Bundesheerreform als Vorbild

Darabos lässt sich von Schweden inspirieren

20. Jänner 2012, 14:00
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    foto: apa/hochmuth

    Norbert Darabos nimmt sich die schwedische Heeresreform als Vorbild. Er will Experten des heimischen Bundesheeres nach Schweden entsenden.

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    Darabos und sein schwedischer Amtskollege wünschen sich mehr militärische Kooperationen auf EU-Ebene.

Verteidigungsminister glaubt weiter an kostenneutrale Umstellung auf Berufsheer - Schwedischer Amtskollege berichtet von "guten Erfahrungen"

Wien - Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) holt sich in Sachen Berufsheer Tipps aus Schweden. Er kündigte nach einem Besuch seines schwedischen Amtskollegen Sten Tolgfors am Freitag in Wien an, Experten des Bundesheeres in das skandinavische Land zu entsenden, die sich vor Ort über die schwedische Reform erkundigen sollen. Am kommenden Montag will Darabos seine Pilotversuche für ein Berufsheer präsentieren. Der Minister blieb heute bei seiner Darstellung, wonach eine Umstellung auf ein Berufsheer kostenneutral zu machen wäre.

Tolgfors sagte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Darabos, dass die Reform in Schweden gut verlaufe. Für 3.500 offene Stellen gebe es 32.000 Bewerber. Der Frauenanteil sei auf 18 Prozent gestiegen und sei damit wesentlich höher als im alten System. Tolgfors bezeichnete die Berufsarmee auch als "ökonomisch sinnvoller", weil früher 70 Prozent der Soldaten nach kostenintensiver Ausbildung die Streitkräfte verlassen hätten, was jetzt nicht mehr der Fall sei.

Keine Kürzungen bei Umstellung

Gleichzeitig sagte der schwedische Minister aber auch, dass es bei der schwedischen Armee keine finanziellen Kürzungen gebe. Das österreichische Bundesheer ist dagegen mit Einsparungen von 600 Mio. Euro bis 2015 konfrontiert; und das könnte mit dem neuen Sparpaket sogar noch mehr werden. Dabei gibt Österreich für seine Verteidigung jetzt schon nur die Hälfte von dem aus, was Schweden in sein Militär investiert. Das österreichische Verteidigungsbudget beträgt mit rund zwei Mrd. Euro nur 0,6 Prozent des BIP.

Minister Darabos bleibt dennoch dabei, dass eine Umstellung auf ein Berufsheer kostenneutral zu machen wäre. Er verwies auf die Strukturreformen, die mit einer Umstellung einhergehen. Dass ein Berufsheer teurer wäre, wie Kritiker meinen, "sehe ich nicht so", sagte Darabos. Der Ressortchef ist auch überzeugt, genügend Freiwillige zu bekommen. Wenn es in Schweden einen Überhang von 90 Prozent gebe, "wird das auch bei uns gehen".

Österreich und Schweden fordern Militär-Kooperationen

Österreich und Schweden wünschen sich mehr militärische Kooperation auf EU Ebene. Diesbezüglich gehe in der Union "einiges zu langsam" voran, sagte Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) nach einem Gespräch mit seinem schwedischen Amtskollegen Sten Tolgfors in Wien. Thema des Treffens waren Möglichkeiten zur verstärkten militärischen Zusammenarbeit in Europa und zwischen Österreich und Schweden im Besonderen sowie die Abschaffung der Wehrpflicht in Schweden.

"Bilaterale Zusammenarbeit und Kooperation auf europäischer Ebene sind ein absolutes Muss, um künftigen Herausforderungen begegnen zu können", so Darabos. Angesichts der Budgetkürzungen in allen Ländern sei eine Zusammenarbeit in der Sicherheitspolitik wichtig und sinnvoll, betonten beide Minister. Darabos nannte konkret Kooperationen bei der Ausbildung, bei der ABC-Abwehr, bei Übungen und bei der Ausbildung von Spezialkräften. Man wünsche sich auch eine bessere Verwendung der Battle Groups. Diese schnell mobilisierbaren EU-Kampftruppen stehen zwar seit ein paar Jahren für Kriseneinsatze bereit, wurden bisher nie eingesetzt.

Darabos und Tolgfors sahen sich in dieser Frage und auch grundsätzlich "auf gleicher Wellenlänge", immerhin haben beide Länder als bündnisfreie Staaten einen "ähnlichen Background" und arbeiten auch seit Jahre zusammen. Diese Kooperationen sollen auch künftig bestehenbleiben und nach dem Prinzip "Pooling & Sharing" noch weiter ausgebaut werden. "Angesichts der angespannten Militärbudgets in ganz Europa müssen neue Wege der Zusammenarbeit ausgelotet werden", betonte Darabos. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 29
1 2
FaymannsBoss
01
21.1.2012, 17:40
Seltsam!

Hier die Zahlen zu den Verteidigungsausgaben der beiden Ländern:

Schweden: 1.5 Mrd $
Österreich: 0.8 Mrd $

Schweden: 1.2% BIP
Österreich: 0.9% BIP

Schweden: € 147.000,- / Mannjahr
Österreich: € 132.000,- / Mannjahr

Also: wenn Darabos Schweden als Vorbild nimmt, muss er

1. das Verteidigungsbudget auf 1.2% des BIP anheben und

2. Die Ausgaben pro Mann und Jahr um mindestens 11% erhöhen.

Und trotzdem bleibt der Minister bei seiner Darstellung, wonach eine Umstellung auf ein Berufsheer kostenneutral zu machen wäre?

Und wie erklärt er das alles seinem Chef (Faymann), wenn der doch 600 Mio. Euro bis 2015 einsparen will?

Also entweder ist er zu blöd für den Job oder will uns einfach nur verarschen!

yorkie1403
00
22.1.2012, 15:00
Die Zahlen sind etwas falsch

Sehen Sie bitte im Weißbuch des ÖBH nach, ansonsten ganz Ihrer Meinung doch wäre ich zumindest für eine Einstellung der Sparmaßnahmen beim ÖBH, um zumindest zu retten was NOCH besteht!

Kritiker1A
21
20.1.2012, 17:28
Darabos "glaubt", dann soll er doch Bitte in einer Religion aktiv werden und seinen Ministerposten aufgeben!

Anaxagoras
12
20.1.2012, 17:22
Der Darabos ist die mit Abstand traurigste Gestalt...

....in dem Dilletanten-Kabinett von Faymann. Ich würde ihn in ein Kanonenrohr stecken und die Kanone abfeuern.

systemfehler1
20
21.1.2012, 06:31
Lernen S` lieber einmal,

wie man richtig Dilettant schreibt, Sie Dille, bevor sie sich weiterhin unter die Trollbasher dieses Forums mengen.

Prof. Alois
 
01
No Sie sind mir einer

Wo haben Sie denn Demokratie gelernt?

Sprechen Sie tatsächlich jemandem, der nicht korrekt rechtschreiben k ann, das Recht auf Meinungsäußerung ab?

Der Dilettant sind Sie. Aber in Sachen grundlegender demokratischer Freiheiten. Nicht umsonst und bedauerlicherweise heißt es bei uns Recht-schreibung. Lassen wir das s nicht vor den Bindestrich wandern.

Tiroler Bergfex
10
20.1.2012, 17:01
Und wer präpariert die Pisten für die Weltcuprennen, wenn auf ein Berufsheer umgestellt wird?

Ritter von Beerlauch
00
20.1.2012, 17:27

Das machen dann Arbeitslose. Natürlich mit geringfügiger Beschäftigtung.

cybercon
 
02
20.1.2012, 16:36
Das Umwandlung in ein Berufsheer ist ja durchaus überlegenswert

nur die Realisierung durch einen Wendehals, der bisher durch fast peinliche Unfähigkeit in Erscheinung getreten ist und der als einziger Minister seinem Ressort ganz bewusst aus ideologischen Gründen Schaden zugefügt hat, diese Realisation ist mehr als fraglich. Das müsste von einer kompetenteren Perönlchkeit in Angriff genommen weren, die auch im Bundesheer nicht als aufgeblasener Popanz wahrgenommen wird.

Fritz Meyer
21
20.1.2012, 16:14
Vielleicht liesse sich die Bevölkerung...

stärker von der Wichtigkeit des Bundesheeres in unserer Zeit überzeugen, wenn es endlich einmal eine konkreten Nachweis für die Bedrohungen gäbe, die für Österreich von seinen Nachbarn ausgehen.

Allein schon der Spass wird es der Bevölkerung wohl wert sein, seine Steuern auch weiterhin dafür zu entrichten.

Und auch für die Nachbarn wird es sicherlich sehr interessant und unterhaltsam werden.

Prof. Alois
 
01
Wer sagt, dass Bedrohungen nur von Nachbarn ausgehen müssen?

Das ist der größte Humbug, den ich seit langem gehört habe. Haben Sie in der Schule in Geschichte geschlafen?
Im 2. Weltkrieg wimmelt es vor Ländern und Weltgegenden, die den Krieg bis heute völlig unbeschadet übertstehen hätten müssen. Wenn nur Nachbarn eine Bedrohung sind. Dazu gehören die USA und die Sowjetunion, aber auch Norwegen und Griechenland.

Dazu kommt noch, dass die Nachbarn Österreichs militärisch gesehen alle NATO-Mitglieder sind. Also auch die USA. Die dürfen miltärisch in Deutschland nach wie vor machen, was sie wollen. Es gibt ja keinen Friedensvertrag. Streng genommen gilt auch noch der Staatsvertrag. Da wird dann plötzlich Russland zum Nachbarn.

Trombone53
 
20
20.1.2012, 18:21
Nachweis der Bedrohung

Wollen sie die Problematik erst dann wahrnehmen, wenn es soweit ist? Stellen Sie sich einfach vor, die EU fällt auseinander. Vorstellbar? Für mich schon. Stellen Sie sich vor, die arabische Revolution schlägt auf uns über. Unvorstellbar? Noch einige Muslime mehr in Europa und es wird vorstellbar. Auch die Linken bei uns haben eine sehr hohe Revolutionsbereitschaft.

Und dann werden Sie froh sein, dass wir kein Heer haben, weil es dann auch keine Toten gibt. Stimme ich überein. Aber wenn anschließend die Anarchie kommt?

der letzte leser
10
20.1.2012, 19:35

Das Bundesheer ist also zur Niederschlagung von Demonstationen von Linken und Nichtariern notwendig?

Der Militarismus ist eine Krankheit.

systemfehler1
41
20.1.2012, 15:35
Wie gehässig muss die Redaktion sein,

um einem normalen Artikel mit einem derart mißlungenem Foto "aufzufetten"? Das Foto ist einfach nur schlecht. Nicht satirisch, ironisch oder was weiß ich was, sondern einfach nur grottenschlecht.

Von objektiv weit enfternt.
Aber es ist ja Fasching......

Kritiker1A
22
20.1.2012, 17:30
Das Bild zeigt die Wahrheit: Einen ahnungslosen überbezahlten Typen der nix weiß aber vorgibt zu glauben!

Michael Holzermayr2
21
20.1.2012, 16:13
Wieso? Das ist todernst.

Das erste Bild trägt den Titel:
Da staunt der kleine (Halbakademiker) Norbert D.

Oklahoma
11
20.1.2012, 15:33
so schön

Am schönsten find ich immer das naive Strahlen von Kinderaugen vorm Weihnachtsbaum.

Clemo
00
20.1.2012, 15:30

Unvorteilhaftes Foto. Kaut er da schon dieses schwedische Zeugs im Mund. Eine wahre Inspiration ;-)

Bei uns sagt man ja, ohne Schmampf kein Kampf. Naja, bei den Schweden...

Kritiker1A
11
20.1.2012, 17:31
Der hat dass sicher mit Holland verwechselt und war einfach nur in einem dieser Shops wo man rauchen darf!!!!

Sand
00
20.1.2012, 15:53
Deutschen Kautabak kaut man

aber man kaut nicht dieses Schwedische Zeug. Es, das Kauen, ist aber nicht verboten. Nur tut es halt niemand. No ja, vielleicht Darabos. Aber das Zeug ist von / in der EU außerhalb von Schweden verboten und damit auch in Österreich nicht erlaubt.

eolith421
30
20.1.2012, 15:14

Man sollte einmal zunächst einen Aufgabekatalog erstellen, was soll das Heer können und was nicht. Nach diesen Kriterien gilt es dann das Budget und die Ausrüstung sowie den Typ festzulegen.
Haben etwa Auslandseinsätze priorität, dann könnte man sich die Eurofighter, obwohl ich ein Fan von ihnen bin, ersparen, müsste aber dann die Anzahl von Hubschraubern (auch etwa Kampfhubschrauber) und Transportflugzeuge (zusätzlich zu Hercules z.B. ein paar C-17) erhöhen und kann ein kleines Berufsheer einführen. Liegt die Aufgabe in der Landesverteidigung brauche ich die Eurofighter und auch hier Hubschrauber aber praktisch keine Transportflugzeuge.
Soll beides erfüllt werden, dann ist das einfach teuer, dann brauche ich nämlich beides.

Prof. Alois
 
01
Sie haben nur im Ansatz recht

Luftverteidigung geht tatsächlich nur mit etwa hundert Kampfflugzeugen. So wie die Schweiz, Schweden und Finnland das machen.
Luftpolizei geht mit 24 gut, mit 18 auch noch, mit 15 grad noch irgendwie. Welche Flieger das machen, hängt davon ab, was die Politik will: K ooperieren mit anderen Mächten oder nur die eigenen Luftpolizei haben. Ohne Luftpolizei geht aber gar nichts. Österreich ist ein Land, das extrem häufig überflogen wird. Die Luftraumüberwachung abschaffen hieße etwa dasselbe wie wenn man die Autobahnpolizei abschafft.

tock tock tock
01
20.1.2012, 15:29
Eurofighter sind eine Einheit, die

laufend mehrere reale Einsätze pro Jahr im Inland haben!

eduardo
07
20.1.2012, 14:19
Die Rechnung bitte!

Es wäre schön, wenn man alle Effekte einer Umstellung sachlich vergleicht. Schon oft in der Geschichte des Heeres ist man der Idee gefolgt, es den Schweden und den Schweizern nachzumachen. Nur das Geld dafür hat es nie gegeben.

Die Schweden haben ein doppelt so hohes Budget, klare politische und gesetzliche Vorgaben und dort macht das Militär zudem beispielsweise keinen Katastrophenschutz. Dafür gibt es eine eigene nachhaltige Zivilschutzorganisation, die EXTRA bezahlt wird.

atlan2001
 
01
20.1.2012, 16:01
Katastrophenschutz - eine allgmein missverstandenes Instrument

Ich habe den Eindruck, dass beinahe alle Österreicher glauben, dass das ÖBH unter dem Mantel des Katastrophenschutzes eine Art gratis Arbeitsdienst ist - DAS IST ES NICHT. Faktum ist folgendes:
Jeder Bürgermeister einer österr. Gemeinde hat des Recht bei seinem MilitärKdo anzurufen und um Katastrophenhilfe zu bitten. Im Sinne von §2WG muss das der MilKdt auch nach besten Wissen und Gewissen machen - ABER: Jede Betriebsstunde am Gerät, jeder gefahrene Kilometer usw. wird peinlichst genau notiert und dann dem Bürgermeister in Rechnung gestellt. Der muss das dann zahlen und das Geld geht an den Finanzminister - nicht ans ÖBH. Dann kann der BM zum Katastrophenfond gehen und verhandeln ob das Geld teilweise oder ganz rückerstattet wird.

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