Parlament gewährte Präsident Saleh Immunität

21. Jänner 2012, 11:14

Umstrittenes Gesetz verabschiedet - Auch wichtigste Mitarbeiter weitgehend vor Strafverfolgung geschützt

Sanaa - Das jemenitische Parlament hat dem scheidenden Präsidenten Ali Abdullah Saleh absolute Immunität gewährt. Die Abgeordneten stimmten laut AFP einstimmig für ein umstrittenes Gesetz, das auch seinen wichtigsten Mitarbeitern weitgehenden Schutz vor Strafverfolgung gibt. Die Regierung der Nationalen Einheit hatte das Gesetz am Donnerstag hinsichtlich Salehs Mitarbeitern noch einmal abgeschwächt, nachdem es von der Opposition und der Protestbewegung vehement kritisiert worden war.

Saleh, der den Jemen mehr als 30 Jahre lang mit harter Hand regierte, unterzeichnete im November nach monatelangen Protesten mit hunderten Todesopfern ein Abkommen zum Machtverzicht. Die Regierungsgeschäfte gab Saleh an seinen Stellvertreter Abd-Rabbu Mansour Hadi ab, der bei der Präsidentschaftswahl im Februar der einzige Kandidat sein soll. Bis dahin soll Saleh als Ehrenpräsident formell im Amt bleiben. Die Zusicherung von Straffreiheit war die Bedingung für seinen Rückzug von der Macht. (APA)

Harald Lamprecht
00
22.1.2012, 10:02
Berufsverbrecher ...

... unter sich

Sonstwer
00
21.1.2012, 18:44
Die Regierungsgeschäfte gab Saleh an seinen Stellvertreter Abd-Rabbu Mansour Hadi ab, der bei der Präsidentschaftswahl im Februar der einzige Kandidat sein soll

Was für ein "großartiger Tag" für die Demokratie

wolli wollendorfer
20
21.1.2012, 14:40
Hillary Clinton hat sich also durchgesetzt

die soll sich was schämen.

NONE
31
21.1.2012, 12:15

Es gibt keine "absolute Immunität".

Die APA-Propaganda ist wirklich amüsant.

Das wäre in etwa so als ob Pinochet sich in seinem Parlament Immunität zusichern würde wollen.

Saleh wird so oder so juristisch belangt werden für seine Befehle. Zur Zeit hält noch die alte Machtbasis zu ihm und das Saud Regime sowieso.

Wird wohl einige Jahre dauern, juristisch wird sich Saleh seiner Verantwortung aber nicht entziehen können.

Was man aber auch wieder sieht ist das ein Diktator alleine niemals herrschen kann - da gibt es IMMER ein Umfeld das stark profitiert.

Egal in welcher Diktatur.

Dhimmi
00
22.1.2012, 13:05
Pragmatische Lösung

Wer soll ihn denn anklagen und vor allem eine juristische Basis finden das durchzuziehen? Geht doch gar nicht auf nationaler Ebene.

International siehst anders aus, aber nur wenn das Völkerrecht involviert ist, und danach siehst nicht aus.

Paragraphen hin oder her: Die Vernunft hat gesiegt. Viel Blutvergiessen wurde dem Land erspart.

Pele_2008
01
22.1.2012, 02:55
Was heisst das wäre so als ob?

Als Senator auf Lebenszeit hat Pinochet sich lebenslange Immunität zugesichert. Und wurde niemals vor Gericht gestellt.

Arthur Harald Lambauer
 
11
21.1.2012, 11:37
Soweit von etwaigen Verbrechen Völkerrecht betroffen wäre, ist das Jemenitische Parlament nicht kompetent, Amnestie zu gewähren.

Insbesondere ist Jemen Vertragstaat des Rom-Statuts über den Internationalen Strafgerichtshof, in dem auch diverse völkerrechtliche Straftatbestände geregelt sind.

Hätten die mutmaßlichen Delinquenten dawider verstoßen, nützte eine solche Amnestie gar nichts, weil sich Jemen völkerrechtlich bereits anderwärts verpflichtet hat.

NONE
30
21.1.2012, 12:19

Man stelle sich nur vor, Hitler wäre nicht militärisch besiegt worden und hätte nach seinem Ausscheiden aus der Politik ein Gesetz installiert, das ihm Straffreiheit zusichern würde auch wenn eine neue Regierung käme.

Gesetze sind in einer Diktatur absolut unerheblich.

Warentester
01
21.1.2012, 15:30

Gesetze sind diesbzgl. generell unerheblich: Kommt nur drauf an, ob er sich eine Lokalität findet, wo er bis zu seinen Abbleben sicher verschanzen kann oder nicht. Mit SA hat er da wohl eh nicht die schlechtesten Chancen, weil so jung ist er ja auch nicht mehr.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.