Nicht sakrosankt

Kommentar |

Das Festspielfondsgesetz aus dem Jahr 1950 muss dringend überprüft werden

Deutlicher als der Rechnungshof kann man es nicht formulieren: "Derzeit fehlen im Festspielfondsgesetz Regelungen zu den Sorgfaltspflichten, zur Haftung der Organe sowie eine Verpflichtung, ein dem Unternehmen entsprechendes Rechnungswesen und ein internes Kontrollsystem einzurichten." Wann, wenn nicht nach einem derartigen Befund, ist es Zeit zu handeln? Das Gesetz aus dem Jahr 1950 muss dringend überprüft werden.

Dass die Festspielführung und die Salzburger Politspitzen eine Diskussion über das Festspielgesetz gleich als Existenzgefährdung einstufen oder, wie Landeshauptfrau Gabi Burgstaller, dem Rechnungshof einfach den Prüfauftrag absprechen, ist ungeschickt. Dies nährt nur den Verdacht, dass die Salzburger auf Privilegien beharren, während andere Kultureinrichtungen tatsächlich Jahr für Jahr um ihre Subventionen bangen und kämpfen müssen.

Auch die ins Treffen geführte Existenzbedrohung ist Unsinn: Kein verantwortungsvoller Kulturpolitiker wird die künstlerische und wirtschaftliche Rolle der Festspiele infrage stellen. Diejenigen in Medien und Politik, die ihr tagesaktuelles Mütchen an den Salzburger Festspielen kühlen, fallen - auf Sicht gesehen - nicht wirklich ins Gewicht.

Noch nicht. Denn beharren die Festspielverantwortlichen auf ihrer reflexartigen Abwehrhaltung, kann sich das ändern. Die Salzburger werden einsehen müssen, dass ihr Festival nicht sakrosankt ist. (DER STANDARD - Printausgabe, 21./22. Jänner 2012)

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15 Postings
Vom Normalverbraucher bezahlt...

...von den Reichen genutzt denn wer kann sich denn schon eine Eintrittskarte bei den Salzburger Festspielen leisten.

wo treffen sich die neoliberalen verbrecher am liebsten

in salzburg

Wozu sparen?

Bundesgesetz aus 1950:
§ 4. (1) Die im § 3 lit. a genannten Rechtsträger
sind zur Deckung allfälliger Betriebsabgänge
des Fonds mit der Maßgabe verpflichtet,
daß jeweils 40 v. H. der Abgänge der Bund und
je 20 v. H. das Land Salzburg, die Landeshauptstadt
Salzburg und der Fremdenverkehrsförderungsfonds
des Landes Salzburg zu tragen.
Also: za wos sollma sparen, wird ja eh alles bezahlt.
haben.

"Die Salzburger werden einsehen müssen ..."

Darum geht's also: Während alle Bundesländer ungschauterweise und ungefragt alle in Wien ansässigen Bundestheater (Burg, Oper,...) mit Unsummen sponsern dürfen, soll alles, was nicht in Wien stattfindet am besten verschwinden, oder wie oder was?

Zur Info nur: die Salzburger Festspiele haben einen Deckungsbetrag, von dem die Wiener Festwochen nur träumen können.

Die Wiener könnens eben nur schwer verkraften, dass die Salzburger in allen Belangen wesentlich erfolgreicher sind.

Nicht Mottenkugeln fressen...

sondern den Artikel erstmal lesen und begreifen.

Eine nette Ausdrucksweise haben die Bewohner unserer natürlich über alles geliebten Bundeshauptstadt ...

wenn sie den artikel gelesen (oder verstanden) hätten,

würdens nicht gleich in so ein primitives wien-bashing abgleiten...

Der Kultursprecher der Grünen, Wolfgang Zinggl, sieht in Salzburg eine "großkoalitionäre Phalanx aus Standortpolitik und Sponsoren" am Werk, die sich "anachronistische Privilegien" sichern wolle.
Und er hat wieder einmal Recht! -->
http://www.wirtschaftsblatt.at/archiv/fe... 2/index.do

donna

Es gibt also immer noch Leute die das Geplapper der Grünen Ernst nehmen.

das ist das system eisl

Was hat Eisl mit den Festspielen zu tun?

Oder posten Sie einfach drauf los immer dasselbe?

penetranter Hochmut

und die Unersetzbarkeit der Salzburger Festspiele in der Ewigkeit, in Stein gemeißelt schon 1950 ( BC ? ), für Hoppala´s subventioniert...

... bei Übelkeit fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Ansonsten schwingen Sie einen nassen Fetzen.

Sakrosankt ist nicht mal die www.atheistische-religionsgesellschaft.at

Und die Salzburger Festspiele sind es bei Gott aber schon sowas von überhaupt nicht ... ;)

die solen sich lieber um eisl kümmern

der sich die gesetze selbst konzipiert

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