Unterart des Hose-Languren in unberührtem Naturgebiet entdeckt
Bangkok - Ausschließlich auf Borneo sind die Hose-Languren (Presbytis hosei), benannt nach dem britischen Zoologen Charles Hose, beheimatet. Hose-Languren werden ungefähr einen halben Meter lang, der Schwanz legt
noch einmal etwa 60 bis 80 Zentimeter drauf. Die Waldbewohner ernähren
sich von Blättern, Früchten und Samen.
Die Spezies verteilt sich auf vier Unterarten, von denen eine - Presbytis hosei canicrus - lange Zeit als "verschollen" galt. Umso größer die Überraschung 2008, als Forscher Exemplare dieser Unterart im Wehea-Wald, einem 38.000 Hektar
großen, weitgehend unberührten Naturgebiet entdeckten. Dieses liegt in der Provinz Ostkalimantan im indonesischen Teil Borneos - eigentlich außerhalb des Gebietes, in dem diese Affen vermutet wurden.
Wissenschaftern um Brent Loken von der Simon Fraser Universität im kanadischen
Burnaby gelang es nun, mit Kamerafallen Aufnahmen von den Primaten
zu machen. Loken dazu: "Jetzt muss erforscht werden, wie groß die Population ist."
Primatenforscher hatten befürchtet, dass die Unterart ausgestorben sein
könnte.
Fotos lebender Tiere gab es bisher nicht - nur einige alte
Museumsexemplare. Die International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) hat keine Gefährdungsstufe für diese Subspezies festgesetzt und sie mit dem fast noch beunruhigenderen Vermerk "Datenlage unzureichend" versehen. (APA/red)