OMV-Projekt

Türkei bekräftigt Bau der Nabucco-Pipeline

20. Jänner 2012, 18:12

OMV federführend im Nabucco-Konsortium. Konkurrenz-Röhre South Stream soll bis 2015 fertig sein

Istanbul/Moskau - Die Türkei will auch nach ihrer Genehmigung für die russische Gasleitung South Stream den Bau der von der EU geförderten Nabucco-Pipeline unterstützen. "Wir setzen unsere Anstrengungen für die Umsetzung des Projektes fort, um die europäische Energieversorgung zu sichern", zitiert die türkische Nachrichtenagentur am Freitag Energieminister Taner Yildiz, der zu einem Besuch in Georgien war. Nabucco soll ein alternativer Versorgungsweg für Gaslieferungen vom Kaspischen Meer werden und steht damit in Konkurrenz zur Versorgung über Russland.

Die Türkei hatte Ende Dezember den Bau von South Stream durch ihre Hoheitsgewässer im Schwarzen Meer genehmigt. Die Zustimmung galt als wichtiger Schritt bei dem Milliardenprojekt. Im Gegenzug sicherte Russland der Türkei langfristige Gaslieferungen bis 2025 zu.

Der Essener Energiekonzern RWE hatte am Mittwoch erklärt, er halte am Importziel für kaspisches Gas und damit an der Nabucco-Pipeline fest. Vorbedingung für den Bau jeglicher Pipelines von Europa in den Kaukasus sei aber die Lieferzusage der Förderländer, erklärte die RWE-Gesellschaft Supply & Trading in Essen. Das Konsortium Shah Deniz II in Aserbaidschan habe eine Zusage bis Ende 2011 angekündigt. Eine Entscheidung für einen bevorzugten Partner stehe aber weiter aus.

Die geplante knapp 4000 Kilometer lange Nabucco-Pipeline soll vom Kaspischen Meer über die Türkei und Südosteuropa bis Österreich gebaut werden. Bisherige Mitglieder des Konsortiums sind die federführende OMV (Österreich), die ungarische MOL, Transgaz aus Rumänien, die Bulgarian Energy Holding, die türkische Botas und RWE.

Gazprom plant South-Stream-Pipeline noch 2012

Der russische Gaskonzern Gazprom drückt beim Pipeline-Vorhaben South Stream aufs Tempo. Der Export-Monopolist kündigte am Freitag an, mit dem Bau der Erdgasleitung bereits Ende 2012 und nicht erst 2013 beginnen zu wollen. Unter Umgehung der Ukraine soll die Leitung von 2015 an 63 Milliarden Kubikmeter russisches Erdgas nach Südeuropa pumpen. Gazprom will den South-Stream-Aufsichtsrat im Februar über den Zeitplan für den Bau unterrichten. Der russische Energiekonzern ist mit 50 Prozent an dem Konsortium beteiligt. Die italienische Eni hält 20 Prozent der Anteile, die französische EDF und Wintershall sind mit je 15 Prozent beteiligt.

Experten halten das Projekt mit einem Volumen von mehr als 15 Milliarden Euro für zu teuer. Gazprom sollte sich besser mit der Ukraine auf neue Regeln für den Gastransit nach Westeuropa einigen. Der Ukraine, die die Hauptlast des Transits trägt, ist der von Russland geforderte Gaspreis für den eigenen Verbrauch zu teuer. Statt der geforderten 416 Dollar pro tausend Kubikmeter hält das Land 250 Dollar für angemessen. Russland und die Ukraine verhandeln derzeit über den Preis. (APA)

Mary Nosch
03
21.1.2012, 17:04
Die GANZE Wahrheit:

Gasförderland Nr. 1 RU
Ölförderland Nr. 1 RU
Uranförderland Nr. 3 RU

Jeder große und kleine Schritt in die Energieautonomie ist Gold wert.

Anaxagoras
00
22.1.2012, 17:52
Ihre Feststellungen sind bis auf Gas schlicht falsch.

Und bei Gas haben Sie temporär die größten Liefermengen, wiel sie WEsteuropa dazu gemacht hat.
Ein Biepsiel: Die Ostseepipeline ist. obwohl als Idee jünger als Nabucco, längst in Betrieb. Grund; nur 2 Entscheidungsträger, die Russen und die Deutschen. Nabucco wird durch die vielen Beteiligten zerredet. Nabucco wird nie gebaut werden!

DM2006
01
22.1.2012, 12:52

Wenn jemand glaubt die GANZE Wahrheit zu besitzen sollte man immer vorsichtig sein. Vielleicht waere auch ein kleiner Faktencheck von Zeit zu Zeit nicht schlecht.

Gasfoerderland Nr 1: USA
Uranfoerderland Nr 1: Kanada oder Kasachstan (je nach Quelle)
Oelfoerderland Nr 1: Russland (auch nur weil sich Saudiarabien an OPEC Quoten halten muss).

Energieautonomie ist ein gutes Ziel, aber Zahlen zu faelschen ist nicht so gut....

NONE
55
21.1.2012, 08:43

Hmm.

Wir werden also weniger abhängig von Russland, dafür aber verstärkt abhängig von der Türkei.

Wunderbar ...

Das Beste wäre eigentlich wenn WIR von der gesamten Ölindustrie unabhängig werden könnten.

timurinamanu
02
21.1.2012, 18:23
heutzutage ist jeder von jedem abhängig

Wenn man allerdings nur von einem abhängig ist, hat man keinen Spielraum.
Deswegen ist es besser von mehreren Abhängig zu sein (für dieselbe Ware).

Cet
11
22.1.2012, 14:22
Türkei- und Muslimfeinden kann man nicht mit Logik kommen.

Sein Türkenhass macht ihn blind für Logik.

rubbberduck
01
21.1.2012, 14:24

unbedingt. wir sind viel zu abhängig vom öl. hier geht es aber ums gas, von dem wir eh auch viel zu abhängig sind.

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