Vertreter der Arabischen Liga: "Fehlverhalten der Freien Syrischen Armee" in Homs
Paris/Wien - Für den Tod des französischen Journalisten
Gilles Jacquier in der syrischen Stadt Homs soll die oppositionelle
"Freie Syrische Armee" verantwortlich sein. Das berichtet die
konservative französische Zeitung "Le Figaro" am Freitag in ihrer
Internetausgabe unter Berufung auf einen Vertreter der Arabischen
Liga. Jacquier war am 11. Jänner durch eine Granate getötet worden.
"Wir wissen, dass es ein Fehlverhalten gab, das von der Freien
Syrischen Armee begangen wurde", sagte der Liga-Vertreter und
bestätigte damit eine Aussage des Chefs einer
Menschenrechtsorganisation.
Granatenangriff
Jacquier war das erste Opfer unter ausländischen Journalisten in
Syrien seit dem Beginn der politischen Unruhen am 15. März des
Vorjahres. Er starb in Homs, einer Widerstandshochburg der syrischen
Opposition. Der Journalist des französischen Fernsehsenders "France
2" befand sich gerade auf einem von der Regierung genehmigten
journalistischen Gruppenbesuch im südlichen Teil der Stadt, als eine
Granate in die Gruppe schlug. Laut Augenzeugenberichten wurde
Jacquier sofort getötet. Zahlreiche Menschen wurden verletzt, unter
ihnen auch mehrere Journalisten.
Die Regierung von Präsident Bashar al-Assad hatte "bewaffnete
Terroristen" für den Angriff verantwortlich gemacht. Die Regimegegner
wiesen jedoch jede Verantwortung für die Tat zurück. Die französische
Regierung, Menschenrechtsgruppen und Journalisten-Organisationen
hatten eine Untersuchung der Bluttat verlangt.
Die Freie Syrische Armee ist die größte bewaffnete
Oppositionsgruppe in Syrien. Sie besteht aus übergelaufenen
Mitgliedern der Streitkräfte. Ihre Bildung wurde am 29. Juli 2011 in
einem Webvideo angekündigt. Sie hat nach eigenen Angaben 20.000 Mann
in ihren Reihen, ihr Anführer ist der desertierte Ex-Offizier Riyad
al-Asaad. (APA)