Schauplatz Salzburg
Den Schauplatz ihres neuen Buches verlegte Poznanski nach
Salzburg, wo sie seit ihrer Kindheit regelmäßig Zeit verbrachte, seit
ihrem 20. Lebensjahr hat ihre Familie eine Wohnung in St. Gilgen.
"Den Wolfgangsee kenne ich, seit ich zehn bin, wir waren auch oft
beim Adventsingen. Salzburg ist für mich fast wie eine zweite
Heimatstadt - trotz meines Wiener Autokennzeichens. Für Salzburg als
Schauplatz habe ich mich entschieden, weil ich die Stadt erstens gut
kenne und zweitens, weil ich sie mag. Ich hätte bestimmt keine Stadt
genommen, zu der ich gar keine Beziehung habe. Außerdem hat die Stadt
eine ganz eigene Atmosphäre für mich, was im ersten Buch vielleicht
noch gar nicht so spürbar ist, was ich mir aber vorstellen könnte, in
Folgebänden mehr herauszuarbeiten. Vor allem bietet Salzburg sehr
viele Möglichkeiten, man hat ein Stadtzentrum, aber es gibt in
unmittelbarer Nähe auch Land, Berge und Seen, gerade deswegen hat es
mich angelacht", erklärte Poznanski.
Anfang als Journalistin
Bevor die Autorin begann, Bücher zu schreiben, arbeitete sie
jahrelang als Journalistin bei einem Medizinmedienverlag. 2003
erschien ihr erstes Buch "Buchstabendschungel". Von da an schrieb sie
hauptsächlich Erstlesebücher, Kinderkrimis und Jugendbücher. "Ich
habe zunächst mit Kinderbüchern begonnen, weil ich auf Nummer sicher
gehen wollte. Bei 30 Seiten habe ich gewusst, dass ich das schaffe,
beim Schreiben eines langes Romans hatte ich Angst, ihn nicht
fertigzubekommen. Parallel begann ich jedoch, einen Jugendroman zu
schreiben, und es hat sich gezeigt, dass ich den langen Atem doch
irgendwie aufbringe", so die Autorin. 2010 erschien ihr erster
Thriller für Jugendliche "Erebos". Auch heute ist die Wienerin
gelegentlich noch journalistisch tätig, widmet sich aber
hauptberuflich dem Bücherschreiben.
Zweiter Teil geplant
Das Buch erscheint im Wunderlich Verlag, die Erwartungen sind
groß. "Vorab gab es im Internet eine 40-seitige Leseprobe, die in
rund einer Woche über 600 Personen durchschnittlich mit fünf von fünf
Sternen bewertet haben. So gute Bewertungen sind wirklich selten",
erklärte Anne-Claire Kaufmann vom Rowohlt Verlag. Ein zweiter Band
von "Fünf" sei bereits ausverhandelt. "Den muss ich nur noch
schreiben. Ich könnte mir auch vorstellen, dass ich aus den Büchern
eine Reihe entwickle", so Autorin Ursula Poznanski.(APA)