Budgetkonzept von AK und ÖGB

Licht und Schatten

Kommentar | Gerald John, 20. Jänner 2012, 18:32

Zahlen sollen die anderen:Sozialpartner sind nun einmal Interessenvertreter

Zahlen sollen die anderen: Das trifft auf einen Gutteil der Wunschliste von AK und ÖGB für die Budgetsanierung zu. Vorwerfen kann man ihnen das kaum. Sozialpartner sind nun einmal Interessenvertreter.

Etliche Vorschläge sind aber auch aus der Vogelperspektive betrachtet sinnvoll. Die angepeilten Summen mögen kühn sein, doch die Stoßrichtung der Steuerpläne ist richtig. Gerade die Wirtschaftsflaute spricht für konjunkturschonende Steuern auf Vermögen. Das sollte auch Unternehmern zu denken geben, denen das panische "Klassenkampf"-Geschrei nichts nützen wird, wenn sie in einer Rezession ihre Produkte nicht mehr an den Mann bringen.

Wenig Weitblick zeigen die Arbeitnehmervertreter hingegen bei den Pensionen - das Sozialpartnerkonzept greift sogar dem Sozialminister zu kurz. Unverständlich ist nicht nur das sture Nein gegen eine raschere Anhebung des Frauenpensionsalters, wofür aus emanzipatorischer Sicht viel spricht. Auch Übergangsfristen, Verlustdeckel und Frühpensionsabschläge bedürfen einer Revision: Es braucht starke Anreize, um die Leute in der Arbeit zu halten.
Natürlich muss sich dann auch die Gegenseite bewegen. Gibt es nicht genügend Jobs, sind höhere Abschläge nichts anderes als Pensionskürzungen - das spricht für Pönalen für Unternehmer, die ältere Arbeitnehmer abservieren.
Beim Sprung über den eigenen Schatten waren die Sozialpartner nie gut. Den muss nun die Regierung wagen. (DER STANDARD; Printausgabe, 21./22.1.2012)

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10 Postings
didi111
00
22.1.2012, 14:50
Interessante Gedanken...

http://www.zeit.de/2012/04/Moses-Hess

Prädikat lesenswert

Kuehlschrank .
 
00
22.1.2012, 12:23
"raschere Anhebung des Frauenpensionsalters, wofür aus emanzipatorischer Sicht viel spricht"

Wieso? Würden dann plötzlich die Gehälter für Frauen steigen? Würden sich die Unternehmen um Frauen für ihre Spitzenpositionen reißen? Oder behauptet das John einfach mal so?

mikromalist
 
01
22.1.2012, 10:42
Warum nicht 100% Steuern,

dann hat der Staat keine Schwierigkeiten, und der Staat sind doch wir, oder?

Diese Massnahmen sind unverzichtbar zur Umverteilung der Mittelherkunft, aber zur Erhoehung der Gesamtsteuern gibt es keinen Spielraum.
Es gibt nämlich optimale Steuern, mehr und weniger wären kontraproduktiv.

Deshalb tragen diese Steuermassnahmen nur indirekt und mittelbar zur Sanierung bei.

Sie müssen bei der Mittelverwendung ansetzen. Hilft nix.

Übrigens, auch bei 100% Steuern können Politgoofies Schulden aufbauen und der Grossteil der Bevölkerung verhungert.

Lamentabel diese einfaeltigen Tunnelblicker in der sogenannten Sozislpartnerschaft.
WKO, IV mindesten so goof.

Titeuf
 
00
22.1.2012, 09:32
"Gibt es nicht genügend Jobs, sind höhere Abschläge nichts anderes als Pensionskürzungen "

Das ist genau der Punkt. Wenn am Ende der Geschichte Abschläge für Arbeitnehmerinnen und "Portokassenpönalzahlungen" für Unternehmen stehen (was ja keine ganz unrealistische Variante ist), sind wieder die Arbeitnehmer die Gelackmeierten.
Solange 40 % der Pensionsantritte aus der Arbeitslosigkeit heraus geschehen (Ö1, gestern), tun Gewerkschaft und AK gut daran, hier vorsichtig zu agieren.

</ lustig>
22
21.1.2012, 20:17
Kammer-Mitgliedschaft im Verfassungsrang,

aber das Verbot, auf Kosten zukünftiger Generationen zu leben, nicht?

Ich hoffe, daß diejenigen, die das verantworten, die "Nach-mir-die-Sintflut"-Generation, die Globalisierung noch so richtig, wirklich richtig, zu spüren bekommen.

Vor allem die Hacklerregelungs-Frühpensionisten aus den Tintenburgen.

Die Chancen stehen übrigens sehr gut...

byron sully
02
21.1.2012, 15:47

seh ich recht ähnlich. die einnahmenseitigen vorschläge von AK und ÖGB sind recht sinnvoll und ich unterstütze sie (ich würd in dem einen oder anderen punkt sogar noch weiter gehen). den widerstand gegen pensionsreform und höhere mineralölsteuer teile ich hingegen nicht.

site:°~+*-||!#.\>
45
21.1.2012, 12:09

Sozialpartner sind keine Interessenvertreter, sondern Parteipostenversorgungs-Vereine, die jährlich über eine Mrd. mit Zwangsgebühren abzocken. Insbesondere die Kammern sind die Selbstbedienungsläden der Parteien.

Die AK hätte laut AK-Gesetz die Interessen der Arbeitnehmer zu vertreten. Daher verstößt die Forderung nach höheren Steuern und neuen Belastungen für Arbeitnehmer ihrem gesetzlichen Auftrag.

Knapp 350 Mio. zahlen Arbeitnehmer jährlich für die AK. Resultat: eine der höchsten Abgabenquote weltweit und nach Deutschland die niedrigsten Reallohnzuwächse in der EU.

>> Zwangsbeiträge abschaffen.

Bertel Mann
00
21.1.2012, 07:10
"Das sollte auch Unternehmern zu denken geben, denen das panische "Klassenkampf"-Geschrei nichts nützen wird, wenn sie in einer Rezession ihre Produkte nicht mehr an den Mann bringen"

Nachfrageorientierte Politik ist pfui!

Zinnmo
 
24
21.1.2012, 09:03
Nachfrageorientieret Politik ist leider zum Scheitern verurteilt

Zumindest in einer kleinen offenen Volkswirtschaft wie Österreich. Pumpt man mehr Geld in die Löhne fließt der Großteil davon ins Ausland, durch Urlaube oder den Kauf importierter Waren. Nur ein Bruchteil bleibt im Land.

Bös gesagt: Lohnerhöhungen in Österreich sponsern Spanien, Griechenland (vor allem durch mehr Urlaube), oder China (Konsum).

S(ie) P(lündern) Ö(sterreich)
 
32
21.1.2012, 05:20
"...über den schatten springen!"

müsste dieser kanzlersarsteller!

da er aber abhängig ist von der zustimmung dieser sog. "arbeiterInnenvertreterInnen" unter den abgeordneten wird ihm nichts anderes übrig bleiben als gegen seine eigenen absichten zu handeln.
ak und ögb handeln wider jeder vernunft und gegen das wohl des landes - verantwortungslosest!

die koalition wird das aber nicht aushalten. darum prophezeie ich schon jetzt baldige neuwahlen!

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