Demonstration für Einführung der Scharia

21. Jänner 2012, 09:23

Forderung nach Verankerung des islamischen Rechts in Verfassung

Benghazi - In der früheren libyschen Rebellenhochburg Benghazi (Bengasi) haben am Freitag bis zu 3000 Menschen für die Einführung des islamischen Rechtssystems Scharia demonstriert. "Islamisch, islamisch", skandierten die Teilnehmer der Kundgebung auf dem Tahrir-Platz der ostlibyschen Stadt. Einige Demonstranten, vor allem jüngere Männer mit Bart, hielten den Koran hoch. Auch in Tripolis und Sabha fanden derartige Demonstrationen statt.

In der libyschen Hauptstadt verbrannten Islamisten auf dem Algerien-Platz Ausgaben des "Grünen Buchs". Das "Grüne Buch" hatte die ideologische Grundlage für Herrschaft von Muammar al-Gaddafi gebildet und Elemente des Sozialismus und des Islam verbunden. Eine Gruppe Säkularisten, die seit mehr als einem Monat auf dem Platz ein Sit-in veranstalteten, skandierten dagegen: "Wir wollen einen bürgerlichen Staat (civil state)."

Islam in die Verfassung

Die Islamisten umfassten sowohl Mitglieder der konservativen Muslimbrüder als auch der radikalen Salafisten. In einem Flugblatt forderten die Teilnehmer, dass der Islam als Staatsreligion in der Verfassung verankert wird. Dieser Artikel dürfe nicht in einem Referendum über die Verfassung zur Abstimmung stehen. Die Demonstranten sprachen sich auch gegen einen Föderalstaat aus.

Unter den Teilnehmern war Ghaith al-Fakhri, einer der führenden Köpfe der islamistischen Bewegung in Libyen. Der Vorsitzende des Nationalen Übergangsrates des nordafrikanischen Landes, Mustafa Abdul Jalil, hatte am 23. Oktober zugesagt, dass das Rechtssystem des neuen libyschen Staates überwiegend von der Scharia beeinflusst sein soll. Drei Tage vor dieser Ankündigung war Gaddafi getötet worden. (APA)

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Da sollten doch alle Islamversteher auch dafür sein, oder?

Genau endlich wieder ein Fortschritt in Libyen

die Scharia Köpfen und Hand abhacken - damit es wieder vorwärts geht!

Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elends und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volkes.

Bitte nich die eigentliche Aussage Marx auslassen

Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks: Die Forderung, die Illusionen über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf. Die Kritik der Religion ist also im Keim die Kritik des Jammertales, dessen Heiligenschein die Religion ist.

Die Kritik hat die imaginären Blumen an der Kette zerpflückt, nicht damit der Mensch die phantasielose, trostlose Kette trage, sondern damit er die Kette abwerfe und die lebendige Blume breche. Die Kritik der Religion enttäuscht den Menschen, damit er denke, handle, seine Wirklichkeit gestalte wie ein enttäuschter, zu Verstand gekommener Mensch, damit er sich um sich selbst und damit um sein

was sie das religöse elend nennen

ist nichts weiter als ein menschenverachtendes system der unterdrückung von frauen und minderheite und eine kollektive männliche psychose. mehr nicht.

"Demonstration für Einführung der Scharia"

Allein aus dieser Meldung kann man noch nicht auf die eine oder andere Entwicklung hin schließen.

Selbst unter Gaddafi war die Scharia die Rechtsgrundbasis, die durch seine eigenen Vorstellungen (Grünes Buch) modifiziert wurde.

Auch in Israel besteht z.B. die Möglichkeit für Muslime in zivilrechtlichen Angelegenheiten zu einem Scharia-Gericht zu gehen.

Die entscheidende Frage ist, nach welchen islamischen Rechtsschulen diese Auslegung erfolgen soll - der Spielraum dabei ist gigantisch.

Link: http://en.wikipedia.org/wiki/Sharia

Diese 4 Rechtsschulen der Sunna stimmen allerdings in allen wichtigen Fragen überein.
Sonst würden sie einander ja nicht anerkennen (im Ggs etwa zu den Ibaditen).

Da gehts eher um historisch begründete Eitelkeiten, wer eine Fatwa ausstellen darf und wer nicht, oder wer regional das Sagen hat und wer nicht.
Unterschiede sind dann lediglich, ob etwas nur eine verwerfliche Handlung oder eine verbotene Handlung darstellt.
Rauchen oder Unterhaltungsmusik etwa.

Ja, unter Gaddafi gab es eine abgespeckte Scharia, der Übergangsrat hat klargemacht, eine schon etwas weniger halbherzige etablieren, die Leute in Bengasi demonstrieren für Scharia - also in welche Richtung werden die Wünsche wohl gehen? Dass man wieder zu einer Minimalversion zurückkehren möge?
Eher nicht, oder?

Vielen ist nicht bewußt, dass auch in Ägypten bereits unter Mubarak die Sharia wieder eingeführt wurde.
Vor allem im Zivilrecht.
Es gab sogar staatlich verordnete Zwangs-Ehescheidungen.
Wegen Blasphemie bzw Abfall vom Islam eines Ehepartners.
Bekanntester Fall war der eines Universitätsprofessors, der in Folge nach Europa ins Exil ging.

Das ist völlig richtig, ich habe selber öfters darauf hingewiesen.

Was geht uns das eigentlich an?

Unter dem Druck von Haider, Strache und Konsorten haben wir etwa auch unsere Asylgesetzgebung bis zur Unkenntlichkeit verwaessert. Beschaemend und bizarr, aber auch unter unserer 'Scharia' laesst es sich noch 'gut' leben (naja, solange man hierzulande nicht als Fluechtling gilt).
Ich gehe davon aus das die Libyer auch unter einer religoes-verbraemten quasi-Demokratie besser leben werden als unter dem Joch der Diktatur!

Die Leute demonstrieren, damit sie mobilisiert werden, um 1700 Kilometer Autobahn zu bauen, wofür man viele Arbeiter braucht. Und außerdem zahlt Italien nur 5 Milliarden Euro Schadensersatz an Libyen, was manchen vielleicht auch zu wenig ist.

Andererseits verlangt Europa ja auch keinen Schadensersatz für die Verbrechen der sog. Barbareskenstaaten (ging immerhin bis ins späte 19. Jh.)...
Oder um in der jüngeren Geschichte zu bleiben, für die Opfer der Terroranschläge oder die westlichen Folteropfer Gaddafis.
Denn den Schadensersatz von Lockerbie hat sich ja Gaddafi später mehrfach wieder zurückgeholt.

...den sie wissen nicht was sie tun...

Das zeitliche Zusammenfallen dieser Demonstrationen mit anderen Ereignissen ist interessant. Der russische Aussenminister versprach, während die russische Flotte samt Flugzeuträger vor Italien ankerte, daß das Szenario in Libyen nicht wiederholt wird und daß er keine Einmischung in die inneren Angelegenheiten Libyens wünsche. Der italienische Außenminister war sofort nach Libyen gereist, um die Freundschaft Italiens zu Libyen zu bekunden und zu versprechen, daß Italien die Grenzen Libyens beschützen wird ohne einen einzigen italienischen Soldaten in Libyen. Libyen verkaufte sogleich das erste Erdöl an ein US-Unternehmen, welches mit einem kroatischen Schiff geliefert wird. Und schon gibt es wieder Demonstrationen in Libyen.

Sharia (Pfad zur Quelle, meist vereinfachend als isl. Recht bezeichnet)

1. Din / Aqida (DER Glaube) 2. Fiq (Einsicht/Weisheit; isl. Recht)
Ulum ad-Din und Usul al Fiq (isl. Theologie bzw. isl. Rechts-Wissenschaft)
Ad 2. Fiq:
Qur`an: Ilm al-Tafsir und Ilm al-Qira`a (traditionell richtige Auslegung der Suren und korrekte Rezitation der Suren)
Sunnah (DER Weg): gründet sich auf den Hadith und Sirah/Sirat (vom Qur`an unabhängige Schriftsammlungen)...
http://www.calameo.com/books/000... e91dd821bf

Aufbauhilfe für die neuen Gottesstaaten …

… jetzt wird es Zeit. Schei… auf die Menschenrechte oder Demokratievorstellungen. Das Ziel wurde doch erreicht, einen funktionierenden Staat soweit zu destabilisieren, dass man wieder mit den korrupten (wenn auch islamistischen) neuen Herrschern gute Geschäfte machen kann. Gaddafi war wohl zu eigensinnig und zu wenig weltoffen. Ein wenig Bürgerkrieg kann für gut Geschäfte nur hilfreich sein, da ein geeintes Land sich wieder gegen seine guten Gönner von außen wehren könnte. Also nicht so zimperlich, jetzt rasch Aufbauhilfe für die frischen Gottesstaaten leisten, die Renditen werden schon nicht unterm Weg bleiben, Menschenleben sind da sekundär … (°!°)

http://qpress.de/2011/10/2... nd-libyen/

Benghazi ist ja Terroristenhochburg:

Ergo verwundern solche Forderungen von dort nicht. Und wenn sich dafür ausreichend Menschen finden sollten in Libyen, die das auch wollen: na bitte.
Jeder soll so leben können, wie er will.
Wenn sich ein ganzes Volk autoritären Machtstrukturen unterordnen will, was ich grundsätzlich bezweifle, dann sollen sie doch die Scharia machen. Blöd wird es, wenn sich eine Minderheit ( zB Terroristen aus Benghazi) durchsetzt und den Menschen Lebensformen aufzwingen, die sie ablehnen.
Aber genau dieses Risiko (freundlich formuliert) ist man ja eingegangen, als man mit Bomben verzweifelt versuchte Menschen zu retten.

Läuft perfekt. Divide et impera im Inneren.

Nebenbei erfolgt Ausarbeitung von Wiederbetätigungsbestimmungen um Wahlvolk und Kandidaten in genehme und in den Statthaltern nicht Genehme aufzuteilen.

Ein Marionettenregime macht sich ein Wahlvolk.

Was in Oesterreich gut ist sollte in Libyen nicht unbedingt schlecht sein...

gibt es in dem

weit enfernten Sonnensystem, in dem sie fernab jeder realen Situation vor sich hinträumen, auch ein Land namens Österreich?

Im aktuellen realen Libyenvergleich wäre da wohl "Ostmark" passender!

"Wiederbetätigungsbestimmungen"

Meinen sie, das der Begriff NAZO in Ö auch darunter fallen würde ? Den haben sie ja massigst selbst verwendet.

Vom Regen in die Traufe.

Regen (Gaddafi-Diktatur): Ausnahmezustand, kein Demonstrationsrecht, Verfolgung Andersdenkender

Traufe (heute): Demonstrationsrecht, ohne dass die TeilnehmerInnen niedergeknüppelt werden und auf Nimmerwiedersehn ohne Prozess im Knast verschwinden

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