Nach Pelinka-Rückzug

ORF-Stiftungsräte verordnen sich Abkühlphase

20. Jänner 2012, 18:06

ORF-General Alexander Wrabetz bemüht sich um Schadensbegrenzung - Auch der Stiftungsrat ringt um Wiederherstellung seines Ansehens und arbeitet an neuen Verhaltensregel

Wien - Mit Krümeltorte empfangen ORF-Mitarbeiter Freitagfrüh Generaldirektor Alexander Wrabetz am Weg zum Stiftungsrat am Küniglberg. Nicht zum Werfen, sondern um auf ihre prekäre Arbeitssituation im größten Medienunternehmen des Landes hinzuweisen: "Was bleibt für die freien Mitarbeiter/innen?", mahnt ein Fähnchen auf der Torte ein.

Weitere Fähnchen werden an die Stiftungsräte verteilt: "Pelinka ist gegessen - Wir schlucken nicht alles", "Wie verteilen Sie den Kuchen?", "Wir freie Mitarbeiter/innen haben es satt!". Betroffen von prekären Arbeitsverhältnissen sind rund 150 Mitarbeiter, die Mehrheit davon werkt im Hörfunk.

Sicher nicht möglich sei es, "alle freien Mitarbeiter anzustellen", erteilt Wrabetz den Aktionisten eine Absage und nimmt im gleichen Atemzug die Politik in die Pflicht: Spielraum gebe es nur, wenn die dauerhafte Gebührenrefundierung nach 2014 garantiert werde.

Wrabetz "positiv beeindruckt"

Am Tag nach Niko Pelinkas Rückzug vom versprochenen Büroleiterjob stellt sich der ORF-General dem Stiftungsrat. "Ich wusste, dass meine geplante Entscheidung auch kritisch gesehen wird. Trotzdem habe ich es mit offenem Visier vorgeschlagen", erklärt Wrabetz Motive für Pelinka. "Positiv beeindruckt" haben ihn die Proteste der Mitarbeiter. Die Social-Media-Aktivitäten der protestierenden Redakteure will er als Argumentation gegen Einschränkungen im ORF-Gesetz nutzen.

Um Schadensbegrenzung ringt nach der Causa Pelinka auch der Stiftungsrat. Dieser sei "besser als sein Ruf", sagt Gremiumsmitglied Franz Medwenitsch. Als Folge der Auseinandersetzungen um parteipolitisch beeinflusste Postenvergaben fasste das Aufsichtsratsgremium einen Beschluss, der eine "Abkühlphase" vorsieht: Der Wechsel eines Stiftungsrats zum ORF soll erst nach ein bis vier Jahren Pause möglich sein. Eine Arbeitsgruppe soll diesbezügliche Verhaltensregeln überarbeiten. Die Besetzung von Positionen habe "in fairen und transparenten Verfahren" zu erfolgen.

Den Job des Büroleiters legte Pelinka nach wochenlangen öffentlichen und internen Protesten zurück. Den Posten des Länderkoordinators setzte Wrabetz selbst aus. Eine weitere Problempersonalie beschäftigt weiterhin: Thomas Prantner ist weiterhin als Stellvertreter in Abwesenheit des technischen Direktors vorgesehen.

Containerdorf

Weiterer Tagesordnungspunkt beim Stiftungsrat war die Aussiedelung von 540 ORF-Mitarbeitern aus dem desolaten Haupttrakt des Hauses ab Mitte des Jahres. Eine der Ausweichvarianten sieht den Einzug der Mitarbeiter in ein Containerdorf am Gelände des Küniglbergs vor.

Ab Sommer prüfen Statiker den Zustand des Hauses. Erst danach könnte sich entscheiden, ob eine endgültige Absiedelung realistisch wird. Allein den Roland-Rainer-Bau "standfest" zu machen kostet laut Finanzchef Richard Grasl 3,5 Millionen Euro. (Doris Priesching, DER STANDARD; Printausgabe, 12./22.1.2012)

Kommentar posten
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Dieses Posting wurde zensuriert
00
22.1.2012, 14:46
Ein Landesintendant

verdankt seine Berufung trotz null Qualifikation der Tatsache, dass er jeden Sonntag in der Kirche neben den Landeshauptmann stand. So schaute aus das Programm dann aus.

west bahn
01
22.1.2012, 11:18
"Am gescheitesten wäre es, das Ganze neu zu gründen

Was? Den ORF. [...] Es müsste gelingen, den eingerissenen Methoden, die so selbstverständlich sind, dass sich alle wundern, warum sich überhaupt wer wundert, juristisch beizukommen."

Sehr lesenswertes Interview zum Nachdenken: http://diepresse.com/home/kult... er-Fetisch

Fidler
02
21.1.2012, 23:04
warum bleibt

ex Stiftungsrat Götzhaber? die Betriebsräte im ORF messen wohl mit zweierlei Maß.!!!!

Fu©k O'Shima
26
21.1.2012, 22:35
Das Ansehen des ORF kann nur wieder hergestellt werden, wenn

SICH WRABETZ ENDLICH SELBST SCHLEICHT!!! Er kann sich ja, seiner Qualifikation entsprechend, bei einer geschützten Werkstätte als Pausendolm bewerben. Vielleicht kann er sich den Niko-Bub ja dort als Büroleiter mitnehmen!

samis
06
21.1.2012, 19:14
ich verlange

die privatisierung des orf!!!! Damit ich mich von diesem sender samt gebühren austreten kann,so wie aus der kirche!!!!!! Ich bin wütend lieber orf und liebe regierung die ihr doch diese gebühr diktatorisch in das gesetz aufgenommen habts!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

länge ist die neue breite
03
21.1.2012, 18:55

Das ist der ORF: Prekäre Arbeitsverhältnisse anbieten, Gebühren abkassieren und Freunderl in unnötige Jobs hieven. Alte verträge sind wahrscheinlich superdotiert.

Das Endergebnis: Ein schrottiges Programm und ein Kasperltheater.

MichaelMoore
20
21.1.2012, 17:56
Vielleicht ein ausgeklügelter Plan von Wrabetz?

Aber was wäre er hätte Pelinka als Bauernopfer geplant um mit den sicheren Protesten sich und den ORF von der Politik zu befreien?
Überschätze ich ihn da? Das Ergebnis ist in diesem Sinn.

ABC9879
06
21.1.2012, 13:58
Wrabetz...

Für mich kann Wrabetz absolut NICHTS mehr sagen, um sein Ansehen wieder herzustellen.

Und schon gar nicht so ein dummes "bin positiv beeindruckt" Gefasel.

So ein Schmarrn, Herr Wrabetz. Alle wissen, dass Sie sich den Schädel angerannt haben.

Also geben Sie wenigstens ihr Niederlage ehrlich zu!

clangi
04
21.1.2012, 11:43
orf-programm...

kann mir jemand erklären, wozu es einen "orf-sport-sender" gibt, wenn das ganze we auf orf1 schifahren, schisprung und co läuft??

Robgeb er
05
21.1.2012, 10:38
.

Witzig und gleichzeitig beschämend, dass ausgerechnet Fr. Lorenz - Dittlbacher bei dem Protest gegen Freunderlwirtschaft mitgemacht hat!

Snoopy47
02
21.1.2012, 10:38
Gebühren

Woher kommt eigentlich das Argument der ORF sei deshalb teurer als die privaten?
Mittlerweile bringt der ORF doch zumeist Mist und hat den einzigen Vorteil, dass Filme nur selten durch Werbung unterbrochen werden.

Die Gebührenrefundierung ist ja nichts anderes als eine Subvention weil für die Bürger die befreit sind ja keinerlei Mehrkosten entstehen.

Und eines ist ja auch bekannt, dass die Länder schamlos Zusatzgebühren für Kultur etc draufschlagen.

Generell wären die ORF Gebühren viel niedriger wenn es nicht 8 unnötige Landesstuios gäbe die ohnedies keine adäquate Leistung bringen.

Der Mann in Orange
01
22.1.2012, 01:52

also wenn ich nen fernseher hätte, wäre ich auch bereit ein angemessenes entgeld zu zahlen, wenn es dafür keine werbung gibt. dafür fremdsprachige sendungen im o-ton und das eigene programm qualitativ hochwertig. keine ahnung, ob das der orf macht, ich befürchte aber, immer noch nicht, was auch der grund war, mich von dem kisterl zu befreien.

tanuki2
32
21.1.2012, 08:16
würde man Partei und Verwandtschaft

aus dem ORF personell herausnehmen, so blieben keine 10 Mitarbeiter-Innen übrig.
In ganz Ö.
Das ist doch schwer verlogen und purer Populismus
wenn nun diese Redakteur-Innen so dramatisch "empört" aufstehen und die "Entpolitisierung" des ORF heuchlerisch verlangen.
So was hat die Welt ja noch nicht gesehen!
KEIN(E) einzige(r) dieser Damen und Herren ist
ohne Parte-oder Verwandtenunterstützung in seinem oder ihrem ORF Job.
KEINER und KEINE!

Archi
22
21.1.2012, 19:36
können sie ihre behauptung wenigstens ansatzweise irgendwie nachweisen oder plappern sie einfach irgend etwas nach, was sie mal wo gehört haben?

@lex
00
21.1.2012, 05:10
Naja...

Bin zwar klar gegen Parteipolitische Besetzungen oder Verwandschaftliche Besetzungen.!!
Aber in welcher Firma geht/funktioniert das, wenn der Chef "jemanden" neuen einstellt, dass die gesamte Belefschaft Streikt!!, und der Chef kleinbeigeben muss?

Denke mal nirgenwo...

Auser wohl bei der Roten Fraktion, bitte um Entschuldigung wenn ich mich durch meinen Letzten Satz disqualifiziert habe! ;-)

Walter Kaiser.
00
21.1.2012, 23:40
Das ganze Posting disqualifiziert Sie.

Es war Pelinka selber, der den Job aus gutem Grund nicht antreten will.

ost wind
01
21.1.2012, 20:28

Herr Wrabetz ist ein Angestellter des ORF.

h 90
05
21.1.2012, 12:06

Der Chef (Eigentuemer) ist das Volk, nicht Herr Wrabetz.

@lex
00
21.1.2012, 05:05
Naja...

)so(
02
21.1.2012, 03:44
Kurz: Aussitzen und auf Zeit spielen

Beschwichtigen und ablenken, anstatt handeln und Vertrauen zurück gewinnen. Das klingt wie eine Hedgefondwette auf die Vergesslichkeit der Bürger/innen. Der Einzelfall mag rasch dem Vergessen anheim fallen. Das dumpfe irrationale Gefühl, das "olle Bollittika Pülcha san" verfestigt sich jedoch zusehens tiefer im Langzeitgedächtnis von immer mehr Menschen. Auch ausserhalb sozialer Brennpunktbezirke.

(°)(°)
02
21.1.2012, 02:07
Ich versteh ihrgendwie nicht

warum meine Landsleute nicht einfach ihre Fernseher kollektiv abmelden.
Ich würds ja sofort machen wenn ich einen angemeldet hätte.

Chris.S
00
21.1.2012, 00:56
Das Problem mit der ORF-Gebühr

ist ja, dass die Bundesländer da ordentlich was drauf schlagen...

suboptimal
 
09
21.1.2012, 00:03
gehts stiften, Stiftungsrat,

und nehmts den Wrabetz mit.

Moneymaker
08
20.1.2012, 23:44
Der Stiftungsrat sei besser als sein Ruf????

Diese, aus Zwangsabgaben alimentierten Parteiklakeien haben vor wenigen Wochen das "Personalpaket" widerspruchslos abgesegnet. In der anschließenden Diskussion haben sie so lange geschwiegen, bis klar war, dass der Protest der ORF-Mitabeiter und Teilen der Zivilgesellschaft nicht mehr zu übergehen ist. Und jetzt melden sich dieses rückgratlosen Opportunisten mit irgendwelchen sinnentleerten Statements zurück, die von ihrem kollektiven Versagen ablenken sollen. Wer, außer den Parlamentsparteien, benötigt diese 36 Stiftungsräte?

Silberkrug
00
20.1.2012, 23:31
Im Zusammenhang mit der Causa Pelinka

sind auch andere Anliegen hochgespült worden (siehe "Krümel" oder Rau-TV), die auch ihre Berechtigung haben. Die ORF Mitarbeiter sollen besser entlohnt werden: aber wenn die Gebühren um einen Minimalbetrag erhöht werden sollen, schreien viele auf. Löhne sollen durchwegs angepasst werden, aber dass man dafür auch Gebühren erhöhen muss, sehen die wenigsten ein.

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