Militärärzte

Sanität beim Heer leidet unter Sparbudget

20. Jänner 2012, 19:15

Arzt warnt: "Können allenfalls noch einen gequetschten Daumennagel operieren"

Wien - Die Sparbemühungen beim Bundesheer treffen vor allem die Sanität hart - im Ernstfall drohte den Soldaten, dass sie unversorgt bleiben. "Wir können allenfalls noch einen gequetschten Daumennagel operieren, weil das geht mit lokaler Betäubung", erzählt Michael Eisenmenger, Sanitätsoffizier in Niederösterreich aus seiner Beobachtung als Milizsoldat.

Bei den Feldambulanzen der Miliz entsprächen weder die Sterilisation noch die Narkosegeräte der aktuellen Norm - sie dürften daher eigentlich gar nicht eingesetzt werden. Dazu kämen massive Ausbildungsprobleme, sagt Eisenmenger, der (neben seiner privaten Ordination) selbst in der Ausbildung der Sanität tätig ist: "Das Problem ist, dass den meisten Generalstabsoffiziere meinen, ein fertig studierter Mediziner sei bereits ein verwendungsfähiger Arzt." Und den politisch Verantwortlichen sei schon gar nicht bewusst, dass selbst ein fertig ausgebildeter Arzt für die Militärmedizin zusätzliche Qualifikationen braucht.

Militärärzte anderer Armeen würden etwa zur Fortbildung nach Los Angeles oder Johannesburg geschickt, weil sie in den dortigen Spitälern mit Schuss- und Stichverletzungen konfrontiert wären, die sie glücklicherweise in Mitteleuropa kaum zu sehen bekommen. Ähnlich sieht es mit der tropenmedizinischen Ausbildung aus, die etwa von der französischen Armee besonders betrieben wird.

Entsprechende Kompetenz wäre aber schon deshalb gefragt, weil das Bundesheer bei der nächsten Beteiligung an einer Battle-Group eine Sanitätselement beistellen soll.

Während sich die Mediziner um die Einsatzfähigkeit sorgen, ist man im Verteidigungsministerium mit Sparvorgaben konfrontiert. Es wurde sogar überlegt, die Militärspitäler aufzulösen. Fix dürfte sein, dass die Heeresspitäler in Innsbruck und Graz auf den Status von Feldambulanzen zurückgestuft werden. Thomas Treu, ehemaliger Heeressanitätschef, hat sich als Leiter der Sanitätsschule karenzieren lassen, "weil ich das nicht mehr mittragen wollte" - und in einem kommenden "Söldnerheer" werde es ohnehin andere Prioritäten geben. (Conrad Seidl, DER STANDARD; Printausgabe, 21/22.1.2011)

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19 Postings
Herbert Machevic
10
30.1.2012, 10:21
das Heer leidet wohl kaum

wohl eher ist es der Staat Österreich dem es Peinlich ist einerseits zuzugeben wieviele MINIARTEN an Fehlinvestitionen gemacht wurden.
Zum Anderen - hat sich der allgemeine kassieren Standard seit den letzten 30 Jahren in einen Standard der extra klasse etabliert - welches mit Realen Verhältnissen in Diverser Ausnahme Situation nicht vereinbar ist.
Extra Falsche Berichterstatter ist schon seit eh und eh an der Tagesordnung.Aber nicht nur hier sonder auch dort wo man noch mit Karabiner Krieg führt.

U-46
01
27.1.2012, 18:12
Buntes Heer

Ja sag mal, wie kann denn ein reiches Land wie Österreich solch eine Politik im Bezug auf die Verteidigung fahren?
Da ist ja jedes 3. Welt Land in Afrika bald besser ausgerüstet.

yorkie1403
01
22.1.2012, 15:08
Man spart beim Heer völlig falsch!

Zum einen tut unser BM genau das was er "vermeiden" wollte: Er spart bei der Truppe! Die gesamte Kampfkraft unsres Heeres ist total am Sand - danke bei dieser Gelegenheit - statt das man die Struktur verändert, was zwar wahrscheinlich einen einmalig höheren Aufwand nötig machen würde werden die Grundsäulen jeder Armee bei uns vernichtet (Pz, KaU, FlA...). Aber es ist wohl allen klar warum das so ist. Wenn nicht bald Rot oder Schwarz von der öe Politik verschwinden ist es bald aus mit uns.

Jukebox
21
21.1.2012, 15:11

Vor 10 Jahren hat Scheibner einen Tierarzt (!) zum Heeres-Sanitätschef gemacht.

Da kommt die Wertschätzung des Sanitätdienstes voll zum Ausdruck.

positiv gesehen
01
22.1.2012, 01:32
das ist aber nicht schlimm im vergleich

wehrdienstverweigerer zum chef bmlvs

oder

vielleicht übernimmt auch noch musicant den ehrenschutz einer burschenschaftsveranstaltung.

eagle13
 
00
21.1.2012, 14:52
Das Problem gibt es auch anderswo. Will man gut aus und weitergebildete Ärzte und medizinisches Assistenzpersonal muss man sie viel auf Weitbildungen schicken, denn in den Truppenarzt und Militärspitälern lernt man nicht, weil da kommt auch als High

Light der eingewachsene Zehnagel, aber im Einsatz gibt es das blast injurie und anderes und das lernt man nur auf der Traumatologie einer UNI - Klinik oder wenn man ein entsprechendes Patientenaufkommen hat.
So würde ich in Graz als Militär die Unfallchirurgie, die Anästhesie ua. in Kooperation mit dem KAGES betreiben. Ein derartiges Modell gibt es bei der Bundeswehr in Westersteede.

Dr. Dieter Zakel MA
 
43
21.1.2012, 12:33
Solange nicht jeden Tag

2 im Zinksarg heimkommen brauchen wir auch keine Militärmedizin.

Alois1001
00
23.1.2012, 15:50
sparpaket bei der sanität

Wenn man bedenkt das Bataillonsärzte(innen) in ein Krisengebiet entsandt werden, die als Notarzt die Intubation beim "Schwein" geübt haben, und keinerlei Erfahrung und Tätigkeit in der Notfallmedizin aufweisen, dann kann man den Soldaten nur viel Glück wünschen, das kein Minenunfall oder dergleichen (Verkehrsunfall,Schußwechsel) auftritt.

Dr. Dieter Zakel MA
 
01
23.1.2012, 17:00
Die Allgemeine Anforderung

ist halt nur: Allgemeinmediziner mit Notarztdiplom. Am Schwein werden die kaum geübt haben. Wenn man Schwein hat :-)

Cpu
03
21.1.2012, 16:07
und wenns mal soweit ist dann stampfen wir erstens sofort und aus dem Nichts eine aus dem Boden und erklären den Angehörigen dass die Toten aus Kostengründen hinzunehmen sind...

Dr. Dieter Zakel MA
 
00
21.1.2012, 16:14
Ja natürlich

so wie immer halt :-)

el peregrino
80
21.1.2012, 06:24
jeder cent für das militär ist völlig unnötig ! umstellen auf eine zivile 5000mann katastrophenschutzeinheit !

und internationale kampfeinsätze sind ja ohnehin sowas von krank !

Orjares
22
21.1.2012, 16:24

Natürlich. Alle UN-Einsätze zur Friedenserhaltung sind sinnlos. Völkermorde hören schließlich auch von alleine einmal auf, da muss sich ja niemand einmischen.

NONE
60
22.1.2012, 05:04

Welche Völkermorde wurden durch die UN gestoppt?

Abgesehen davon das Länder wie Frankreich UN Truppen stellen aber zugleich auch Waffen geliefert hatten an Konfliktparteien.

Hier gibt es grosse Heuchelei.

Lazarus Long
03
22.1.2012, 15:49
Die, die nicht stattgefunden haben.

Wulfal privat
12
21.1.2012, 21:32

Bitte laß doch diesem typischen österreichischen Kleingeist seine Meinung! ;-)

der burli
33
20.1.2012, 21:40
SPAREN!?? um gottes willen, da gehts ja zu wie in GR! unsere soldaten können doch NICHT mit einem gequetschten daumennagel zu einem ZIVILEN arzt fahren! NEIN!

blaulicht78
11
20.1.2012, 22:49
Jeder Berufssoldat geht zum zivilen Arzt wenn er sich in Österreich den Daumennagel gequtscht hat

In dem Artikel geht es aber um die Einsatzversorgung. Wenn sie mit der battlegroup unterwegs sind ist es mit dem zivilen Arzt und der e-card verdammt schwierig.

der burli
11
20.1.2012, 22:58
zur hälfte gehts um einsatz: nicht das modernste gerät, ja und.... die 2. hälfte: militärspitäler, ja mei, anachronistisch sind die. (ich BIN/war sani!)

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