Wirtschaftsbund und IV

"Ein einseitig geführter Klassenkampf"

20. Jänner 2012, 18:46

Haubner strikt gegen neue Steuern - IV-Neumayer: Ausgaben-, kein Einnahmenproblem

Wien - Mahnende Worte von Seiten der Arbeitgebervertreter zum Thema Haushaltssanierung: Wirtschaftsbund und Industriellenvereinigung (IV) haben am Freitag einmal mehr betont, dass die Haushaltskonsolidierung rein ausgabenseitig erfolgen soll. Der von der Arbeiterkammer "einseitig geführte Klassenkampf" sei unverständlich und würde den Wirtschaftsstandort schädigen, warnt Wirtschaftsbund-Generalsekretär Peter Haubner am Freitag bei einer Pressekonferenz. Zur Aussage von ÖGB-Chef Erich Foglar, der gemeint hatte, eine rein ausgabenseitige Defizitreduktion sei "unvorstellbar", kontert Haubner, der Wirtschaftsbund werde dafür sorgen, dass es zu keinen neuen Steuern kommen werde. IV-Generalsekretär Christoph Neumayer erklärte, es brauche keinesfalls neue Steuern, Österreich habe ein Ausgaben-, kein Einnahmenproblem. 

Haubner mahnt AK und ÖGB: "Zu allen Reformen nein sagen, ist kein Weg." Ohne Strukturreformen werde es bergab gehen, prognostiziert der Generalsekretär des Wirtschaftsbunds.  "In den Bereichen Verwaltung, Pensionen und Gesundheit ist Einsparungspotenzial locker da", sagt IV-Generalsekretär Christoph Neumayer. In der Verwaltung ließe sich demnach ein Volumen von bis zu 660 Millionen. Euro einsparen, wenn man drei Prozent des Personalaufwandes und drei Prozent des laufenden Verwaltungssachaufwandes einspare.

Haubner: "Neue Steuern als Gift"

Die Anhebung des Pensionsantrittsalters sei ebenfalls unumgänglich. Laut IV würde ein um zwei Jahre höheres Pensionsantrittsalter 2,4 Milliarden Euro Einsparung pro Jahr bringen. Außerdem plädiert Haubner für Änderungen bei den Zu- und Abschlägen bei Frühpensionen. Auch im Förderungsbereich wird Einsparungspotenzial gesehen. Die Förderungsquote Österreichs ist mit Abstand die höchste der EU.

Laut Wirtschaftsbund ist der Sanierungsbedarf in Österreich im Europa-Vergleich gar nicht so groß, dafür aber sei man bei der Abgabenquote Spitzenreiter. Das müsse auch der Bundesregierung klar sein. "Der Bundeskanzler weiß auch, dass er nicht noch eins drauf setzen kann", betont der IV-Generalsekretär. Dass nicht Österreichs Einnahmen das Problem seien, zeige beispielsweise der Zuwachs im Bereich der Körperschaftssteuer von 16 Prozent. Die Staatsverschuldung Österreichs könne nicht allein auf die Finanzkrise aus dem Jahr 2008 und die heutige Krise reduziert werden. Nicht alle europäischen Staaten haben eine so dramatische Entwicklung der Staatsverschuldung. Schweden hat beispielsweise einen geringen Anstieg von 26,8 Prozent des BIP auf 36,3 im Zeitraum von 1970 bis 2011. Österreich hatte 1970 noch 18,4 Prozent Schulden. Heute sind es 72,2 Prozent des BIP.

Sowohl AK als auch ÖGB hätten nicht verstanden, "dass neue Steuern Gift für den Standort sind", so Haubner. Er fordert eine "Partnerschaft für Strukturänderungen". (wik, derStandard.at, 20.1.2012)

Kommentar posten
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darkwing
01
22.1.2012, 09:08
Klassenkampf?

Die sehen da einen Klassenkampf?!? Ja, spinn ich?
Sind die Damen und Herren "leistungsträger" wirklich erst zufrieden wenn die SKlaverei offiziell wieder eingeführt wird?

derhammerer
01
22.1.2012, 08:40
interessanter wechsel der strategie

von hände falten - goschen halten, hin zu wasche meine hände in unschuld und haltet den dieb, so sind sie die florianijünger vom schwarzenbergplatz, zahlen sollen die anderen, zuerst bereichern sich die freunde vom khg mit dem argument der staat kanns nicht besser - tun noch alles dazu um das argument zu bekräftigen und jetzt wollen sie die nutznießer noch schonen und die proleten sollen zahlen, froh sein dass sie zuschaun dürfen und ja nicht laut nachdenken, weil ja sonst die wirtschaft zusammenbricht im reich der giebelkreuzkommunisten, so gehts nicht, guten morgen österreich, manda s is zeit - occupy austria

Pauli Feuerstein
00
21.1.2012, 23:21
Wenn man IV und WKO

zuhoert, wird klar, dass Ö nicht nur von unfähigen Roten dominiert wird!

einemeinung
01
21.1.2012, 16:39
stimmt schon, aber

neue steuern sind nicht tabu, wenn man das derzeitige steuersystem neu gestaltet, d. heißt, die steuerquote insgesamt nicht erhöht, aber für eine gerechtere verteilung sorgt:
arbeitseinkommen weniger besteuern bringt mehr für den konsum. wenn man wertsteigerungen besteuert wie andere gewinne auch und ungerechtfertigte steuerausnahmen (wie z.b. in der landwirtschaft) beseitigt, dann wären wir der gerechtigkeit schon etwas näher.

aber es ist zu billig zu sagen: keine weiteren steuervorschläge mehr, wenn man vorher durch willige/blöde regierungen seine eigenen schäfchen brav ins günstigste steuereck oder in die steuerbefreiung gebracht hat....

billig und unsolidarisch.

Richard Bayer
 
00
21.1.2012, 15:57
Klassenkampf

Hat jemand schon nachgerechnet? 2011 zusätzliche Einnamen 3,5 Mia, Zusätzliche Ausgaben 2012 ca. 8 Mia. Einsparungen in 5 Jahren 10 Mia !!!!!!!????
Worüber wird eigentlich diskutiert ? Klassenkampf?

sociovation
00
21.1.2012, 15:56
ÖGB, AK, WKO und IV

Ich schlage vor, Kindergartenpädagoginnen ausrücken zu lassen.
Die haben die Kompetenz, einen solchen Haufen
plärrender Infantilität halbwegs zur Vernunft zu bringen.
Dann das ist es, was wir für die nächste Zeit am allermeisten brauchen:
Vernunft.

byron sully
02
21.1.2012, 15:51

führen denn IV und WK nicht noch mehr einen klassenkampf? nämlich einen von oben für die reichen und superreichen?

Herr und Frau Österreicher
 
09
21.1.2012, 14:05

Das mit dem Klassenkampf ist so eine Sache. Er findet ja im Kapitalismus immer statt. Man hat sich halt darauf geeinigt (auch das ging nicht immer friedlich zu), den Klassenkampf aus den Betrieben und von der Straße in die Verhandlungszimmer zu verlagern. Man einigte sich darauf, dass jeder einen "zufriedenstellenden" Anteil am Kuchen bekommen. Massenkonsum und "sozialer Frieden" war das Ziel. Das Problem dabei ist, dass dieser Klassenkompromiss tatsächlich schon seit langem einseitig aufgekündigt wurde. Nun haben aber die ArbeiterInnen das Klassenkämpfen verlernt, man hat ja auch jeden belächelt der davon sprach (Klassen? Dat gibts doch nimmer). Den offenen Klassenkampf von unten müssma erst wieder lernen, von oben findet er längst statt!

christianr
02
21.1.2012, 14:40
ich bin völlig ihrer meinung,

zusätzlich ist die schürung von angst um den arbeitsplatz (=wirtschaftsstandort) eines der unbewiesensten und meistgebrauchten schlagwörter der unternehmer, die auch durch fortgesetzten gebrauch nicht wahrer werden.
eins sollten sich IV und WKÖ immer hinter die ohren schreiben: unternehmer brauchen KUNDEN und KÄUFER ihrer produkte - in den billiglohnländern, in denen sie gern alle produzieren lassen würden werden sie die nämlich nicht finden.....
ich habe von hrn sallinger weiland nicht viel gehalten, aber den zusammenhang von lohn und kaufkraft hatte der schon erkannt.

cicero12
08
21.1.2012, 13:16
Bitte beschützen

die bestaufgeblasenen börsengewinner
die wirtschaftsbeflissenen gedankenschrottfabrikanten
die marktschreier des individuellen egoerfolges
die frischgeretteten schamlos räuberischen bonibezieher
die unproduktiven finanzproduktproduzenten
die sehschwachen statusbesessenen herabseher
die rennstreckensüchtigen ferrariprinzen
die breit aufgestellten derpapawirdsschorichtensproße
die oberflächenbereinigten rückgratlosen blasenplapperer
die schreier , schwätzer und billigsenfdazugeber
die roten bullen die fortwährend ungesunde bären aufbinden
die gar so arg schönen, die gar so genial jungen, die gar so beneideteten reichen
die unschuldsgebeutelten rüstungskatholiken mit schwarzseelendispens
die schmallippigen urbanen edellederho

Herr und Frau Österreicher
 
04
21.1.2012, 14:23

Die ewig grinsenden Hauptberuflichen Waffennarren und Wunderwuzzis im Nebenerwerb burgenländische Bergbauern

istros
07
21.1.2012, 12:56
Putzig

unsere Checker von der IV, Schweden macht es vor:
war nicht noch was, eine Bankenkrise in den 90ern, der das Land kurz vor den Staatsbankrott trieb?
http://www.google.at/publicdat... rschuldung

Schweden als Niedrigsteuerland zu bezeichnen ist außerdem grotesk!
Niedrige Steuern aber dennoch ein Subventions- und Infrastrukturschlaraffenland erwarten. Irgendwer wird's schon ausbaden.
In den guten Zeiten, wenn Wohlstand von allen erarbeitet wird, überproportional viel abschöpfen und wenn die Kacke am dampfen ist, dann die Suppe nicht mit auslöffeln wollen. Das nennt man Klassenkampf - und zwar von oben!

Schimmelwange
05
21.1.2012, 12:38

Wo wäre der Beitrag zu Budgetsanierung der oberen 50.000, wenn man es nur mit Sparmassnahmen probieren würde????

Es geht nur mit Sparmassnahmen + Steuern auf Vermögen!

Und die schwarzen Brüder und Schwestern brauchen mir auch nicht mit dem ewigen Gefasel "...Österreich ist ein Hochsteuerland...." kommen - Vermögen wird in Ö sehr, sehr niedrig besteuert!!!!!!

Herr und Frau Österreicher
 
01
21.1.2012, 13:20

Österreich IST ein Hochsteuerland! Als Lohnarbeiter und Konsument zahl ich Wahnsinnsbeträge an Steuern! Ich bi halt zu ehrlich, als dass ich für meine Tomatenstaude am Fensterbankerl Bergbauernförderung beantrage und komme aus zu wenig gutem Hause, als dass ich für meine alleinige Existenz Beraterhonorare in Millionenhöhe kassieren könnte...

Schimmelwange
00
21.1.2012, 14:17

Ja, aber Vermögen wird bei uns extrem niedrig besteuert!

Herr und Frau Österreicher
 
02
21.1.2012, 14:27

Ja eh! Das ist der Trick. Die Vermögenden erklären, dass Vermögensteuern ein Wahnsinn wären, WEIL Österreich ein Hochsteuerland ist. Das ist wie wenn ich mich aufreg, mehr arbeiten zu müssen, mit dem Argument, dass meine KollegInnen sich ohnehin schon bis aufs äußerste verausgaben...

Hubert Ungeist
 
50
21.1.2012, 13:07
Ich wette das jeder einzelne der oberen 50.000

mindestens 10mal soviel Einkommenssteuern zhalt wie sie.

christianr
00
21.1.2012, 14:44
einfach zum nachdenken:

wer von beiden hat mehr möglichkeiten, seine steuerlast zu - sagen wir - vermindern:
lohnbesteuerte oder einkommenssteuerzahler?
als 50% lohnsteuerzahler habe ich bis auf werbungskosten fast genau 0 möglichkeiten. ....

Hubert Ungeist
 
00
21.1.2012, 18:33
Auch als Lohnsteuerzahler

kann ich Werbungskosten absetzen - ist ganz einfach

Der elegante Herr von nebenan
 
00
21.1.2012, 14:34

Und ich wette dass diese Leute 10x soviel Subventionen erhalten als sie selbst an Einkommensteuer zahlen

Schimmelwange
00
21.1.2012, 14:17

Und? Weiter?

Herr und Frau Österreicher
 
00
21.1.2012, 14:13

Einkommensteuer ist nicht Lohnsteuer!

1116er
07
21.1.2012, 11:33
für jede lüge, für jede entstellende behauptung eine watsche und iv/wirtschaftsbund wären der watschenbaumchampion!

"Der von der Arbeiterkammer "einseitig geführte Klassenkampf" sei unverständlich "

nach 2 jahrzehnten klassenkampf, den IHR erfolgreich für eure seite geführt habt, solches zu behaupten --> superwatsche: klatsch!

strukturreformen als kurzfristmaßnahme zwecks einsparung der notwendigigen 10 mrd missbrauchen: wegen debilität der forderung --> klatsch!

über EURE hohe abgabenquote jammern und dann eh nur durchschnittlich 16 % köst zahlen --> superklatsch!

usw. usf.

anmerkung: leuten, die diese iv/wirtschaftsbund-verdrehungen glauben, möchte ich lieber keine watschen anbieten. es könnte deren letzte verbliebene hirnzelle nachhaltig schädigen.

didi111
00
21.1.2012, 11:33
Dabei ist es so einfach...

Okay?

-Österreich ist ein Hochsteuerland im internationalen Vergleich (betrifft primär die Steuern auf Arbeitseinkommen),

-Österreich zahlt fast keine Steuern auf Vermögen und ist im internationalen Vergleich der ziviliserten Länder fast Schlusslicht,

-Österreich geht im internationeln Vergleich zu früh in Pension

und

-Österrreich hat eine Verwaltungsdichte, welche unglaublich ist. Eine Schleifung der Länderebene brächte hier spürbare Erleichterung.

ALSO:

Die Faktenlage ist bekannt, somit gäbe es ja auch Handlungsbedarf und wenn nur, um - im internationalen Vergleich wieder Durchschnitt zu werden.

Fazit:

Faktenorientiert steht es beim Match "ÖGB, AK" vs. "WK, IV" derzeit 3: 0 für die Arbeitnehmerseite.

mikromalist
 
04
21.1.2012, 11:22
Ich habe soeben den zunehmenden

Autismus des Foglar und das kategorische mit-uns-nicht kritisiert.
Unfair, denn ich bin ja Zwangsmitglied der WKO.
Und hier finde ich den Irrsinn gespiegelt.

Sie tragen absolut nichts zu einer Modernisierung in der Wirtschaftspolitik bei.
Dass wir in der post-industriellen Zeit angelangt sind, habe sie nicht bemerkt.

Fuer laengst überfälligen neuen Arbeitsprinzipien und den unvermeidbaren Umbau des Steuersystems (ohne Gesamterhoehung) haben sie nur ein stereotypes Nein.

Im Bonzentum sind sie mindestens ebenbürtig.

Die Defizit-Gemeinschaft der Neinsager - beim Buffet werden sie einander wieder auf die Schulter klopfen und haemisch über meine Bloedheit und die meiner Mitarbeiter/innen grinsen.

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