Pacult aus Leipzig

"Von Rapid wollten Spieler nur weg"

Gespräch | Christian Hackl, 20. Jänner 2012, 18:19
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    "Es ist sehr geil, die Mannschaft auf Meuselwitz vorzubereiten."

Peter Pacult ist glücklich, Trainer in der vierten deutschen Liga zu sein - Auch dort hat man Druck und Ziele - Zudem lässt er sich "nirgendwo verbiegen"

Standard: Wie ist das werte Befinden? Hat sich der Urwiener Peter Pacult in Leipzig akklimatisiert?

Pacult: Ich fühle mich wohl, es geht mir gut, die Arbeit macht Spaß. Mir fällt es nicht schwer, mich umzustellen. Ich kann mich jederzeit anpassen. Im Fußballgeschäft musst du die Bereitschaft haben, dich zu verändern, deinen Wohnsitz zu wechseln. Sonst bist du fehl am Platz. Kulinarisch betrachtet besteht aber schon ein großer Unterschied zu Wien. Die Wurst und das Brot schmecken in Leipzig irgendwie komisch. Aber man wird trotzdem satt.

Standard: Es fällt aber schon schwer, Peter Pacult mit Angepasstheit zu verbinden. Verhält sich das nicht ungefähr so wie Griechenland und Budgetüberschuss?

Pacult: Wieso? Ich arbeite überall mit 100 Prozent. Ich muss mich in Leipzig nicht verstellen, sage, was ich mir denke, lasse mich nirgendwo verbiegen. Manche Ausdrücke verstehen sie hier nicht wirklich, vielleicht ist das ab und zu ein Vorteil. Diplomatie war nie meine große Stärke. Es gibt zwei große Zeitungen, die müssen jeden Tag über RB Leipzig berichten. Und ich muss sie halt mit irgendwelchen Informationen füttern. Das war bei Rapid auch nicht anders.

Standard: Finanziell betrachtet war der Wechsel dank des Sponsors Red Bull natürlich ein Gewinn. Aber ist es nicht schwierig, vom österreichischen Oberhaus in die deutsche Regionalliga Nord, das ist die vierte Leistungsstufe, abzusteigen? Bei Rapid hatten Sie zumindest die theoretische Chance, in der Champions League zu spielen. Vermisst man nicht die große Welt?

Pacult: So groß war die Welt auch wieder nicht. Ich saß ja in der Europa League in tollen Stadien auf der Bank. In Hamburg. In Glasgow. In Porto. Ich kenne das alles, leide nicht unter Entzug. Ich habe hier eine große Verantwortung, ich muss Meister werden. Bei Rapid konnte man auch mit dem zweiten oder dritten Platz ganz gut leben. In Leipzig bist du zum Aufstieg, zum Titel verdammt, dazu gibt es keine Alternativen. Der Druck ist fast größer, damit kann ich umgehen, ich bin ja kein Neuling mehr. Das soll aber nicht heißen, dass der Stress bei Rapid klein war. Dort hatte man nur phasenweise Ruhe.

Standard: Wie groß ist der Niveauunterschied? Könnte RB Leipzig in der österreichischen Bundesliga mitmischen?

Pacult: Das soll und kann man nicht vergleichen. Aber einige meiner Leute wären in unserer Bundesliga sicher Stammspieler und sogar Mannschaftsstützen. Namen nenne ich keine.

Standard: RB Leipzig heißt ja RasenBallsport Leipzig.

Pacult: Ich sage aber schon eher Red Bull Leipzig.

Standard: Als Herr Dietrich Mateschitz in Salzburg mit dem Engagement im Fußball begann, gab es Kritik. Erfolg ließe sich nicht kaufen, hieß es. Und der Kick lebe von Tradition. Wie schaut das in Leipzig aus? Werden Sie angefeindet?

Pacult: Ich halte das für einen Blödsinn. Erstens wirft Red Bull nicht sinnlos mit Geld herum, da stecken ein Konzept und eine Idee dahinter. Langfristiges Ziel ist es, in die deutsche Bundesliga aufzusteigen. Die Alternative wäre kein Fußball in Leipzig. Da geht es immer auch um Neid. Aber in den Diskotheken und Supermärkten reißen sich die Leute um die Dosen. Was soll das Theater? Die Geschichte hat sich längst beruhigt. Und immerhin haben wir bereits einen Zuschauerschnitt von fast 6000. Hin und wieder rufen die Fans nach einem Sieg sogar nach mir. Dann muss ich raus aus der Kabine und mich vor der Tribüne verneigen. Ich denke, die Leute mögen mich ganz gerne. Obwohl für mich Beliebtheit nie ein Qualitätskriterium war und ist.

Standard: Gerade im Osten Deutschlands gab es zuletzt vermehrt Fan-Krawalle und Ausschreitungen. Warum ist das so?

Pacult: Das ist keine schöne Entwicklung, hat wohl auch soziale Gründe. Betroffen sind vor allem Traditionsvereine wie Dresden oder Rostock. In Leipzig passiert diesbezüglich wenig bis nichts.

Standard: Sportlich läuft es sehr gut. Leipzig ist nach 18 Runden Erster. Vor Holstein Kiel und dem Hallescher FC.

Pacult: Ja, es passt, das Unternehmen ist zufrieden. Mehr als Erster geht nicht. Aber es ist nur eine Momentaufnahme.

Standard: Bleiben wir bei den Vergleichen mit Rapid.

Pacult: Von Rapid wollten die Spieler immer nur weg, nach Leipzig wollen viele kommen. Bei Rapid musst man mehr improvisieren, Abgänge verkraften und ersetzen. Die Möglichkeiten hier sind groß, wir haben zwei Rasenplätze und einen Kunstrasenplatz zum Trainieren. Die Kabinen sind zwar noch Container, aber Sie glauben nicht, was die alles bieten. Normal denkt man bei Container an Mistkübel. Aber die spielen alle Stückeln. Jetzt fliegen wir zur Vorbereitung nach Belek. Wobei die Arbeitsmöglichkeiten bei Rapid natürlich auch in Ordnung waren.

Standard: Am 11. April des Vorjahrs wurden Sie von Rapid-Präsident Rudolf Edlinger fristlos entlassen. Es wird noch immer vor dem Arbeitsgericht gestritten. Sollte man das Kapitel nicht endlich abschließen?

Pacult: Ja, es ist schade, dass es so enden musste. Zumal Rapid in meiner Ära durch die Transfers viel Geld verdient hat. In Wahrheit will ich irgendwann einmal sagen können, dass es viereinhalb schöne und erfolgreiche Jahre waren. Das waren sie ja.

Standard: Überrascht es Sie, dass Rapid unter Trainer Peter Schöttel Tabellenführer ist?

Pacult: Nein, das beweist nur, dass ich eine körperlich topfitte Mannschaft hinterlassen habe. Der Schöttel ist ein lieber, fähiger Kerl, ich habe mich mit ihm immer gut verstanden.

Standard: Trotzdem. Ist es wirklich so toll, um den Aufstieg in die dritte deutsche Liga zu raufen?

Pacult: Ja, es gibt verschiedene Welten. Ich habe mir immer Ziele gesetzt. Und ich habe sie erreicht. Ich wollte als Bub unbedingt Fußballer werden, das wurde ich. Ich wollte für Rapid und Austria spielen, das tat ich. Ich wollte ins Ausland, ich war im Ausland. Ich wollte Rapid trainieren, ich trainierte Rapid. Und jetzt will ich mit Leipzig etwas schaffen. Es ist sehr geil, die Mannschaft auf die Spiele gegen Meuselwitz, Havelse oder Halberstadt vorzubereiten. Scheitere ich, werden sie mich rauswerfen. Das ist überall so. (DER STANDARD Printausgabe, 21./22.1.2012)

Peter Pacult (52) ist seit Sommer 2011 Trainer von RB Leipzig. Er unterschrieb für zwei Jahre. Zuvor wurde er von Rapid entlassen. Leipzig ist Spitzenreiter der Regionalliga Nord.

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Kruger
21
14.2.2012, 18:28
Ich weiß, als Deutscher bin ich verwöhnt was den Fussball betrifft aber Rapid Wien-das sind ja schwarze Fussballlöcher und RB Leipzig( kennt auch niemand außer ein paar ostdeutschen Arbeitslosen)..

bleibt noch die Frage: wer ist eigentlich dieser Peter P.? Muss jedenfalls ein richtiger Held sein, immerhin wird sein Interview ja hier in einer der auflagenstärksten Zeitung Österreichs abgedruck( was ja auch nicht soviel zu bedeuten hätte-gemessen an der Tatsache dass in Österreich Fussball ja nur bedingt statt findet).Und jetzt..macht mich nieder *lach*

immofuchs
01
22.2.2012, 18:27
fussballinsider sind sie aber auch in D keiner

peter pacult war bei 1860 München Spieler und Trainer, ziehmlich lange sogar.

pfarrer wiese
00
18.2.2012, 22:12
schon wieder so ein deutscher wirtschaftsflüchtling

armselig

Kruger
10
21.2.2012, 10:03
...Neid ist etwas wirklich zerfressendes..aber was stört es mich.

Den Mond lässt es auch kalt wenn der Hund ihn anbellt. *gähn*

pfarrer wiese
00
21.2.2012, 13:03
worum soll ich dich beneiden ?

ich hol mir mein selbstbewusstsein durch meine leistungen.
ich brauch dazu keine fußballmannschaft (übrigens auch keine schifahrer).
viele deutsche wirtschaftsflüchtlinge holen sich ihre persönliche wertschätzung durch ihren ach so guten fussball.
das meinte ich mit armselig

Kruger
11
21.2.2012, 15:03
Da hab ich wohl ins Schwarze getroffen.

Nebenbei erwähnt ich arbeite hier für ein amerikanisches Unternehmen welches mich nach Österreich versetze-es war nicht mein Bestreben sondern eine politische Entscheidung bezüglich meiner beruflichen Karriere-aber gut..in solchen Strukturen in denen Sie denken wird Ihnen vermutlich der kausale Zusammenhang verwehrt bleiben.Wenn Sie so uninteressiert am Fußball sind frage ich mich warum Sie überhaupt auf mein Posting antworten-aber diese Frage erläutern Sie besser mit Ihrem Therapeuten.Alles Gute, Sie scheinen es nötig zu haben!

Drop it like it's AUT
00
17.2.2012, 21:17

Klingt eher danach, dass du Veilchen bist und hier alle provozierst, die dir nicht passen.

Kruger
10
18.2.2012, 08:39
Ich provoziere als Deutscher grundsätzlich jeden in Österreich-nicht nur in Bezug auf den Fußball-allein durch meine Anwesenheit.Stört mich aber nicht weiter;-)

Und was die Austria betrifft: findet DIE überhaupt noch statt? Wer sagt dass mir Pacult nicht passt? Ich habe mich nur gewundert dass ein Trainer der einen Viertligisten in Deutschland trainiert und dessen " int. Erfahrung" auf Clubs wie Dynamo Dresden und 1860(wo man ihn davon jagte) beschränkt sind, diese mediale Aufmerksamkeit zuteil wird.Natürlich verdient er einen Haufen Geld, aber selbst wenn RB Leipzig irgendwann einmal es bis zur Zweiten Deutschen Bundesliga schaffen sollte..wird Peter P. nicht mehr dabei sein.Es stellt sich also die Frage:Wo ist das fundamentale Interesse dieses Mediums über einen Viertligisten und dessen Trainer zu berichten? Diese Freiheit gestehe ich mir zu.

armin delmenhorst
 
02
23.1.2012, 18:20
Sehe es positiv, wenn

er das Geld im strukturschwachen Osten einsetzt und damit den Menschen dort etwas bietet. Auch wenn man kein Freund von Fußballstadien ist, muss man zur Kenntnis nehmen, dass viele Menschen das lieben und eben ein Klub auch zur Infrastruktur einer Stadt gehört. Das Kapital, wie man bei der Russenmafia sieht, die sich in London und F einkauft, zieht es in der Regel dorthin, wo es glitzert. Man braucht sich daher nicht wundern, wenn anderseits ganze Landstriche veröden.

Und was Herrn Pacult betrifft: Warum sollte es nicht reizvoll für einen Trainer sein, einen 4.klassigen Klub in die Bundesliga zu führen? Was ich weniger verstehe, wenn ein Balljunge von RB Salzbug in eine 4.klassige Liga wechseln möchte. Geld hin oder her.

The Baldy Man of Hütteldorf
64
23.1.2012, 12:23
Der offensichtliche Grund des abgrundtiefen Hasses auf Red Bull:

Alles, was der Mateschitz in die Hand nimmt, wird zu Gold. Red Bull kann sogar mit der Vermarktung von Randsportarten (den sog. Fun Sports) , die außer die Sportler selbst niemanden interessieren würde Geld verdienen.

Solls Rabbied doch nachmachen! Vorschlag: Eigenen Sender gründen, und schon geht's los mit:

"Rabbied Wien Drink 'Til U Puke Contest"
"RSDN - Rabbied sucht den Nobelpreisträger"

Vielleicht findet sich auch noch ein abgehalfterter Rapper, der die übelsten Primaten der West in der besten Sendezeit zu resozialisieren versucht? Dazu müsste er ihnen eigentlich nur den Weg zum AMS zeigen und dafür sorgen, dass sie auch nüchtern dort antanzen!

Ty po gr af ie
00
29.1.2012, 18:15
Für LRS gibt es Therapien.

Crazy-Business
00
28.1.2012, 12:53
Vielleicht findet sich auch noch ein abgehalfterter Rapper

Was machen's dann mit dem Marek???

Seife
12
23.1.2012, 21:47

meine güte, ist das langweilig...

Louis Gara
65
23.1.2012, 10:40

lieber pp,

um von rapid weg zu "wollen", musste man ja erst mal – ein paar jahre vorher – dorthin wollen - dann leistung bringen und ins ausland wechseln -

das ist das prinzip eines ausbildungsvereins, wenn sie´s bisher in ihrem postlerhirn noch nicht realisiert haben.

die ganzen hoffers, drazans und jelavic´s wollten mal unbedingt zu rapid - bevor sie dann aufgrund ihrer leistung den nächsten schritt machten.

und ein hoffer, korkmaz oder kavlak wollte sicher nicht unbedingt von rapid weg...das waren und sind rapidler.

aber das kann man wohl als angesteller eines vereins, der ausschließlich zur vermarktung einer taurinbrause gegründet wurde, nicht verstehen.

...trotz allem: danke für den titel 08!

lg aus hütteldorf

austriacu
 
10
14.2.2012, 15:06

Rapid ist ein Ausbildungsverein? aso....

Ulltra aus Penzinng
42
22.1.2012, 21:01

Vülleicht woin es spüler wegga von Rapid wegen eam Pacult?

Hot er daran nicht gedacht?

Er passt zum Red bull weil er Kommerzler ist. Die Spieler wollen Tradition und ned Paccult.

Rapid nur für immer !

Philipp B.
13
23.1.2012, 11:39
herzig

und ein wenig bemitleidenswert dein versuch fussballsfans ins lächerliche zu ziehen.

gwg

Ulltra aus Penzinng
30
23.1.2012, 19:43

Ich weiss nicht seid wann lilana überhaupt mitschreibben dürfen in Forums.

Hau di über de häuser.

zauberlehrling70
01
23.1.2012, 12:07

Ich glaube da an einen Doppelnickname vom @Papa Breitfuß...
denn zwei solcher Dodeln kann´s gar nicht geben !

Ulltra aus Penzinng
30
23.1.2012, 20:04

Ich habe gemeint zauberlehrling 70,und ned eam Filip B.

du streber. Geh zruck nach 10 te Bezirk. Und moch dei Lehre durtn. Aber lass uns in Ruah...

Hatoor
01

der ultra aus penzing kann doch nur ein fake eines austrianers sein. so dumpf kann man in echt doch nicht sein, oder doch?

Wulzendorfer
02
23.1.2012, 11:20
Die Spieler pfeiffen auf die Tradition und wollen

Kommerz - von der Himbeerenliga bis zur Championsleague.

schönwetter
00
22.1.2012, 11:28

manche ausdrücke kennen sie nicht ?
ich glaub vom pacult muss jedes wort übersetzt werden

pipihendy
32
22.1.2012, 11:27
es werden noch etliche rapidspieler den den ruf der

bullen folgen, aber nur für die b mannschaften pasching,anif und in einigen jahren RED BULL HÜTTELDORF.....................

COR
511
22.1.2012, 08:07
Von Rapid wollten die Spieler immer nur weg?

Nachdem er wohl nur fuer die Zeit seiner Trainertaetigkeit sprechen kann, sollte die Aussage wohl eher lauten "Als ich Rapistrainer war, wollten die Spieler immer nur weg" :)

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