Ankerkinder bis Ankeronkel

Von Kurzleistern, Ankerkindern und anderen Saubären

Kommentar der anderen | 20. Jänner 2012, 18:59

Österreich wird im Augenblick total von "Ankerkindern" bedroht - 2011 überwältigende 17-mal - Von Julya Rabinowich

Das Leben ist eine Hühnerleiter und die Politik eine Rennstrecke, auf der die Newcomer ein erbittertes Wettrennen mit den alten Entgleisern zwecks weiterer Entgleisungen liefern. Komischerweise trägt es weder die ersten noch die zweiten dabei jemals aus der politischen Kurve, sei der Sager noch so unmöglich gewesen. Sie bleiben im Rennen, komme was wolle.

Herr Kurz bescherte uns 2011 die "Integration durch Leistung". Es hatten sich auch Betroffene treffen lassen, mit denen er seine Kampagne etwas aufputzen konnte. Gleichzeitig wurde vermittelt, dass jede/r, der keinen wirtschaftlichen Erfolg vorzuweisen hatte, auch nicht integriert gewesen sei. Niemals und nie integriert gewesen sei. Das wirft die Frage auf, was nun mit den vielen unerfolgreichen Inländern zu tun ist, von der autochthonen mangelhaften Beherrschung der deutschen Sprache ganz zu schweigen. Ob nun "Meischi" nach seinem Kultspruch unverzüglich von einer Ausweisung bedroht gewesen wäre und ob er daraufhin um humanitäres Bleiberecht im Bärental hätte ansuchen müssen. Die Kurz-prosa wies gewisse Klanganlehnungen an "Kraft durch Schönheit" und andere Zeilen, die "Arbeit" thematisierten, auf, vermutlich von Kurz nicht bewusst in Kauf genommen. Das macht ihn weder zum Bösewicht noch zur geeigneteren Person für den sensiblen Bereich der Integration. Dass seine Berater solche Anlehnungen zuließen, ist jedoch kein Zufall, ebenso wie Frau Fekters Bankersager.

Kaum hatten wir also diese Ereignisse verdaut, da braute sich schon der nächste Tsunami an den Dämmen des politisch Vertretbaren zusammen und die neue Innenministerin reihte sich mit einem neuen Begriff in den Trampelreigen: die bösen "Ankerkinder" waren geboren. Österreich wird im Augenblick total von diesen "Ankerkindern" bedroht. 2011 überwältigende 17-mal.

Die weit größere Bedrohung stellen eigentlich die hiesigen Ankereltern aller politischen Couleurs dar, die ihre Kinder teils ungeeignet in beste Positionen hieven und die gläserne Decke betonieren.

Ankeronkel haben sich übrigens auch bewährt. Wenn einen dann kein Schicksalsschlag aus dem Onkelschlamassel heraus reißt, muss man, tonnenschwer verankert, sein Leben fortan in sehr festgelegten Bahnen ziehen, während der Onkel das drüberrollende Kriegsschiff gibt. Der Hinweis, man möge mit fremden Onkeln nicht ungeschaut mitgehen, führt in die Irre, der eigene Onkel ist gefährlicher, sei er nun in der Medien- oder der Politiklandschaft verankert, und für jeden gilt: Warum denn für das Feindbild in der Ferne schweifen. Das Gute liegt so nah. (Julya Rabinowich, DER STANDARD; Printausgabe, 21./22.1.2012)

JULYA RABINOWICH (41), geboren in St. Petersburg, lebt als Schriftstellerin in Wien. Zuletzt erschien von ihr bei Deuticke die "Herznovelle" ( 2011).

Kommentar posten
23 Postings
cannery row
21
22.1.2012, 20:59
na seawas..

wenn die bücher genauso wirr geschrieben sind wie dieser artikel..

el jefe1
21
22.1.2012, 17:54
nur 17 Fälle....

man sollte mal versuchen seriös zu recherchieren und nicht linksblind durch die gegend laufen.

Xulu Hulu
00
22.1.2012, 19:23
el jefe1
00
22.1.2012, 21:18
und weils im

standard stand ? ist das die heilige bibel für sie?

Xulu Hulu
02
23.1.2012, 08:06

Sie können mir gerne Ihre anderslautenden Quellen nennen.

NUAZO
13
22.1.2012, 17:37

super kommentar, bitte mehr von dieser dame!

Erwin Wolfram
00
22.1.2012, 17:32
...

duerfen die reichen politonkel die zuwanderer und kinder gar icht mehr ausnehmen und auf der kosten feste feiern?

Yerba Mate
02
22.1.2012, 10:08

:)

Peter Hammer 06
06
21.1.2012, 19:03
Ankerkinder - ein Mikl-Leitner und Strachethema - ...

...daher zu vergessen - 17 Kinder !!!

prusiner
12
22.1.2012, 18:35
derzeit

sind befinden sich um die 750 unbegleitete Minderjährige in Bundesbetreuung; ob die "Ankerkinder" ein reales Phänomen sind, wird sich 2012 zeigen

Xulu Hulu
12
22.1.2012, 19:22

Betreuung bedeutet zuerst einmal nicht automatisch einen positiven Bescheid.Abgesehen davon sind einige der Betroffenen Waisen und die Gebiete, aus denen sie flohen, Kriegsgebiete.
Und, by the way, auch 750 Kinder wären für ein Land wie Österreich keine Katastrophe. Für Herrn Graf Lobby und für Grasser gab es da ums Tausendafche mehr, und das, ohne mit der Wimper zu zucken und ohne einem Hauch von Leistung.

heinzjohann
 
013
21.1.2012, 19:02
Aufs Maul geschaut

"Bei Trampel-Reigen und Doddel-Tanz
san mia die Numma ans!"
Bei Österreichs politischer Elite herrscht ständig Villacher Fasching.

17+4
24
21.1.2012, 19:01
aber die autochthonen Sprachsünder kann man halt

nicht wegschicken, denn die waren schon da und deren Eltern auch, anders aber, wenn die Kinder die Eltern holen.

Aber eigentlich, was sagt die Dame da: Nichts ausser Nichts.

leo029
22
21.1.2012, 22:49
beispielsweise

".. von der autochthonen mangelhaften Beherrschung der deutschen Sprache ganz zu schweigen."

Das tut a bissi weh, gell. So was sollten nur wir Autochthonen selber sagen dürfen.

Anton Berta C...
11
22.1.2012, 07:55
befremdliche fremdworte

autochthon ... Die Walnuss und die Rosskastanie sind beispielsweise in Deutschland nicht autochthon, weil sie es nach der letzten Eiszeit ohne Hilfe des Menschen nicht geschafft haben, das Gebiet wieder zu besiedeln. (fremdwort.de)

Xulu Hulu
00
22.1.2012, 09:12

Eben!

leo029
76
21.1.2012, 17:08
Wo kann

man mehr von Ihnen lesen?

Wesentlich herzerfrischender als die krampfhaften Rundumschläge aus unserem autochthonen Lager, und auch noch intelligent.

Helmut Bang
02
21.1.2012, 16:42

So,so...

Helmut Bang
02
21.1.2012, 16:38

Aha...

Claidheamh Mòr
512
21.1.2012, 13:16
Mir

aus der Seele gesprochen.

Danke, Julya !

Franz Reisl
24
21.1.2012, 11:27
Wehret den Anfängen.,.

sledgehammer44
31
21.1.2012, 11:09
nice

´nuf said

FrühpensionsTschuschnLesbenHausfrau
97
20.1.2012, 21:46

Das alles lässt aber immer noch die "soziale Wärme" ungeschlagen. Mit der kann man nach wie vor ein ganzes Bundeskanzleramt heizen :D

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